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Erntedank Erntedankfest haben wir heute in der Kirche gefeiert. Die Leute dort sagen ein herzliches Dankeschön an die Adresse Gottes: Wir freuen uns darüber, dass wir alles haben, was wir
zum täglichen Leben brauchen. Lieber Gott, betet der Pfarrer dann, danke für die Ernte auf den Feldern und in den Gärten, danke, dass wir nicht umsonst unsere Arbeit investiert haben.
Dahinter
steckt der Gedanke dass letztlich Gott es ist, der die Welt zusammen hält, der uns Wachstum der Pflanzen schenkt. Bei uns in der Kirche haben die Konfirmanden verschiedene Erntedankgaben an den Altar
aufgebaut. Kartoffeln, Zucchini, Tomaten, und Zuckerrüben:
Gerade die Zuckerrüben habens mir angetan: Die isst ja keiner von denen. Ich denke die Zuckerrübe kommt von einem Bauerssohn, dessen
Vater hauptsächlich mit Zuckerrüben sein Geld verdient. Vielleicht ist das ein Dankeschön an Gott, dass der Vater seinen Beruf noch hat.
Ja, der eigene Job, oder der Beruf der Eltern und die
Zeugnisnote vom Juli haben auch was mit Erntedank zu tun:
Heutzutage säen wir ja nicht bloß Getreidekörner, sondern auch mit unserer Hirn-Power. Und wenn dabei was ordentliches rauskommt, ist das
für mich aus was für Erntedank.
Der Schatz im Acker Ich habe mal gehört von einem Mann, der hat Tag für Tag, Jahr für Jahr seinen Job gemacht. Immer in solider Gleichmäßigkeit,
manchmal gelangweilt ... manchmal mit einen bisschen mehr Spaß. Na gut, sein Beruf war ja auch nicht besonders prickelnd: Als Bauer war er halt kein James Bond. Und dann kam der Tag, als er beim
Pflügen an einer Kiste im Boden hängen blieb: Er sah nach -- EIN SCHATZ! Damit hat sich von jetzt auf gleich sein Leben verändert: Er hatte sein Glück gefunden. Einfach so, ohne es drauf angelegt zu
haben. Und Peng ist alles zum Guten verändert. Diese Story hat Jesus einmal erzählt. Und ich glaube, bei manchen Menschen ist es heute noch so: Die ziehen zwar nicht mehr mit dem Pflug dem Acker
entlang. Aber trotzdem kann es passieren, dass sie den Schatz ihres Lebens einfach so entdecken: Den Internetsurfer erwischt es beim clicken, den Beamten im Büro, den Urlauber im Flugzeug,
jemand anderen beim Radiohören:
Dass einer
- plonk - darauf stößt dass es wohl doch einen Gott gibt, der mich Menschen liebt, der es wirklich gut mit mir meint. - Und diese Entdeckung ist mein Schatz, der mein Leben positiv verändert
Tour de France: Jan Ullrichs Abflug Als Jan Ullrich gestern bei der Tour de France von der Strecke flog, habe ich gedacht: Jetzt ist es aus. Bis der Jan sich wieder aufrappelt ist sein
Gegner Armstrong über alle Berge. Aber es kam anders: Lance Armstrong, der direkt hinter Ullrich gefahren war, hatte den Unfall bemerkt und deutlich Tempo rausgenommen. So rollte er gemütlich den Berg
runter und wartete, bis Ullrich ihn wieder eingeholt hatte. Dann gaben beide Gas und das Rennen ging für sie weiter wie vor dem Unfall. Diese enorm faire Geste von Armstrong hat mich schwer
beeindruckt: Hier gehts ja nicht um einen Sonntagsausflug, sondern um die Tour der France. Nette Gesten und Freundlichkeiten tauschen wir ja gerne aus, solange es nichts weiter kostet. Wenn ich aber
dem Andern dadurch einen Vorteil bringe, den ich auch selber hätte nutzen können, dann kommt die Freundschaft schnell an ihre Grenzen.
Echte Nächstenliebe fängt für mich dort an, wo es mich mehr kostet als ein Lächeln. Wenn ich mich einem andern zuliebe engagierte, richtig Zeit dafür investiere.
Wenn ich ihm mit mulmigen Gefühl mein Auto leihe, weil seines in der Werkstatt ist. Oder in einer Gruppe für den Anderen eintrete, wenn die in seiner Abwesenheit über ihn herziehen. Das alles ist
kein Kinderspiel - Da bedeutet Nächstenliebe mehr als salbungsvolle Worte, sondern dass man wirklich füreinander einsteht. Aber das sind die Momente, in denen man dann so handelt, wie einst der
Samariter in der Geschichte, die Jesus erzählt hat.
