Radioandachten im Februar 2019 auf Charivari 98,6

Die Bitch hat Schlampe gesagt.

In der Pause gibt’s grade Zoff im Keller meiner Schule. Zwei 14-jährige Mädchen haben sich in die Wolle gekriegt. Sie gehen sich buchstäblich an die Gurgel. Als die beiden Streithennen endlich getrennt sind, platzt es aus einer heraus. „Ey, die Bitch hat Schlampe zu mir gesagt.“

Oh man – es gibt Tage, da fragt man sich wirklich, was die Kinder in der Schule lernen. Irgendwie hat die kleine Furie doch glatt übersehen, dass sie ihre Kontrahentin mit dem genau gleichen Schimpfwort bedacht hat … halt auf Englisch.

„Ey, die Bitch hat Schlampe zu mir gesagt.“ Falls Sie sich grade auch über diesen Satz aufregen: Vorsicht! Wir Erwachsene machen das gelegentlich genauso – nur sind unsere Methoden etwas eleganter. Wir wissen,wie man mit Stil den anderen wissen lässt, dass man ihn für einen unfähigen Idioten hält. Ganz ohne unfeine Worte kriegen wir das hin. Aber das macht es nicht besser. Mein abschätziger Blick legt die Saat für eine langanhaltende Feindschaft. Vor allem brauche ich nicht erwarten, dass er mir Respekt entgegen bringt.

Jesus hat gesagt: Alles, was du von anderen erwartest, musst du ihnen auch geben. Wenn du vom Anderen geachtet werden willst, muss du ihn auch Achtung engegen bringen.

Eigentlich total einfach – und zugleich ungeheuer schwer.
Aber da  gibt’s keine Alternative – denn sonst bin ich auch nicht klüger als die beiden Mädels im Schulkeller.

Schöne Beerdigung

Letzte Woche hatte ich als Pfarrer eine außergewöhnliche Beerdigung: Denn von der Kirche zum Friedhof hat uns beim Trauerzug ein Dudelsackspieler begleitet.

Higland Cathedral vom Dudelsack beim Marsch dem Dorfhügel hoch zu Friedhof – Neben mir der Kreuzräger, hinter uns der Mann im Schottenrock, dann die Familie mit der Urne des Verstorbenen – diese Musik – boah –  Gänsehaut mitten im fränkischen Steigerwald. Das hat mich schon berührt. Ich fand das richtig schön.

Darf eine Beerdigung schön sein? Ich finde: Ja!
Schön ist es, wenn wir dankbar von einem Menschen Abschied nehmen können. Froh über die Jahre, die man mit demjenigen erlebt hat – auch wenn man ihn lieber länger bei sich gehabt hätte.

Schön finde ich eine Beerdigung auch, wenn wir neben der Traurigkeit in unseren Herzen auch Platz fürs Aufatmen lassen. Wenn  man loslassen kann, und gewiss ist  dass mit dem Sterben nicht alles aus ist. Sondern dass da noch etwas kommt, weil Gott größer ist als der Tod.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Manna laktosefrei

Die Lehrerin erzählt in der fünften Klasse die Geschichte vom Volk Israel in der Wüste. Davon, dass sie gehungert haben, aber dann die Wachteln geflogen kamen, und Manna am Boden lag. Als sie beschreibt, dass dieses Manna nach Milchbrötchen schmeckte, geht bei Luisa sofort der Finger hoch:
Frau Simon, wenn das wie Milchbrötchen war, ist das denn auch laktosefrei gewesen?

Nunja, es steht in der Bibel nicht so arg viel über dieses Manna. Auch nicht darüber, ob es jedem geschmeckt hat oder jemand davon Bauchweh bekam..

Unser Manna heutzutage heißt Multikorn-Semmel, Tofu-Bratling, Schweinshaxe oder Thunfischsalat.
Da ist auch nicht alles nach jedermanns Geschmack und bei einigen frage ich mich, ob das Lebensmittel wirklich so ideal ist – wenn man auf die Auswirkung auf die Gesundheit oder auf die Umstände der Herstellung schaut. – Perfekt ist nichts.

Da denke ich an das alte Tischgebet aus Kindertagen. „Komm Herr Jesus, sei du unser Gast, und segne , was du uns bescheret hast“.
Segne, was wir essen –  dass es uns uns unserer Welt gut tut.

