{"id":956,"date":"2013-09-15T23:32:45","date_gmt":"2013-09-15T21:32:45","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=956"},"modified":"2014-05-11T00:02:30","modified_gmt":"2014-05-10T22:02:30","slug":"predigt-der-ort-an-dem-das-morgenlicht-strahlt-liedpredigt-zu-eg-450-morgenglanz-der-ewigkeit-15-september-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=956","title":{"rendered":"Predigt: Der Ort, an dem das Morgenlicht strahlt (Liedpredigt zu  EG 450 Morgenglanz der Ewigkeit) 15. September 2013"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">&#8222;Morgenglanz<img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"957\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=957\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/morgenglanz.jpg?fit=400%2C310&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"400,310\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"morgenglanz\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/morgenglanz.jpg?fit=400%2C310&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-full wp-image-957\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/morgenglanz.jpg?resize=400%2C310\" alt=\"morgenglanz\" width=\"400\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/morgenglanz.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/morgenglanz.jpg?resize=300%2C233&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/morgenglanz.jpg?resize=387%2C300&amp;ssl=1 387w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/morgenglanz.jpg?resize=150%2C116&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/morgenglanz.jpg?resize=193%2C150&amp;ssl=1 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/> der Ewigkeit&#8220; &#8211; Ein Morgenlied von Christian Knorr von Rosenroth, das vor unseren Augen mehr\u00a0 aufgehen l\u00e4sst, als nur die Sonne \u00fcber dem Aurachtal.<span style=\"font-size: xx-small;\"><b><br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><b><i>Liedverse 1-3:<\/i><\/b><\/p>\n<p>1. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte,<br \/>\nschick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte<br \/>\nund vertreib durch deine Macht unsre Nacht.<br \/>\n2. Deiner G\u00fcte Morgentau fall auf unser matt Gewissen;<br \/>\nlass die d\u00fcrre Lebens-Au lauter s\u00fc\u00dfen Trost genie\u00dfen<br \/>\nund erquick uns, deine Schar, immerdar.<br \/>\n3. Gib, dass deiner Liebe Glut unsre kalten Werke t\u00f6te,<br \/>\nund erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenr\u00f6te,<br \/>\ndass wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p><i>Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht.<\/i><\/p>\n<p>\u201eGuten Morgen\u201d sagt uns das Lied und l\u00e4sst den Tagesbeginn kr\u00e4ftig strahlen und gl\u00e4nzen. Aber was gl\u00e4nzt da eigentlich?<br \/>\nDie Sonne sicherlich.<br \/>\nOder h\u00f6re ich da ein bisschen das Sprichwort \u201eMorgenstund hat Gold im Mund heraus\u201d? &#8211; Das ist ja ein Spruch, der uns den Morgen attraktiv erscheinen lassen will. Schlie\u00dflich erwartet uns als Fr\u00fchaufsteher ein gef\u00fcllter Tag, an dem man viel schaffen kann und etwas erreicht &#8230; eben \u201eGold im Mund\u201d. Aber ehrlich gesagt: Bei dem Lied passt das irgendwie nicht. Das ist kein \u201eflei\u00dfiges\u201d Morgenlied, da geht es nicht um die t\u00e4gliche Arbeit und den ersehnten Erfolg.<\/p>\n<p>Ich habe eher den Eindruck, dass in diesen drei Versen ganz allm\u00e4hlich die Sonne aufgeht und das Licht die Dunkelheit und die Nacht vertreibt. Langsam wird es hell, gedanklich bin ich dabei vielleicht unten im Aurachtal, bei Gunzendorf &#8211; ich sehe den Nebel in der Senke, und von Osten, von Oberniederndorf\u00a0 her geht die Sonne auf, das Tal wird heller und farbiger &#8230; rotgolden erscheinen die Baumspitzen &#8230;\u00a0 ganz langsam wird es heller. Und kein Wecker schellt, kein Telefon bimmelt, keine Email ploppt am Bildschirm auf.