Anspiel als Verkündigung zur Europameisterschaft 2016: Solange Gott unser Spiel nicht abpfeift, haben wir Hoffnung (26. Juni 2016)

Zueuro16d unserem Gottesdienst im Grünen (auf einem Fußballplatz) greifen zwei Spielszenen unterschiedliche Themen auf: Zum Ersten die Frage, wie wir unsere Kirchen-Mannschaft aufstelln. Zum Zweiten die Hoffnung, die wir als Christen gerade auch in schwierigen Situationen nicht nicht aufgeben wollen.

Besetzung ( Bei uns war es eine Frauen-Fußball-Mannschaft):
Pfarrer
Trainer
Lena: Torhüterin mit verletztem Finger (in Szene 1)
Angie: Schiedsrichterin mit verlorener Brille (in Szene 1)
Selin: Sensibel-ehrgeizige Spielerin (in Szene 2)

euro16aSzene 1: Jeder wird gebraucht – und auf der Ersatzbank ist auch noch Platz
Alle treffen sich, wollen mit den Spielen anfangen.

Trainer: So … schön, dass ihr jetzt auch endlich da seid. Die anderen haben sich schon warmgemacht. Du, Lena gehst wieder ins Tor, dich Angie  brauche ich heute beim Trainigsspiel als Schiedsrichterin.

Lena:  Das kannste vergessen! ich will weiterlesen

Predigt: Andere Länder, andere Sitten – und immer wieder Gottes Fingerabdrücke (Themenpredigt) 17. April 2016

Malanderelaender etwas ganz Anderes: Ich stelle eigentümliche Gebräuche aus fünf Ländern vor, und gehe auf die Spurensuche nach Gottes Fingerabdrücken: Was steht also theologisch dahinter, wenn die Niederländer alle Gäste eines Geburtstagsfeier beglückwünschen? Eine Entdeckunsreise von den Niederlanden nach Japan, über Tansania nach Spanien und Schweden.

Liebe Gemeinde
in der Lesung haben wir vorhin von Paulus gehört, der den Leuten in Athen von Gott erzählt hat, indem er sie auf ihre eigenen Erfahrungen mit der Schöpfung, und mit den Fragen ihres eigenen Daseins gestuppst hat. Sie sollten entdecken, wo in ihrem Leben Gottes Fingerabdrücke zu finden sind:
Damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.  Denn in ihm leben, weben und sind wir“ (Apg 17, 27-28)
Ich habe mir gedacht, wie wäre es, wenn man heute einen Blick auf die Länder unserer Erde wirft, und da einmal ein paar Fingerabdrücke Gottes entdeckt? Und zwar einmal da, wo wir es gar nicht erwarten, nämlich im Alltag, in den manchmal eigentümlichen Sitten und Gebräuchen mancher Völker auf unserem Globus.

Niederlande
Beginnen wir einfach einmal bei den Niederländern. Wenn du da auf einen Geburtstag gehst, dann gratulierst du da nicht nur dem Geburtstagskind zum 40. Geburtstag, sondern auch den Gästen: „Herzlichen Glückwunsch zu deinem Ehemann, zu deinem Bruder, zu deinem wunderbaren Schwager, der heute 40 Jahre alt wird.“ Also man macht da die ganze Runde durch die Geburtstagsgäste und gratuliert ihnen dazu, dass sie diesen Menschen als Freund oder Verwandten haben.
Und Sie ahnen schon: Was zunächst lustig bis verrückt klingt, drückt eigentlich eine ganz besondere Wertschätzung dieses einen Menschen aus. ich will weiterlesen

Predigt: Bin ichs? Die Sache mit dem Verrat (Mk 14, 17-23) 28. März 2013, Gründonnerstag

„Bin ichs?“ fragen die Jünger beim letzen Abendmahl, als Jesus gruendonnerstag13_judasvom verrat spricht. Diese Predigt wirft auch ein Blick in den Film „Der neunte Tag“ von Volker Schlöndorff. Darin diskutiert es Priester mit einem Gestapo-Chef um den Wert des Verrats.

Liebe Gemeinde,
der Verrat des Judas ist ein zentrales Element des Berichts vom letzten Abendmahl Jesu und von seiner Gefangennahme. Und sofort erscheint uns traditionell das Tun des Judas als verwerflich, schließlich ist er damit der Auslöser des Leidens und Sterbens Jesu. Zumindest auf diesen ersten Blick ist es klar, dass der Verrat durch Judas eindeutig zu verurteilen ist. Ich möchte ihnen eine Szene aus dem Film „der neunte Tag” zeigen.
Er spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Hauptperson ist der katholische Priester Henry Kremer. Er hatte im von Deutschland besetzen Luxemburg gegen die Nationalsozialisten Widerstand geleistet und war deshalb ins Konzentrationslager Dachau gekommen.  Nun erhält er 9 Tage „Heimaturlaub” von der dortigen Hölle und einen Auftrag: Er soll den Bischof von Luxemburg dazu bewegen, sich öffentlich auf die Seite der Nationalsozialisten zu stellen und mit diesen zusammenzuarbeiten. Wenn ihm das gelingt, müsste er nicht mehr ins Konzentrationslager zurück.  Auch die Familien seiner Geschwister würden nicht mehr von den Nazis gegängelt. Wenn er es nicht schaffen sollte, dass der Bischof die Nationalsozialisten unterstützt, würde man ihn in ein Lager im Osten schicken. ich will weiterlesen