Der Traum vom Lotto-Jackpot Jürgen träumt vom Lotto-Jackpot. Eigentlich träumt er immer davon, aber an diesem Wochenende kann er
an nichts anderes mehr denken. 35 Millionen Mark! Das wär´s. 35 Mega-Schleifen – dann hätte ich ausgesorgt, malt sich Jürgen seinen Traum aus. Nie mehr arbeiten, dafür aber feiern– tagelang.
Mit dem Geld ist ALLES für mich möglich. Dann dreht sich die Welt endlich einmal nur um mich. Der Jackpot ist die Rettung für die Welt, naja, für meine Welt – sagt sich Jürgen. Aber die anderen, also
so einige jedenfalls, bekämen auch was ab von dem Haufen Geld. Der Lottogewinn, das wär die Super-Nummer, das wär ... der Himmel auf Erden.
Gestern Abend, nach der Ziehung, hat Jürgen seinen
Lottoschein zerknüllt in den Aschenbecher fallen lassen – genauso so wie an den Samstagen vorher auch. Aber er wird am Freitag wieder seine Kreuzchen auf dem Schein machen.
Mit ihnen hält er seine Hoffnung wach – die Hoffnung auf den Supergewinn, auf das große Glück. Ich weiß nicht, wo Jürgen überall noch sein Glück, seinen Himmel auf Erden, sucht.
Ich glaube er verpasst was, wenn er nur auf der Erde nach seinem Himmel sucht.
Himmelfahrt zwischen Star-Trek und Vatertag
Am Donnerstag war Himmelfahrt - ja, so heißt der „so called Vatertag" eigentlich. Die Story von Himmelfahrt dreht sich darum, dass Jesus nach der Auferstehung nicht auf ewig hier auf der Erde
war. Sein Auftrag war abgeschlossen, er konnte sich wieder von seinen Jüngern verabschieden. Fast hätte ich gesagt: Er konnte die
Erdlinge zurücklassen. Denn natürlich hat Himmelfahrt auch irgendwie was von Science Fiktion, Enterprise und Raumfahrt. Da kommt einer von irgendwo, verbringt einige Zeit auf der Erde und kehrt dann wieder zurück in seine Heimatgalaxie.
Aber halt - so hollywoodmäßig ist es dann doch nicht. Denn Jesus ist kein Außerirdischer, der nichts weiter zurücklässt als schicke Parolen von Peace Papst und Happyness. Bei seinem Abschied an
Himmelfahrt hat er nicht „lebt wohl, und schickt mal ne mail" gesagt. Seine Botschaft war endlos steil: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt. Denn letztlich habe ich diese Welt in
meiner Hand".
Ich vertraue drauf, dass diese Botschaft stimmt. Jesus hat sich nicht auf eine ferne Galaxie verdrückt, sondern ist unsichtbar in unserer Welt am Wirken. Ihn kann ich um seine Hilfe bitten, und er ist mir
auch nahe genug, um etwas für mich zu tun. Deshalb ist Himmelfahrt für mich ein wichtiger Tag.
Muttertag Muttertag - achja, das ist der Tag der gefeierten Selbstverständlichkeit. Einmal im Jahr sagen wir brav „danke" für Muttis Dienstleistung am Rest der Familie. 364 Tage im
Jahr sehen wir den Service als selbstverständlich an - dann darf an einem Tag schon mal das Muttertier gestreichelt werden. Das ist eigentlich klasse, aber sobald man dem einen danke sagt, mosern die
anderen - zum Beispiel die Väter! Die reklamieren darum schon seit geraumer Zeit den Vatertag für sich. Mit mehr oder minder berauschenden Erfolg. recht haben sie jedenfalls, auch sie machen viel ...
und auch ihre Arbeit wird oft für selbstverständlich angesehen. Da wäre es nur logisch, wenn sich alle die rühren würden, die nur selten für ihre selbstverständlichen Dienste ein Dankeschön bekommen:
Die Omas, die Müllmänner, die Putzfrauen, Polizisten, und ... der liebe Gott. Der nämlich ist derjenige demgegenüber wir am allerseltensten ein „Dankeschön" rauswürgen.
Es ist halt doch vieles selbstverständlich. Die Natur, die immer noch nicht unter unsern Wirtschaften in die Knie gegangen ist. Die Tatsache, dass wir alles haben was wir brauchen.
Der buchstäbliche Schutzengel, der kürzlich schlimmeres verhindert hat. So etwas sehe ich als Dienstleistung Gottes an uns Menschen an. - Einen Muttertag für Gott gibt es aber nicht - und das hat
sogar einen Grund: Diesen Tag gibts eigentlich einmal pro Woche: Der Sonntag ist eigentlich der Tag, an dem man ausruhen sollte und danke sagen kann.
