Radioandachten im November 2018 auf Charivari 98,6

Einfach mal klagen

GutenMorgen

Kürzlich mussten wir von einem guten Freund Abschied nehmen. Das war so ein Tod, den es echt nicht gebraucht hätte. Mitten aus dem Leben – ohne Vorwarnung – ohne vorherige Krankheit – einfach so was von überflüssig.

Ich versuche ja gerne, allem Schlimmen auch etwas Positives abzugewinnen. Und oft klappt das auch, denn vieles hat zwei Seiten. Aber in dem Fall ist mir das nicht gelungen. Da hat es auch nicht geholfen, zu glauben, dass Gott sich schon etwas dabei gedacht hat. Das alles war einfach nur schlimm um traurig.

Aber damit bin ich nicht alleine. Sogar in der Bibel finde ich Worte, wo Menschen genau das ausdrücken: Gott, ich verstehe nicht, was das alles soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du Gott, das wirklich gewollt hast. Das will ich dir klagen, und vor deinen göttlichen Ohren jammern. 

Ja, es gibt Momente, da tut mir das Klagen gut – weil ich dann nicht verkrampft die gute Seite finden muss, die vielleicht wirklich nicht gibt

Weltnettigkeitstag

Guten Morgen,

Gehts ihnen recht gut? Gut  geschlafen? Haben sie sich ein paar Dinge überlegt, mit denen sie sich einen schönen Tag machen könnten?
Ich muss ihnen sagen, dass ich es toll finde, dass sie jetzt schon in aller Frühe Charivari hören.

Könnte es sein, dass es sie gescheit nervt, wenn ich grade so überfreundlich herumschleime?

Da hilft nichts! Heute ist nämlich der “Weltfreundlichkeitstag”, da muss es ein bisschen süßer klingen als sonst. Aber ob das wirklich was bringt? Wie kennen das doch, wenn Leute vornerum recht freundlich tun, und wenn du dich rumdrehst, ziehen sie über dich her.

Freundlichkeit ist schön. Aber eigentlich brauchen wir etwas, was tiefer geht und echter ist. Jesus hat gesagt: “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst”. Das ist doch mal eine Ansage! Dem anderen so viel echte Zuwendung, Ehrlichkeit und Respekt schenken, wie man es selber für sich wünschen würde.

Deutlich schwieriger, als ein bisschen freundlicher zu sein – aber das wäre etwas, wovon man wirklich etwas hat.

Instant Karma

Auf dem Video sehe ich ihn von hinten auf der Autobahn heranpreschen. Immer dichter fährt er auf, zeigt den Stinkefinger und zieht plötzlich nach rechts, um zu überholen – ader dann: Wosch, er kommt ins Schleudern und segelt krachend in die Leitplanke.

“Instant karma” steht im Titel des Videos. Viele ähnliche kursieren im Internet. Instant Karma – damit ist gemeint: Der, der etwas Böses tut, bekommt sofort die Quittung.
Diese Videos werden millionenfach angelickt, denn sie befriedigen unsere Sehnsucht, dass die Gemeinen und Rücksichtslosen nicht ungestraft davon kommen.

Aber die Wirklichkeit ist anders als Youtube. Darum brauche ich ein anderes Programm: Keine “instant-karma”-Nummer, sondern die innere Fähigkeit, es auszuhalten, dass eben nicht alles sofort gerächt wird.

Ich muss verstehen: Rachephantasien machen unsere Welt nicht besser. Manchmal muss ich einfach tief durchtmen und den Mist, den andere fabrizieren,  hinter mir lassen und verzeihen.
Das macht das Herz leichter und senkt den Blutdruck.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Helfen machts heller

Oh Mann, ich weiß manchmal nicht, was die ganzen Leute von mir wollen! Alle Nase lang kommt einer, der meint, dass er meine Unterstützung braucht. Als wenn ich nicht schon genug mit meinen eigenen Schwierigkeiten zu tun hätte. Und dann soll ich auch noch für andere das sein? Da denke ich: Lasst mich doch mal in Ruhe!

Kaum dass ich es dann geschafft habe,  dass keiner nervt, schwirrt mir so ein Bibelspruch beim Internetsurfen übern Weg:
“Öffne dem Hungrigen dein Herz und hilf dem, der in Not ist. Dann wird dein Licht in der Dunkelheit aufleuchten und das, was dein Leben dunkel macht, wird hell wie der Mittag sein.” (Jesaja 58,10)

Mein lieber Gott – das hast du ja wieder schön eingefädelt. Aber was du da versprichst:  “Wenn du für andere da bist, wirst du spüren: Es wird heller bei dir – grade auch da wo es vorher düster war”. Nimmst du, Gott, da nicht den Mund ein bisschen voll? Kannst du versprchen, dass das klappt?

Wünschen tät´ichs mir. Aber eines stimmt sicher:  Wenn ich immer nur an mich selber denke, wirds bei mir innendrin bestimmt nicht heller.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Jesus der Häuslebauer

Guten Morgen

Jesus war doch eigentlich Zimmermann – so wie sein Vater. Hat also damals Hauser gebaut – aus Holz, Stroh und Lehm.

Ich überlege, was er wohl denkt, wenn er zuschaut, was wie wir unsere Häusle bauen. Mit Beton, Stahl und Glas … kühne Konstruktionen … total schick und stylisch.

Ob er neidisch ist, weil es vor 2000 Jahren solche Möglichkeiten nicht gab?

Oder würde ihn vor allem interessieren, als was wir es bauen?

Als Luftschloss voller unrealistischer Phantasien?
Als Festung, abgesichert mit Beamtenstatus und Vollkaskoversicherung.
Als Familiennest, mit kuscheligen Kissen der Harmonie?
Als luftiges Hauszelt der Experimente und  Flexibilität?

Wahrscheinlich wäre er auch da recht offen, würde sich mit uns freuen, und dann fragen: Aber du guckst schon drauf, dass das Fundament passt? Denn egal, wie du dein Lebenshaus bastelst: Wichtig ist, dass es auf solidem Grund steht – dass du vertraust, dass Gott dich hält. Dann steht dein Haus gut – egal wie gläsern, experimentell, abgesichert oder unaufgeräumt dein Lebenshaus sein mag.

Volkstrauertag

Guten Morgen.

An diesem Wochenende ist wieder Volkstrauertag. Oft ist es nur ein kleines Häufchen, das zu den Gedenkfeiern an den Denkmalen zusammenkommt.

Eigentlich müssten es viel mehr sein. Viel mehr müssten sich immer wieder bewusst machen, wie furchtbar Kriege sind. Wie viele Leben und Hoffnungen zerstört werden, weil die Herrschenden ihre nationalen Machtinteressen über alles stellen.

Wir haben schon jetzt zuviel Kriege auf unserem Planeten.  Menschen wie du und ich – werden Opfer. Zivilisten werden von wildgewordenen Soldaten ermordet oder misshandelt. Soldaten kommen ums Leben oder kehren verletzt oder traumatisiert aus ihrem Einsatz zurück – müssen erleben, dass sie im “nomalen Leben” nicht mehr zurechtkommen.

Schon Luther hat gesagt: Ein Krieg führen, heißt, mit goldenen Angelhaken fischen zu gehen: Der Einsatz und der Verlust ist höher als alles, wass du je dabei gewinnen könntest.

Bis heute hat er recht behalten: Letztlich werden alle verlieren, wenn wir nicht fähig bleiben, in Frieden miteinander zu leben.
Ein friedliches Wochenende wünsche ich Ihnen.

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