Predigt zur Konfirmation: Ihr seid das Licht der Welt (September 2020)

Konfi 2020

Wir ermutigen unsere Konfirmanden, einmal die „Guten“ zu sein, die für die Werte unseres Glauben einstehen.
Und weil das keine einfache Aufgabe ist, wird mit dem afrikanischen Sonnenglas und Mark Forsters „Chöre“ mal auf unsere persönlichen Lichtquellen geschaut.

“Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.”

Liebe Konfis,

das hat Jesus bei seiner Bergpredigt seinen Zuhörern gesagt. Und wie das in unserer Bibel oft so ist, spürt man, dass man da eigentlich auch selber damit gemeint ist. Also heute besonders auch ihr:

SEID SELBST LICHT

Ihr seid Licht für diese Welt. Ihr seid hier der Lichtblick – als Konfis die ihr euer eigenes JA zum Glauben sagt – ihr könnt es in unserer manchmal recht düsteren Welt heller machen.

Damals, als Jesus das gesagt hat, war die Welt zwar ganz anders als heute, aber auch nicht besser. Die hatten zwar andere Probleme als wir, aber viele fühlten sich ziemlich am Ende. Und da kommen sie zu Jesus und hoffen, dass er irgendwie alles wieder zurechtbiegt. Und was sagt er in seiner ersten großen Rede, in dieser Bergpredigt? “Ihr selber seid das Licht der Welt!” Versteckt euch doch nicht mit euren Fähigkeiten, das Leben, diese Welt wieder heller zu machen! Seid selber eine Lampe für diese Welt!

Und bei dieser Rede, einige Sätze daraus habt ihr ja gerade gehört, erklärt Jesus seinen Jüngern, wie sie Licht der Welt sein können. Oft ganz einfach, indem sie ein bisschen anders sind, als die, die sonst so rumrennen.

Von Liebe erzählt Jesus ganz oft. Dass man den anderen versucht zu verstehen, statt ihn abzulehnen. Akzeptieren, wo andere nur mobben, hetzen und Hass säen. Es gibt immer solche Menschen, die alles schlecht reden wollen, Angst vor allem Möglichen verbreiten. Die den Anderen grundsätzlich als Feind ansehen, mit dem man nicht dikutieren kann oder will.
Da sagt Jesus: Liebe nicht nur deine Freunde, sondern auch deine Feinde.

Überhaupt … manchmal hat man schon den Eindruck: Diejenigen, die die anderen in die Pfanne hauen, die das längere Messer in der Tasche haben, die die besseren Tricks und die mächtigeren Freunde haben: Das wären die Sieger, die reißen sich alles unter den Nagel.
Und dann kommt Jesus daher und sagt: “Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Es wird einmal ganz anders ausgehen, als ihr vermutet. Weil das Spiel der Welt noch längst nicht fertigespielt ist.”

Oder ein dritter Gedanke: Wo Jesus dafür wirbt, großzügig zu sein, offene Arme zu haben. Wenn jemand etwas von dir braucht, dann stell dich doch nicht so an! Du hast doch selbst erlebt, wie schön es war, als dir mal jemand weitergeholfen hat. Gönne dem Anderen sein Glück – denn du wirst dadurch doch nicht unglücklicher, bloß weil es ihm ein bisschen besser geht.
Und umgekehrt: Wenn du einem Anderen das Leben vermiest, kannst du vielleicht schadenfroh grinsen – aber besser wird dein eigenes Leben dadurch auch nicht.

Ihr seid das Licht der Welt!
Ihr habt das Potential, dieses Licht in die Welt zu tragen.
Also lasst euer Licht leuchten – seid die Guten! – Und habt keine Angst, dass dadurch etwas verloren gehen könnte.

AUFTANKEN

Wobei … es ist nicht immer nur einfach, Licht zu sein, gegen den Strom zu schwimmen. Wenn die Mehrheit in der Klasse sich so verhält, wie du es falsch findest – dann kostet das irre viel Mut und Kraft, da mal seinen Überzeugungen zu folgen. Da muss man manchmal mit sich selber kämpfen, dann versucht man seine Freude für den richtigen Weg zu gewinnen. Da ist “Licht sein” echt ein riesen Akt, wo man auch Angst davor haben kann dass man es nicht schafft, dass die innere Batterie schlappmacht.
Man ist ja selber auch nur ein Mensch.

Aber: Licht sein bedeutet ja nicht, dass man ohne eigene Lichtquelle ist. Ich habe hier ein Sonnenglas. Vielleicht kennt ihr das ja. Das hat da oben eine Solarzelle mit einem Akku. Tagsüber scheint die Sonne drauf, dadurch wird der Akku aufgeladen.

Wenn aber der Moment kommt, wo ich Licht benötige, dann lege ich den Hebel hier um, um und habe mein Licht. Ohne Sonne wäre dieses Sonnenglas nutzlos, es braucht die Sonne tagsüber, um dann zu leuchten, wenn es dunkel wird.

Christsein bedeutet auch: Gott ist mein Licht. Da habe ich die Erfahrung gemacht: Wenn ich mich von Gott geliebt und angenommen fühle, wenn ich bete, und spüre, dass da jemand ist – dann lädt das meine inneren Licht-Akkus auf.

Wenn das nicht passieren würde, wäre bei mir schon längst der Ofen aus, dann hätte ich auch keine Kraft und Energie für die Menschen um mich herum.

Licht der Welt zu sein, ist also nicht nur eine große Aufgabe, sondern Gott stellt mir auch die “Ladeinfrastruktur” zur Verfügung. Indem er für mich Licht ist – damit ich Licht weitergeben kann.

