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Dialog-Andacht zu Bildern aus dem vergangenen Jahrhundert
(Andacht zum Jahrtausend-Jaheswechsel)
Teil 1 - Alexander Flemming
A: Alexander heißt dieser junge Mann: Alexander Fleming, der Entdecker des Penicillins. Er hat ums Jahr 1925 durch Zufall die bakterienabtötende Wirkung dieses Stoffes entdeckt.
P: Durch Zufall?
A: Ja. Aus versehen sind die Pilzsporen, die Penicillin produzieren in seine Versuchsanordnung geraten. Und dann hat er erst gar nicht gemerkt, was für eine bahnbrechende Entdeckung er gemacht hatte. Erst Jahre spä
ter haben zufällig einige Kollegen von ihm weitergeforscht und dann erkannt: Penicillin ist die Wunderwaffe gegen oft tödliche Entzündungen.
P: Du meinst also: Ganz zufällig wurde ein Medikament erfunden, das inzwischen Millionen von Menschen das Leben gerettet hat? - Zufällig?
A: Meinst du: Nicht ganz zufällig?
P: Naja, vielleicht .... gibts in diesem Jahrhundert auch Wunder...
Teil 2 - Wall Street am Schwarzen Freitag
A: Wieder ein schwarzweißes Bild?
P: Nunja, vor 70 Jahren gabs noch keine Farbfotos. Außerdem ist das eher ein schwarz-schwarz-Foto...
A: Ach, ist das ein Bild vom Schwarzen Freitag?
P: Ja: Die meisten der schick und teuer gekleideten Herrn auf dem Bild hier sind pleite. Sie haben sich an der amerikanischen Bö
rse - an der Wall Street - verzockt. Die Aktienkurse sind an diesem Tag im Jahr 1929 ins Bodenlose gefallen.
A: Tja, Geld allein macht nicht glücklich.
P: Aber es ist ungemein wichtig: Nach dem schwarzen Freitag kam das, was man allgemein „Weltwirtschaftskrise“ nannte. - Vielleicht stimmt́s doch: Geld regiert die Welt.
A: Und warum singen wir im Kindergottesdienst „Gott hält die ganze Welt in seiner Hand“. Müssten wir nicht singen: „Geld, hält die ganze Welt in seiner Hand“
P: Quatsch.
A: Ich hab́s: Der Schwarze Freitag zeigt mir eigentlich, dass das Kapital doch nicht die Welt in der Hand hat. Sonst wäre die Welt an diesem Tag wohl untergegangen: Aber wetten: Auch an diesem Tag haben die Vö
gel gesungen, haben sich Jungs in Mädchen verliebt und sich geküsst - auch am Tag drauf ist die Sonne mit einem schönen Morgenrot aufgegangen.
P: Dann hat die Welt also doch ein Anderer in seiner Hand.
A: Puh, Gott sei Dank!
Teil 3 Die Mondlandung
A: Das darf in keinem Jahrhundert-Album fehlen: Die Mondlandung: Der erste Mensch betritt den Mond. - Neil Armstrong waŕs.
P: Ein kleiner Schritt für ihn, ein großer Schritt für die Menschheit
A: Ja, Homo Sapiens, der denkende Mensch, überschreitet Grenzen, erweitert seinen Horizont, macht Undenkbares möglich - Die Technologie, sie ist der Schlüssel in die Zukunft
P: Aber am 31 Dezember 99 haben alle davor gezittert, dass diese tolle Technik von einer Sekunde auf die andere schlapp macht...
A: Aber grundsätzlich ist es schon enorm, was wir Menschen mit Hilfe unserer Intelligenz schaffen können. Vom Beil der Steinzeit bis zum Laser, wir Menschen sind eben hochbegabte Lebewesen..
P: „Begabt?“ - Und wie ist das mit dem Geber?
A: -- Mutter Natur ... der liebe Gott?...
P: Auf jedem Fall habe ich das Gefühl, wir Menschen haben unsere Begabungen nicht immer im Sinne dieses Gebers verwendet. Selbst gute Entdeckungen, begrüßenswerte Erfindungen kö
nnen wir zum Nachteil der Menschen einsetzen.
