Radioandachten in der Weihnachtswoche 2019 auf Charivari 98,6

23. Dezember 2019  Die fränkische Weihnachtskrippe

Guten Morgen,

auf unserem Christkindlesmarkt gibt’s ja total schöne Weihnachtskrippen. Mir gefallen besonders diese fränkischen Krippen. Der Stall ist eine Fachwerk-Scheune mit Holzlege, Hühnerstall, Ziehbrunnen und allem, was zu so einem Bauernhof dazugehört. Und da kommen dann Josef, Maria, das Jesuskind, Ochs, Esel, Hirten und Könige rein.
Eigentlich ist das ja historisch gesehen Unsinn: Der Stall von Bethlehem war ganz anders als unsere fränkischen Scheunen – und Maria hatte bestimmt kein Dirndl an.
Aber irgendwie passt es doch! Weihnachten heißt ja, dass Gott mit diesem Jesuskind in unsere Welt kommt. Auch in ihre und in meine Welt! Und die ist nun mal hier in Franken.
Also steht Jesu Krippe nicht nur in Bethlehem,
sondern auch in Nürnberg,
hier im Charivari-Studio
bei ihnen neben dem Frühstückstisch oder im Kofferraum ihres Autos.
Der Dichter Angelus Silesius hat es einmal so formuliert: Wird Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, dann wirst du nichts davon haben.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

24. Dezember 2019: Heiliger Abend

Guten Morgen,
es ist soweit! Heiliger Abend!
Freuen Sie sich, oder haben sie auch ein bisschen Angst vor diesem besonderen Tag? Ob heute Abend daheim alles glatt geht, alle Wünsche und Hoffnungen erfüllt werden? – Irgendwas geht doch immer schief.
Warum soll denn gerade an diesem Abend alles perfekt funktionieren? Bloß weil der Heilige Abend ist? Wir wissen doch: Je höher wir unsere Erwartungen schrauben, um so größer ist die Gefahr, dass wir enttäuscht werden.
Machen Sie es wie die Kinder: Freuen Sie sich auf den Abend; schauen sie auf das, was toll ist, was sie freut. Bejubeln sie den selbstgemachten Eierlikör von der Nachbarin, – aber ärgern sie sich nicht über das unpassende Geschenk ihrer Schwiegermutter. Das Gute sehen und die Pannen einfach hinnehmen. Josef und Maria gings doch  auch nicht anders:  Sie waren glücklich, dass ihr kleines Jesuskind zur Welt gekommen ist – der dreckige Stall und die schwierigen Umnstände wurden zur Nebensache.
Einen entspannten und gesegneten Heiligen Abend wünsche ich Ihnen

25. Dezember 2019: Perspektive der Christbaumkugel

Guten Morgen
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als kleiner Junge an Weihnachten ewig vor den grünen und roten Christbaumkugeln gesessen habe.  Ganz dicht bin ich da hin:  Der ganze Raum hat sich in der Kugel gespiegelt aber das Faszinierende war, dass ich mich in der Kugel ganz verändert gesehen habe. Eine riesige dicke Knollennase, breite Bäckchen, eine fliehende Stirn, die Haare waren kaum zu erkennen.
So ist das bei der Christbaumkugel: Was im Mittelpunkt ist, erscheint riesig, die Dinge am Rande werden verschwindend klein.  Das macht überhaupt Weihnachten aus: Dass wir unsere Perspektive verändern:
Plötzlich ist Jesu Geburt, ist Gott ein zentrales Thema. Dabei gehen viele sonst eher selten in die Kirche.
Liebe wird wichtig, obwohl wir uns sonst gerne in die Pfanne hauen.
Wir nehmen uns Zeit, wollen endlich mal nicht rumstressen wie sonst.
Und vieles andere, das immer so wichtig scheint, wird für ein paar Tage zu Nebensache.
Dafür liebe ich dieses Fest: Dass wir einfach mal wieder das wichtige ins Zentrumrücken.
Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen

