{"id":991,"date":"2009-09-11T13:38:12","date_gmt":"2009-09-11T11:38:12","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=991"},"modified":"2014-05-11T13:40:05","modified_gmt":"2014-05-11T11:40:05","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-september-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=991","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im September 2009"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Montag: Koalitionsf\u00e4higkeit<br \/>\nDienstag: Marienk\u00e4fer<br \/>\nMittwoch: Drachen brauchen eine Leine<br \/>\nDonnerstag: Radarfalle<br \/>\nFreitag: Barfu\u00df im Schuhgesch\u00e4ft<br \/>\nSamstag: Erntedank<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Koalitionsfragen<br \/>\n<\/strong>Endlich ist die Wahl vorbei. Aber so richtig gl\u00fccklich zur\u00fccklehnen kann sich keiner, weils jetzt drum geht, Koalitionspartner zu finden. Eine Partei mit der man zusammen 4 Jahre lang regieren kann.<br \/>\nMan sucht nach den Gemeinsamkeiten und muss auch so manche Kr\u00f6te schlucken. Das ist der Moment der geschickten Verhandlungsgenies, die sturen kompromisslosen Hardliner schickt man derweil in einen Kurzurlaub.<br \/>\nDa ist Politik wie das richtige Leben.<br \/>\nBei so ekelhaften Nachbarschaftstreitigkeiten, wo sich die Kampfh\u00e4hne rettungslos ineinander verkeilt haben. Da gibt\u2019s in den Familien auch meistens ein paar kompromissf\u00e4hige Menschen, die eigentlich Frieden und Vers\u00f6hnung wollen.<br \/>\nWenn die sich mal zusammentun \u2013 die Streith\u00e4hne rauslassen \u2013 und miteinander einen Weg finden sich zu vertragen. Das ist eine unglaubliche Chance. Und dann werden sie zankenden Gockel mit den vollendeten Tatsachen konfrontiert: Wir versuchen es nochmal miteinander, weil die ewige Streiterei uns alle kaputtmacht. Basta.<br \/>\nJa, man muss nicht nur \u00fcber Politik, schimpfen \u2013 man kann ja auch was davon lernen.<br \/>\nIch w\u00fcnsche ihnen heute eine gro\u00dfe Portion Koalitionsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p><strong> Marienk\u00e4fer<br \/>\n<\/strong>Ohh, ein Marienk\u00e4fer, schau, wie s\u00fc\u00df! Und schon kniet sich unsere kleine Tochter ins Gras und l\u00e4sst den Marienk\u00e4fer \u00fcber ihren Finger krabbeln.<br \/>\nIch stehe daneben und wundere mich: Wir waren an der Nordsee, und da gabs eine Marienk\u00e4ferschwemme. Auf dem Rasenst\u00fcck um uns herum krabbelten gerade tausend Marienk\u00e4fer.<br \/>\nAber unsere Maria hatte nur Augen f\u00fcr diesem einen K\u00e4fer \u2026 naja , und dann noch einen und noch einen. Jeder wurde bestaunt, als w\u00e4re er der einzige und sch\u00f6nste Marienk\u00e4fer auf der ganzen Welt.<br \/>\nManche fragen sich: Wie kann Gott jeden der 6 Milliarden Menschen kennen und lieben? Das geht doch gar nicht!<br \/>\nIch muss mir da auch immer vor Augen halten, dass Gott eben anders ist, und unsere Vorstellungskraft \u00fcbersteigt.<br \/>\nAber seit der Sache mit dem Marienk\u00e4fer habe ich so ein inneres Bild:<br \/>\nDass Gott Sie und mich anschaut \u2013 so unsere Marie den K\u00e4fer: Schau, du bist aber interessant, dich mag ich, um dich will ich mich ganz besonders k\u00fcmmern \u2013 so als wenns die anderen 6 Milliarden gar nicht g\u00e4be.<br \/>\nGuten Morgen, du bist ein ganz besonders gesch\u00e4tztes Modell.