Osternacht: Das Fest ist noch nicht vorbei

2022 haben wir in der Osternacht den Tisch, an welchem am Gründonnerstag das letzte Abendmahl ein abruptes Ende gefunden hat, in die Mitte gestellt. Im Laufe der Feier wird er wieder hergerichtet, für ein neues Feiern des Mahles der Auferstehung.

Ablauf:

Stille
Musik der Orgel  (700 bleibet hier )
Lesung: Grablegung Jesu
Text: die Feier ist zu Ende
EG 700 bleibet hier
Einzug der Osterkerze 
Verteilen des Osterlichtes in der Gemeinde, entzünden am Altar
EG 99 Christ ist erstanden!
Lesung des Osterevangeliums Mt 28,1-10
EG 116 1-5: Er ist erstanden
Wiederherrichten des Fest-Tisches mit begleitenden Texten
KAA 091 Wenn das Brot, dass wir teilen
Gesprochene Liturgie zum Abendmahl
Austeilung: Gaben liegen am Tisch bereit, in kleinen Gruppen
Ankündigungen
Dankgebet
Schlusssegen
EG 556 Die Sonne geht auf

Texte und Hinweise

Der Kirchenraum
Wir beginnen in der finsteren Kirche / Im  Altarraum ein schwarz/rot gedeckter Tisch, ein umgeworfener Kerzenleuchter
Gäste erhalten ein Liedblatt und eine Kerze

Text: die Feier ist zu Ende

So schnell kann es gehen. Noch am Abend zuvor waren sie zusammengesessen.
Alle: Jesus und die zwölf Jünger. Sie haben gefeiert.
Gegessen.
Getrunken.
Sie wussten sich verbunden, wie selten zuvor.
Eine wunderbare Gemeinschaft bei Brot und Wein.
Jesus sprach von seinem Leib, seinem Leben. Von seinem Blut, seinem Tod.
Noch hatten sie nicht wirklich verstanden, was er damit gemeint hatte.
Noch ahnten sie nicht, was die nächsten Stunden bringen würden.
Am Ende war Jesus aufgestanden. Hinaus zur Türe, weiter durch das Stadttor zum Kidrontal, da, wo der Garten Gethsemane lag.

Damit war die Feier zu Ende.
Der Tisch war verwaist.
Der Wein nur halb ausgetrunken, manches Brot kaum angerührt.
Der Leuchter umgefallen, die Tischdecke rot vom Wein.
Die Party ist vorbei.
Die Stunde der Mächtigen hat geschlagen. Unbarmherzig vollenden sie ihren möderischen Plan.
Bis schließlich ein Stein Jesu Grab verschließt.
Das Feiern hat ein Ende.
Singen wir: Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet, wachet und betet!

Wiederherrichten des Fest-Tisches mit begleitenden Texten

Die Party ist noch nicht vorbei! Der Tisch, an dem Jesus und seine Jünger gemeinsam saßen, wird noch gebraucht. So unerwartet, wie das Feiern am Gründonnerstag unterbrochen wurde, so unerwartet setzt Gott einen neuen Anfang.

Der Ostermorgen verändert alles. Jesu Auferstehung gibt allem eine neue Perspektive. Das scheinbare Ende wird zu einem neuen Anfang

(alte Tischdecke wird wegenommen, eine neue wird aufgelegt)

Der Tisch erhält eine neue Decke. Weiß ist sie. Weiß wie das Leichentuch Jesu. Das Tuch, das die Frauen am Ostermorgen im leeren Grab fanden. Weiß, wie ein leeres Blatt Papier. Gott schreibt seine Geschichte mit den Menschen weiter. Er beginnt ein neues Kapitel – ein neues Testament.
(der Kerzenständer wird aufgerichtet und entzündet)

Der Leuchter wird aufgerichtet. Seine Lichter sollen wieder brennen. Jesus hat gesagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Leben haben“. Das Licht der Welt scheint in die Finsternis. Der Schein der Kerzen verdrängt die Nacht.

Das Dunkel um uns herum ist immer noch da. Schmerz, Leid, Tod sind nicht über Nacht verschwunden. Das Leben mit seinen Lasten und Dunkelheiten … das bleibt uns. Aber wir haben ihn! Das Licht unsers Lebens. Jesus, das Licht, in dessen Schein wir uns versammeln.

Zuammenkommen
Einander wahrnehmen
einander ansehen,
einander trösten und stärken.

(Der Teller mit Brot wird in die Mitte gestellt)

Brot steht wieder auf dem Tisch. Brot, das wir zum Leben brauchen. Brot, das man miteinander teilt, gemeinsam isst und dabei Gemeinschaft erfährt. Gemeinschaft, die es aushält, dass auch ein Judas in ihren Reihen zum Teller greift, auch ein Petrus, der Jesus verleugnet hat genauso wie auch mancher zweifelnde Thomas.

(Der Kelch wird dazugestellt)

Auch der Kelch findet wieder seinen Platz auf diesem Tisch. Er macht den Tisch erst zur Festtafel. Die Frucht des Weinstocks macht das Mahl zum Fest. Und zugleich hat Jesus diesem Kelch eine neue Bedeutung gegeben: „Mein Blut, das für euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden“
Er erinnert an Jesu Tod. Dass er für uns das alles auf sich genommen hat.

„Tut das zu meinem Gedächtnis“ hat er gesagt. Diese Feier stellt uns mit ihn  an einen Tisch. Wir vergegenwärtigen ihn uns: Er ist da, mitten unter uns.
Ja… eigentlich ist es ja immer da.
Sein offenes Ohr, wenn ich zu ihm bete.
Manchmal spüre ich eine Kraft, die über meine Kräfte geht, die ich eigentlich habe.
Jesus – Du bist da!
Immer – und manchmal dann doch in besonderer Weise … hier an seinem Tisch.
Besondere Momente: Momente, die innere Bilder in uns entstehen lassen, die wir nicht gleich wieder vergessen. Wenn wir so versammelt sind, wie einst seine Jünger mit ihm in ihrer Mitte. Momente der Gemeinschaft – mit ihm und mit den Menschen, die ihm nachfolgen.

Feiern des Abendmahls
Wir haben an diesem Tisch gefeiert. Coronakonform kamen immer 5 Gäste an den Tisch, auf den wir immer wieder neu Brot auf Untertassen und Saft in Einzelkelchen bereitgestellt haben.

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