{"id":979,"date":"2010-05-11T13:20:31","date_gmt":"2010-05-11T11:20:31","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=979"},"modified":"2014-05-11T13:22:32","modified_gmt":"2014-05-11T11:22:32","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-mai-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=979","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im Mai 2010"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Montag: Blumen auf dem Feld<br \/>\nDienstag: Fr\u00fch ins Bett gehen<br \/>\nMittwoch: Unkraut ausrei\u00dfen<br \/>\nDonnerstag. Himmelfahrt<br \/>\nFreitag: Hoffen und Beten<br \/>\nSamstag: Hundebier<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Montag: Die Blumen auf dem Feld<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ja irre, wie die Natur da drau\u00dfen momentan f\u00f6rmlich explodiert.<br \/>\n\u00dcberall ploppen wie aus dem nichts Blumen aus dem Boden, jeden Tag werden es mehr,es sprie\u00dft und w\u00e4chst, dass alles zu sp\u00e4t ist.<br \/>\nIch habe das Gef\u00fchl, den Pflanzen ist die Finanzkrise in Griechenland v\u00f6llig egal, und auch Vulkanasche und \u00d6lpreise gehen spurlos an ihnen vorbei. Beneidenswert.<br \/>\n\u201eSchaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen\u201c hat Jesus gesagt.<br \/>\nWarum bl\u00fchen die eigentlich so sch\u00f6n?Vielleicht ahnt die Blume ja: Ich kann nicht bestimmen, wann es regnet, ob ein Hund kommt und vor meiner Nase ein H\u00e4ufchen macht, oder wann ich abgepfl\u00fcckt werde.<br \/>\nAber ich kann alles daran setzen, jetzt zu wachsen und zu bl\u00fchen. &#8211; Alles andere liegt in Gottes Hand.<br \/>\nEine beneidenswerte gelassene Haltung &#8211; Davon w\u00fcrde ich mir schon gern ein bisschen abschauen. Auch wenn ich keine Blume bin.<br \/>\nVon diesem Vertrauen in die Zukunft &#8211; von dieser Gewissheit, dass Gott sich um mich sorgt.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen!<\/p>\n<p><strong>Dienstag: Fr\u00fch ins Bett gehen!<\/strong><\/p>\n<p>Na, wann sind Sie gestern ist Bett gegangen?<br \/>\nIsts wieder recht sp\u00e4t geworden?<br \/>\nNoch ewig Fernsehn geschaut oder im Internet gesurft?<br \/>\nUnd jetzt kommen Sie nicht richtig in die G\u00e4nge \u2026<br \/>\nEntschuldigung &#8211; Ich gebe zu, ich rede grade zu mir selbst \u2013 denn ich bin derjenige, der immer nicht in die Falle kommt.<br \/>\nIch bewundere Menschen, die da diszipliniert sind, und immer p\u00fcnktlich ins Bett gehen, weil sie wissen, dass sie ihren Schlaf brauchen. Die sind dann auch viel fitter und h\u00e4ngen nicht so drin, auch ohne drei Tassen Kaffee.<br \/>\nEs ist eine Kunst, nicht nur zu wissen, was man braucht, sondern auch daf\u00fcr zu sorgen, dass man das bekommt.<br \/>\nAusreichend Schlaf, gen\u00fcgend Vitamine, ausreichend frische Luft. &#8211; Wer das hinbekommt, kann stolz auf sich sein.<br \/>\nDas gibt\u2019s auch f\u00fcr die Seele, die braucht auch was:<br \/>\nGen\u00fcgend Stille, \u00f6fter einmal ein Gebet, einen Besuch in der Kirche, die Erfahrung von Gott etwas zu erhoffen. &#8211; Das sind die Vitamine, die wir auch brauchen. Und um das zu bekommen braucht man ein bisschen Selbstdiziplin.