{"id":987,"date":"2011-11-11T13:33:14","date_gmt":"2011-11-11T11:33:14","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=987"},"modified":"2014-05-11T13:35:24","modified_gmt":"2014-05-11T11:35:24","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-november-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=987","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im November 2009"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Montag: T\u00e4uschungsanruf<br \/>\nDienstag: Aufgeblasen zerplatzt es schnell<br \/>\nMittwoch: Gebete, die Gott lieber nicht erh\u00f6rt<br \/>\nDonnerstag: Bl\u00e4pperle<br \/>\nFreitag: Verse f\u00fcr den Himmel<br \/>\nSamstag: Gott unter die Arme greifen<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>T\u00e4uschungsanruf<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe ein neues Wort gelernt: \u201eT\u00e4uschungsanruf\u201c &#8211; Im Werbeprospekt f\u00fcr ein Handy stand das. Wenn ich eine bestimmte Taste ein paar Sekunden lang dr\u00fccke, f\u00e4ngt das Telefon an zu klingeln, als wenn jemand anruft. Und ich kann so tun, als wenn ein wichtiges Gespr\u00e4ch reinkommt: Sorry, Kollege, der Chef ist dran \u2013 sprechen wir sp\u00e4ter weiter \u2026 aber jetzt muss ich \u00e4h.. telefonieren.<br \/>\nEine Wahnsinnserfindung. So kann ich jedes unangenehme Gespr\u00e4ch abw\u00fcrgen, indem ich das Telefon klingeln lasse. &#8211; T\u00e4uschungsanruf!<br \/>\nAlso ehrlich: Ich w\u00fcrde vor Scham im Boden versinken, wenn ich mein Gegen\u00fcber so zum Narren halte und mit einem nicht vorhanden Partner zum Schein telefoniere. So, wie ein vierj\u00e4hriges Kind mit seinem Spielzeugtelefon: \u201eHallo Oma, wie geht\u2019s dir..?\u201c<br \/>\nJa, ticken wir noch richtig, wenn wir so etwas machen? Wir l\u00fcgen uns ins Gesicht und werden nicht mal dabei rot.<br \/>\nIch erwarte, dass mir die Menschen ehrlich sagen, wenn sie keine Zeit haben, oder wenn das Thema, von dem ich spreche, sie nicht so furchtbar interessiert. Wer ehrlich zu mir ist, der gewinnt meinen Respekt, auch wenn er eine andere Meinung hat.<br \/>\nWas ist von einem halte, der mich mit einem Handytrick abserviert, das erz\u00e4hle ich ihnen morgen fr\u00fch.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aufgeblasen zerplatzt es schnell<\/strong><\/p>\n<p>Der neue Abteilungsleiter der kleinen Firma hat seinen ersten Arbeitstag. Gerade hat er sich in seinem Ledersessel ausgestreckt, da klopft es an de T\u00fcr. Noch bevor der Gast die T\u00fcr \u00f6ffnen kann, greift der Abteilungsleiter schnell\u00a0 zum Telefon und tut so, als wenn er gerade telefonieren w\u00fcrde: \u201eJa, wunderbar, dass sie sich entschlossen haben, unser Produkt zu kaufen. Gerne k\u00f6nnen wir da noch \u00fcber eine Ausweitung \u00fcber die Millionenmarke\u00a0 diskutieren. Auf wiederh\u00f6ren Herr Professor Doktor M\u00fcller.\u201c<br \/>\nEr legt auf und blickt den jungen Mann an, der gerade eingetreten ist. \u201eWas wollen sie?\u201c<br \/>\n\u201e\u00c4h ja\u201c antwortet der etwas verlegen \u201eich bin der Hausmeister. Ich bin gekommen, um ihr Telefon anzuschlie\u00dfen, das\u00a0 hat n\u00e4mlich noch keinen Strom\u201c<br \/>\nIch liebe diesen Witz \u2013 weil er uns ganz wunderbar durchschaut \u2013 mit unserer Tendenz uns ein bisschen aufzuplustern -und zeigt, wie schnell wir wieder aufs Normalma\u00df zurechtgestutzt werden. Wer der gr\u00f6\u00dfte sein will, der soll f\u00fcr die anderen da sein. So einfach hat Jesus das zwei seiner J\u00fcnger erkl\u00e4rt, die auch gerne vorne dran sein wollten. Nicht vor den Andern etwas sein wollen sondern f\u00fcr die Anderen da sein wollen. &#8211; Das macht menschliche Gr\u00f6\u00dfe aus.