Der begehrte Mitarbeiter

Unsere Ehrenamtlichen sind ein wertvoller Schatz unserer Kirche. Nur lassen wir Pfarrer sie es nicht immer unmittelbar spüren.
Erleben Sie in 6 Akten die Odyssee eines Neuzugezogenen, der sich gerne ehrenamtlich engagieren würde.

1. Akt – Der Besuch

Szene: Das Pfarramtsbüro – Sekretärin Wusel wurstelt in den Akten. Herr Frisch kommt herein.
Personen: Herr Frisch, ein neuzugezogener Bürger und Sekretärin Wusel

Herr Frisch Grüß Gott. Bin ich hier richtig im Pfarramt?

Wusel  Ja. Das ist sogar ein Pfarrer- und Pfarrerinnen-Amt: Wir haben nämlich auch eine Pfarrerin. Die Frau Fühlig. Und überhaupt haben wir hier ganz viele Leute, die hier arbeiten.  – Aber: Die Arbeit ist hier ja auch unheimlich viel. Manchmal weiß ich ja gar nicht, wo ich zuerst hinlangen soll. Als Pfarramtsekretärin muß man ja auch immer hinter den Pfarrern herräumen – so aktenmäßig meiń ich. Die ham keine Ordnung, keine Disziplin, furchtbar… ich will weiterlesen

Predigt: Ich möchte Gottes Augapfel sein (Psalm 17, 8) 28. April 2002, Taufe von Babette

Liebe Tauffamilie, Liebe Paten, Liebe Gemeinde,

zur Taufe Ihrer Tochter Babette haben sie sich als Taufspruch einen Vers aus dem 17. Psalm ausgesucht: Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel.

Zwei bildliche Vorstellungen stecken in diesem Vers, und über beide möchte ich Ihnen ein bisschen erzählen.

### Augapfel ###

„Ich werde darauf aufpassen wie auf meinen Augapfel“ – so etwas verspricht man oft jemandem, wenn man sich etwas ausgeliehen hat: Ich werde dein Auto hüten wie meinen Augapfel, ich verspreche dir, dass ich damit nicht fahrlässig umgehe, dass du es wohlbehalten wieder bekommst. ich will weiterlesen

Predigt zum Ostersonntag 2002: Wozu ist Kirche gut? (1. Korinther 15, 19-26) 31. März 2002

Liebe Gemeinde,
manchmal wundere ich mich, dass es uns überhaupt noch gibt. Mit „uns“ meine ich unsere christliche Kirche. Schon viele Male haben Philosophen oder Ideologen das Sterbe-Glöcklein über der Kirche geläutet. Aber unterm Strich war es dann doch die Kirche, die sie beerdigt hat statt umgekehrt.

Sigmund Freud war es, der Kirchgänger wie sie und mich mehr oder minder zu Zwangsneurotikern gestempelt hat, die durch den wöchentlichen Gottesdienst irgendwelche inneren Defizitgefühle aufarbeiten müssten. Sein Resümee damals: Der moderne Mensch wird sich von solchen Zwängen befreien und dann auch keine Kirche mehr benötigen. Mit anderen Worten: Kaufen sie sich bloß keine Aktien von der Kirche, denn die werden in den nächsten Jahren ins bodenlose abstürzen, weil ihr Produkt keiner mehr sehen will.pb51a ich will weiterlesen

Predigt zum Karfreitag 2002: Schwäche ist eine Stärke höherer Ordnung (Jesaja 52, 1-12) 29. März 2002

Liebe Gemeinde,

Wie wird es wohl den Jüngern Jesu ergangen sein – nachdem ihr Herr gekreuzigt worden war? Ich stelle mir da zum Beispiel Matthäus vor. Er war Zolleinnehmer gewesen bis er Jesus begegnet ist. Diese Begegnung hat sein Leben völlig verändert: Er hat seinen sehr lukrativen aber auch anrüchigen Job aufgegeben und ist mit Jesus durch das Land Israel gezogen.
Er hat erlebt, wie Jesus handelte, wie er Kranke heilte, wie er anders mit den Menschen umging als die Schriftgelehrten, und wie überzeugend er seine Botschaft vom kommenden Reich Gottes verkündigte. In Matthäus reifte die Erkenntnis: Jesus muss der Messias sein.

