{"id":931,"date":"2011-03-10T22:34:58","date_gmt":"2011-03-10T20:34:58","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=931"},"modified":"2014-05-10T22:36:36","modified_gmt":"2014-05-10T20:36:36","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-maerz-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=931","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im M\u00e4rz 2011"},"content":{"rendered":"<p>Montag: Ehrliche Freunde<br \/>\nDienstag: Baustelle in der Schule<br \/>\nMittwoch: Computer und Leben entm\u00fcllen<br \/>\nDonnerstag: Frustrationsfreie Verpackungen<br \/>\nFreitag: Der Rote Faden<br \/>\nSamstag: Wer hat meinen M\u00fcll kaputtgemacht<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Echte Freunde<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen, Gaddhafi und Guttenberg &#8211; die beiden M\u00e4nner dominieren zur Zeit unsere\u00a0 Schlagzeilen. Eigentlich haben die ja nichts miteinander zu tun &#8230; au\u00dfer ihnen anscheinend etwas gefehlt hat:\u00a0 Ein wirklich guter Freund, der ihnen im richtigen Moment die Hand auf die Schulter legt und sagt: Du, ich sags dir nicht gerne, aber so kannst du nicht mehr weitermachen. Du hast dich verrannt, das beste wird sein, du nimmst deinen Hut und gibst deinen Posten auf. Solche Freunde sind nicht nur schwer zu finden.<\/p>\n<p>Noch viel schwerer ist es, so ein Freund zu sein. Den Mut zu haben, seinem Freund ganz klar zu sagen: \u201eDu bist in einer Sackgasse, aber du hast es noch gar nicht gemerkt. Das ist schwierig &#8211; und keiner wei\u00df, ob das nicht das Ende der Freundschaft bedeutet. N\u00e4chstenliebe bedeutet nicht nur Kuscheln, das hei\u00dft auch manchmal, einen schweren Weg miteinander zu gehen. Eine Freundschaft zu riskieren, um den Freund zu helfen. Ich gab zu manchmal fehlt mir der Mut &#8211; dann schreibe ich ne Andacht dr\u00fcber, das motiviert mich, so eine unangenehmer, aber echter Freund zu sein&#8230;. vielleicht motiviert es Sie ja auch.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p><strong>Baustelle in der Schule<\/strong><\/p>\n<p>In der Schule, in der ich unterrichte, wird momentan gebaut. Das ganze Schuljahr geht das schon so. Auf den G\u00e4ngen liegen Kabelstr\u00e4nge, Handwerker rei\u00dfen W\u00e4nde ein oder montieren Fenster, gestern wurden mit Gasbrennern Teerbahnen mit dem Estrich verschwei\u00dft. &#8230; und unsere Sch\u00fcler mittendrin.<\/p>\n<p>Ich gebe zu, das ist manchmal nervig, wenn die Baustelle interessanter ist, als der eigene Unterricht. Aber ich h\u00f6re auch Sch\u00fcler, die diskutieren: Elektroinstallation &#8230; das ist aj ein cooler Beruf &#8230; Hey, als Maler kannste echt tolle Sachen machen. Bei uns am Gymnasium wird das Handwerk ja eher als Job f\u00fcr &#8222;die Anderen&#8220; gesehen. &#8222;Wir gehen mal ins B\u00fcro, oder studieren!&#8220; Aber seit wir die Baustelle haben ist das anders.<br \/>\nUnsere Sch\u00fcler haben etwas gelernt, was so in keinem Lehrplan steht: Sie sehen, wie gl\u00fccklich man in seinem Beruf sein kann, wenn er zu einem passt, da isses auch egal,ob man dabei \u00fcber beide Ohren dreckig wird. Sie lernen: Wir brauchen Handwerker und Akademiker &#8211; und ich w\u00fcnsche jeden meiner Sch\u00fcler, dass er oder sie den Beruf findet, der wirklich zu ihm passt.