Radioandachten im November 2018 auf Charivari 98,6

Einfach mal klagen

GutenMorgen

Kürzlich mussten wir von einem guten Freund Abschied nehmen. Das war so ein Tod, den es echt nicht gebraucht hätte. Mitten aus dem Leben – ohne Vorwarnung – ohne vorherige Krankheit – einfach so was von überflüssig.

Ich versuche ja gerne, allem Schlimmen auch etwas Positives abzugewinnen. Und oft klappt das auch, denn vieles hat zwei Seiten. Aber in dem Fall ist mir das nicht gelungen. Da hat es auch nicht geholfen, zu glauben, dass Gott sich schon etwas dabei gedacht hat. Das alles war einfach nur schlimm um traurig.

Aber damit bin ich nicht alleine. Sogar in der Bibel finde ich Worte, wo Menschen genau das ausdrücken: Gott, ich verstehe nicht, was das alles soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du Gott, das wirklich gewollt hast. Das will ich dir klagen, und vor deinen göttlichen Ohren jammern. 

Ja, es gibt Momente, da tut mir das Klagen gut – weil ich dann nicht verkrampft die gute Seite finden muss, die vielleicht wirklich nicht gibt

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Jahreslosung 2019 – Marktüberblick

„Suche den Frieden und jage ihm nach“ – Die Jahreslosung aus Psalm 34,15 hat wieder ihren Weg auf viele Produkte und Geschenkartikel gefunden. Vieles ist dabei – Kurioses und Gelungenes. Hier  mein kleiner Überblick. 

Keramiktasse

Wirklich hübsch: Die Keramiktasse in zarten Beige.Um 10 Euro muss man für die handdekorierte Tasse investieren. Im gleichen Design gibt es auch einen Haftnotizen-Block. (Gerth Medien)

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Rezension: Geocache-Roman „Death Cache – Tödliche Koordinaten“ von Danise Juno

Endlich mal wieder ein Geocaching-Thriller auf dem Nachttisch. Nach anfänglichen Verwirrungen entwickelte Danise Juno eine recht packende Story um buchstäbliche Abgründe der Dosensuche per GPS.

Der Kern der Story ist schnell umrissen: Zwei Männer, einst unzertrennliche Freude seit Kindertagen, entfremden sich zusehends, als sie ihr Hobby Geocaching immer mehr als Wettbwerb um Funde und Anerkennung betreiben. Einer der beiden, Michael Tonelli, ist zugleich von der Idee besessen, herauszufinden, wer hinter „Sammael“ steckt, der es immer schafft, als Erster alle neu versteckten Caches zu finden. Die Situation spitzt sich zu, als Caches versteckt werden, die für ihren Finder zur tödlichen Falle werden.

Der Thriller  „Death Cache“ von Danise Juno benutzt das Geocachen nicht als Aufhänger, sondern führt direkt in die Welt der Dosensucher. Der Blick auf manche Eitelkeiten unter Cachern, auf die Dynamik, die das Spiel mit den Koordinaten haben kann und die Absurdität mancher FTF-Jagd, die schnell mal grundlegende Sicherheitsaspekte vergessen lässt – das alles trifft die Autorin recht präzise. Dazu passt ganz gut, dass man sich durch das verwirrende Ineinander von Realnamen und Cacher-Alias kämpfen muss. Sogar die Figuren des Thrillers müssen sich zeitweise eingestehen, nicht zu wissen, wie der eigentlich gut befreundete „U-Con“ im wirklichen Leben heißt, was spätestens in der Notaufnahme des Krankenhauses zum Problem wird.  ich will weiterlesen

Predigt: Die Welt auf den Kopf gestellt (Matthäus 5, 1-10) Reformationsfest, 4. November 2018


Luthers Reformation hat vieles in der damaligen Kirche und Gesellschaft auf den Kopf gestellt. So, wie schon Jesus in den Seligpreisungen der Bergpredigt von einer Welt gesprochen hat, die Kopf steht. Wie könnten sonst gerade sie Sanftmütigen die Erde besitzen?

Reformation statt nur Reformen

Reformation … es ist und bleibt ein komisches Wort, das dem 31. Oktober, dem „Reformationstag“ den Namen gibt. Vielleicht, weil wir ja so oft von Reformen hören. Die dann auch noch häufig als „Reförmchen” enden und letztlich gefühlt gar nichts ändern.
Davon haben ja viele Menschen die Nase gestrichen voll: Dass etwas verändert werden soll, sich aber dann unterm Strich gar nichts verbessert. Reförmchen als Beruhigungspille der Mächtigen fürs Volk.