Kein Computer vorhanden Computernutzer kennen das: Immer wieder mal spucken Computer Fehlermeldungen aus:
- Laufwerk nicht gefunden - Datei kann nicht gelöscht werden - oder die
berühmte „schwere Schutzverletzung an Adresse sowieso", wenn Windows sich mal wieder verheddert hat.
Den Oberhammer hat aber ein Programm auf einem Mac-Computer während der Installation
abgeliefert: Da steht dann: „Dieses Programm kann auf diesem Computer nicht ausgeführt werden:[Doppelpunkt] Computer nicht vorhanden!"

Das ist schon Klasse: Das erzählt mir das dämliche Programm, dass kein Computer da ist. Ja wie denn?! Ohne Computer gäbs das Programm ja gar nicht, ohne PC könnte das Programm mir
überhaupt nichts erzählen. - Unglaublicher Blödsinn.
Ähnlich unlogisch erscheint es mir, wenn Menschen mir weismachen wollen, dass es keinen Gott
gibt, denn schließlich gibts soviel Böses auf der Erde. Da sitzt jemand in einer ziemlich gut gemachten Welt, schnauft frische Luft, freut sich über Tag und
Nacht, und bringt mir seine Fehlermeldung: „Pling - Die ideale Welt gibt es nicht: [Doppelpunkt] Gott ist nicht vorhanden!"
Wie bei diesem Programm: Er merkt, dass was hier nicht so funktioniert, wie es sollte. Nur der logische Schluss liegt daneben. Denn ohne Gott, der uns in diese Welt reingestellt hat, wären wir alle
nicht da; und könnten auch nicht rummotzen.
Ich sags ganz ehrlich: Ich weiß auch nicht, weshalb vieles auf der Welt nicht ideal läuft. Aber der
Schluss, dass es deshalb einen Gott, der es gut mit uns meint, nicht geben soll ... das ist wohl doch eher ein billiger Kurz-Schluss.
Eure Rede sei allezeit lieblich und mit Salz gewürzt
Was man nicht alles salzen und pfeffern kann. Nicht nur sein Spiegelei oder Schnitzel. Es gibt gesalzene Preise oder gepfefferte Rechnungen. - Naja, die können einen dann sogar
gelegentlich sauer aufstoßen. In der Bibel gibt Paulus jemanden sogar einen Tipp, wie man seine Worte würzen soll: Nämlich fast
schon chinesisch süß-sauer: Er sagt: „Eure Rede sei allezeit lieblich und mit Salz gewürzt".
Das klingt vielleicht ein bisschen antik, was der alte Apostel da sagt, aber ich finde es trotzdem eine klasse Anregung.
Bei dem lieblichen Reden denke ich an den Wein, der mit der Bezeichnung „lieblich" im Regal steht: Der geht einem einfach gut runter, der liegt nicht so quer im Hals, wie mancher fränkische
Sauerampfer. Wer seine Worte etwas nett verpackt, der wird eher gehört. Man kann nämlich sogar was Kritisches freundlich sagen.
Damit aber das alles kein pseudo-freundliches Rumgeschleime wird, hat der Apostel Paulus schon seinerzeit den zweiten Würz-Tip gleich nachgeschoben: Deine Rede sei mit Salz gewürzt.
Eine Suppe ohne Salz drin schmeckt nach nix ... die könnte man sich sparen, weil sie irgendwie leer schmeckt.
Eine Rede ohne Salz - damit ist wohl leeres Gelaber gemeint. Wer eigentlich nichts wichtiges zu sagen hat, könnte sich und seinen Mitmenschen so manchen Wortschwall ersparen.
Eure Rede sei allezeit lieblich und mit Salz gewürzt". - Vielleicht schaffe ich es ja mal wieder, mich dran zu halten. Wohl bekomms.
Ding Dong - Gollhöfer Glocken bimmeln doppelt
Ich bin vor 10 Tagen umgezogen. - Aufs Land. - Direkt neben die Kirche. Und: Neben der Kirchturm! Mannomann, der hat es in sich. - Der läutet, was das Zeug hält. Ich bin ja einiges
gewohnt, was so Kirchtürme von sich geben. Ich wusste auch, das es welche gibt, die alle Viertelstunde „ding-dong" machen. Aber „mein" neuer Kirchturm schlägt alles, was ich mir
vorstellen konnte: Vorhin um Zehn Uhr: Da schlägt die kleine Glocke vier mal. Das heißt: Es ist grade die volle Stunde. Dann die mittlere Glocke zehn mal ... für die Stunden. Soweit sogut. Aber
dann legt noch die große Glocke nach: Die macht dann auch noch zehn mal „boing"!!
