Schulschlussgottesdienst: Wenn auch Gott einmal in die Ferien geht

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Schulschlussgottedienst 2022

Die Welt steht scheinbar Kopf: Klimawandel, Corona, Ukrainekrieg und der alltägliche Wahnsinn in der Schule. Ist Gott zusammen mit seinen Schutzenegeln gerade in Urlaub? Dieser Frage geht der Gottesdienst nach

Aufbau der Gottesdienstes:

Begrüßung & Gebet
Spielzene 1: Zeugnistag 
Überleitung zum Video
Musikvideo – Fettes Brot: An Tagen wie diesen
Spielszene 2 : Radiosender 
Ansprache: Gott ist doch da!            
Musikvideo – Andi Weiß: Ich weiß, es kommen wieder gute Tage
Fürbitten, Vaterunser                        
Musikvideo – P!nk – cover me with sunshine
Segen

Hinweis: In diesem Gottesdienst hatten wir keine Band oder Musiker zur Verfügung; darum versuchten wir eine Feier mit Musikvideos. Für den Gottesdienst kann man auch die Liedtexte parallel auf eine zweite Leinwand werfen. Bei P!nk habe ich nur einzelne Textabschnitte übersetzt an die Wand geworfen.

Szene 1: Zeugnistag

A und B sitzen nebeneinander auf einen Schreibtisch, Lehrerin kommt, und überreicht ihnen ihre Zeugnisse, überfliegen ihre Noten

B:        Hey, doch noch die drei im Mathe! Na, wie sieht es bei dir aus?

A:        Frag lieber nicht, ich weiß gar nicht, wie ich es meinen Eltern beibringen soll.

B:        Sag bloß, du hast es nicht gescha (schaut ins Zeugnis) .. ach, ist doch ganz in Ordnung.

A:        Für dich vielleicht. Aber nicht für meine Eltern. Alles was schlechter als eine zwei ist, zählt für die nicht. Du kennst sie doch. Ich soll ja unbedingt mal studieren – Medizin oder Rechtsanwalt.

B:        Das ist ja bescheuert. Was kommt da auf dich zu, wenn die das Zeugnis sehen?

A:        Naja, Papa wird mir da so nen blöden Vortrag über Fleiß, Disziplin und die heutige Jugend halten. Ja, und dann gibt’s wahrscheinlich begrente Handy-Zeit. Weil Tiktok an allem Schuld ist. Oh Mann das wird echt hart. Ich hoffe, die organisieren nicht noch so einen Ferienkurs für Mathe …

B:         Autsch, das wäre echt blöd!

A         Ja, Katastrophe. Da hilft nur noch beten.

B          Hä? Meinst du das ernst? Beten? (überlegt) – Naja. Warum nicht? Mal Gott bitten, dass deine Eltern nicht so streng sind? Vielleicht hilft es ja.

A:        Hmm, und was betet man denn da?

B:        Komm, wir setzen uns mal hin und versuchen es.

                        (beide setzen sich auf den Boden oder ihre Schultaschen)

Lieber Gott, bitte mach, dass die Eltern von ….  nicht so streng sind und sie Verständnis für die Noten haben, die nicht so toll sind.

A:        Und danke lieber Gott, dass es in Englisch nur eine vier ist, ich hatte schon Angst, dass es schlimmer kommt.

A+B     Amen

B:        Na siehste, das wird schon werden, hab nur Mut!

A:        (zweifelnd) Weißt du, ob Gott uns wirklich gehört hat? Was ist, wenn er gerade nicht da war? Oder auch in den Ferien?