Die Reformation, die Luther angestoßen hat, war aber etwas ganz anderes. Denn die kam von unten, da haben die kleinen Leute angefangen, einmal nachzudenken, wie das denn ist, mit dem Glauben, mit dem gerechten Gott und auch mit der Macht in Kirche und Staat. ich will weiterlesen

Kirchenvorstands-Wahl rockt die Gemeindehomepage

Nach sechs Jahren werden unsere  Kirchenvorstände wieder neu gewählt. Das Wahlfieber hat unsere Gemeindeglieder gepackt: 50% Wahlbeteiligung! Noch während wir die Stimmen in den Gemeindehäusern auszählen, meldet die Homepage: ANSTURM! Die Aufrufe explodieren. Schön, dass unsere Schäfchen wissen: Wir haben eine Gemeinde-Homepage, und da findet man alles, was man wissen will.

Radioandachten im Oktober 2018 auf Charivari 98,6

Sorgenfänger

Kürzlich habe ich zum ersten mal mit Kindern so einen indianischen Traumfänger gebastelt. Mit Schnüren und Federn – wirklich schön. Ob der wirklich funktioniert und böse Träume abhält? Ich glaubs nicht.
Was ich aber glaube: Dass es so etwas ähnliches gibt – so einen Sorgenfänger, wo man abends im Bett seine Sorgen und das, was einen umtreibt, hinhängen kann. Damit diese Sorgen aufgeräumt sind, und einen nicht bis in die Träume verfolgen.
Denn alter Spruch aus der Bibel sagt: “alle eure Sorgen werft auf Gott, den er sorgt für euch”. Das ist mein Sorgenfänger – abends im Bett diesem himmlischen Vater meinen Kummer anvertrauen und darauf hoffen, dass es mit Gottes Hilfe weitergeht …. irgendwie.
Das ist kein Zaubermittel zum Lösen aller Probleme. Aber es lässt mich besser schlafen, wenn ich mir bewusst mache: Ich bin nicht allein – ich habe meine Familie, gute Freunde und einen Gott, der es gut mit mir meint.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Predigt: Ich seh die Welt von oben … mit den Augen Gottes (Johannes 8) zur Kirchweih, mit dem Lied „Astronaut“ von SIDO/Bourani

Zur Kirchweih geht es um einen Perspektivwechsel: Die Welt mit den Augen Gottes sehen. Dabei kommt das Lied „Astronaut“ zusammen mit unserem Astronauten Alexander Geerst genauso ins Blickfeld, wie die Begegnung Jesu mit der Ehebrecherin. In diesem Jahr gabs ein Special zur Kirchweih: Die Ortsburschen sangen den Refrain von „Astronaut“ und banden jedem Gottesdienstbesucher ein Kirchweih-Bändchen ans Handgelenk.

Ich heb‘ ab
Nichts hält mich am Boden
Alles blass und grau
Bin zu lange nicht geflogen
Wie ein Astronaut
Ich seh die Welt von oben ….

Neue Perspektiven, neue Erkenntnisse

Liebe Gemeinde,
„ich seh die Welt von oben, wie ein Astronaut” – von da oben sieht wirklich alles anders aus. Viele Kleinigkeiten, über die wir uns täglich aufregen, verschwinden im Grau – aber Anderes sieht man umso besser. ich will weiterlesen

Predigt: Mit Gott über die Leberkässemmel und das dritte Bier diskutieren (1. Tim 4, 4-5) Erntedank 2018

Die Zeilen aus 1. Tim 4, 4-5 stellen unsere Überlegungen über „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel in Frage: Alles ist gut, wenn es mit Danksagung empfangen wird. Es nur die Frage, ob sich die Dankbarkeit auch im Umgang mit den Gaben wiederspiegelt. So entsteht am Ende der Predigt eine Diskussion über meine Leberkässemmel und ein drittes Bier.