Das ist nicht nur ein frommer Wunsch, das ist auch eine Ermahnung, selbst genauer drauf zu schauen, was ich da auf meinen Teller lade.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Codes Sinaiticus (7. Februar)

Guten Morgen

Heute vor 160 Jahren machte der Forscher Konstantin von Tischendorf eine Entdeckung, die ihm den Atmen stocken ließ: In einem Kloster auf der Halbinsel Sinai fand er 347 Pergamentblätter. Steinalt waren sie, wohl aus dem vierten Jahrhundert – und auf ihnen stand der Text der Bibel. Eine Sensation, dass eine so frühe Handschrift der Bibel eineinhalbtausend Jahre überstanden hat.

Bis heute ist dieser Fund von enormer Bedeutung – mit ihm konnten Forscher untersuchen, wie sehr sich der Bibeltext durch die Jahrhunderte hindurch verändert hatte.

Eine Sensation für die einen – für die Anderen aber auch eine Enttäuschung. Denn man erkannte, dass sich der Text der Bibel so gut wie nicht verändert hat. Kleinigkeiten sind zu finden; aber keine andere Bibel. Die Verschwörungstheoretiker, die meinten irgenwann hätte die Kirche alles nach ihren Wünschen umgeschrieben, konnten einpacken.

Und ich bin einfach faziniert, dass die Mönche, die über Jahrhunderte immer wieder die Bibel abgeschrieben und so kopiert haben, einen richtig guten Job gemacht haben.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Theorie und Praxis

Guten Morgen.

Wie halten Sie es eigentlich mit Pronomen? Verwenden Sie die häufig? Haben sie vielleicht Lieblings-Pronomen oder versuchen Sie weitgehend ohne selbige auszukommen? Das wäre eigentlich schade, schließlich bieten Pronomen so schöne Möglichkeiten für den eigenen Satzbau.

Gell, Sie verstehen jetzt nicht so richtig worüber ich gerade rede. Außer Sie sind Deutschlehrer – denn die kennen sich mit Pronomen bestens aus. Aber normalen Menschen ist es eher egal.  Sie sprechen einfach, ohne das genau zu wissen, ob sie gerade ein Personalpronomen oder Indefinitpronomen verwenden. Sie gebrauchen sie einfach, und es funktioniert. Wir verstehen, das, was wir sagen. Ganz ohne große Theorie.

Ich überlege mir ob es mit dem Glauben genauso ist. Man kann über Glauben und Gott gescheit philosophisch daherreden. So schlau und gelehrt, dass es am Ende keiner mehr wirklich versteht. Oder man geht einfach seinen Lebensweg mit Vertrauen zu diesem unsichtbaren Gott. Mit Zuversicht und der Hoffnung, dass dieser Gott dabei ist. – Und es gelingt!

Vielleicht hat Jesus darum einst gesagt, dass wir im Glauben viel von den Kindern lernen können. Weil sie es einfach ausprobieren, und erleben, wie schön es ist, einen Vater in Himmel zu haben.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Einfach genau anders

Schocke deine Eltern! Lies ein Buch!

Diesen Satz habe ich in der Fußgängerzone vor einem Bücherladen gesehen. – und ich liebe ihn. Weil da so viel Wahrheit drinsteckt. Dinge einfach mal anders machen, als die Leute es von dir erwarten.

Da liegt so viel Freiheit drin: Im „überraschend anders sein“.
Frei – weil keiner sagen kann: Ich habs schon geahnt, dass du genau so reagierst.
Frei – weil ich mich ja auch selber kenne, und genau weiß, welche ausgetretenen Pfade ich gerne immer wieder gehe.

Handle anders, als man es von dir erwartet hätte – das hat Jesus auch seinen Jüngern aufgetragen:

Wenn dich einer schlägt, dann fange keine Prügelei an, sondern halte die andere Wange hin.

Wo einer dich verflucht, da sage ihm gute Wünsche des Segens.

Wenn einer dich bittet eine Meile mit ihm zu gehen, da ziere dich nicht wie üblich, sondern gehe gleich zwei mit ihm.

Einfach genau anders – gönne dir das und gönne es deinen Mitmenschen. Es könnte beiden Seiten gut tun.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Predigt: To-Do-Liste, Glückskeks oder Schneekugellandschaft (Römer 12, 9-16) 20. Januar 2019

Röm 12, 9-16

Einundzwanzig Ermahnungen hat Paulus hier aufgereiht. Soll das seine To-Do-Liste für die christliche Gemeinde sein? Oder eine Sammlung der Weisheiten für christliche Glückskekse? Und wie wäre es, wenn das alles nur ein kleiner Ausschnitt aus tausenden verschieden geformter Schneeflocken der Nächstenliebe ist?