Predigt: Der Pfarrer geht – Ein Turnschuh, eine Cachedose und ein Kreuz (Symbolpredigt) 24. Juli 2011

   abschied0Predigt zu meiner offiziellen Verabschiedung aus Gollhofen:
“Ein Turnschuh, eine Cachedose und ein Kreuz.”

 

Der Turnschuh

Als erstes ist Ihnen auf der Einladung, sicherlich  der Schuh aufgefallen. Mein aktueller Lauschuh „Mizuno Wave Inspire 4″ grade mal 470 Kilometer auf der Uhr. Dieser Laufschuh steht für Bewegung, für „nicht auf der Stelle stehen”.
Das ist und bleibt für Kirche immer eine Herausforderung.
Wer fast 2000 Jahre als Gemeinschaft existiert,
wer seit 250 Jahren die gleiche Möblierung in der Kirche hat
wer seit 530 Wochen den gleichen Pfarrer auf der Kanzel sieht …
… der steht in der Gefahr alles was ist, den Status quo, für das Richtige und einzig Wahre zu halten und jede Form der Veränderung und Bewegung als Bedrohung anzusehen. ich will weiterlesen

Predigt: Ist es in Ordnung, wenn wir Mais und Weizen in eine Biogasanlage schütten, während anderswo Menschen hungern? (Themenpredigt) 10. Juli 2011

„Ist pfarrersagmales in Ordnung, wenn wir Mais und Weizen in eine Biogasanlage schütten, während anderswo Menschen hungern?” Dieser Frage aus unserer “Pfarrer sag mal…”-Aktion geht diese Predigt nach. (In dieser Aktion haben Gemeindeglieder Predigten zu bestimmten Themen bestellt).

Das Brot in der Mülltonne

Da liegt es: Nicht mal angebissen ist es, das Wurstbrot in der Mülltonne auf dem Pausenhof. Eine Gurkenscheibe spitzt auf der Seite noch heraus, da hat sich jemand richtig Mühe gegeben, es sollte lecker sein, eine kleine Liebesbotschaft von Mama im Schulranzen. Aber jetzt liegt es in der Tonne, neben einem halbgegessenen Apfel und einem leeren Tetrapack mit Eistee.
So ein Blick in dem Mülleimer tut weh. Lebensmittel schmeißt man nicht einfach weg, das habe ich als Kind daheim gelernt, und das hat sich in mein Bewusstsein eingenistet. Bis heute. Und wenn wir dann doch ein altes Joghurt wegtun, oder auf der Jugendfreizeit das zuviel Gekochte auf den Kompost entsorgen, dann verfolgt uns das schlechte Gewissen.
Warum eigentlich? ich will weiterlesen

Predigt: Engel, gibts die wirklich? (Themenpredigt) 24. April 2011

Zurengel Reihe “Pfarrer sag mal”, in der mir Gemeindeglieder ihre Fragen in Klartext gestellt haben: Predigt mit biblischem Blick rund um Engel und 4 Thesen

Liebe Gemeinde,
die Frauen, die am Ostermorgen zum Grab Jesu kamen, fanden Jesus nicht, das Grab war leer. Sie standen da, ratlos, ohne Erklärung in der feuchtkühlen Grabeshöhle, und genauso wie die Kälte an ihnen hochkroch, breitete sich so langsam Entsetzen aus: Was ist hier passiert?

Der Evangelist Lukas erzählt von zwei Männern, die auftauchten. Sie brachten die Lösung: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.” Damit wird für die beiden klar, was geschehen ist. Und mit der unglaublichen Nachricht der Auferstehung laufen sie zurück zu den Aposteln. Die beiden Männer in ihren leuchtenden Gewändern lassen sie zurück. ich will weiterlesen

Predigt: Wo ist der liebe Gott geblieben? Warum lässt er Leid zu? (Themenpredigt) 20. März 2011

Nleidenicht nur nach dem Erdbeben in Japan stell sich die Frage: Warum lässt Gott Leid und Katastrophen zu? Diese Predigt wirft einen Blick auf mögliche und unmögliche Antworten

Liebe Gemeinde,

„Was ist Gottes Wille?”, so beginnt einer der Frage-Zettel aus unserer Themenbox zum Aktion „Pfarrer sag mal”:
„Ist es Gottes Wille, wenn ein Kind an Krebs stirbt oder unverschuldet an einem Unfall? Wenn durch ein Erdbeben Tausende von Menschen sterben. Wenn einer Frau der ersehnte Kinderwunsch unerfüllt bleibt, während andere Mütter ihre Kinder umbringen oder einfach wegwerfen. Kann das Gottes Wille sein?”