B:        Rede keinen Quatsch! Gott ist doch immer da …. (geht weiter)

A:        Echt? Woher bist du dir denn da so sicher? Vielleicht ist er ja auch in den Ferien? Weißt du, was bei dann daheim los ist? (läuft hinterher)

Musikvideo: Fettes Brot – an Tagen wie diesen

Spielszene 2: Im Radiostudio

Radio-Moderatoren C und D sitzen an zwei Tischen, Laptops vor sich, Mikrofone mit Stativ und Kopfhörer

C            Hier ist Antenne Bayern, wir haben 11: 25 Uhr wir kommen zu den Verkehrsnachrichten: Pünktlich zum Beginn der Sommerferien bilden sich wieder kilometerlange Staus auf den Autobahnen Richtung Süden. Nichts geht mehr. Außerdem haben sich auf der A9, der A3, der A7 und der B2 mehrere Unfälle ereignet.  Bitte haben sie Geduld und halten sie eine Rettungsgasse frei. So, und weiter geht’s mit meiner Kollegin mit dem Wetter

D            Wie bereits heute früh angekündigt, zieht das das Sturmtief Theresa vom Südwesten her über Bayern hinweg. Im Allgäu hat es schon kräftige Gewitter mit Hagel und Sturmschäden gegeben. Am frühen Nachmittag erwarten wir heftige, orkanartige Böen. Bitte schließen Sie ihre Fenster und bringen Sie ihre Haustiere in Sicherheit. Gehen Sie am Besten nicht ins Freie.

C            Moment, ich muss dich kurz unterbrechen: Achtung Autofahrer auf der A73, ihnen kommt zwischen dem Kreuz Nürnberg Süd und dem Kreuz Nürnberg Ost ein Fahrzeug entgegen. Bitte fahren sie äußerst rechts und überholen sie nicht. Wir melden, wenn die Gefahr vorüber ist. Jetzt geht es weiter mit Musik …

(beide nehmen Kopfhörer ab)

D            Sag mal, was ist heute los? Warum passiert da heute so viel? Ich habe den Eindruck: Alles, was schief gehen kann, geht schief. (wirft aus Versehen ihre Getränkeflasche auf den Boden) Mist! Sogar bei mir  …

C            Ja, vielleicht sind die Schutzenegel vom lieben Gott auch in die Ferien gefahren?

D            Ach Quatsch! (denkt nach) Aber komisch ist es schon. Weißt du, manchmal macht man ja Fehler, auch so richtig krasse, und es geht dann doch noch gut aus. Wie oft bin ich unaufmerksam oder unvorsichtig – dann sagen ander „Hey, weißt du eigentlich, was das alles hätte passieren können? Aber es ist dann doch nichts passiert. Fast wie ein Wunder. Da kommt man schon ins Überlegen.  

C            Sage ich doch! Schutzengel!

D            Nein, im Ernst! Ich überlege manchmal: Vielleicht gibt es doch so einen Gott, der diese Welt davor bewahrt, dass alles den Bach runter geht. Und wenn der mal keine Lust hat,

C            du meinst: Was wäre, wenn Gott von heute auf morgen sagen würde: Ich hab keinen Bock mehr auf euch Menschen. Passt doch selber auf euch auf!

D            … dann wird hier schwierig auf dem Planeten. (nachenkliche Pause) Ich meine ja nur … wenn alles was wir hier falsch machen, dann tatsächlich immer die knallharten Konsequenzen nach sich zieht? Ich möchte mir das nicht vorstellen.

Ansprache:

DAS PROBLEM

Es ist eine gruselige Vorstellung: Gott wäre in die Ferien gegangen und nichts geht mehr:

Da hast du ein Problem, machst dir Sorgen, und irgendwie kommts dir vor, als würde do oben ein Anrufbeantworter anspringen, der dir sagt: „Tut uns Leid, Gott ist grade nicht für sie zu sprechen – versuchen sie es bitte in einem Monat wieder. Wir wünschen Ihnen, dass sie bis dahin dennoch irgendwie klarkommen“

Oder noch wilder: Er nimmt grade auch alles Schutzengel mit in die Ferien. Also: Da, wo wir sonst sagen: „Boa, das ist aber grade mal noch gut gegangen, da musst du aber echt einen fitten Schutzengel gehabt haben“ …. Ja, da gehts halt nicht so glimpflich aus.

Ehrlich: Wie oft machen wir Fehler, und wie durch ein Wunder geht’s doch gut aus.Da bretterst du mit deinem Fahrrad wie ein Gestörter durch den Ort: Kopfhörer drauf, schaust nicht links, nicht rechts: Und es kommt dir kein Auto in die Quere.

