Predigt: Im klapprigen Omnibus unterwegs zum Ziel (Römer 8, 18-23) 13. November 2016

Foto: A.Dreher /pixelio.de

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Predigt mit dem Motiv eines alten, verrosteten klapprigen Omnibusses Namens Erde, in dem wir durch die Zeit unterwegs sind.

Liebe Gemeinde,
manchmal kommt mir unsere Welt vor wie ein alter klappriger Omnibus, bei dem man sich mit bangem Herzen fragt, ob die alte Kiste denn nochmal durch den TÜV kommt.
Denn da ist ja einiges im Argen! Es fängt ja schon bei der Steuerung an: Wie soll man das Gefährt denn noch lenken, wenn immer öfter seltsame Gestalten in den Regierungen auf diesem Planeten die Führungsrolle übernehmen?
Wenn ich den Motor denke: Das Abgasmanagement funktioniert schon länger nicht mehr … und der Verbrauch – was wir an Rohstoffen verpulvern …. ob wir da überhaupt noch mal die Möglichkeit haben, das Verbrauchte aufzutanken?
Vom Innenraum ganz zu schweigen: Ein einziges Durcheinander! Jeder hätte gerne einen schönen Platz, aber die besten sind schon längst belegt und werden immer aufwendiger herausgeputzt, unterwegs wird Prosecco geschlürft. Gleichzeitig hocken andere mit den einzigen Klamotten, die sie besitzen auf dem feuchten dreckigen Boden.
Die Klimaanlage wird vom Internet gesteuert und verpestet die Luft mit Hass und Hetze, mit Neid und Arroganz.
Wir alle sitzen drin – aussteigen geht nicht.
Alles ächzt und stöhnt und ich weiß nicht, ob es die morschen Bauteile sind, oder die Menschen, die ängstlich durch die Scheiben starren. Was soll das noch werden? ich will weiterlesen

Predigt: Ist Gott wie ein ungerechter Richter? (Lukas 18, 1-8) 11. November 2001

Liebe Gemeinde,
aus irgend einem Fernsehkrimi habe ich folgende Szene in Erinnerung:
Heimtückisch wurde ein Mann von seinem Feind niedergeschlagen. Das Opfer liegt schwerverletzt da, im Sterben. Der Täter ist bereits davongelaufen. Da kriecht das Opfer mit letzter Kraft an den Schreibtisch, zieht ein Blatt Papier und einen Kugelschreiber zu sich herunter und kritzelt den Namen des Täters auf den Zettel. Dann bricht er tot in sich zusammen.
Warum? Wieso schreibt der Ermordete noch den Namen seines Mörders auf? Er hat ja nichts mehr davon. Er ist tot, egal ob später der Mörder gefasst wird oder nicht. Lebendig wird er davon nicht mehr.
Aber trotzdem verlangt der Ermordete mit seinem Zettel nach Gerechtigkeit. Ihm ist wichtig, dass die Tat an ihm gesühnt wird. Dass der Mörder gefasst wird. Erst dann ist die Welt wieder im Gleichgewicht, dann hat der Tote auch seine Ruhe, wie man so sagt. ich will weiterlesen

Predigt: Ist Jesus mit den bösen Geistern im Bunde? (Lukas 11, 14-23) 7. November 1999

Liebe Gemeinde,

der Predigttext zum heutigen Sonntag steht beim Evangelisten Lukas, im 11. Kapitel:
Und Jesus trieb einen bösen Geist aus, der war stumm. Und es geschah, als der Geist ausfuhr, da redete der Stumme. Und die Menge verwunderte sich. Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die bösen Geister aus durch Beelzebul, ihren Obersten.
Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Er aber erkannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und ein Haus fällt über das andre.
Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die bösen Geister aus durch Beelzebul.
Wenn aber ich die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
ich will weiterlesen