<br \/>\nSo wie beim rechtzeitigen ins-Bett-gehen. Wers hinbekommt, wird es nicht missen wollen!<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen!<\/p>\n<p><strong>Mittwoch: Unkraut<\/strong><\/p>\n<p>Er sah zum Erbarmen aus. Wie ein gepr\u00fcgelter Hund stand mein Kollege in der Gartenabteilung vom Baumarkt.\u00a0 Dann hat er mir das ganze Drama erz\u00e4hlt:<br \/>\nHeute morgen hatte er im Garten mal so richtig flei\u00dfig gearbeitet und jede Menge Unkraut herausgerissen. Nur war das Unkraut eine seltene exotische Tomatensorte gewesen, die seine Frau erst zwei Tage vorher gepflanzt hatte. Und nun suchte er h\u00e4nderingend nach Ersatz, um den Haussegen wieder gerade zu r\u00fccken.<br \/>\nIch hab mich k\u00f6stlich dr\u00fcber am\u00fcsiert &#8211; musste aber auch an ein Gleichnis von Jesus denken. Darin hat er davor gewarnt hat, kleine Pfl\u00e4nzchen auszurei\u00dfen, bevor man wei\u00df, wie sie sich entwickeln.\u00a0 Dabei ging es Jesus nat\u00fcrlich nicht um Tomaten. Er wollte davor warnen, zu fr\u00fch ein Urteil \u00fcber einen Menschen zu f\u00e4llen \u2013 denn wir wissen oft nicht, was dahintersteckt und wie er sich entwickeln wird.Klar: Manchmal bin ich ja auch schnell dabei, einen jungen Kerl als \u201cUnkraut\u201d du definieren, weil er offenbar nur Flausen im Kopf hat. Jesus sagt: Warte ab, du wei\u00dft nicht, was sich noch Gutes daraus entwickeln kann.<br \/>\nUnd wo du anf\u00e4ngst leute zu verurteilen, machst du auch viel kaputt.<br \/>\nTja- es ist schon schwierig eine exklusive Tomatensorte aus Mittelamerika aufzutreiben. Aber wenn man einen jungen Menschen zum hoffnungslosen Fall erkl\u00e4rt, &#8211; was man ihm damit antut &#8230; das wieder gut zu machen &#8230; das ist wohl dann ein viel schwierigerer Fall.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag: Himmelfahrt<\/strong><\/p>\n<p>Wo ist Jesus eigentlich an Himmelfahrt hin? Mit dieser Frage bringen Sch\u00fcler in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit ihre Relilehrer und Pfarrer ins schleudern. Zumindest dann, wenn sie sich nicht mit der ersten Antwort zufriedengeben und nachfragen: \u201eWas hei\u00dft es denn &lt;zu seinem himmlischen Vater&gt;\u201c?<br \/>\nEin wunderbares Spiel, das man locker eine Schulstunde lang betreiben k\u00f6nnte. Viel spannender ist es, wenn ich als Relilehrer den Spie\u00df umdrehe und zur\u00fcckfrage:<br \/>\n\u201eWie stellt ihr es euch denn vor, dass Jesus nicht mehr sichtbar ist, aber dennoch uns nahe ist\u201c<br \/>\nUnd da kommen immer wieder ganz wunderbare kreative Gedanken. Die Sch\u00fcler entwerfen da ihre ganz individuelle Vorstellung davon, wie Jesus auch heute noch bei den Menschen ist.<br \/>\nVon Parallelwelten ist die Rede&#8230;<br \/>\nvon unsichtbar, wie der Wind \u2026<br \/>\n\u2026 ja, aber, manchmal sp\u00fcre ich ihn doch \u2026<\/p>\n<p>\u2026 ich wei\u00df noch genau, wie das damals war, als \u2026. Und dann kommen spannende Geschichten aus dem Leben, wo Kinder gesp\u00fcrt haben, dass Gott sie nicht alleine l\u00e4sst.