Radioandachten im Oktober 2020 auf Charivari 98,6

Brotvermehrung

Guten Morgen. Sie kennen sicher die Geschichte, wo Jesus mit einer Handvoll Broten und Fischen  ein paar tausend Menschen satt gemacht hat. Wie hat er das nur hinbekommen? So ganz genau kann ich ihnen das nicht sagen – aber ich habe da etwas entdeckt:

Erstens: Er hat keine Panik geschoben! Hilfe, das schaffen wir ja nie, das sind viel zuviel Leute! Da fehlt es ja an allen Ecken und Enden  – wir haben keine Chance!!!
Zweitens: Er hat zuallererst seine Jünger gefragt: Was haben wir denn da? Ok … Fünf brote, zwei Fische … immerhin, fangen wir mal an, das zu verteilen … Ist schon verrückt! Oder? Am Ende war sogar noch was übrig.

Klar, ich bin kein Jesus. Aber eines kann ich von ihm lernen: Nicht jammen über das, was mir alles fehlt. Sondern mit dem zu beginnen, was ich habe – und mich dann überraschen lassen, wenn ich wundersamerweise  damit viel weiter komme, als ich es je gedacht hätte.

Dachboden-Geraffel

Guten Morgen. Oh Mann was sind denn das für alte Schachteln? Im dunklen Licht meines Dachbodens  schaue ich mir die beiden Umzug-Kartons etwas genauer an. Hmm … Arbeitszimmer steht da drauf … das hilft mir nicht weiter … ich mache sie auf: Ah nee, altes Zeug von vor 20 Jahren!

Das hat schon zwei Umzüge überstanden – Von Dachboden zu Dachboden zu Dachboden! Was man so alles durch sein Leben schleppt, obwohl man es eigentich schon längst nicht mehr braucht. Da könnte – nein das müsste alles mal weg. Eigentlich hätte ich das schon entsorgen können, bevor ich es auf dem Dachboden end-lagere.

Ach, und der größte Teil hätte mir auch nicht gefehlt, wenn ich ihn nie gekauft hätte. Es ist schon verrückt, was ich über die Jahre am Sachen kaufe, die eigentlich überflüssig sind.

Aber das sagt sich so leicht … und wenns drauf ankommt, spüre ich halt doch wieder den Reiz von den vielen Dinge, die mich im Laden anlachen und rufen: Gell, ich gefalle dir – nimm mich mit – du wird es nicht bereuen. Und gerade das letzte Versprechen können sie dann doch nicht halten.

Wer andern ein Grube …

Guten Morgen. Wer andern ein Grube gräbt … ja, ich weiß, sie kennen das Sprichwort … fällt selbst hinein.

Hat man ja schon tausendmal gehört. Hängt einem schon irgendwie zum Hals raus … naja, klingt halt so oberlehrerhaft, so mega-moralisch. Das wundert einen, dass sich der Satz so über die Jahrhunderte gehalten hat.

Wer andern ein Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Da klingt ja nicht mal originell. Und sprachlich ist es auch keine Offenbarung. Da hätte man sich schon ein bisschen mehr reinhängen können .. damals … achso, da fällt mir ein, das steht ja sogar in der Bibel. Im Buch “Sprüche Salomos” – dann wären das ja schon annähernd 3000 Jahre!

Wer andern ein Grube gräbt, fällt selbst hinein.  Das würde perfekt auf so ein geklöppeltes Deckchen in einer Bauernstube im Freilandmuseum Bad Windsheim passen. Da solls hin! Ans Ende der Welt.

Das wäre die Lösung! Wer andern ein Grube gräbt  … aber ich befürchte: Ich werde den Spruch doch nicht los. Einfach, weil sich diese schlichte Warnung immer wieder bewahrheitet.

Bummerang

Manchmal sind Sorgen wie ein Bummerang. So oft ich auch versuche, sie los zu werden, sie verscheuche, mich ablenke … es dauert nicht lange, und sie sind wieder da. Und wenn sie mit viel Schwung zurückgesaust kommen, muss ich aufpassen, dass sie mich nicht schlimmer treffen als vorher.
Eben, wie so ein australischer Bummerang.

Und dann steht da in der Bibel: “All eure Sorgen werft auf Gott, denn er sorgt für euch”. Wenn ich meine Sorgen auf Gott werfe, dann sage ich ihm in meinem Gedanken:  Gott kümmere du dich jetzt drum, ich will diese blöden Sorgen loshaben!

Manchmal sind sie dann trotzdem wie in Bummerang und nach einiger Zeit kommen sie wieder. Aber immerhin hatte ich bis dahin etwas Ruhe um mal wieder innerlich Luft zu holen.
Das ist doch auch schon mal was.

Gott sei Dank, geschiehts aber auch immer wieder Mal, dass dieser Sorgenbummerang nicht zurückkehrt. Dass sich Probleme lösen und Sorgen erledigen.
Dann sage ich Danke, lieber Gott. Und weiß: Wenns mal wieder Sorgen gibt, werde ich wieder versuchen, bei ihm meine Sorgen loszuwerden.

Täter des Wortes

Über der Ausgangstüre der Kirche in meinem Heimatort steht in großen Buchstaben. “Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein.”

Das hat mich schon als als Konfirmand beeindruckt: Das, was du in der Kirche hörst, soll draußen in die Tat umgesetzt werden. Denn wenn du nur den Pfarrer von Nächstenliebe, Vergebungsbereitschaft und Zuversicht reden hörst, aber vor der Kirchentüre nichts draus machst, dann ist das alles irgendwie umsonst.

Und weil ja so viele immer sagen “Die Kirche müsste dies und das….”. Meine Heimatkirchle mit diesem Satz sagt mir: Ihr alle, die ihr da raus geht, seid “die Kirche”! 

Wenn ihr von der Kirche was erwartet, dann müsst ihr selber die Ärmel hoch krempeln: Wie es da oben eben hingepinselt ist: “Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein.”

Welttag des Brotes (16. Oktober)

Heute ist der Welttag des Brotes.  Unglaublich, was es da alles gibt!

Weißbrot, Graubrot, Schwarzbrot. Dinkel, Roggen, Weinzenbrot. Bierkruste, Feigen-Walnuss-Stange, Bauernlaib. Soviel Auswahl und doch einfach Brot.

Als Jesus einmal gesagt hat: “Ich bin das Brot der Welt” – ob er sich vorstellen konnte, dass es irgendwann einmal so viele verschiedene Sorten geben könnte?

Naja, die Menschen, die als Christen an ihn glauben sind ja noch viel unterschiedlicher und vielfältiger, als all diese Brotsorten. Da gibs auf unserem Planeten ja wirklich alles. Und doch geht es im Grunde in aller Unterschiedlichkeit und das Selbe! Das gleiche “Brot des Lebens”: Nämlich Glaube, Hoffnung, Liebe – das Vertrauen auf einen himmlischen Vater, der auf unserer Seite ist, egal, was da kommen mag.

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