Themenpredigt: „Wollust“ – kann denn Genuss Sünde sein? – 17. März 2019

Kann denn Genuss Sünde sein? Diese Predigt ist Teil einer Predigtreihe, in der wir im KollegInnenkreis vier der sieben Todsünden in den Blick genommen haben.
Mehr über die Aktion finden Sie am Ende der Seite.

Predigt zur Todsünden-Reihe 2019: Wollust

Liebe Gemeinde,

der Name ist furchtbar und finster: “Todsünden”. Ein Begriff, der Angst machen kann – und sicher auch über Jahrhunderte verwendet wurde, um Menschen Angst einzujagen – Angst vor Gott, der bestimmte Sünden anscheinend mit dem Tod bestraft.

Todsünden – Blick in die frühe Christenheit

Wenn man aber schaut, wo denn dieser Begriff eigentlich herkommt, sieht das ganz anders aus. Denn die ersten Christen haben sich mit einem Problem herumgeschlagen:
Da wird ein Mensch Christ. Er lässt sich taufen und beginnt eines neues Leben. Er will das Liebesgebot Jesu befolgen, alles besser machen, als zuvor. Aber irgenwann passiert es, dass er dann doch falsch handelt, sündigt. Er beleidigt einem Menschen, belügt seinen Partner, hängt am Geld und will nichts teilen. Irgend etwas ist immer.

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Predigt: To-Do-Liste, Glückskeks oder Schneekugellandschaft (Römer 12, 9-16) 20. Januar 2019

Röm 12, 9-16

Einundzwanzig Ermahnungen hat Paulus hier aufgereiht. Soll das seine To-Do-Liste für die christliche Gemeinde sein? Oder eine Sammlung der Weisheiten für christliche Glückskekse? Und wie wäre es, wenn das alles nur ein kleiner Ausschnitt aus tausenden verschieden geformter Schneeflocken der Nächstenliebe ist?

Predigttext: Römer 12, 9-16
9 Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an.
10 Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
11 Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist.
Dient dem Herrn.
12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
13 Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft.
14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und verflucht sie nicht.
15 Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden.
16 Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug.

Die To-Do-Liste

Liebe Gemeinde
das ist vielleicht eine Liste …. 21 Forderungen reiht Paulus da aneinander. 21 Stück. Kurz, knackig im Imperativ. – Oder soll ich sagen „Befehlston?”
So kommt es mir jedenfalls vor.
Eine fromme To-Do Liste für die christliche Gemeinde.
„Das alles sind deine Aufgaben, die sollst du jetzt bitte schön einmal abarbeiten. Eines nach dem Andern …. ok, wenn du willst auch von unten nach oben…. Hauptsache, am Schluss ist alles erledigt.”

Gottes ToDo-Liste … wir Menschen sind ja sehr unterschiedlich, aber ich finde grundsätzlich so eine Aufgabenliste schon reizvoll. Ich mag es, wenn Dinge mir klar strukturiert präsentiert werden. Wenn man nicht im Nebel stochert, was Gott denn eigentlich von mir will, sondern man eine klare Ansage hat.

Aber wenn ich sehe, was da alles zu schaffen ist … dann habe ich die Nase schon voll, bevor ich damit angefangen habe. Denn da ist ja eine Herausforderung größer als die andere.

Freut auch mit den Fröhlichen … ja, das ist ja wirklich kein Problem.
Weint mit den Weinenden … das macht zwar nicht direkt Spaß, aber das bekomme ich auch ganz gut hin, mitzutrauern und Verständnis für den Kummer des Anderen aufzubringen.
Aber Segnet, die euch verfolgen … das schreibt sich da so leicht hin – aber das ist eine Aufgabe, an der ich vielleicht mein Leben lang knabbere: Die Liebe Gottes immer wieder zu denen hinzutragen, die mir blöd kommen, die schlecht hinter meinen Rücken reden, die mir das Leben schwer machen. Da komme ich schon an sehr menschliche Grenzen.
Diese 21 Punkte der To-Do-Liste haben das Potential, mich wirklich am mir selber verzweifeln zu lassen. Weil ich es einfach nicht schaffe, das irgendwann als „erledigt” abzuhaken.

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