Oder: Wir beuten diesen Planeten aus, blasen Klimagase in die Atmosphäre ohne Ende … und es gibt keinen Klimawandel, keine Trockenheit, keine Wetterextreme. … Mist, das Beispiel war nicht so Ideal.

Ok, andere Idee: Ukraine … ach nee, das ist ja auch nicht so toll

Hmmm. Vielleicht leben wir grade wirklich in einer Zeit, wo man sich fragen möchte, weshalb Gott gerade nicht in gewohnter Weise uns auf Händen trägt.  „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln….“ da habe ich meistens eine andere Erwartung an den „lieben Gott“ – Was ist da zur Zeit los?

WERDE ERWACHSEN

Kann es sein, dass Gott uns manchmal auch bewusst uns zappeln lässt, und und nicht laufend für uns die Kastanien aus dem Feuer holt? Dass er mir auch mal sagt: Du hast es verbockt! Also musst du jetzt auch einmal mit den Folgen leben. Sonst wirst du ja nie erwachsen.

Unsere Generation hat in vielen Teilen bis heute noch nicht wirklich verstanden, dass es keine Zukunft hat, immer größere Autos zu fahren, immer mehr zu konsumieren, immer mehr Bodenschätze auszubeuten, die euch und euren Kindern dann einmal fehlen werden.

Ist Gott da vielleicht nicht weg, sondern mal gerade besonders krass am Start? Weil er eben uns spüren lässt: Wir müssen Verantworung übernehmen:

Für unser Leben, für unser Vorwärtskommen in der Schule, für unsere Freundschaften. Und das heißt, dass wir Ressourcen schonen müssen. Das fängt ja schon bei unseren Beziehungen an. Wenn wir in der Whatsapp-Klassengruppe rumrandaliere und das Klima vergifte – ja, da kann es auch sein, dass ich lernen muss, das das auch Folgen hat.

UND OB ICH SCHON WANDERTE …

Aber … für manches können wir ja wirklich nichts. Manchmal passiert Schlimmes, täglich. Keiner von uns hier hat Corona erfunden und den Krieg in der Ukraine hat auch keiner von uns angefangen. Und wenn in der eigenen Familie jemand schwer krank wird, fragt man oft auch vergeblich nach dem „Warum“.

Da würde ich Gott schon gerne fragen: Sag mal, hat es das wirklich gebraucht? Hättest du das alles nicht verhindern können?
Aber Antworten sind da rar. Der unsichtbare Gott ist da manchmal sehr geheimnisvoll.
Und das war schon immer so!
Die Bibel voll von Texten, wo Leute genau das erleben. Diese Frage: Gott, hallo, bist du noch da, oder bist du gerade in den Ferien?

Im Psalm 23 steht ja nicht nur „der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ – das gibt’s auch die Stelle „und ob ich schon wanderte im finsteren Tal“ – und manchmal ist das brutal finster –

Na gut: Ferien dauern ja nicht ewig. Irgendwann geht’s wieder an die Arbeit.

Und – wenn ich in der Bibel blättere, finde ich ganz oft auch diese Erfahrung: In der Krise, im finsteren Tal, tut es oft trotz allem gut, wenn man betet, wenn man Gott seine Meinung sagen kann, wenn man ihm sein Herz ausschüttet.   
„und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir“ – ja mir tut es gut: Wenns mir dreckig geht, nicht aufzugeben, auf Gott zu hoffen. Gute Tage zu erwarten. Denn die werden wieder kommen.

Ja, da ist es gut, wenn man mal wieder den Kopf frei bekommt!
Da ist es gut, wenn die Ferien mal den Druck rausnehmen, der einen oft so niederdrückt und Perspektiven nimmt.
Nutzt die Ferien, zum aufatmen. Um auf das zu schauen, was euch gut tut.
Gute Erfahrungen sammeln, schöne Erlebnisse und Bedrückendes hinter sich lassen.

AMEN

Video: Andi Weiss – Es kommen wieder gute Tage

Video zwischen Fürbitten und Segen: P!nk, Cover me in Sunshine

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