Video-Andacht: Himmelfahrt

Wir dürfen wieder Gottesdienste feiern. Aber aus vielen Ecken wird der Wunsch geäußert, dass wir die begonnenen Videoandachten weiterführen.
Nicht einfach, wenn man bedenkt, dass vom leeren Blatt über Aufnahme und Schnitt bis zum fertig über digitale und analoge Wege verbreiteten Video ein ganzer Arbeitstag dafür benötigt wird.
Aber vielleicht geht es ja parallel zu den anlaufenden Gottesdiensten auch etwas kleiner? Hier mal ein Versuch: Gestraffte Predigt, kein Drumherum – mal sehen, wie es ankommt.
Dummerweise hat die Idee, mit dem Lied von Revolverheld zu arbeiten, dann doch beim Schnitt und digitalem Rechte-Handling etwas Mehraufwand gekostet…

Predigt: Himmelfahrt – Beziehung auf Distanz (Joh 17 und Lied „Liebe auf Distanz“ von Revolverheld) 21. Mai 2020

In dieser Predigt verschmelzen drei Themen miteinander: Die Wehmut der Jünger nach Jesu Himmelfahrt, unsere Sehnsucht nach menschlicher Nähe in der Corona-Situation und die Problematik von Fernbeziehungen aus dem Lied „Liebe auf Distanz“ von Revolverheld.

Abschied für …. wielange?

Himmelfahrt ist kein Fest.
Himmelfahrt ist keine Bier-Wallfahrt.
Himmelfahrt ist eher eine Katastrophe. Jedenfalls für Jesu Jünger.

Da haben Sie den Alptraum von Verhaftung Jesu und seiner Kreuzigung durchgemacht. Sind am Ostermorgen aus allen Wolken gefallen, als die Frauen sagten: “Das Grab ist leer, er ist auferstanden!”
So langsam haben sie wieder Boden unter den Füßen bekommen. Irgendwie entstand das Gefühl: Es wird wieder gut! Auch wenn wohl nicht alles wieder wie zuvor war. Zumindest ist unsere Bibel recht wortkarg, wenn es um die Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt geht.

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Predigt: Der Tag der letzten Mohikaner? (Johannes 17) Himelfahrt 2001, 24. Mai 2001

Liebe Gemeinde,

Himmelfahrt feiern wir heute. Himmelfahrt, irgendwie das Fest derer, die übriggeblieben sind.

Übriggeblieben sind die Jünger: Eine lange Zeit waren sie mit Jesus unterwegs, hatten ihn erlebt, hatten viel von ihm erfahren, und hatten sich auf ihn verlassen. Jetzt ist Jesus zurückgekehrt zu seinem Vater, zu Gott. Und sie sind die Übriggebliebenen; die jetzt erstmal nicht wissen, wie es weitergehen könnte – ohne ihren Lehrer.

Übriggeblieben sind auch wir. Die Christen, die diesen Tag als biblischen Feiertag verstehen und begehen und noch nicht ganz selbstverständlich vom „Vatertag“ reden. Vielen Leuten ist eben der Glaube ziemlich egal. Am Tagen wie heute wirds mal wieder deutlich – aber an sich ist das ein grundlegendes Problem.  An Tagen wie diesem könnte man sich wirklich fühlen wie der letzte christliche Mohikaner auf dem sinkenden Kirchenschiff.
Da passt es ja noch ganz gut, dass die Fränkische Landeszeitung gestern vom Besuch des Philosophen Schnädelbach an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau berichtet hat. Der Mann behauptet mit Überzeugung, dass das Christentum von Beginn an eine Handvoll Fehlentscheidungen gefällt hat – zum Beispiel dass wir Mission treiben oder dass wir uns als Sünder vor Gott verstehen – und diese Fehler werden dazu führen, dass das Christentum aussterben wird. ich will weiterlesen