{"id":933,"date":"2011-02-10T22:37:05","date_gmt":"2011-02-10T20:37:05","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=933"},"modified":"2014-05-10T22:38:44","modified_gmt":"2014-05-10T20:38:44","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-februar-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=933","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im Februar 2011"},"content":{"rendered":"<p>Montag: Nackt in der U-Bahn<br \/>\nDienstag: Gipfelerlebnisse<br \/>\nMittwoch: Wenn das Wort gilt<br \/>\nDonnerstag: Unn\u00f6tiger \u00c4rger<br \/>\nFreitag: Philosophie und Gottvertrauen<br \/>\nSamstag: Bruce Allm\u00e4chtig<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Alptraum: Nackt in der U-Bahn<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nMann ich habe heute nacht was ganz furchtbares getr\u00e4umt: Ich war fr\u00fchmorgens in mit der U-Bahn unterwegs &#8211; allein im leeren Waggon &#8211; und zwar nackt. Grade mal ne Unterhose hatte ich an. Ich wei\u00df nicht, wie es dazu gekommen ist, aber das ist so einem Alptraum ja auch egal.<br \/>\nDa stehe ich hilflos in der U-Bahn. Ich kann ja so nicht weg, kein Handy, um nen Freund anzurufen, kein Geld &#8230; nur Unterhose.<br \/>\nUnd dann geht die T\u00fcr auf, und so ein Rudel Jugendlicher kommt in meinen Waggon, aufgedreht, laut herumbl\u00f6delnd &#8230; die T\u00fcren schlie\u00dfen sich, und dann entdecken sie mich! MIST.<br \/>\nAber dann kams ganz anders: Hey, was ist mit dir los, gibts ja nicht &#8230;<br \/>\nUnd ein paar Minuten sp\u00e4ter hatte ich so ne Rapperhose an, Turnschuhe, ein Sweatshirt, einer hat mir sogar 20 Euro gegeben.<br \/>\nEinfach so, die wollten das nicht mal zur\u00fcck haben &#8211; die waren so f\u00fcrsorglich, wie so ne Oma zu ihrem Enkel.<br \/>\nLiebe Charivarih\u00f6rer, ok, das war nur ein Traum.<br \/>\nAber ich habe mich zwei mal gesch\u00e4mt: Einmal, weil ich nackig da stand und dann, dar\u00fcber, dass ich diesen jungen Leuten immer nur Dummheiten zutraue. Dabei haben wirklich mehr drauf! &#8211; Nicht nur in meinen wildesten Tr\u00e4umen.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong>Gipfelerlebnisse<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen<br \/>\nim letzten Urlaub habe ich mal wieder einen Berg bestiegen. Das war nicht ganz ohne, als Familie kamen wir da ganz sch\u00f6n ins Schnaufen. Wie gut, dass wir wirklich nur das Allern\u00f6tigste eingepackt hatten. Oben auf dem Gipfel haben wir noch ne andere Familie getroffen: Die hatten einen Trompetenkoffer mit hochgeschleppt! Echt! Wozu denn das? Und w\u00e4hrend wir unsere Brotzeit auspackten, holte die Mama dieser Familie die Trompete raus und fing an zu blasen: Und das Lied kannte ich: \u201eNun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und H\u00e4nden, der gro\u00dfe Dinge tut, an uns und allen Enden\u201d.<br \/>\nUnd dazu das grandiose Bergpanorama, der Weitblick, das erhebende Gef\u00fchl, das man eben nur auf einem sp\u00fcren kann. Das passte perfekt zusammen &#8211; wenn man die Gr\u00f6\u00dfe unserer Sch\u00f6pfung sieht,\u00a0 soll das alles zuf\u00e4llig entstanden sein, ohne einen, der da einen Plan f\u00fcr diese Welt hat?