- Ich habe nachgefragt: Sowas nennt man doppelten Stundenschlag ... aber niemand konnte mir sagen, weshalb.
Immerhin - Das Dauergebimmel, an das ich mich langsam gewöhne, hat mich an etwas erinnert: Die Glocken am Kirchturm sind nicht nur eine uralte Methode, die Zeit anzusagen. Sie haben noch eine
Bedeutung mehr am Schwengel: Als KIRCHEN-Glocken erinnern sie daran, dass Zeit auch etwas mit Gott zu tun hat:
- Gott der Schöpfer hat diese Welt einmal angestoßen, damit hat so etwas wie „Zeit" erstmal überhaupt einen Sinn. - Gott steht über der Zeit. Er hat einen Plan mit dieser Welt.
- Und: Meine Lebenszeit hat Gott in der Hand. Und damit meine ich nicht so sehr, dass er bestimmt, wenn umherfliegende Rennwagen-trümmer mein Leben beenden. Viel eher weiß ich mich in der
Hand dieses Gottes gut aufgehoben. Jeden Tag, jede Stunde.
Das finde ich wunderbar. Und das wäre auf jeden Fall ein Grund, alle Stunde die Glocken doppelt bimmeln zu lassen.
B
IG BROTHER -JÖRG IST NOMINIERT Gestern war es soweit: Bei Big Brother , die 3. Staffel, waren die Nominierungen dran. Jörg hat es
erwischt, er hat die meisten Punkte. Vielleicht fliegt er am nächsten Samstag schon aus. Das wäre für den smarten Sportlehrer eine Mordspleite: schließlich hat er extra für Big Brother
seinen Job hingeschnissen - mit dem komfortablen Leben als Beamter wird es darum für ihn nichts mehr. - da gibt's keinen Weg zurück
Irgendwie benötigt mir das Respekt ab. Dass einer für eine neue Chance das aufgibt, was er doch eigentlich sicher hatte.
Ein Stück weit finde ich das toll und mutig, auf der andern Seite finde ich es einfach dumm, dass jemand für die windige Aussicht, berühmt zu werden einen prima Beruf hinter sich lässt.
Respektabel finde ich es auch, wenn jemand Christ wird, wenn sich einer für den Glauben entscheidet. Denn da passiert etwas ganz ähnliches: Derjenige lässt sein altes Leben hinter sich,
macht viele Dinge in seinem Leben anders als vorher und verlässt sich auf einen Gott, den er erst noch richtig kennen lernen muss. Auch ein gewagtes Unternehmen!
Beides sind Abenteuer. Bei Big Brother weiß noch keiner, weder der Lehrer Jörg noch der Held Sladdi, wie lange der BB-Ruhm ihnen etwas bringt.
Wenn's um den Glauben geht, haben wir schon mehr Erfahrungswerte: viele Menschen vor uns sind mit ihrem Glauben ein Leben lang gut gefahren. - Aber für jeden, der es ausprobiert, ist es dann
doch das erste Mal mit Gott, zu ähnlich kribbelnd, wie der Einzug in den RTL-Container.
Die Sonnenseite des Lebens Was meint man eigentlich mit der „Sonnenseite" des Lebens?
Als erstes fällt mir da das süße Leben der Reichen und Schönen ein: Schicke Villa mit Pool, Champagner zum Frühstück, Jaguar oder Ferrari in der Garage, tolle Parties. So stelle ich mir die
vielzitierte Sonnenseite vor. - Ich geb zu: Sowas kenn ich nur vom Hörensagen und aus diversen Krimis im Fernsehen. - Und ich bin eigentlich gar nicht so scharf drauf.
Vielleicht kann man die Sonnenseite des Lebens auch mal anders definieren. Das Licht, das das Leben hell machen soll, muss ja nicht unbedingt vom Glitzern der Juwelen herkommen. Da kanns ja
noch was anderes geben. Ich denke da an was ganz bestimmtes; einen, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt, wer zu mir gehört, steht nicht mehr in der Dunkelheit."
Das klingt vielleicht ein bisschen schräg. - Jesus als Ersatz für Reichtum; damit die Armen auch was zu Lachen haben? Ein Trost für die „zu kurz gekommenen".
- Nö! Bei dem, was Jesus gesagt hat, gehts um eine Sonnenseite eigener Qualität. Wer auf Gott vertraut hat jemanden, auf den er sich verlassen kann. Immer. Auch in Situationen, wo selbst der
gutmütigste Ferrarifahrer stiften gegangen wäre.
Da drauf können sich alle verlassen - die Reichen, die Armen, - jeder.
Das ist für mich die Sonnenseite des Lebens.
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