<br \/>\nNehmen Sie diese Liebeserkl\u00e4rung heute mit in den Tag. Ich w\u00fcnsche Ihnen dabei alles Gute<\/p>\n<p><strong>Drachen brauchen eine Leine<br \/>\n<\/strong>Wir lassen als Familie furchtbar gerne Drachen steigen. Und einmal ist die Super-Panne tats\u00e4chlich passiert: Da rutscht meiner Tochter die Schnur aus der Hand und der Drachen fliegt davon \u2013 ich renne hinterher \u2013 aber keine Chance! Er ist einfach zu schnell.<br \/>\nNach einem halben Kilometer lag er dann auf dem Acker. Einfach so<br \/>\nEigentlich liegt es auf der Hand: Wenn der Drache keinen Zug mehr an der Leine hat, verliert er den Auftrieb und st\u00fcrzt ab. Er braucht einen, der ihn festh\u00e4lt, obwohl er ja zugleich immer wie verr\u00fcckt an der Leine rei\u00dft und zerrt, als will er weg. Wer da nachgibt und losl\u00e4sst kann zusehen, wie er bald auf seiner Drachennase landet.<br \/>\nManchmal bin ich auch wie so ein Drachen. Eigentlich f\u00fchle ich mich von Gott gehalten, und bin froh dr\u00fcber. Aber manchmal passiert etwas, das l\u00e4sst mich an Gottes Liebe zweifeln, dann zerre ich hin und her, stehe innerlich mit meinem Gott auch im Streit, weil ich ihn nicht verstehe.<br \/>\nAber die Schnur, den Draht zu Gott durchzutrennen -. nein, das mach\u00b4ich dann doch nicht. Weil ich sp\u00fcre, auch wenns manchmal anstrengend ist:<br \/>\nDer Flug des Lebens gelingt dann, wenn es einen festen Punkt gibt, an dem ich mich festhalten kann, und wenn da einer da ist, der mich festh\u00e4lt.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen heute einen guten Flug.<\/p>\n<p><strong>Radarfalle f\u00fcr die anderen<br \/>\n<\/strong>Ha, jetzt bauen sie an der Grundschule da vorne wieder eine Radarfalle auf. Ja, denke ich, recht haben sie, schlie\u00dflich ist da eine Tempo-30-Zone, da sollen sie diesen Rasern mal gescheit auf die Pfoten klopfen.<br \/>\nUnd freche grinse ich dem aufgemotzen BMW an, der mir entgegenkommt \u2013 \u201eja&#8230; bretter nur so weiter .. in 300 Metern kriegst du die Quittung!<br \/>\nNe Stunde sp\u00e4ter bin ich da auf dem R\u00fcckweg wieder vorbeigekommen. Ich erinnere mich an die Radarfalle und tuckere brav mit Tempo 30 an der Schule vorbei \u2026 und ich merke: So lamgsam war ich hier noch nie unterwegs \u2013 ich bin auch einer von denen, die da normalerweise mit mindestens 50 vorbeid\u00fcsen.<br \/>\nIch hab mich \u00fcber mich selber ge\u00e4rgert, und in bisschen gesch\u00e4mt: Seidel, du selbstgerechter Schn\u00f6sel, motzt \u00fcber die anderen Autofahrer, aber f\u00e4hrst doch letztlich genauso wie die!<br \/>\nLange bevor es Autos und Radarfallen gab, hat Jesus Leute wie mich gewarnt: Urteile nicht \u00fcber andere, denn mit dem Ma\u00df, mit dem du andere beurteilst, wirst auch du beurteilt werden.<br \/>\nIch verspreche es ihnen: Bei n\u00e4chsten mal werde ich vorsichtiger Sein beim Autofahren und beim Urteilen \u00fcber andere.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen einen guten Tag..<br \/>\n<strong>Barfu\u00df im Schuhgesch\u00e4ft<br \/>\n<\/strong>Bei meinem letzten Schuhkauf \u2013 da habe ich vielleicht du geguckt: Der Verk\u00e4ufer war da n\u00e4mlich barfu\u00df im Gesch\u00e4ft unterwegs. Kein Witz!<br \/>\nDer l\u00e4uft da immer so herum.<br \/>\nEin Schuhverk\u00e4ufer, der barfu\u00df durch den Laden rennt \u2026<br \/>\ndas ist ja, wie ein Fu\u00dfballprofi, der als Lieblingssportart Schwimmen angibt.<br \/>\nOder ein vegetarischer Bratwurstverk\u00e4ufer, oder ein Pilot mit Flugangst,<br \/>\noder ein Christ, der um jede Kirche einen Bogen macht.