<br \/>\nEs war wie ein Berggottesdienst:\u00a0 Die Natur war die Predigt &#8211; und wir konnten nur staunend zu h\u00f6ren, wie sie uns an diesem Vormittag sagte: Jeder Stein, der da liegt, jeder Mensch der da steht &#8211;\u00a0 bei allem hat sich Gott was dabei gedacht. Auch wenn sie heute keinen Berg besteigen: Halten sie die Augen offen f\u00fcr die Sch\u00f6nheit der Welt.<br \/>\nEinen Guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong>Wenn das Wort gilt<\/strong><\/p>\n<p>Als Hans noch da war, da war die Welt noch in Ordnung. Hans war der Filialleiter einer Bank vor den Toren N\u00fcrnbergs. Das waren noch Zeiten, so schw\u00e4rmen mir die Mitarbeiter und Kunden noch heute vor:<br \/>\nDa kommt ein Bauer, dessen M\u00e4hdrescher ist kaputt, in drei Wochen beginnt die Ernte, wenn er jetzt bestellt, kommt die Maschine noch rechtzeitig. Aber da muss ja noch alles beantragt werden, Bonit\u00e4tspr\u00fcfung, Sicherheiten, Antr\u00e4ge und sonstwas. Bis er den Kredit hat, ist es mit Sicherheit zu sp\u00e4t, um den M\u00e4hdrescher zu bestellen. Aber nicht mit Hans: Er sagt: Du geht jetzt zum H\u00e4ndler und bestellt den M\u00e4hdrescher, und ich k\u00fcmmere mich um deinen Kredit. Das klappt schon. Der Bauer fragt nach: Aber was ist, wenn die Bankchefs den Kredit nicht genehmigen? Hans nimmt die Hand des Bauern: Ich geb dir mein Wort: Das klappt!<br \/>\nSein Wort war Gesetz. Auch f\u00fcr ihn selber! Und er hats nie gebrochen.<br \/>\nIch habe ihn vor ein paar Jahren beerdigt.\u00a0 Und noch heute sprechen die Leute ehrfurchtsvoll von diesem Mann, auf den man sich 100%ig verlassen konnte. An ihm habe ich gelernt: Auch in unseren modernen schnellebigen Welt lohnt es sich, wenn wir geradlinig und verl\u00e4sslich bleiben. Denn Vertrauen ist eine W\u00e4hrung, die ungeheuer Wertvoll, aber auch empfindlich ist.<\/p>\n<p><strong>Unn\u00f6tiger \u00c4rger<\/strong><\/p>\n<p>Vor einer Woche habe ich eine Mahnung gekriegt. \u00dcber sage und schreibe 4 Euro. Da hatte ich bei einer \u00dcberweisung einfach eine Zahl falsch eingetippt, und jetzt nach 2 Monaten f\u00e4llt denen ein, mir eine Mahnung zu schicken \u00fcber 4 Euro und 2,5 Euro Mahngeb\u00fchr. Ich war stinksauer, ich bin in meiner Wohnung rumgeschossen wie ein Heinzelm\u00e4nnchen, so sauer war ich. Und dann hab ich entschieden, da rufst du an und macht die so richtig rund. Zuerst war ich in der Warteschleife, die war ganz putzig, da hab ich mich schon mal ein bisschen abregen k\u00f6nnen. Und dann hatte ich den Kundenberater am Schlafittchen. Aber bevor ich den gro\u00df beschimpfen konnte, sagte der: Ach, das ist ein Versehen, das ist gar nicht so schlimm, ich nehme das wieder raus, \u00fcberweisen sie einfach die 4 Euro.<br \/>\nIch h\u00e4tte mir den ganzen \u00c4rger, das ganze Grummeln und Motzen sparen k\u00f6nnen, wenn ich gleich angerufen h\u00e4tte.\u00a0 Das ist mal wieder typisch: Da rege ich mich auf, steigere mich in meine Wut hinein statt man zum Telefon zu greifen und nachzufragen: \u201eWas ist denn da bei euch los?\u201d So einfach ist die Kuh vom Eis. Eigentlich m\u00fcsste ich was gelernt haben.\u00a0 Vielleicht klappst beim n\u00e4chsten Mal z\u00fcgiger und besser. W\u00e4re gut f\u00fcr den Blutdruck, und f\u00fcr die anderen Menschen auch.<\/p>\n<p><strong>Philosophie und Gottvertrauen<\/strong><\/p>\n<p>Reliunterricht vor dem Abitur: Heute sind Philosophische Weisheiten rund ums Menschsein dran. Nietsche: Das B\u00f6se ist die st\u00e4rkste Kraft des Menschen. Scheler: Der Mensch als Krankheit des Planeten<br \/>\nDa gucken sie mich an: Das sind doch nicht wir! Das Leben ist sch\u00f6n, wir vertrauen darauf, dass wir unsere Zukunft gut gestalten k\u00f6nnen. Und du, Pfarrer, sagst doch auch, dass Gott bei uns ist, und uns begleitet.