\u00a0 Es wird hell, und es ist einfach sch\u00f6n. Die Nacht wird vertrieben, der Tag kommt &#8211; ein unbezahlbarer Moment. Wahrscheinlich geht es wirklich um etwas Unbezahlbares. Eben nicht um \u201eMorgenstund hat Gold im Mund\u201d!<br \/>\nUm das Erleben, dass es hell wird um mich herum, und das dieses Licht auch mich selber durchflutet. Wenn man so einen Sonnenaufgang aus dem Dunst erlebt, sich die Zeit nimmt, das auf sich wirken zu lassen, dann l\u00e4sst das einen nicht kalt: Das Strahlen \u00fcbertr\u00e4gt sich auf einen selber.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen aus einem etwas unbekannteren Buch unserer Bibel etwas vorlesen. Es steht im Buch des Weisheit Salomo:<br \/>\n<i>Sie ist schneller als alles und so rein und fein, dass sie durch alles hindurchgehen kann. Denn sie ist ein Hauch, der von dem allm\u00e4chtigen Gott ausgeht, ein reiner Ausfluss seiner Herrlichkeit; deshalb kann nichts Unreines in sie eindringen. Sie ist der Abglanz des ewigen Lichtes, der ungetr\u00fcbte Spiegel von Gottes Macht, das Abbild seiner Vollkommenheit.<\/i> (Weisheit Salomo 7, 24-26)<\/p>\n<p>Das erinnert mich an so eine Sonnenaufgangsszene: Da str\u00f6mt etwas von Gott aus durch unsere Welt; wenn wir uns dem aussetzen, dann wirkt das auf uns ein, dann wird es heller in uns, dann l\u00e4sst sich das, was von Gott kommt; in uns nieder.<br \/>\nWas da str\u00f6mt, l\u00e4sst sich schwer in Worte fassen. Die \u201eWeisheit Gottes\u201d steht in meiner Bibel\u00fcbersetzung, aber es ist damit etwas anderes gemeint, als wir in Deutschland mit \u201eWeisheit\u201d verbinden. Diese Weisheit kann man nicht mit Klugheit oder Intelligenz gleichsetzen, es geht um eine viel umfassendere Kraft Gottes, die uns Menschen erf\u00fcllen kann. Vielleicht ist es nicht verkehrt, wenn wir hier einfach vom Licht Gottes sprechen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\ndas Lied ist auch eine Werbung f\u00fcr den Sonntag, als den Tag, an dem man dieses Licht Gottes besonders erleben kann.<br \/>\nStehe auf, sagt das Lied, setze dich den Sonnenstrahlen Gottes aus.<br \/>\nVerbarrikadiere dich nicht hinter der Arbeit, hinter tausend Dingen, die wichtig erscheinen. Lass gerne 6 mal in der Woche die Morgenstund Gold im Mund haben &#8211; aber mache an diesem einen Tag etwas Anderes: Setze dich den Strahlen der Liebe und Weisheit Gottes aus.<br \/>\nErlebe das gemeinsame Singen, Beten, Reden und H\u00f6ren im Gottesdienst.<br \/>\nSei mit Deiner Familie zusammen, die Gott Dir als Geschenk und Aufgabe an die Seite gestellt hat.<br \/>\nGehe hinaus, und erlebe die Weite des Himmels, der sich endlos \u00fcber dir erstreckt und etwas von der Gr\u00f6\u00dfe Gottes ahnen l\u00e4sst.<br \/>\nLass dich von dieser Kraft Gottes durchstr\u00f6men.<\/p>\n<p>Mit dieser Energie ausgestattet macht der dritte Liedvers auch einen Sinn: <i>Gib, da\u00df deiner Liebe Glut unsre kalten Werke t\u00f6te, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenr\u00f6te, da\u00df wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn.<\/i><\/p>\n<p>Aufstehen sollen wir, und etwas schaffen &#8211; und zwar das Richtige. Keine kaltherzigen Taten, sondern Werke der Liebe. Wer von Gottes Kraft durchstr\u00f6mt ist, der kann auch anders handeln, kann Energie zum Guten aufbringen. Der wei\u00df, dass er Fehler macht und schuldig an Anderen wird; aber er wei\u00df auch: Wer hinf\u00e4llt, der kann auch wieder aufstehen und neu anfangen: <i>\u201edass wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn !\u201d<\/i><\/p>\n<p>Christian Knorr von Rosenroth hat dieses Lied verfasst. Dabei war er gar kein klassischer Liederdichter. Er war Politiker! Hoch gebildet, Hof- und Kanzleirat bei dem Herzog von Sulzbach-Rosenberg. Er hatte gro\u00dfe Verantwortung. An seinen Entscheidungen hing das Wohl und Wehe vieler Menschen. \u00dcber die Zukunft und Weiterentwicklung des Bergbaus musste er entscheiden. Zur gleichen Zeit suchten Evangelische in der Oberpfalz Asyl, da sie aus Tirol wegen ihres Glaubens vertrieben wurden. Als Christ an solcher Position zu stehen; auch mit der Aufgabe, gegebenenfalls unangenehme Entscheidungen zu treffen &#8211; das ist nicht leicht.