Was macht mein Pfarrer eigentlich in Zeiten von Corona?

Keine Gottesdienste, kein Reliunterricht, Konfirmation auf unbestimmte Zeit verschoben. Auf dem ersten Blick sieht es aus, als stünde die Kirchenwelt zur Zeit still.
Aber genau das Gegenteil ist der Fall: In Kirchenleitungen als auch in den Gemeinden vor Ort wird an unglaublich vielen neuen Formaten und Ideen gewerkelt, damit Kirche weiterhin den Menschen nahe sein kann. Allein auf Yotube finden sich hunderte Videos von Gottesdiensten, die in den leeren Kirchen aufgenommen wurden.
Und nebenher läuft vieles vom sowieso unsichtbaren Alltagsgeschäft der Pfarrerinnen und Pfarrer weiter. Und weil es viele nicht sehen können (und manche nicht sehen wollen), hab ich mal ein bisschen versucht, es sichtbar zu machen:


Predigt: Wenn die PR-Abteilung versagt, kommt raus, wie ernst er es meint (Lukas 9, 57-62) 15. März 2020

Lk 9,57-62

Drei Menschen, die Jesus eigentlich nachfolgen wollten, erhalten von ihm eine barsche Abfuhr. Es ist ihm ernst, bei dem, was er vor hat: Wenn große Herausforderungen anstehen, ist es wichtig, auch konsequent die Komfortzone zu verlassen.

Predigttext:  Lk 9, 57.62
Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu Jesus: Ich will dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. 59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! 61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

 Was passiert, wenn man keinen PR-Berater hat

Liebe Gemeinde,
Jesus hatte keinen PR-Berater,
keine Werbefachfrau hat seine Reden vorher durchgelesen,
und kein persönlicher Referent hat darauf geschaut, was er so “twittert” und ihn davor gewarnt, dass der eine oder andere Satz falsch verstanden werden kann.

Und so hören wir hier drei Sätze Jesu, die jedem dieser Beratungsmenschen das Blut in den Adern gefrieren lassen würden.
“Jesus! Das kannst du doch so nicht sagen! Da kommen Menschen, die dich verehren, die dir nachfolgen wollen; die wollen etwas von dir, das ist doch wunderbar! Und dann klatscht du denen diese ablehnenden Sätze wie einen nassen Lappen um die Ohren. Da brauchst du dich nicht wundern, wenn sie sich enttäuscht und verletzt zurückziehen. Denn es dumm geht, hast du dir eben Fans zu Feinden gemacht.” ich will weiterlesen