NICHT SOLLEN, SONDERN SEIN

Puh … War das jetzt vielleicht in bisschen too much? Zu viel Motivationsgelaber?  Nunja – ich will mal ganz ehrlich sein: Ich hab mir das Thema ja nicht zufällig für euch rausgesucht. Ein bisschen bin ich ein Fan geworden. Euer gesamtes Konfi-Team mit Brunnern und Wilhelmsdorfern, das ist schon eine besondere Truppe. Unsere Mitarbeiter haben da oft genug von euch allen geschwärmt. So unterschiedlich ihr auch seid: Man hat da viel Zusammenhalt gespürt, Freude am Zusammenarbeiten, Herzlichkeit, Offenheit. Natürlich gabs auch Grüppchen mit Bestfriends … aber insgesamt war da eine besondere Kultur des Miteinanders. Das ist wirklich total stark.

Ja, und dann kurz vor der Konfirmation ging alles auf Standby. Denn wir haben uns coronabdingt ja kaum noch gesehen. Das hat vieles von jetzt auf gleich ausgeknipst. Ich hab ja ein bisschen mitbekommen, wie euch die Verschiedung der Konfirmation getroffen hat. Das war echt ein Schlag, wo es in euch erst mal zappenduster war. Das hatte es ja noch nie gegeben, und ihr habt auch gepürt, wie hilflos auch wir Erwachsenen da waren.

Ihr habt da etwas erlebt, was es im Leben immer wieder geben wird: Dass das gewohnte Gute – das Licht – auch in mir selber nicht mehr leuchtet wie gewohnt.

Da ist es im Leben eher düster und grau. Da kriecht die Unsicherheit in einem hoch, ob man das alles auch wirklich schafft, was von einem erwartet wird. Von Eltern, Familie, Schule, Freunden … 
Und auch wenns um Gott geht, fragst du dich vielelicht auch öfter, ob das wirklich so ist, wie du es dir seit deiner Kindheit vorgestellt hast. Sondern da spürt man auch Zweifel, weil eben doch offene Fragen gibt. Das ist alle nicht so einfach.


Und manchmal wird einem einfach alles zu viel – und man möchte nur noch seine Ruhe, und die Decke über den Kopf ziehen.

Ihr seid das Licht der Welt – in diesem Zustand?

Nunja, die Leute, denen Jesus das gesagt hat, die waren auch nicht besser als wir. Die haben auch nicht toller geglaubt als wir – die haben ja teilweise Jesus erst ein paar Tage gekannt. Und ein paar Seiten weiter hinten in der Bibel kann ich auch nachlesen, dass einige von denen zwischendurch auch mal ordentlich abgeloost haben.

Und trotzdem sagt Jesus zu denen: Ihr seid das Licht der Welt.

So tickt Jesus! Er ist kein Sportlehrer, der sagt: Erst mal 30 Liegstütze, Felgaufschwung und Schwebebalken auf einem Bein – dann gibts auch die Siegerurkunde.  Nein: Er sagt zuerst: Du bist schon ein Licht, ich weiß das schon! Und jetzt schau einfach mal, dass du etwas davon weitergeben kannst.

Du hast schon alles, was du brauchst, trau dich nur!

KONFETTI

Kennt ihr das Lied “Chöre” von Mark Forster? Ihr wisst schon, das mit “und die Chöre singen für dich  oh oh..”.

Ich hab das Gefühl, das ist genau für so einen geschrieben, der sich nicht traut, das eigene Licht leuchten zu lassen:

Warum machst du dir ’nen Kopf? Wovor hast du Schiss?
Was gibt’s da zu grübeln? Was hast du gegen dich? Ich versteh‘ dich nicht
Immer siehst du schwarz und bremst dich damit aus

Hausarzt Dr. Forster disgnostiziert: Lichtblockade! Weil sich da einer nicht so recht traut. Aber er hat ein Rezept:

Ich lass‘ Konfetti für dich regnen Ich schütt‘ dich damit zu
Ruf deinen Namen aus allen Boxen – Der beste Mensch bist du
Ich roll‘ den roten Teppich aus – Durch die Stadt, bis vor dein Haus
Und die Chöre singen für dich Oh oh oh oh

Ja, traut euch, Licht zu sein für diese Welt. Und heute regnets Konfetti für euch! Nicht nur aus Papier!
So viel Aufmerksamkeit.
So viel “in der Mitte stehen”.
So oft den eigenen Namen aus den Boxen zu hören.
So viel: “Gott wird mit dir sein!”

Das ist das Konfetti der Konfirmation!

Und ich wünsche euch, dass ihr immer wieder im Leben – vielleicht grade dann, wenns nicht so läuft – ihr noch so einen Konfettikrümel von heute auf eurer Stirn findet. Einer der euch an heute erinnert und sagt: Ihr seid das Licht der Welt!

AMEN

Prakische Hinweise

Das Sonnenglas ist als in Afrika fair hergestelltes Produkt nicht gerade ein Giveaway-Schnäppchen. (Das große kostet 35 Euro, das kleine 30 Euro). Aber mir war es wegen der Symbolik wichtig, das Sonnenglas den Konfis vorzustellen.
In den verschiedenen Runden der Konfi-Gottesdienste haben Solisten bzw- Chöre das Lied „Chöre“ von Mark Forster gesungen. Bei der entsprechenden Stelle rieselte Glitzer-Konfetti von der Empore auf die Konfirmanden herunter.
Ich habe Rosé-Goldenes Deko-Konfetti genommen. Es glitzert total schön uns kann aufgrund des großen Durchmessers auch von groben Teppichen gut mit dem Taubsauger entfernt werden (bitte denkt an eure MessnerInnen).

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