Predigttext: Römer 12, 9-16
9 Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an.
10 Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
11 Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist.
Dient dem Herrn.
12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
13 Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft.
14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und verflucht sie nicht.
15 Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden.
16 Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug.

Die To-Do-Liste

Liebe Gemeinde
das ist vielleicht eine Liste …. 21 Forderungen reiht Paulus da aneinander. 21 Stück. Kurz, knackig im Imperativ. – Oder soll ich sagen „Befehlston?”
So kommt es mir jedenfalls vor.
Eine fromme To-Do Liste für die christliche Gemeinde.
„Das alles sind deine Aufgaben, die sollst du jetzt bitte schön einmal abarbeiten. Eines nach dem Andern …. ok, wenn du willst auch von unten nach oben…. Hauptsache, am Schluss ist alles erledigt.”

Gottes ToDo-Liste … wir Menschen sind ja sehr unterschiedlich, aber ich finde grundsätzlich so eine Aufgabenliste schon reizvoll. Ich mag es, wenn Dinge mir klar strukturiert präsentiert werden. Wenn man nicht im Nebel stochert, was Gott denn eigentlich von mir will, sondern man eine klare Ansage hat.

Aber wenn ich sehe, was da alles zu schaffen ist … dann habe ich die Nase schon voll, bevor ich damit angefangen habe. Denn da ist ja eine Herausforderung größer als die andere.

Freut auch mit den Fröhlichen … ja, das ist ja wirklich kein Problem.
Weint mit den Weinenden … das macht zwar nicht direkt Spaß, aber das bekomme ich auch ganz gut hin, mitzutrauern und Verständnis für den Kummer des Anderen aufzubringen.
Aber Segnet, die euch verfolgen … das schreibt sich da so leicht hin – aber das ist eine Aufgabe, an der ich vielleicht mein Leben lang knabbere: Die Liebe Gottes immer wieder zu denen hinzutragen, die mir blöd kommen, die schlecht hinter meinen Rücken reden, die mir das Leben schwer machen. Da komme ich schon an sehr menschliche Grenzen.
Diese 21 Punkte der To-Do-Liste haben das Potential, mich wirklich am mir selber verzweifeln zu lassen. Weil ich es einfach nicht schaffe, das irgendwann als „erledigt” abzuhaken.

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Radioandachten im Januar 2019 auf Charivari 98,4

Wenn keiner widerspricht

Der erste Satz des seltsamen Kunden an der Kasse ließ schon Böses ahnen: Ach, verkauft ihr Laden jetzt auch schon so einem Mist? Dabei zeigte er auf ein Produkt, das sein Vordermann auf das Kassenband gelegt hatte.

Die Verkäuferin blickt ihn fragend an. Für ihn das Signal, erst richtig loszulegen: Wissen sie nicht, wie ungesund das ist? Und das ist eine Sauerei, dass man das überhaupt verkaufen darf und überhaupt: Ich kenne mich da nämlich aus….

Immer mehr steigert er sich hinein und belehrt alle Umstehenden mit seiner Weisheit, und weil er schon so schön in Schwung ist, wechselt er zur Bildungspolitik und stellt fest, dass Schüler und Lehrer auch immer dümmer werden.

Ich überlege mir, was er wohl selber nachher über seinen Auftritt gedacht haben mag? War er vielleicht sogar stolz auf sich – dass er schlauer ist als alle anderen? Schließlich hat ja auch keiner gewagt zu widersprechen. – Ich weiß es nicht.

Was ich aber weiß: Ich will in Zukunft noch vorsichtiger sein, wenn ich anderen meine Meinung sage, und keiner widerspricht: Es könnte sein, dass ich alle überzeugt habe. Aber vielleicht ist es ja auch so, dass sie unmerklich den Kopf schütteln, peinlich berührt schweigen, und denken:   Lass ihn einfach reden – dann ist es am schnellsten vorbei.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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Predigt zur Jahreslosung 2019: Suche den Frieden und Jage ihm nach! (Psalm 34,15) Silvester, 31. Dezember 2018

Friedensjäger

Es ist nicht leicht, mit so einem wirren Jahr wie 2018 seinen inneren Frieden zu machen. Diese Predigt erzählt vom Frieden, der stets ein Prozess ist: Beim Ringen mit den eigenen Erinnerungen und beim Ringen mit seinen Mitmenschen.