Und er hat mitbekommen, wie sich eine Gegnerschaft gegen Jesus bildete, wie immer deutlicher wurde, dass diese Botschaft manche begeisterte und andere ihr ganz ablehnend gegenüberstanden.
Dann die Woche vor der Kreuzigung. Alles war sehr schnell gegangen… Jesus scheint es gespürt zu haben, was da auf ihm zukam, denn er redete immer wieder von seinem kommenden Leiden. Dann das letzte Mahl am Donnerstag, gleich darauf die Festnahme und am Morgen danach die Kreuzigung.
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Predigt zur Konfirmation 2002: Die Rose von Jericho, 24. März 2002

Liebe Konfirmanden, liebe Eltern und Paten, liebe Festgemeinde,

Trockene Rose vonrose1 Jericho

ich habe euch und ihnen hier eine etwas ungewöhnliche Pflanze mitgebracht: Schaut sie euch einmal an. [Trockene Rose zeigen] – Dieses seltsame „Etwas“ nennt sich „Rose von Jericho“. Man findet sie in den Wüsten und Steppen von Israel, in Ägypten und auch Mexiko. Ihr denk wahrscheinlich: „Das soll eine Rose sein? Dieses verhutzelte zusammengerollte trockene braune Gestrüpp?“

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Predigt: Draußen vor dem Tor (Hebräerbrief 13, 11-14) 17. März 2002

Unser Predigttext steht im Hebräerbrief im 13. Kapitel

Denn die Leiber der Tiere, deren Blut durch den Hohenpriester als Sündopfer in das Heilige getragen wird, werden  außerhalb des Lagers verbrannt.
Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.
So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.
Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
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Engel Aloisius und der Landesstellenplan

Dieses Stück erklärt, wie es auf dem flachen Land zu einer teilweise drastischen Kürzung der Pfarrstellen kam. Bisher war die Meinung verbreitet, dass die Landessynode der bayerischen Landeskirche dafür verantwortlich ist.
Dieses Stück offenbart die Wahrheit: Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Tragischer Held für uns Franken: Der altbayerische Nationalheld „ENGEL ALOISIUS“

Szene 1: Im Landeskirchenamt

Frau Anna-Luise Holze-Stäblein steht dem Engel Aloisius gegenüber und hat einen Korb in der Hand, darin 24 Pfarrer-Papierfiguren. Auf dem Tisch: Taschenrechner, Akte und, Papier.

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Predigt zur Dekanatssynode: Einträchtig beieinander wohnen (Psalm 133) 9. März 2002

Die Losung von heute steht im 133 Psalm: Ich möchte ihnen nicht nur den einen Vers, sondern den gesamten Psalm – 4 Verse ist er lang – vorlesen:

Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!
Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, das herabfließt in seinen Bart, das herabfließt zum Saum seines Kleides,
wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions!
Denn dort verheißt der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.

Liebe Gemeinde,

Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!
Vermutlich wird der König David, dem dieser Psalm zugeschrieben wird, mir nicht böse sein, wenn ich auch dabei an die Schwestern denke. Denn nicht nur die Brüder, sondern auch die Schwestern können einträchtig beieinander wohnen.
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Predigt: An irgendwas muss man ja glauben? (Apostelgeschichte 17, 22-34, Areopagrede des Paulus ) 21 April 2002

Unser Predigttext für heute steht in der Apostelgeschichte, im 17. Kapitel: Es ist die Rede des Paulus auf dem Marktplatz von Athen – dem Areopag:

Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, daß ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt.
23 Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt.
24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde,  wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.
25 Auch läßt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer,  der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.
26 Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und  er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen,
27 damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr,  er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.
28 Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.
29 Da wir nun  göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen,  die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.
30 Zwar hat Gott über die  Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber  gebietet er den Menschen, daß alle an allen Enden Buße tun.
31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis  richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.
32 Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiter hören.
33 So ging Paulus von ihnen.
34 Einige Männer schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.
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Predigt zum Partnerschaftssonntag: Das Thema AIDS in Ostafrika , 3.Februar 2002

Liebe Gemeinde,

manche sehr komplexe Angelegenheiten werden ganz schnell schön handlich und übersichtlich, wenn man sie mit Hilfe eines Schlagwortes vereinfacht.
So hat unsere Fürstin Gloria von Thurn und Taxis vor einiger Zeit in einer Talkshow es versucht, die Aids-Problematik in Afrika auf einen simplen Nenner zu bringen:
„der Schwarze schnackselt nun mal gerne“.
Vielleicht erinnern sie sich noch, dass die Fürstin für diese vereinfachende Aussage in allen möglichen Zeitungen Prügel bezogen hat. Sie selbst hat die ganze Aufregung gar nicht so recht verstanden. Denn schließlich ist es ja sonnenklar: wo Menschen es mit der Sexualität recht locker handhaben, da hat AIDS die besten Chancen.
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