Radioandachten im Mai 2020 auf Charivari 98,6: Reihe die dümmsten Entscheidungen in der Bibel

Nabal, der Geizkragen

Guten Morgen, ich möchte Ihnen in dieser Woche die dümmsten Entscheidungen vorstellen, die Menschen in der Bibel getroffen haben.
Zum Beispiel Nabal. Ein sehr wohlhabender Mann mit riesigen Schafherden. Aber er war auch ein geiziger Stoffel. Dachte nur an sich, und nie an andere.
Einmal hats dann richtig gekracht: Der berühmte David, hat ihn in einer schwierigen Situation um etwas Unterstützung gebeten. Schließlich hatte David sich auch oft für ihn eingesetzt.

Eine Hand wäscht die andere – so sagt man – aber Nabal liebt nur das Nehmen, nicht das Geben. Und er machte die Freunde des David, die nett gefragt hatten derart zur Sau, dass David der Kragen platzt, und er reitet los, mit dem Messer in der Tasche. Letztlich verhindet Nabals Frau Mord und Totschlag, mit unglaublichen Mengen von Kuchen und Wein stellt sie den Frieden wieder her.
Und doch gehts für den geizigen Nabal nicht gut aus: Als seine Frau ihm später von allem erzählte, traf ihn buchstäblich der Schlag. Aus die Maus! So hatte er dann auch nichts mehr von seinem Reichtum, das er so verbissen verteidigt hatte.
Machen Sie es besser! Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

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Radioandachten im April auf Charivari 98,6

Kleopas

Kleopas ist einer meiner Lieblingsjünger in der Bibel. Es wird nur an einer Stelle von ihm erzählt – und zwar am Ostertag: Da wandert er mit einem anderen Jünger von Jerusalem  zum Dörfchen Emmaus. Sie sind immer noch entsetzt von der Kreuzigung Jesu. Und dass da einige erzählen, Jesus wäre auferstanden, das will ihm schon gar nicht in den Kopf.

Bis den beiden ein Wanderer begegnet, der ihren trögen Gedanken auf die Sprünge hilft und sie allmählich verstehen: Dass Jesus gestorben ist, bedeutet ja nicht, dass er gescheitert ist. Und irgendwie leuchtet ihnen dann auch ein, dass Gott ihn von den Toten auferweckt – als Zeichen, dass dieser Jesus tatsächlich von ihm gesandt ist.

Auf dem Weg denken Kleopas und sein Freund genau darüber nach … und dann fällt irgendwann der Groschen … und alles erscheint für sie in einem neuen Licht.  

Deshalb ist mir Kleopas so sympathisch! Er stellt offen seine Fragen, und hört genau hin, wenn jemand versucht ihm etwas zu erklären. Für mich ist er ein geheimer Held der Ostergeschichte:

Weil sich nicht selber für schlau gehalten hat und zuhören konnte – hat er Dinge verstanden, an denen manche heute noch knabbern.

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Radioandachten im März 2020 auf Charivari 98,6

Mit-Fühlen

Langsam drückt Fiona mit der Spitze des Brieföffners immer stärker auf ihren Handrücken. Die Haut bildet eine tiefe Delle – dann erhöht sie den Druck, die Spitze bohrt tiefer in die Haut der Schmerz wird immer stärker … unbewusst beißt sie sich auf die Lippe
Na! Hat es bei ihnen auch schon wehgetan, allein beim Zuhören. Keine Sorge, sie können wieder entspannen – ich wollte bloß mal ausprobieren, ob es ihnen auch so geht. Denn wir Menschen haben die Fähigkeit, selber Schmerz zu mit-zu-empfinden, den wir bei anderen sehen.

Komisch, dass wir das können – was hat sich da unser Schöpfer bloß dabei gedacht? Wahrscheinlich wollte er, dass wir mit-fühlende Wesen sind, die das Leid der Anderen nachempfinden können. Ich denke, wir sollten dieses Talent auch nutzen. Mitfühlen, uns in den anderen einfühlen und dann einander beistehen, wenn es jemanden schlecht geht.Nur mit der Schulter zucken und weitergehen – dafür sind wir Menschen eigentlich nicht gemacht.

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Radioandachten auf Charivari 98,6 im Februar 2020

Verlorene Kaffeebohne

Wer hat denn eigentlich diese Kaffeebohnen-Verpackungen erfunden?
Egal, von welchem Hersteller sie sind: Ich schaffe es nie auf Anhieb, alle Bohnen herauszuschütteln. Immer bleibt irgendwo eine hängen. Wenn ich die vermeintlich leere Tüte schüttle, höre ich das verlorene Böhnchen klappern … irgendwo in einer Falte der Packung muss sie ja sein! Aber das blöde Ding will da einfach nicht raus!
Klar, ich könnte jetzt die Tüte auch mit der Bohne in den gelben Sack werfen … die eine Bohne … aber ich bringe es nicht übers Herz. Da wächst sie ein Leben lang am Kaffeestrauch, wird geerntet, reist um die halbe Welt nach Deutschland, wird geröstet … dann kann ich sie doch nicht so einfach  wegschmeißen!
Also hole ich eine Schere, schneide die Tüte großzügig auf und … irgendwann finde ich sie, und das Böhnchen wandert  in meine Kaffeemaschine.
Ein bisschen hat mich das an die Geschichte vom guten Hirten erinnert: Da lässt der Hirte seine ganze Herde erst mal allein, um das eine verlorene Schaf zu finden. Der einzelne zählt! Wir sollten keinen verloren geben, keiner sollte sich abgehängt und zurückgelassen fühlen. Der Blick auf den einzelnen – das macht uns zu Menschen.

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Radioandachten im Januar 2020 auf Charivari 98,6

Freiheit für die Füße

Manchmal könnte ich wahnsinnig werden … wenn ich irgendwo rumsitzen muss, und meine Beine fangen langsam zu kribbeln an. Erst ein bisschen, und dann immer schlimmer. Die wollen laufen – aber ich muss hier herumsitzen.
Wenn ich die wegschrauben könnte … ihnen sagen: Geht schon mal raus, ich komme später hinterher …

Aber das geht ja dummerweise nicht. Meine Füße wissen anscheinend besser als ich, was ich manchmal brauche:
Einfach mal weg!
Raus aus dem, was mich festhält.
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ heißt in einem Psalm der Bibel.
Ja, das wünsche ich mir öfter: Spielraum für meine Füße – und für meine Gedanken. Auslauf … eigene Wege gehen können, statt vorgezeichneter Pfade.
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ –  das wünsche ich mir. Hmmm  aber vielleicht stehen sie da ja schon … auf dem weiten Raum … aber ich traue mich bloß nicht, auch mal weite Schritte zu gehen.
Tja, ich müsste es eigentlich nur mal versuchen.

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