Leid: Unser emotional-kognitives Dilemma

Soweit die Frage. Und auf den ersten Blick ist die Antwort ja recht einfach: Ich kann es mir nicht vorstellen, dass so etwas von Gott gewollt ist, dass Menschen ins Unglück stürzen. Denn solche Katastrophen stürzen Menschen ins Unglück: Beim Tod eines Kindes betrifft es vor allem diese eine Familie, für die die Pforten zu Hölle auf Erden aufgehen. Bei so einem Desaster wie in Japan ist das die gleiche persönliche Tragödie, aber eben in tausendfacher Vervielfältigung.

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Predigt: Die enge Pforte und der breite Weg (Matthäus 7,13-14, Bild-Predigt) 27. Februar 2011

Jzwei_wegeesus sagt: “Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt”. Da klingt nach einer kniffligen Predigt.

Liebe Gemeinde,
bei der Aktion „Pfarrer sag mal” landete auch die ein oder andere Bibelstelle in der Kiste. Warum auch nicht? Mit biblischen Texten kann man durchaus seine Schwierigkeiten haben. Noch dazu, wenn sie nie als Predigthema auftauchen.
Der Vers, um den es geht, ist offiziell das Evangelium zum Konfirmationsfest. Also müssten wir es einmal im Jahr in der Lesung hören und alle 6 Jahre würde drüber gepredigt. Aber am Konfirmationsfest gehen die Uhren eben anders, darum ist Mt 7,13 eher sehr sehr selten auf der Kanzel zu hören.

Zum Beispiel heute:  Matthäus 7,13-14 Jesus spricht in der Bergpredigt: 13 Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. 14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden! ich will weiterlesen

Predigt: Das „Richtig oder Falsch-Spiel”: Dürfen schwule Pfarrer ist Pfarrhaus? 20. Februar 2011

Bei pfarrersagmalder Aktion „Pfarrer sag mal“, bei der Gemeindeglieder Themen für die Predigt wünschten, kam als erste Frage: „Dürfen schwule Pfarrer ist Pfarrhaus?“

Liebe Gemeinde,
sie haben mich wirklich überrascht. Das, was in dieser „Pfarrer, sag mal”-Kiste lag war alles andere als läppisch. Nehmen wir den aktuell größten Aufreger innerhalb der evangelischen Kirche: Die homosexuellen Pfarrer oder lesbischen Pfarrerinnen, die im Pfarrhaus mit ihrem Lebenspartner  zusammenleben möchten. Unsere Kirchenleitung hat beschlossen, dass das möglich ist, wenn Kirchenvorstand, Dekan, Regionalbischof und Landeskirchenrat zustimmen. Nun wird seitdem darüber diskutiert. Auch gestern auf der Dekanatssynode in Uffenheim wars ein Thema. ich will weiterlesen

Predigt: Baustelle Gemeinde (Themenpredigt zum Sommerfest) 20. Juni 2010

„Mitbaustelle2010 unsern Plänen und Ideen bauen wir die Welt
in der wir miteinander leben, wie es Gott gefällt.
Alle sind am Bau beteiligt, heute, jeden Tag,
komm bau mit an unsrer Welt, wie in dieser Stadt.”

Es wird gebaut in Gollhofen

Liebe Gemeinde,
eine Baustelle gibts bei uns im Dorf eigentlich immer irgendwo. Es wird gebaggert, gebuddelt, eingerüstet, abgerisen, aufgerissen … das volle Programm. Nicht bloß jeder für sich, auch auf der Ebene der Dorfgemeinschaft wurde gebaut und wird gebaut:
Die Kinderkrippe ist im Herbst entstanden, zuvor wurde das Gemeindehaus renoviert, im Friedhof die Urnenanlage angelegt, das neue Baugebiet wird ausgewiesen, ein neuer Spielplatz hier am Sportplatz ist ihn Planung. Einige potentiell leerstehende Häuser haben wieder Bewohner gefunden.  Im Industriegebiet geht auch immer irgendwas.
Das hat schon seinen Charme, die Bewegung, die in Gollhofen drinsteckt. Dass wir hier keinen Stillstand haben, sondern immer ein bisserl was geht.
Denn wo sich nichts tut, da droht Verfall. Denn Nichtstun – das kann man an Häusern genauso erleben wie am eigenen Körper, an einer Gemeinschaft oder einer Beziehung – Nichtstun führt dazu, dass der Zahn der Zeit unweigerlich anfängt zu knabbern. Verschleißerscheinungen, Abnutzung – aber auch Gewöhnung und Abstumpfen – das alles droht, wenn sich nichts tut. ich will weiterlesen