A: Schon Sokrates hat gesagt: „Wer ein begabter Arzt ist, der ist auch ein begabt zum Mörder.“
P: Unsere Talente zum Nutzen der Menschen einsetzen; das wäre ein Ziel für das nächste Jahrtausend.
A: Und welchen Sinn hatte dann die Mondfahrt?
P: Hmmm - weiß ich nicht.. Ah, doch: Die haben damals tolle Bilder von der Erde mitgebracht! - - Denn dieser Planet ist auch ein Geschenk für uns Menschen.
Teil 4 - Mutter Theresa
P: Endlich einmal eine Frau ! Auch Frauen haben Geschichte geschrieben
A: Achja, Mutter Teresa ! Sie gehört für mich, ohne Zweifel zu den großen Gestalten dieses Jahrhunderts.
P: Sie war so alt, wie ich jetzt bin,37 Jahre, als sie nach Indien ging. Mit ihren Mitschwestern widmete sie sich den Sterbenden, Aussätzigen und Verwaisten in den Slums von Kalkutta.
A: Dafür hat sie sogar den Friedensnobelpreis erhalten.
P: Ja, das ist richtig. Aber im Grunde war sie eine einfache , bescheidene Frau. An politischer Macht oder gesellschaftlichem Einfluß war sie nie interessiert. Ihr Antrieb war die Liebe und der Geist Gottes.
A: Mutter Theresa ist eine der wenigen Zeugen unserer Zeit, die das Liebesgebot Christi glaubwürdig und aufrüttelnd gelebt hat.
Teil 5 - Der Mauerfall
A: Bei diesem historischen Ereignis waren wir Zeitzeugen.
P: Genau ! Es waren ergreifende Momente. Niemand hat ernsthaft daran geglaubt, dass es einmal so weit sein würde.
A: Ja, wenn man zurückdenkt, was 40 Jahre vorher war. Der Krieg, das zerstörte Deutschland, ein einziger Trümmerhaufen !
P: Dann kamen die Schlagbäume und Straßensperren. Menschen kämpften mit bloßen Händen gegen Panzer. In Berlin wurde die Mauer gebaut. Fenster wurden zugemauert. Die Vorhänge hingen noch zum Westen raus!
A: Es folgten Jahre der Resignation, 70er Demos, 80er Barrikaden.
P: Und dann endlich Glasnost und Perestroika..
A: Ja, aber auch eine kleine, wachsende Gemeinschaft, die allmontäglich im Gebet ausharrte. Sie brachten den Stein ins Rollen, der dann die Mauer zum Fallen brachte.
P: Hat hier vielleicht letztlich der Glaube Berge versetzt ?!
Teil 6 - Das wünsche ich euch
Ich wünsche uns für die neue Zeit, die da kommt,
dass wir lernen mit ihr umzugehen.
Die Zeit, die uns bleibt, mögen wir nutzen.
Ich wünsche uns für das neue Jahrtausend,
dass wir unseren Verstand gebrauchen lernen und verständig werden.
Noch nie konnte, wusste und vermochte der Mensch so viel wie heute.
Ich wünsche den Menschen, verständig mit seinem Verstand umzugehen.
Ich wünsche uns Freude,
Freude darüber, dass wir uns geliebt wissen:
Geliebt von unserer Familie, unseren Freunden und
geliebt von unserem Gott.
Ich wünsche mir und euch offenere Herzen für diese Welt.
Lasst uns eintreten für Gerechtigkeit und Frieden.
Hören wir auf, nur die bequemen Wege zu gehen.
Ich wünsche uns offene Augen,
mit denen wir sehen, dass Gott mit uns ist,
damit wir die Spuren erkennen,
sehen, wo Gott unser Leben mit Gutem beschenkt.
Ich wünsche uns Mut für das Unbekannte, das auf uns zukommt.
Einen Mut, der nichts mit unseren eigenen Fähigkeiten zu tun hat,
sondern mit dem Vertrauen, dass Gott - der Herr über Zeit und Raum -
auch im kommenden Jahr uns bei der Hand nehmen will.
Ich glaube, dass Gott eine gute Idee für die Welt und uns Menschen hat.
Nur fragt ihn keiner mehr danach!
Lasst uns wieder anfangen, Gott zu suchen, dann wird er sich auch finden lassen.
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