\u00a0 Sind meine Sch\u00fcler naiv und dumm, dass sie noch nicht die Abgr\u00fcnde des Menschseins erlebt haben?<br \/>\nOder haben sie einfach recht: Dass sie sich nicht entmutigen lassen wollen von all dem, was es an Schlimmen gibt? Dass da in den B\u00e4nken eine Generation sitzt, die positiv nach vorne schaut. Die &#8211; zumindest in dieser Klasse &#8211; Zuversicht und Gottvertrauen mitbringt. Was will man mehr? Es gibt Tage, da kann ich auch mal was von meinen Sch\u00fclern lernen: Etwas mehr Zuversicht und Vertrauen in die Menschen &#8211; und das Bewusstsein, dass Gott uns dabei nicht alleine l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Bruce Allm\u00e4chtig<\/strong><\/p>\n<p>Im Kinofilm \u201eBruce Allm\u00e4chtig\u201c beschwert sich der kleine erfolglose Fernsehmoderator Bruce Nolan beim lieben Gott dar\u00fcber, dass so vieles in dieser Welt schief l\u00e4uft.\u00a0 Aber Gott l\u00e4sst das nicht auf sich sitzen und \u00fcbertr\u00e4gt seine Allmacht auf Bruce; und er gibt ihm den Auftrag es bittesch\u00f6n besser zu machen.<br \/>\nBruce langt in die Vollen:\u00a0 &#8211; Aufstieg in der Arbeit &#8211; Besserer Sex mit der Freundin &#8211; Und der Hund pinkelt nicht mehr in die Wohnung<br \/>\nAber dann merkt er, dass da auch die Gebete der anderen Menschen bei ihm landen: Tausende beten um einen Sechser im Lotto oder darum, dass ihre Lieblingsmannschaft beim Fu\u00dfball gewinnt. Um steigende Aktien und sinkendes \u00dcbergewicht.<br \/>\nBruce ist \u00fcberfordert, erf\u00fcllt die Gebetsw\u00fcnsche dann doch und st\u00fcrzt die Welt ins Chaos. In diesem Film lernt Bruce, dass es gar nicht geht, allen diesen Menschen ihre seltsamen und oft egoistischen Gebetsw\u00fcnsche zu erf\u00fcllen. Es ist unm\u00f6glich und es w\u00fcrde ihnen auch nicht gut tun.Der Film ist eigentlich eine harmlose Kom\u00f6die, aber wenn ich bete, muss ich manchmal dran denken, dass Gott so \u00e4hnlich wie dieser Bruce den Kopf sch\u00fcttelt, weil sich meine Gebete meist doch um meine eigenen Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche drehen.<\/p>\n<p>Und dann denke ich: Gott, wenn du willst: Erh\u00f6re mein Gebet. Und wenns nicht geht &#8211; dann will ich auch nicht entt\u00e4uscht sein &#8211; ich habe ja den Film gesehen, und kenne dein Problem, das du mit meinen egoistischen W\u00fcnschen hast.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag: Nackt in der U-Bahn Dienstag: Gipfelerlebnisse Mittwoch: Wenn das Wort gilt Donnerstag: Unn\u00f6tiger \u00c4rger Freitag: Philosophie und Gottvertrauen Samstag: Bruce Allm\u00e4chtig <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=933\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[239],"tags":[],"class_list":["post-933","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-radioandachten-2011"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-f3","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/933","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=933"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":934,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/933\/revisions\/934"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}