Der Blick in die Rumpelkammer von 2018

2018 – ein Jahr wie eine Rumpelkammer! So kommt es mir vor, wenn ich versuche, mir die vergangenen 12 Monate ein bisschen zu vergegenwärtigen.
Da ist so viel … so vollgestopft … da weiß ich gar nicht, wo ich zuerst hinlangen soll … da liegt Schönes und Hässliches kreuz und quer.

Zuerst schaue ich mir in dieser Rumpelkammer die schönen Dinge an. Fröhliche Hochzeiten, Taufen, Festgottesdienste. Ein sehr berührendes Konzert mit Andi Weiß in Wilhelmsdorf, das anspruchsvolle mit Sonat Vox in Brunn. Kirche im Grünen mit allen Bläsern, den Kindergärten und sagenhaftem Wetter. Die Jubiläen von Singverein und Landeskirchlicher Gemeinschaft.

Aber gleich daneben liegen schwere Abschiede. In diesem Jahr auch von etlichen Menschen, die jung verstorben sind. Mancher davon ganz unerwartet. Solche Erinnerungen liegen obenauf, in der Kammer der Erinnerungen, den Betroffenen stechen sie zuallererst ins Auge, wenn sie auf das Jahr 2018 schauen.

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Predigt: Ausgeliefert und auf der Flucht (Matthäus 2, 13-23) 30. Dezember 2018

Matthäus 2, 13-23

Mit der Flucht nach Ägypten teilt Jesus das Schicksal von Millionen Menschen, die ihre einzige Überlebenschance in Verlassen der Heimat sehen.
Der Gottessohn liefert sich den Machtspielen der Menschen aus und erinnert uns später daran: Ich werde euch in den Ausgelieferten begegnen.

Unser Predigttext steht im Matthäusevangelium im 2. Kapitel.
Es spricht davon, was in Bethlehem geschehen ist, nachdem die Weisen aus dem Morgenland in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

(Mt 2, 13-23)
Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen.
14 Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten
15 und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea 11,1): »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«

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Lied-Predigt: 200 Jahre „Stille Nacht“, 24. Dezember 2018

200 Jahre Stille Nacht

Die Predigt betrachtet die Entstehungsgeschichte des Liedes, seine Rolle beim „Weihnachtsfrieden 1914“, und das lachende Jesuskind, das uns manchmal auch auslacht.
Nach den einzelnen Abschnitten werden die Verse des Liedes gesungen, wobei es jedes mal einen Auftrag gibt „wie“ das Lied jetzt mal gesungen werden sollte.

Liebe Gemeinde,

200 Jahre alt ist das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht”.
200 Jahre – von vielen geliebt wie kein Anderes. „Erst wenn das Licht am Ende des Gottesdienstes ausgeht und wir Stille Nacht singen, dann ist es wirklich Weihnachten” – das höre ich immer wieder
Andere Menschen können diesem Lied so gar nichts abgewinnen – zu schlicht, zu kitschig.

Manchmal ist es nicht verkehrt, einen Blick auf die Geschichte eines Liedes zu werfen. Um ein bisschen zu verstehen, was hinter diesen Zeilen steckt.

Denn eigentlich ist der Text noch 2 Jahre älter: Der junge Priester Joseph Mohr hat diese Zeilen 1816 geschrieben.
Gerade 24 Jahre war er da. Ein außergewöhnlicher junger Mann. Aufgewachsen in Salzburg, Sohn einer ledigen Mutter, der Vater war aus der Armee desertiert und verschwunden. Für damalige zeit eine Riesenschande. Als Pate hatte sich niemand anderes gefunden, als der Henker von Salzburg. Schlechter konnte ein Start ins Leben kaum laufen.
Aber Joseph Mohr war ein Junge mit vielen Talenten. Das entdeckte auch der örtliche Domvikar. Der ermöglichte dem kleinen Josef den Besuch des Gymnasiums und das Philosophiestudium. Später entschied Josef sich dazu, Priester zu werden – und nach vier Jahren im Priesterseminar trat er seine erste Stelle als Hilfspriester in Mariapfarr an.

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Radioandachten im Dezember 2018 auf Charivari 98,6

Haus auf dem Sand

Guten Morgen

Das war ja ein Ding, als vor einer Woche die Brücke am Nürnberger Hafen nach dem starken Regen gesperrt war. Haben Sie die Bilder gesehen? Unglaublich, wie schnell das Wasser da Teile der Böschung weggespült hat.