 

Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.
1. Tim 4,4-5

Liebe Gemeinde,

ich habe hier mal einige Erntedankgaben in meinem Korb auf die Kanzel heraufgeholt. Mal sehen, ob das denn auch was Gescheites ist:
Ein Apfel. Ein Klassiker – gerade für Erntedank – der ist gesund, fruchtig, wächst direkt am Baum. Und trotz aller Trockenheit in diesem Jahr wachsen die Äpfel ohne Ende.
Eine Kartoffel. Klar, da bin ich im Gedanken auch gleich bei den Landwirten, bei deren Sorgen und Herausforderungen. Im Gegensatz zu den Äpfeln waren die Kartoffeln ja eine kritschere Pflanze.
Ach… hier, der Lauch. Schön Grün, Vitamine, da freut sich die Ernährungsberaterin – und die Menschen, die diesen Lauch nächste Woche in eine schöne Suppe schnippeln.
Ui: Nutella! Nunja, ok, das ist ja auch irgendwie ein Teil der Schöpfung: Die Haselnüsse und der Kakao, aus dem diese süße, leckere Creme gemacht ist. Aber: Es ist halt vielleicht nicht ganz so gesund, wie der Apfel – ich denke, so manche Eltern kennen die Diskussion.
Wow: Ein guter Tropfen Wein … 10% Alkohol … ich weiß nicht so recht … passt das in die Kirche?
Überhaupt: Wie wäre es mit härteren Sachen? Schnaps, eine Hanfpflanze oder fettriefende Pommes?

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Lieder-Predigt: Lieder, die Kreise ziehen (Zum Jubiläum des Singvereins) 30. September 2018

In dieser Predigt werden vier Lieder (die während der Gottesdienstes gesungen werden) nacheinander betrachtet. Tipp: Jeder neue Abschnitt wird von der Orgel mit einer kurzen Paraphrase der Liedmelodie eingeleitet. Folgende Lieder werden aufgenommen:
EG 325 Sollt ich meinem Gott nicht singen (Paul Gerhardt, 1652)
EG 243 Lob Gott getrost mit Singen (Böhmische Brüder, 1545)
EG 398 In dir ist Freude ( Melodie: Giovanni Giacomo Gastoldi 1591)
BT 645 Ins Wasser fällt ein Stein (Manfred Siebald, 1973)

Sollt ich meinem Gott nicht singen?
Sollt ich ihm nicht dankbar sein?
Denn ich seh in allen Dingen,
wie so gut er’s mit mir mein‘.

Ein Loblied in besten Sinne haben wir eben vom Chor Ad libitum gehört. Aus jedem Vers krabbelt die Erkenntnis: „Gott meint es gut mit mir”. Ganze 10 Verse lang ist das Lied eigentlich. Alle Verse nacheinander zu singen, das wäre nicht nur ganz schön lang – sondern auch anstrengend … denn die Gedanken, die Paul Gerhardt in diesem Lied entwickelt, sind viel tiefer, als man es von einem Loblied erwarten würde. Den Paul Gerhard verknüpft in diesen Versen sein eigenes Leben, sein eigenes Dasein – das ja von vielen tragischen Ereignissen durchzogen war – mit der Sicht, dass Gott es gut mit ihm meint.
Er macht sich daran, in dem, was ihm an Schlimmen widerfährt, doch Aspekte des Guten zu entdecken. Manchmal in einer Sprache, die uns nach über 300 Jahren schon recht fremd wirkt – aber in Kern ist es lohnenswert, mit ihm hie und da nach dem Guten in all dem Schweren zu suchen. ich will weiterlesen

Symbolpredigt: Christsein als Gießkanne des lebendigen Wassers (Johannes 4, 5-15) 22. Juli 2018

Die Gießkanne als Symbol des Christseins – wir erhalten Wasser des Lebens und geben es weiter. Als Angelpunkt dient das Gespräch Gesu mit der Frau am Jakobsbrunnen.

Liebe Gemeinde,
eine Gießkanne – was soll denn die in der Kirche? Gab es die eigentlich schon in der Bibel?
Nunja – von Gießkannen ist nirgends die Rede, zumindest nicht aus Plastik. Aber dass die Menschen zum Brunnen, zur Zisterne oder zur Wassertonne gelaufen sind, um Wasser für sich, für ihre Tiere und Pflanzen zu holen, davon ist immer wieder die Rede.

Zum Beispiel in der Begebenheit, von der das Johannesevangelium schreibt:

Da kam Jesus in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte.
6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!
8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.
9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. –
10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser.
11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, du hast doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser?
12 Bist du etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh.
13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten;
14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.
15 Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!
(Joh 4, 5-15)

Liebe Gemeinde,
da reden die beiden über das Wasser im Brunnen, und eh man sich versieht entsteht ein Gespräch über die Bedeutung von Wasser und darüber, dass für Jesus Wasser auch ein Symbol für viel mehr ist: ich will weiterlesen