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen einen guten Tag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gebete, die Gott lieber nicht erh\u00f6rt<\/strong><\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde gerne wissen, wie viele Leute bei der Lottoziehung beten: Lieber Gott lass mich diesmal einen sechser haben.<br \/>\nIch stell mir vor, Gott w\u00fcrde alle diese Gebete erh\u00f6ren \u2013 dann m\u00fcssten sich wohl ein paar hundertausend Gewinner den Jackpot teilen und jeder k\u00f6nnte von seinen Anteil mal sch\u00f6n essen gehen. &#8211; Mehr nicht.<br \/>\nDa denke ich mir, dass Gott\u00a0 manchmal den Kopf sch\u00fcttelt und sich sagt: \u201eOh ihr lieben Menschen wen ich die W\u00fcnsche eines Jeden erf\u00fcllen w\u00fcrde, dann w\u00e4re das Chaos auf der Erde perfekt.\u201d<br \/>\nDann ist es vielleicht tats\u00e4chlich gut, wenn er manche Gebete zwar h\u00f6rt, aber nicht erh\u00f6rt. Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: Gott schenkt uns nicht alles, worum wir bitten, sondern alles, was wir wirklich brauchen. Nat\u00fcrlich bin ich auch entt\u00e4uscht, wenn meine Gebete nicht erh\u00f6rt werden. Aber letztlich will ich doch nicht aufgeben, zu Gott zu beten. Weil ich Erstens weiterhin hoffe, das er Gebete h\u00f6rt und auch er-h\u00f6rt. und zweitens,weil ich oft merke, wie gut es mir tut, im Gebet mit Gott zu reden, wie mit einem guten Freund. Ihm zu sagen, wor\u00fcber ich mich freue, was mir wichtig ist, und was mir Sorgen macht. Dann ist es mir eigentlich egal, ob er alles W\u00fcnsche erf\u00fcllt; dann bin ich einfach froh, dass er da ist, und mir zuh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Einen sch\u00f6nen Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bl\u00e4pperle<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich mir eine neue Hose gekauft habe, kann ich sie in der Regel nicht gleich anziehen. Ich muss da erst mal ein halbes dutzend so komischer Bl\u00e4pperle abschneiden. An so Plastikf\u00e4den h\u00e4ngen die \u2026 ich wei\u00df gar nicht, wozu die gut sein sollen. \u00dcberfl\u00fcssig wie ein Kropf: Symbole, Textzeilen sonstwas, die irgendwie mitteilen sollen: Das ist ne ganz besondere Hose.<br \/>\nAber ich will einfach eine Klamotte, die mir gef\u00e4llt, mir passt und zu mir passt. &#8211; Bl\u00e4pperle sind mit egal.<br \/>\nWir Menschen kommen ja auch ganz ohne Bl\u00e4pperle auf die Welt. Und trotzdem ist jeder von uns was besonderes.<br \/>\nNaja, inzwischen gibt\u2019s schon auch Leute, die h\u00e4tten gerne so ein besonderes Kind \u2013 mit Bl\u00e4pperle!<br \/>\nDa muss f\u00fcr das Neugeborene ein ganz exotischer Name her, den keiner aussprechen kann, aber daf\u00fcr ist mein Kind was besonderes.<br \/>\nOder schon vorher wird der Babybauch mit Mozart beschallt, damits ein musikalisches Genie wird.<br \/>\nNaja, manche spekulieren jetzt ja schon auf die Gentechnik, damit man bestimmte F\u00e4higkeiten seines Kindes sogar ausw\u00e4hlen kann.<br \/>\nGott bewahre uns vor solchen Ideen und die Kinder vor solchen Eltern.<br \/>\nWir brauchen kein Bl\u00e4pperle \u2013 das besondere ist, dass wir eben so sind, wie wir sind. Ein Geschenk Gottes an diese Welt. Und das ist gut so. Einen sch\u00f6nen Tag w\u00fcnsche ich Ihnen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lieder f\u00fcr den Himmel<\/strong><\/p>\n<p>Herr Pfarrer, wie viele Lieder m\u00fcssen wir bis zur Konfirmation auswendig lernen? &#8211; Sowas fragen mich Konfirmanden manchmal. Mich hat aber noch keiner gefragt: \u201eWie viele Lieder und Bibelverse muss ich auswendig k\u00f6nnen, um in den Himmel zu kommen?