Radioandachten auf Charivari 98,6 im Februar 2020

Verlorene Kaffeebohne

Wer hat denn eigentlich diese Kaffeebohnen-Verpackungen erfunden?
Egal, von welchem Hersteller sie sind: Ich schaffe es nie auf Anhieb, alle Bohnen herauszuschütteln. Immer bleibt irgendwo eine hängen. Wenn ich die vermeintlich leere Tüte schüttle, höre ich das verlorene Böhnchen klappern … irgendwo in einer Falte der Packung muss sie ja sein! Aber das blöde Ding will da einfach nicht raus!
Klar, ich könnte jetzt die Tüte auch mit der Bohne in den gelben Sack werfen … die eine Bohne … aber ich bringe es nicht übers Herz. Da wächst sie ein Leben lang am Kaffeestrauch, wird geerntet, reist um die halbe Welt nach Deutschland, wird geröstet … dann kann ich sie doch nicht so einfach  wegschmeißen!
Also hole ich eine Schere, schneide die Tüte großzügig auf und … irgendwann finde ich sie, und das Böhnchen wandert  in meine Kaffeemaschine.
Ein bisschen hat mich das an die Geschichte vom guten Hirten erinnert: Da lässt der Hirte seine ganze Herde erst mal allein, um das eine verlorene Schaf zu finden. Der einzelne zählt! Wir sollten keinen verloren geben, keiner sollte sich abgehängt und zurückgelassen fühlen. Der Blick auf den einzelnen – das macht uns zu Menschen.

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Radioandachten im Januar 2020 auf Charivari 98,6

Freiheit für die Füße

Manchmal könnte ich wahnsinnig werden … wenn ich irgendwo rumsitzen muss, und meine Beine fangen langsam zu kribbeln an. Erst ein bisschen, und dann immer schlimmer. Die wollen laufen – aber ich muss hier herumsitzen.
Wenn ich die wegschrauben könnte … ihnen sagen: Geht schon mal raus, ich komme später hinterher …

Aber das geht ja dummerweise nicht. Meine Füße wissen anscheinend besser als ich, was ich manchmal brauche:
Einfach mal weg!
Raus aus dem, was mich festhält.
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ heißt in einem Psalm der Bibel.
Ja, das wünsche ich mir öfter: Spielraum für meine Füße – und für meine Gedanken. Auslauf … eigene Wege gehen können, statt vorgezeichneter Pfade.
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ –  das wünsche ich mir. Hmmm  aber vielleicht stehen sie da ja schon … auf dem weiten Raum … aber ich traue mich bloß nicht, auch mal weite Schritte zu gehen.
Tja, ich müsste es eigentlich nur mal versuchen.

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