Videoandacht – Frühling: Der Regenbogen über der Arche (22. März 2020)

Weil wir in unserer Kirche keinen Gottesdienst feiern können, wird der Gemeinde eine Andacht als Video geliefert und den Nichtdigitalen der Text auf Papier zur Verfügung gestellt.

Frühling: Der Regenbogen über der Arche (1. Mose 8-9)

Diese Andacht ist als Video auf der Homepage der Kirchengemeinde  (Wilhelmsdorf-evangelisch.de) und auf unserem Youtube-Kanal zu finden.

Begrüßung

Eigentlich feiern wir am Sonntagmorgen hier Gottesdienst – und es hat wohl nur wenige Male in der Geschichte dieses Gotteshauses gegeben, an denen es uns schlechterdings nicht möglich war, hier miteinander zu feiern.

Aber auch wenn heute hier die Kirchenbänke leer bleiben: Die Kirche ist ja immer noch da – die Glocken läuten dennoch zum üblichen Zeitpunkt.

Glaube – Hoffnung – Liebe sind ja auch noch da.
Und als Christen vertrauen wir, dass Gott da ist – auch mitten in schwierigen Situationen – mitten in Sorge, Angst, Unsicherheit, Wut oder Traurigkeit.

Auch wenn wir alles gemeinsame Feiern und Treffen füre einen zeitlang unterbrochen haben – wir sind weiterhin eine Gemeinde  – diese kleine Andacht aus ihrer Kirche soll sie daran erinnern. Heute kommt sie aus Wilhelmsdorf, nächste Woche soll sie aus Brunn kommen.

Ansprache

Wissen Sie, was seit gestern ist?
Nein, ich meine  nicht die Ausgangsbeschränkungen! Wir haben Frühling!

Gestern war Frühlingsanfang. Aber bei all dem Trubel übersieht man es ja glatt.

Jetzt wo alle Tage neue Botschaften um Corona unsere Aufmerksamkeit an sich ziehen, da gerät so ein alljährlicher Frühlingsanfang schon schnell in den Hintergrund. Wem ist schon jetzt nach Frühlings-Gefühlen?

Aber der Frühling ist da – der ist einfach gekommen –

Die Krokusse schauen heraus,

Die Forsythie beginnt zu blühen

Überall krabbelt das Grün aus dem Boden

Die neue Jahreszeit kommt, sie fragt nicht nach fehlendem Klopapier 

Es ist eine seltsame Spannung: Ich mache mir echte Sorgen, was die kommenden Wochen bringen. Schaue mit einer Mischung aus Angst und “das schaffen wir schon” in die Zukunft.

Und der Frühling kommt – das ist einfach so – weil sich unsere Erde eben immer gleichmäßig um die Sonne bewegt – unabhängig von dem, was wir da gerade auf dem Planeten veranstalten.

Die Jahreszeiten, die zuverlässig kommen und gehen.
Der Wechel von Tag und Nacht – das sind Konstanten in einer Welt, bei der man oft nicht weiß, wo oben und unten ist.
Schön, wenn es so Faktoren gibt, auf die man sich verlassen kann.

Sie kennen doch bestimmt die Geschichte von der Arche Noah. Am Ende, als die Arche wieder auf festen Boden steht, gibt Gott dem Noah und seiner Familie ein Versprechen: 

Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. 22 Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose  8, 20-22)

Ich da nicht schön? Der Lauf der Jahreszeiten einmal als Zeichen dafür gedeutet, dass Gott uns Menschen treu bleibt – auch wenn wir noch so viel falsch machen

Ein paar Zeilen weiter sagt er:

Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: 13 Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. 14 Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. 15 Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch

(1. Mose 9, 12-15)

Da fallen mir die Plakate ein die ich in Berichten über Italien gesehen habe: Handgemalte Plakate mit einem dicken Regenbogen und den Worten “tutto andrà bene” alles wird gut.

Es wird nicht gut, weil wir alles im Griff haben.

Es wird auch nicht gut, wenn wir die Situation verharmlosen.

Es wird gut … das sind Worte der Hoffnung, weil wir darauf vertrauen, dass Gott unser Leben in der Hand hat. Auch in schweren Tagen, auch wenn die nächsten Wochen manchen von uns viel abverlangen werden.
Tutto andrá bene – Gott lässt uns nicht allein!

Gebet

Erbarme dich, Gott, über alle, die in Angst und Sorge sind,

die um die Gesundheit geliebter Menschen bangen,

die um Verstorbene trauern.

Wir bitten dich für alle, die in ihrer Existenz erschüttert sind,

die nicht wissen, wie es für sie weitergehen kann,

dass sie Unterstützung bekommen und in aller Sorge nicht Schaden nehmen an ihrer Seele.

Gott, sei spürbar bei den Menschen in den Risikogebieten der Welt,

Bei den Menschen in den Kriegsgebieten dieser Erde,

Sei bei allen, die sich nach Zukunft und Leben sehnen.

Wir wollen dir vertrauen! In der Bibel wird von deiner Macht über die Natur erzählt, als Herr über Wind, Wellen und Krankheiten wirst du gelobt.

Darum bitten wir um deine Hilfe. Erbarme dich über uns.

Amen

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen

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