<br \/>\nDa merke ich, dass das stimmt, was ich heute im Himmelfahrtsgottesdienst predigen werden:<br \/>\nJesus ist nicht einfach weg. \u201eIch bin bei euch alle Tage\u201c &#8211; so hat ers gesagt, und das kann man nicht nur glauben, manchmal kann ichs sogar sp\u00fcren.<br \/>\nEinen gesegneten Feiertag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong>Freitag: Hoffnung<\/strong><\/p>\n<p>Ganz blass kommt er in diesem blauen Besucherkittel aus der Intensivsation heraus \u2013 und sagt nur noch: \u201eDa k\u00f6nnen wir nur noch hoffen und beten.\u201c Ich verkneife mir eine Antwort und stumm gegen wir durch die Klinik bis zum Parkplatz. Erst da sagt er dann den zweiten Satz:<br \/>\n\u201eAber immerhin \u2026 immerhin lebt sie noch, wir k\u00f6nnen ja noch hoffen und beten \u2013 oder? Wenn sie den Herzinfarkt nicht \u00fcberlebt h\u00e4tte, dann w\u00e4r ja alles hoffnungslos\u201c.<br \/>\nHoffnung haben \u2013 das ist mehr als ein Strohhalm! Hoffnung haben \u2013 oder eben keine mehr haben, da geht\u2019s um alles.<br \/>\nDer Kirchentag der momentan in M\u00fcnchen stattfindet, der hat die Hoffnung zum Thema.<br \/>\nWer Hoffnung hat, der ist nicht am Ende, &#8211; der hat hat Aussichten nach vorne, f\u00fcr den hat das Leben eine Perspektive.<br \/>\nHoffnung auf Gottes Hilfe,<br \/>\ndass jemand gesund wird,<br \/>\ndass ein sehnlicher Wunsch in Erf\u00fcllung geht<br \/>\ndass ein Liebesbrief beantwortet wird<br \/>\ndass ein Streit ein Ende findet.<br \/>\n\u201eDa k\u00f6nnen wir nur noch hoffen und beten.\u201c hat dieser Freund gesagt \u2013 und recht hat er, das sollten wir \u00f6fter tun: Die Hoffnung nicht aufgeben und Gott um seine Hilfe bitten.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong>Samstag: Hundebier<\/strong><\/p>\n<p>Haben sie schon mal Hundebier getrunken? Ja, das gibt\u2019s wirklich! In der Zoohandlung hab ichs gefunden:<br \/>\nIn der Werbung hei\u00dft es: Endlich kannst du mit deinem besten Freund ansto\u00dfen.Uns ich stell mir vor, wie da einer zum Fu\u00dfballschauen auf dem Sofa sitzt, sein Weizen auf dem Tisch, und der Dackel kriegt sein Hundebier in den Napf gesch\u00fcttet.<br \/>\nIch krieg da G\u00e4nsehaut: Wenn einer nur noch seinen Dackel als besten Freund hat,<br \/>\nzum gemeinsam Fu\u00dfballschaun,<br \/>\nzum Biertrinken,<br \/>\nzum miteinander ratschen,<br \/>\nzum fr\u00f6hlichen Lachen<br \/>\noder zum zusammen heulen, weil man die Krise hat.<br \/>\nIch glaube, wir sind nicht geschaffen, um mit Dackeln unser Leben zu fristen.<br \/>\nWir brauchen Freunde f\u00fcrs Leben, Menschen, die mit uns durchs Leben gehen, zu uns halten, und uns auch mal kritisieren.<br \/>\nSolche Freunde sind Gold wert.<br \/>\nWer echte Freunde gewonnen hat, der sollte diese Freundschaften pflegen, und sorgsam mit ihnen umgehen.<br \/>\nSonst bleibt ihm nur noch der Dackel und das Hundebier. &#8211; Und das w\u00e4re wirklich schade.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen \u2013 achja, rufen Sie doch heute mal einen alten Freund an, kann ja nicht schaden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag: Blumen auf dem Feld Dienstag: Fr\u00fch ins Bett gehen Mittwoch: Unkraut ausrei\u00dfen Donnerstag. 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