26. Dezember 2019: Bilder über Bilder

Guten Morgen,
wer am heiligen Abend ein neues Smartphone bekommen – oder sich selber geschenkt hat – der ist vielleicht in diesen Tagen vollauf damit beschäftigt, das neue Gerät einzurichten …  mit den Apps, die auf dem alten waren, den email-Konten … ja und ein paar tausend Fotos sind ja auch noch auf dem alten Teil! Was macht man denn jetzt damit.
Mein Tipp: Schauen sie sich die doch mal in aller Ruhe an! Wir fotografieren mit dem Handy so viel – aber wir schauen es uns so selten nochmal an.
Die Selfies aus dem Urlaub, die Schnappschüsse auf der Familienfeier, der Sonnenuntergang am Brombachsee und was da sonst an Sehenswertem war. Das Jahr war wieder unglaublich schnell rum – aber wenn ich die Fotos anschaue, entdecke ich, was da alles war.
Momente, die einfach schön waren
Krisen, die mich herausgefordert haben, aber die auch wieder vorbei sind. Enorm, was der Blick auf meine Handyfotos da zutage fördert …
Entdecken, wofür ich dankbar sein kann … weil Menschen ihr Leben mit mir geteilt haben … und weil ich mich von Gott beschützt gefühlt habe. Fotos meines Lebens.
Ein fröhliches Foto-Schmökern wünsche ich Ihnen

27. Dezember 2019:  Jesuskind umtauschen
Endlich sind sie rum, die Feiertage. Die Geschäfte machen wieder auf, und etliche Leute marschieren in die Läden um ihre Weihnachtsgeschenke umzutauschen. Ist der Pulli zu klein, hat man das Buch schon doppelt, ist die Krawatte zu schrill: Gutschreiben und umtauschen – das ist die Lösung.
Ich stelle mir vor: Da ist einer unterwegs, mitten ins Nürnberg, er hat das Jesuskind dabei und drückt es dem Pfarrer der Lorenzkirche in die Hand: „Ich weiß schon: Gott schenkt uns seinen Sohn. War ja gut gemeint, aber irgendwie kann ich den nicht gebrauchen. Ich hätte doch lieber was praktischeres“.
Tja, zu Weihnachten wird er gern genommen, der holde Junge in der Krippe. Schließlich gehört er da irgendwie dazu.
Aber: Der wird ja auch mal groß! Und dann fängt der an über Nächstenliebe und Gerechtigkeit zu erzählen. So manches Unbequeme wird er sagen, aber er kann zugleich mit seinen Worten auch viele neue Ideen ins Leben bringen.
Da wäre es doch schade, wenn wir ihn schon ein paar Tage nach Weihnachten würden.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

28. Dezember 2019  Feuerwerk?

Guten Morgen, heute ist der 28. Dezember, ab heute dürfen Sie wieder in den Läden Silvesterfeuerwerk kaufen. Sie können, aber sie müssen nicht.
Immer lauter werden die Stimmen, die auf die Gefahren und Probleme der knallerei hinweisen. Auf der anderen Seite wird zurückgekeilt: Ich lasse mir doch meinen Spaß nicht verbieten!

Warum denn immer gleich so verbissen? Warum müssen wir denn gleich mit Verboten operieren?
Wäre es nicht auch mal eine Idee, es mal mit Nachdenken zu probieren?
Versuchen, zu verstehen, was dem Anderen da so wichtig ist?
Und dann zu überlegen, wie ich selber verantwortlich entscheiden kann.
Nicht weil es verboten oder erlaubt ist – sondern weil es gut und vernünftig ist. Das Denken sollten sie immer noch selber übernehmen. Denn genau dazu hat uns unser Schöpfer unseren Kopf gegeben, unser Herz und unser Gewissen.
Und die sollten wir immer wieder auch benutzen.
Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

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