Spielszene zu Erntedank: Wenn der Wurm drin ist – Oktober 2026

Eine kurze Spielszene zum Erntedankfest.
Wir haben sie für unsere Familienkirche entwickelt; aber sie ist wohl auch für älteres Publikum anpassbar.

Es geht um Dankbarkeit für das Unperfekte, gerade angesichts eines trockenen Sommers; und auch um das Erkennen, dass eben nicht alles gelingt – auch nicht, wenn wir darauf vertrauen, dass Gott es schon richten wird.

Spielszene: Wenn der Wurm drin ist

Besetzung: Verkäuferin und drei Kund*innen



V: So, da habe ich also meinen Erntedank-Laden! So viele schöne Sachen habe ich da, alles nur vom feinsten … Kürbisse, Kartoffeln, Tomaten, Äpfel, Nudeln. Ich freue mich schon darauf, das alles unter die Leute zu bringen.

K1: Hallo Karin – ach hast du einen schönen Laden. Da machts ja richtig Spaß, einzukaufen.

V: Alles Top-Qualität. 1A, frisch vom Garten auf den Tisch.

K1: Na, dann nehme ich doch gleich was von deinen erstklassigen Weintrauben. Die lachen einen ja richtig an!

V: Gerne, reicht dir eine Rebe?

K1: Ja, die ist ja richtig groß … danke. Darf ich mal probieren?

V: Natürlich

K1: Hmm echt lecker! Hoppla, Da sind ja auch ein paar sehr schrumpelige Trauben dabei … schau mal! Die kann man aber nicht essen. Wie gibt’s denn das?

V: Naja, denk mal nach, wie heiß und trocken der Sommer war. Da war das für manche Pflanzen echt schwierig. Und da haben auch die Bauern sich auch gescheit Sorgen gemacht, wie das mit der Ernte so wird. Draußen auf den Feldern kannst du ja auch nicht einfach mal mit der Gießkanne rumrennen.

K1: Stimmt. Da kann man ja froh sein, dass es trotz des schwierigen Wetters doch halbwegs gut gegangen ist. Da sind die paar vertrockneten Trauben das kleinste Problem.

V: Das sehe ich auch so. Wir haben eine wunderbare Ernte, über die ich sehr froh bin. Und dass nicht alles perfekt wächst und gelingt, das gehört zur Natur immer dazu. Da braucht man auch nicht jammern, wenn mal ein paar Trauben schrumpelig sind oder ein Salatblatt recht welk ist.
Möchtest du sonst noch was?  
K1: Danke, ich hab alles. Einen schönen Tag wünsche ich dir noch … (K1 geht)

(K2 kommt)

K2: Hallo, ich hab gesehen, du hast einen Erntedank-Laden? Cool! Ui, was nehm ich denn da? Ach … Äpfel! Endlich gibt es schöne Äpfel im Herbst. Was sind das für welche? Boskop oder …

V: Das sind „pink Lady“ die sind besonders süß und saftig!

K2: Perfekt, so mag ich sie am liebsten.  Da nehm ich doch gleich mal 4 Stück

V: Bittesehr ..

K2: Danke, die sind ja wirklich schön, auch ne schöne Farbe … aber  … Moment … der hat da ja ein Loch! Kann das sein, dass da ein Wurm drin ist?

V: zeig mal! Ja, tatsächlich. Das ist ja blöd. Den musst du nicht nehmen. Den gebe ich den Kaninchen zum Fressen, die stört das nicht. Schau, da habe ich noch einen ohne Wurmloch für dich.

K2: Dankeschön. Aber das ist schon schade, dass manche Äpfel einen Wurm haben … da denkt man: Alles ist perfekt … und dann ist doch der Wurm drin.

V: Das ist halt mal so. Wie im echten Leben! Das sagt man ja auch manchmal: „Da ist der Wurm drin!“, wenn etwas immer wieder mal nicht klappt.

K2: Stimmt, wenn ich an meine Kinder denke: Mathematik in der Schule – da war auch oft der Wurm drin … da lernen sie und hängen sich rein, aber dann klapp es dann doch wieder nicht und sie sind nach der Schulaufgabe enttäuscht.

V: Aber insgesamt hats doch gut funktioniert mit der Schule – oder?