<br \/>\nMoment, die gibt\u2019s nat\u00fcrlich schon \u00f6fter mal. Sind getauft, geh\u00f6ren zur Gemeinde, aber in der Kirche sehe ich sie nie. Die sagen mir: Es ist schon wichtig, dass er Kirche gibt, aber ich komme schon ohne sie zurecht!<br \/>\nGenau das gleiche auch mein barf\u00fc\u00dfiger Schuhverk\u00e4ufer gemeint: Hier im Laden brauche ich doch keine Schuhe, das ist doch viel einfacher ohne.<br \/>\nUnd dann hat er was gesagt, da musste ich automatsich an den Glauben<br \/>\nSie wissen doch, dass das Leben da drau\u00dfen kein Perserteppich ist \u2013 ohne Schuhe kommen sie da nicht weit.<br \/>\nSo ein Schuh, der gibt ihrem Fu\u00df ganz viel Halt,<br \/>\ner sch\u00fctzt ihn vor Verletzungen<br \/>\nund da, wo sie ein bisschen am Kn\u00f6chel einknicken, da b\u00fcgelt der Schuh das wieder aus.<br \/>\nTja, als ich wieder raus bin, hatte ich paar Schuhe gekauft \u2013 und zugleich eine kleine Predigt geh\u00f6rt.<br \/>\nKommen Sie heute gut durch den Tag!<\/p>\n<p><strong>Erntedank<br \/>\n<\/strong>Morgen feiern wir Erntedankfest.<br \/>\nBei uns in der Kirche haben die Konfirmanden verschiedene Erntedankgaben am Altar aufgebaut. Kartoffeln, Zucchini, Tomaten, und Zuckerr\u00fcben \u2026 das volle Programm:<br \/>\nGerade die Zuckerr\u00fcben habens mir angetan:<br \/>\nDie essen wir ja eigentlich nicht. Ich denke die Zuckerr\u00fcbe kommt von einem Bauerssohn, dessen Vater haupts\u00e4chlich mit dem Anbau von Zuckerr\u00fcben sein Geld verdient.<br \/>\nVielleicht ist das ein Dankesch\u00f6n an Gott, dass der Vater seinen Beruf noch aus\u00fcben kann und seine Familie noch mit dem Ertrag der Landwirtschaft auskommt.<br \/>\nJa, der eigene Job, oder der Beruf der Eltern und die Zeugnisnote vom Juli haben auch was mit Erntedank zu tun:<br \/>\nSich zu erinnern, was wir alles geschenkt bekommen.<br \/>\nNat\u00fcrlich s\u00e4en und ernten wir nach wie vor auf \u00c4ckern und in G\u00e4rten.<br \/>\nAber wir s\u00e4en auch ganz andere Dinge:<br \/>\nWir investieren Liebe und Zeit in unsere Familien.<br \/>\nWenden Energie f\u00fcr unseren Beruf auf.<br \/>\nEngagieren uns in Vereinen und Gemeinden.<br \/>\nNehmen Umst\u00e4nde in Kauf, um Freundschaften zu pflegen.<br \/>\nUnd wenn dabei etwas ordentliches rauskommt, ist das f\u00fcr mich ein Thema f\u00fcr Erntedank<br \/>\nIch w\u00fcnsche ihnen ein sch\u00f6nes Erntedankwochenende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag: Koalitionsf\u00e4higkeit Dienstag: Marienk\u00e4fer Mittwoch: Drachen brauchen eine Leine Donnerstag: Radarfalle Freitag: Barfu\u00df im Schuhgesch\u00e4ft Samstag: Erntedank <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=991\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Andachten auf Charivari 98,6 im September 2009","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[241],"tags":[],"class_list":["post-991","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-radioandachten-2009"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-fZ","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/991","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=991"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/991\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":992,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/991\/revisions\/992"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=991"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=991"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=991"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}