Die Evangelistin Johanna aus Diespeck

Die Evangelistin JohannaDa sitzt sie: Ein bildhübsches fränkisches Mädel in der Kirche von Diespeck. Aus Holz geschnitzt, etwa 20 Zentimeter groß hockt sie auf dem Sims der Kanzel. Total süß, mit vollen Wangen, die Haare kurz im 80er-Jahre Look, eine gelbe Weste mit weißem Kragen – ich fand sie zum Knuddeln, wenn sie nicht aus Holz wäre – und wenn im Kirchenführer nicht stehen würde: Das soll der Evangelist Johannes sein! Da war ich dann schon ein bisschen enttäuscht. Aber ich habe dann entschieden: Für mich bleibt das ein fränkisches Mädel – ich nenne sie Evangelistin Johanna!
Denn Evangelistinnen gibt es ja öfter: Frauen, die von ihrem Glauben weitererzählen. Als Mitarbeiterinnen im Kindergottesdienst, als Mama, als Oma, als Erzieherin im Kindergarten, als Ehrenamtliche auf der Konfirmandenfreizeit.  Das sind meine Johannas. Was würden wir ohne diese Frauen tun, die ganz authentisch ihren Glauben leben und daraus kein Geheimnis machen. Auch mit allen Unsicherheiten und Zweifeln, die sie manchmal plagen. Gerade weil sie so echt sind, tragen sie das Evangelium so erfolgreich in unsere Welt hinein.
Alte bärtige männliche Skulpturen haben wir in kirchlichen Spitzenpositionen oft genug. Darum sei der fränkischen Johanna dieser Ehrenplatz an der Kanzel in der Kirche von Diespeck von Herzen gegönnt.

Meine drei Buchtipps für Weihnachtserzählungen und Gedichte

gschichtenSoeben habe ich meine sämtlichen Erzählungen, G´schichtle und Gedichte für die kommenden Tage zusammengesucht. Als kollegialer Tipp hier mal meine drei aktuellen und zugleich bewährten Favoriten an Büchern mit weihnachtlichen Textsammlungen:

Wohin mit Oma?: Weihnachtsgeschichten (Hans Scheibner): Die Stärke dieser Sammlung sind die Erzählungen, die ohne jede Süßlichkeit mit unseren Erwartungen und Phantasien von Weihnachten spielen. Nicht umsonst zeichnet hier der Kabarettist Hans Scheibner verantwortlich. Tipp: S59. Weihnachtsfrieden unter Nachbarn (Jeder kennt die Erzählungen, wo Menschen, die sich im Mietshaus selbst ausgesperrt haben, eine Welle der Solidarität und Nächstenliebe erleben. Aber man sollte nicht versuchen, genau das einmal selber austesten zu wollen.)

99 neue Weihnachtsgeschichten (Willi Hoffsümmer): Nicht alles, was Hoffsümmer so veröffentlicht, finde ich so gut, wie diese Sammlung von kurzen Geschichten (3-5 min), die sich auch in Konzerten als Lesung gut eignen. Tipp: S. 106: „Plötzlich nahm die fremde Frau die Dose“ ( Sternsinger singen auf Wunsch eines Gruppenmitglieds bei den Asylbewerbern im alten Schulhaus: Die Besuchten missverstehen die hingehaltene Sternsinger-Spendendose… und nehmen die Dose einfach als Geschenk …)

Weihnachtsfreude für die Seele: Heitere Weihnachtsgeschichten: Eine sehr bunte Mischung, in der ich immer wieder für mich brauchbare Erzählungen (u.a. von Andreas Malessa, Hermann Hesse und Peter Frankenfeld) gefunden habe. Offiziell scheint das Buch vergriffen zu sein, bei Amazon gibts aber noch gebrauchte Exemplare zum Spottpreis. Tipp: Die wunderbar schräge Geschichte auf S. 112 von Siegfried Lenz: Das Wunder von Striegeldorf (In den Masuren wollen zwei Gefängnisinsassen an Weihnachten zu ihren Familien, und ersetzen sich durch aus Brotteig geformte Duplikate).

Falls Sie nicht über Amazon, sondern über ihren lokalen Buchhängler bestellen wollen, empfehle ich ihnen GENIALOKAL hier können Se ihre Bücher bestellen und dann bequem bei ihrer örtlichen Buchhandlung abholen! So stärken sie den stationären Buchhandel und sparen sich Versandkosten.

Backwahn statt Bhagwan: Haferkleie-Kekse

Da haste eine Packung Haferkleie, mach was Gescheites draus!“ Mit diesen Worten wurde ich von Anna S., die seit einigen Wochen versucht mich in die Welt der bewussteren Ernährung zu inkulturieren, mit meiner Wochenaufgabe in die böse Welt geschickt.
Ein Müsli mit diesem Turbofutter damit aufzubohren, war mir dann doch zu öde. Kleie-Spätzle (sic!) waren mir zu ambitioniert. Darum wurden Kekse draus – und selbige haben sogar die Geschmacksprüfung bei meinen Töchtern bestanden!  – Tja, und weil ich heute mal spielen durfte, entstand auch gleich dabei dieses Rezeptvideo:

Porridge – Eine Hommage an gekochte Haferflocken

Vor 36 Jahren hat uns unser Englischlehrer in Naila beigebracht: „Porridge ist ein grauenvolles Zeug, das nur die Engländer runterwürgen können.“ – Ich habs geglaubt und mein Leben lang einen großen Bogen um den schlabbrigen Brei gemacht. – Ein halbes Leben lang.
Erst jetzt in den besten Jahren eines Mannes darf ich entdecken: Das „Zeuch“ ist richtig gut essbar.
Darum hier meine kleine Hommage ans Porridge. Mit einem Gruß an Anna Scheuenstuhl, die mir zu dieser Erkenntnis verholfen hat.

Schulbuch erschreckend realitätsnah!

rechenrätselBekanntermaßen lernen wir ja nicht für die Schule, sondern für das Leben. Exemplarisch sichtbar wird dies an jener genialen Rechenaufgabe im Mathematikbuch der sechsten Klasse für Gymnasien in Bayern. Und nur Menschen, die die den tieferen Sinn der Dinge erspüren, werden erkennen WIE realitätsnah das Buch ist (Alle anderen würden diese Aufgabe für einen peinlichen redaktionellen Fehler halten).

Die Aufgabenstellung:
In Fritzis Wohnwelt wird das Jugendzimmer um 25% im Preis reduziert. Nun kostet es nur noch 998 €. Bitte berechne den ursprünglichen Preis ich will weiterlesen

Wir machen Ostereier glücklich

Ostereier haben es nicht leicht. Als Massenware gelegt, gekocht, gefärbt und versteckt. Gerade bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt kann man nicht mehr von artgerechter Ostereierhaltung sprechen.
Darum hat die beste Pfarrfrau am Ort sich ein Herz, fünf Stricknadeln (aus FSC-zertifiziertem Bambus) und viel viel Wolle genommen und diesem Elend ein Ende bereitet.Hier seht ihr die Ergebnisse: Fröhliche, nicht frierende Ostereier, die sich in ihrer Schale pudel(mützen)wohl fühlen.

Fotostrecke: Friaul im August 14