<\/p>\n<p>Das ist in der Gegenwart nicht anders. Der Wahltag heute l\u00e4sst es f\u00fcr uns als Wahlberechtigte auch deutlich werden . Viele Menschen sind hin- und hergerissen, weil sie sehen, dass jede Partei ihre Licht- und Schattenseiten hat. \u201eDie\u201d richtige Partei scheint es nicht zu geben. Und doch k\u00f6nnen wir das Kreuzchen nur bei einem Kandidaten machen.<\/p>\n<p>Verantwortung wahr zu nehmen, als W\u00e4hler, als Politiker, als Eltern, als Unternehmer, oft genug muss man da mit Kompromissen leben, die einen selber nicht voll \u00fcberzeugen, zu denen man sich aber dennoch durchringen muss.<br \/>\nMut haben zu Entscheidungen.<br \/>\nDarauf vertrauen, dass Gott einem die rechte Weisheit gibt.<br \/>\nSich freuen, wenn man entdeckt, dass man gut entschieden hat;<br \/>\noder im anderen Fall seinen Fehler zur Kenntnis nehmen, und wieder aufstehen, um nun das Richtige zu tun.<\/p>\n<p>Darum geht es in diesem dritten Vers. Aber nun wollen wir de letzten beiden singen:<\/p>\n<p><b><i>Verse 4+5<br \/>\n<\/i><\/b>4. Ach du Aufgang aus der H\u00f6h, gib, dass auch am J\u00fcngsten Tage<br \/>\nunser Leib verkl\u00e4rt ersteh und, entfernt von aller Plage,<br \/>\nsich auf jener Freudenbahn freuen kann.<br \/>\n5. Leucht uns selbst in jener Welt, du verkl\u00e4rte Gnadensonne;<br \/>\nf\u00fchr uns durch das Tr\u00e4nenfeld in das Land der s\u00fc\u00dfen Wonne,<br \/>\nda die Lust, die uns erh\u00f6ht, nie vergeht.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nauch mit den letzten beiden Versen bleibt das Lied ein Morgenlied: Wieder ist vom Aufstehen die Rede, und davon, dass man seinen Weg geht.\u00a0 Nur dass sich die Szene ein wenig verschiebt. Nicht mehr vom Aufstehen aus dem Schlaf ist die Rede, sondern vom Aufstehen, aus dem Tod.<br \/>\nEiniges ver\u00e4ndert sich: Auf der Freudenbahn gehen wir dann unseren Weg, im Land der s\u00fc\u00dfen Wonne. Im R\u00fcckblick merkt man den Unterschied zur Plage und den Tr\u00e4nen, die einem das Leben zuvor beschwerlich gemacht haben. &#8211;<\/p>\n<p>Aber doch habe ich den Eindruck, dass Christian Knorr von Rosenroth Himmel und Erde, nicht so stark gegeneinendersetzt, wie es manche seiner Zeitgenossen getan haben.\u00a0 Oft genug erleben wir in alten Lieder den Kontrast: Hier auf der Erde ist nur Tr\u00fcbsal und Schmerz, dann aber wird alles im Jenseits aufgehoben und dort ist alles paradiesisch. &#8211; Man k\u00f6nnte fast vermuten, dass Welt und Himmel nichts miteinander zu tun h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Dieses Lied schl\u00e4gt die Br\u00fccke &#8211; indem es das Symbol des Lichts Gottes heranzieht. Himmel und Erde, Gegenwart und Zukunft werden vom gleichen Licht Gottes durchstrahlt. Das gleiche Licht, vom gleichen Gott &#8211; nat\u00fcrlich in unterschiedlicher Intensit\u00e4t und Klarheit, und in unterschiedlichen Situationen. Aber doch das gleiche Licht.<br \/>\nDas Licht Gottes, das im Jenseits &#8211; so hoffen wir &#8211; uns ungehindert erf\u00fcllt und durchstr\u00f6mt, das m\u00fcssen wir in dieser Welt halt immer wieder gezielt aufsuchen. Ob es Gottesdienste, gute Lieder, das Lesen der Bibel, oder Meditieren ist &#8211; da gibt es viele Facetten.\u00a0 Aber man findet es nicht \u00fcberall.<\/p>\n<p>So, wie man den Sonnenaufgang halt zwischen Gunzendorf und Wilhelmsdorf\u00a0 besonders gut erleben kann.<\/p>\n<p>Suchen und finden muss da jeder von uns selber.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &#8222;Morgenglanz der Ewigkeit&#8220; &#8211; Ein Morgenlied von Christian Knorr von Rosenroth, das vor unseren Augen mehr\u00a0 aufgehen l\u00e4sst, als nur die Sonne \u00fcber dem Aurachtal. Liedverse 1-3: 1. 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