\u201c Zehn oder Hundert? &#8211; Und wie ist das, wenn ich mal beim Aufsagen an der Himmelst\u00fcr stecken bleibe? Gibt\u00b4s einen zweiten Versuch?<br \/>\nSo albern diese Frage auch klingt: Manchmal habe ich ja auch das Gef\u00fchl, dass wir Menschen schon gerne etwas vorzuweisen h\u00e4tten \u2013 wenn Gott uns einmal nch unserem Leben fragen sollte.<br \/>\nAber aus meiner Bibel muss mir immer sagen lassen: Gott fordert von\u00a0 mir nicht, irgendwelche Verse auswendig zu lernen. Sondern er will, dass ich ihm vertraue. Mit Haut und Haaren.<br \/>\nMich auf seine Gegenwart verlassen, nach seinen Geboten richten.<br \/>\nDas ist manchmal eine enorme Herausforderung. Sich auf Gott zu verlassen &#8211; ohne wenn und aber &#8211; das ist viel anspruchsvoller, als innerhalb eines Lebens 100 Bibelverse zu lernen.<br \/>\n100 Verse, das w\u00e4re sch\u00f6n \u00fcbersichtlich, das k\u00f6nnte ich gut planen und ich w\u00fcsste genau, was auf mich zukommt.<br \/>\nAber Gott will anscheinend doch keine aufgesagten Verse h\u00f6ren.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gott unter die Arme greifen.<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Tochter ist eine tolle Fr\u00fchst\u00fcckstischdeckerin. Mit ihren knapp vier Jahren hilft sie dem Papa gerne:\u00a0 Manchmal kann ich gar nicht so schnell die Sachen aus dem Schrank holen, wie sie das Zeug ins Esszimmer schleppt: Teller, Tassen, Besteck, Marmelade.\u00a0 Das macht ihr Spa\u00df und sie ist stolz, dass sie ihren Eltern hilft. Aber bevor wir mit dem Fr\u00fchst\u00fccken beginnen,\u00a0 m\u00fcssen wir halt noch Fehler korrigieren: Ich habe zwei L\u00f6ffel, daf\u00fcr hat meine Frau 2 Messer, oder \u00e4hnliche kleine Probleme. So ist das halt, wenn die kleine Tochter einem bei der Arbeit hilft.<br \/>\nIch glaube, manchmal geht es Gott mit uns Menschen genauso:\u00a0 Wir engagieren uns und wollen die Welt verbessern; sind vielleicht noch stolz auf alles, was wir schon k\u00f6nnen. Und Gott\u00a0 schaut es sich an und sagt: Ihr habts schon gut gemeint, aber ihr habt so vieles \u00fcbersehen, und so manches in meiner Sch\u00f6pfung durcheinandergebracht.<br \/>\nBleibt zu hoffen, dass er es dann so macht, wie beim Fr\u00fchst\u00fcckstisch: Und das war wir durcheinandergebracht haben,\u00a0 wieder ins Lot bringt.Einen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag: T\u00e4uschungsanruf Dienstag: Aufgeblasen zerplatzt es schnell Mittwoch: Gebete, die Gott lieber nicht erh\u00f6rt Donnerstag: Bl\u00e4pperle Freitag: Verse f\u00fcr den Himmel Samstag: Gott unter die Arme greifen <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=987\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Andachten auf Charivari 98,6 im November 2009","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[241],"tags":[],"class_list":["post-987","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-radioandachten-2009"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-fV","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/987","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=987"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/987\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":988,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/987\/revisions\/988"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=987"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=987"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=987"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}