K2: Ja doch. Da sind wir auch ganz glücklich. Ich denke: Manchmal regt man sich über den einen Wurm ganz furchtbar auf, und vergisst fast, wie gut alles andere ist, was man so hat.

V: Noch einen Wusch?

K2: Ach nö. Alles gut, mit den Äpfeln bin ich vollkommen glücklich. Schönen Dank! Bis zum nächsten Mal. (K2 geht)

(k3 kommt)

K3: Hallihallo – wie schön, dass dein Laden offen hat. Ich hoffe du kannst mir weiterhelfen …

V: Ja, was brauchst du denn?

K3: Wie soll ich das jetzt ausdrücken? Ich bräuchte was gegen die Sorgen.

V: Was brauchst du? Ich glaub ich habe dich nicht so richtig verstanden.

K3: Ich erkläre es dir: Weißt du: Das Leben ist ja voller Überraschungen. Immer kann was passieren. Gerade um die Kinder macht man sich ja oft Gedanken, was da wohl mal wird. Passen sie auf dem Weg in die Schule auf den Verkehr auf?  Machen sie am Nachmittag keinen Blödsinn. Setzen sie beim Fahrradfahren auch den Helm auf. Und das ist schon schwierig, wenn man sich da immer wieder Sorgen macht. Verstehst du mich?

V: Ja, ich glaube, das kennen wir alle. Aber was kann ich dir denn da anbieten?  (schaut sich die Erntedankgaben an) Ob Tomaten da helfen? Oder Kartoffeln? Huch! Was ist denn das da? Das ist mir bisher ja noch gar nicht aufgefallen… (Angelt das Körbchen mit den Engel-Plätzchen heraus).

K3: Zeig mal. Ah, da sind ja lauter kleine Engelchen! Kann es sein, dass das Schutzengel sind?

V: Sieht ganz danach aus. Das wäre doch was für dich: Schutzengel! In der Bibel steht im Psalm 91: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“
Ich finde, das macht es mit den Sorgen schon ein bisschen leichter. Wenn ich mir vorstelle, das Gott sich um uns Menschen kümmert. Dass da Engel auf uns aufpassen,

K3: Ja, das ist eine sehr schöne Vorstellung. Auch wenn Engel ja meistens unsichtbar sind. Wie viele Engel braucht man denn da für eine ganze Familie? (gruschelt ein bisschen im Körbchen rum) – Ach schau! Der hat bloß einen Flügel! Der andere Flügel ist abgebrochen.

V: Aha (schaut ihn genauer an) Das kommt mir irgendwie bekannt vor! Genau so wie bei den Weintrauben und den Äpfeln.

K3: Was meinst du damit?

V: Weißt du, es ist ja nie alles perfekt. Manche Äpfel haben einen Wurm, jede Weinrebe hat ein paar vertrocknete Trauben. Auch wenn es alles gut und lecker ist, es gibt immer auch so ein Eckchen, das nicht perfekt ist. Weil im Leben nichts perfekt ist, und auch kein Mensch perfekt sein muss.

K3: Und wie ist das mit den Schutzengeln? Kann es sein, dass die auch nie vor allem schützen können, was passieren könnte? Manchmal habe ich superfitte Schutzengel, und manchmal einen, der bloß einen Flügel hat … und dann auch mal was schiefgehen.

V: Ja, so kann ich mir das vorstellen. Wenn du unbedingt meinst, auf einem Bobbycar die Bergstraße runterzudonnern, dann wird es schon knapp, wenn der Schutzengel nur einen Flügel hat.

K3: Ja, ein bisschen selber denken und aufpassen, das schadet wirklich nicht. Und das kriegen wir schon hin. Aber wenn ich daran denke, dass jeder von uns so einen Schutzengel hat, das beruhigt mich das schon sehr. Kannst du mir da einige einpacken?

V: Auch den mit einen Flügel?

K3: Ja, der gehört ja auch zur Mannschaft. Was kostet das?

V: Nix!

K3: Was?

V: Ja in meinem Laden kostet alles nichts!

K3: Warum denn das?

V: Ganz einfach: Weil Gott uns alles geschenkt hat: Unser Leben, unsere Ernte und auch, dass er mit seinen Engeln auf uns aufpasst.

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