„Wenn du dein Haus auf Sand baust, und das Wasser kommt, dann geht es manchmal ganz schnell, und alles ist weg.“ Das hat Jesus einmal gesagt. Dabei ging es ihm gar nicht um Architektur, sondern darum, wie man sein Leben aufbaut.

Da hat Jesus gemeint: „Wer hört, was ich sage, aber das in seinem Leben nicht umsetzt, der ist so einer, der auf Sand baut. Wenns kritisch wird, kommt da schnell alles ins rutschen.“

Etwas machen, aus dem was Jesus vorgelebt hat. Ein Glaube, der Hand und Füße hat, nicht nur Kopf. Dann steht man sicherer. Perfekt wird es nie sein – aber der Sand  der großen Sprüche, ohne Taten, der ist halt besonders tückisch.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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Predigt: Jesus vor der Türe (Matthäus 21,1-11) Erster Advent und Einführung der neuen Kirchenvorsteher, 2. Dezember 2018

Matthäus 21,1-11

Jesus steht vor der Türe. Was verändert sich, wenn er eintritt? Versaut er unseren sauberen Teppich, oder feiern wir gemeinsam und singen Hosianna? Reinlassen oder rauskomplimentieren, das ist hier die Frage.

Mt 21, 1-11 Jesu Einzug in Jerusalem
1 Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus
2 und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt. Und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir!
3 Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen.
4 Das geschah aber, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9):
5 »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.«
6 Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,
7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf.
8 Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
9 Das Volk aber, das ihm voranging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!
10 Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der?
11 Das Volk aber sprach: Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa.

Jesus ante portas

Jesus steht vor der Türe – am Tor von Jerusalem.
Dann zieht er hinein. Auf einem Esel. Die Menschen jubeln ihm zu, legen Kleider und Zweige auf seinen Weg.

Jesu steht öfter vor der Türe. Allein zwei mal im Laufe des Kirchenjahres: Am Ersten Advent und am Palmsonntag wird diese Begebenheit aus der Bibel vorgelesen. Heute aus dem Matthäusevangelium, im Frühjahr aus den Evangelium des Johannes.

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Überblick: Symbol-Ideen zum Weihnachtsgottesdienst

Predigten mit Symbolen zum mitnehmen

Schön, wenn man was mit nach hause nehmen kann

Mobile Minikrippe

Entdecken Sie mit Ihrer Gemeinde die Heilige Familie in einer Streichholzschachtel. Die heilige Familie in Holzperlenform, ein Strohhalm … und ein kleiner Spiegel!

Lametta

– der stanniolgewordene Inbegriff des Weihnachtskitsches? Ich bin überzeugt: Die feinen Fäden knüpfen sehr elegant ihre Verbindung zu Gottes Herrlichkeit, seiner Vergebung und mancher Last, die wir mit Weihnachten verbinden

Predigten zu „typisch weihnachtlichen“ Dingen

Christbaumkugel

Seit über 170 Jahren gibt es das Ding, in dem sich Weihnachten buchstäblich spiegelt.

Die Krippe

Ein Blick auf unsere christliche Tradition der Weihnachtskrippe.

Weihnachtspyramide

Nicht nur Kinder lassen sich davon faszinieren. Schauen wir auf das „oben“ und „unten“ und bedenken wir, wie das alles von einem unscheinbaren Windhauch bewegt wird.

Predigt: Schöne Gräber – schöne Bilder (Jesaja 65, 17-25) Ewigkeitssonntag, 25. November 2018

Jesaja 65, 17-25

Ich gehe mit Konfirmanden über den Friedhof und wir erahnen, wie unterschiedlich die Menschen ihren Abschied von geliebten Menschen betrachten. Der Tod steht auf der einen Seite – aber auf der anderen Seite leuchten uns frohe Bilder entgegen. Die des Propheten Jesaja und die Hoffnungsbilder in unserem Herzen.

Jes 65, 17-19. 23-25
17 Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.
18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude,
19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.
23 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen.
24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören.
25 Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.

„Schöne” Gräber
Am Freitag sind wir mit unseren Konfirmanden über den Friedhof gegangen.
Haben die Gräber in Wilhelmsdorf angesehen.Haben geschaut, welche Symbole und Worte auf den Grabsteinen zu sehen sind.
Und die Konfirmanden haben viel entdeckt. Worte, die von Hoffnung sprechen. Von Erinnerung. Davon, dass es hinter unserem Horizont immer etwas gibt, was da ist, aber was wir einfach noch nicht sehen können.

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