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Halteverbot
Halteverbot - dieses Verkehrsschild finde ich furchtbar. In Augsburg bin ich da mal schier wahnsinnig geworden: Ich kenne mich dort nicht aus, hatte sogar einen Stadtplan dabei. - Aber der hat mir nichts geholfen:
Ich konnte nirgends halten, um im Plan nachzusehen: Überall Halteverbot - Nirgendwo auch nur eine Nische zum Anhalten und sich zurechtfinden. Ich habe ewig gesucht und mich gescheit verfranst!
Das dumme: Manchml gehts mir auch ohne Auto so: Ich hetze von A nach B, ohne anzuhalten, ohne nachzusehen, ob denn die Richtung noch passt. Und dann wundere ich mich wenn ich wo ganz anders rauskome, als ich
erhofft habe. Eigentlich bin ich selber schuld. Es wäre oft so einfach, mir eine kurze Pause zu gönnen und mal zu sehen: „Wo steh ich grade und wo will ich hin?“
Vom Autofahren weiß ich: Die Zeit, die ich dafür brauche, um kurz mal innezuhalten und mich zu orientieren - die hat sich schon immer ausgezahlt, weil ich mir auf der anschließenden Strecke einige böse
Abbiege-Fehler erspart habe.
Einbahnstraße
Ich bin überzeugt: Der Erfinder der Einbahnstraße war ein Fußgänger. Der wollte uns Autofahrer doch nur ärgern. Gerade in fremden Städten hat das ja schon was von Abenteuer - Wenn man ins Zentrum nur durch das
Befahren einer Einbahnstraße kommt.
Da kribbelts in mir und ich frage mich: Bist du dir sicher, dass du da mit deinem Auto wieder rauskommst? Oder gibt es irgendwo den befürchteten Platz, wo zwar drei Einbahstraßen reinführen, aber keine einzige wieder raus? Gott sei Dank ist mir das doch noch nie passiert. Aber dieses beklemmende Gefühl kenne ich nicht bloß vom Autofahren.
Die Frage: „Weißt du eigentlich, auf was du dich auf diesem Weg einlässt? Bist du dir sicher, dass du da wieder heil rauskommst?“
Und da kann man sich leider nicht auf die Intelligenz der Straßenplaner verlassen. Da muss man manchmal schon selber genau nachdenken, bevor man in Wege einbiegt, bei denen es kein zurück gibt.
Jesus hat das am Beispiel des Hausbauens erklärt: Wenn du dich an etwas großes wagst, überschlage vorher, ob du es auch schaffen kannst, sonst bleibt nämlich nur eine wertlose Ruine zurück.
Einfädeln lassen
Es gibt ein Verkehrsschild auf unseren Autobahnen, das können die meisten Autofahrer offenbar nicht entziffern: „Einfädeln lassen“ steht da drauf. - Vor Baustellen sieht man das oft, wenn eine Fahrbahn gesperrt wird.
Das Schild sagt mir: Lass den anderen auf deine Fahrspur einbiegen - sonst bekommt er in 200 Metern ein Problem.
Viele sagen sich: „Gerne, aber bitte hinter mir.“ Aber was ist, wenn der Hintermann das Gleiche meint und ebenso nach hinten verweist .. und der dahinter wieder?. - Klar: so wird das nie etwas werden.
Ich muss den andern vorlassen - Ja: Genau vor mich selber - erst dann wird das etwas mit dem Miteinander auf der Straße.
Der Apostel Paulus hat das mit der Nächstenliebe mal mit einer kleinen Regel ganz deutlich gemacht: „Achte den Anderen höher als dich selbst“ (Phil 2,3). Erst wenn du den anderen auch den Vortritt lassen kannst bist
du fähig zum echten liebevollen Miteinander. Ich schaff da auch nicht immer. Aber so als Ziel um dran zu arbeiten find ich den Satz unbezahlbar: „Achte den Anderen höher als dich selbst“.
Wasserschutzgebiet
Es gibt Verkehrszeichen, die gehen mich als Normalbürger eigentlich gar nichts an: „Trinkwasserschutzgebiet“ zum Beispiel. Das Schild ist eher für Gefahrguttransporter wichtig: Die müssen da nämlich einen Bogen
um dieses Gebiet machen - Damit der empfindliche Bereich rund um den Trinkwasserbrunnen meines Städtchens nicht durch einen Unfall mit Gift verseucht wird. Das wäre nämlich eine Katastrophe.
So ein Schutzgebiet könnte ich auch manchmal gut gebrauchen.
Für meine Seele zum Beispiel. Wie ist das, wenn Bilder von vorher nie gesehener Brutalität oder auch Banalität durchs Fernsehen oder durchs Internet auf mich hereinbrechen? Tut es mir gut - das alles anzusehen? - Oder sollte ich da um den Brunnen meiner Seele ein Schutzgebiet einrichten: Rechtzeitig wegzappen, damit nicht allzuviel Sondermüll mein Gemüt verseucht.
Vorfahrtsstraße
Wenn ich von daheim nach Ansbach fahre, genieße ich es, auf der B13 unterwegs zu sein - so eine schöne, gut ausgebaute Vorfahrtsstraße. Auf der Vorfahrtsstraße kann ich ganz entspannt durch die Lande rollen. Ich muss
nicht immer Angst haben, dass ich eine rechts-vor-links Kreuzung übersehe, ich kann mich drauf verlassen, dass nicht nach der nächsten Kurve ein riesiges Schlagloch auf mich wartet
und alles ist prima ausgeschildert.
Die Straßenplaner müssen sich viel Mühe gegeben haben, diese Straße sicher und autogerecht auszubauen. Vielleicht ist der Segen Gottes auch so etwas wie eine Vorfahrtsstraße im Leben: Da ist ein Gott, der gibt sich
auch viel Mühe, damit wir unseren Lebensweg gut und sicher zurücklegen können. Ohne immer in der Angst vor riskanten Überraschungen zu leben.
Der folgende Segensspruch hat sogar den Weg als Motiv gewählt.
Möge dir dein Weg freundlich entgegenkommen,
möge der Wind dir deinen Rücken stärken
möge die Sonne dein Gesicht erwärmen.
So möge der barmherzige Gott mit dir sein.
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