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong>Computer entm\u00fcllen<\/strong><\/p>\n<p>Unser Familiencomputer ist so langsam in die Jahregekommen &#8211; bis der hochgefahren ist, alles geht so langsam &#8230; dann bleibt er wieder h\u00e4ngen &#8230; ewige Warterei. Am liebsten h\u00e4tt ich nen neuen gekauft, aber dann habe ichs anders versucht:\u00a0 Die Familienfotos und wichtige Texte gesichert und dann alles gel\u00f6scht, &#8211; komplett in den Auslieferungszustand.\u00a0 Das war nicht leicht: Da waren ja haufenweise\u00a0 Programme, die ich mal installiert hatte &#8230; die hab ich ewig nicht mehr verwendet\u00a0 &#8211; aber: die k\u00f6nnt man ja mal wieder brauchen. Ja, man beh\u00e4lt ja so gerne das alte Zeug &#8211; sich von Ballast zu verabschieden ist echt nicht leicht. Aber genau dieser Ballast hat unseren Computer in die Knie gezwungen.<br \/>\nAber ich hab mir ein Herz genommen und das Zeug gel\u00f6scht. Alles weg &#8211; und nur die 10 Programme neu installiert, die ich wirklich brauche. Und jetzt rennt der Rechner wie ein neuer &#8211; Wahnsinn! Ausmisten, sich von \u00dcberfl\u00fcssigen verabschieden, damit ich endlich wieder frei atmen kann. Das gibts nicht nur beim Computer, auch im t\u00e4glichen Leben, in meinem Arbeitszimmer, in meinem Terminkalender &#8230;\u00a0 leicht f\u00e4llt einem das nicht &#8211; aber der Mut wird meist durch ein neues Gef\u00fch\u00f6 der Freiheit belohnt.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p><strong>Frustrationsfreie Verpackungen<\/strong><\/p>\n<p>Fustrationsfreie Verpackungen &#8211; bis vor kurzem wusste ich gar nicht, was das ist. Bis ein Versandhaus mal damit geworben hat:\u00a0 Verpackungen, wo das Produkt ganz einfach in einer Schachtel oder einem Umschlag drin ist. Ich muss sich nicht mit Schere und Messer durch Blister-Packungen durchk\u00e4mpfen, bis ich eine kleine Speicherkarte in den Fingern halte. Unsere Tochter kann eine Puppe einfach aus der Schachtel nehmen und damit spielen ohne vorher zwanzig Befestigungselemente durchzuschnippeln oder aufzuknoten.\u00a0 Fustrationsfreie Verpackungen &#8211; das ist jetzt neu neuste Hit.\u00a0 Aber ich frage mich: Welcher Kasper kam \u00fcberhaupt auf die Idee, das Zeug so kompliziert zu verpacken? Uiuiui, jetzt muss ich als Pfarrer aber aufpassen &#8230; ich glaube, ich bin manchmal auch so einer, der komplizierte Verpackungen erfindet. Dass Gott uns Menschen liebt, und gute Ratschl\u00e4ge f\u00fcr unser Leben hat &#8211;\u00a0 so ein einfaches Geschenk verpacke ich manchmal sein eine ziemlich komplizierte Sprache. Recht festlich solls ja sein, in meinem Gottesdienst. Da brauche ich mich nicht wundern, wenn Leute keine Lust aufs Auspacken haben. In der Fastenzeit \u00fcbt man ja auch mal das Verzichten. Ich glaube, ich sollte \u00f6ftermal auf meine pfarrertypische Sprachverpackung verzichten, wenn ich von Gotes Liebe erz\u00e4hle.<br \/>\nMal sehen, obs klappt.<\/p>\n<p><strong>Der Rote Faden in meinem Leben<\/strong><\/p>\n<p>Der Rote Faden &#8211; ich habe jetztb geh\u00f6rt, wo diese Begriff herkommen soll: In der britischen Marine wurde einst in alle Taue ein roter faden mit eingesponnen. Daran konnte man sofort erkennen, ob ein Seil der Marine geh\u00f6rte oder nicht.\u00a0 Das war die perfekte Diebstahlsicherung, denn den Faden konnte man nicht entfernen ohen das Seil zu zerst\u00f6ren.\u00a0 Bisher habe ich gerne behauptet: Der Glaube ist der rote Faden in meinem Leben. Und tats\u00e4chlich. Das deckt sich mit der Geschichte von den britischen Seilen.<br \/>\nMal ist der Glaube ganz offen sichtbar, und dann gibts Zeiten, da ist er von anderen Schn\u00fcren meines Lebensseils verdeckt, aber doch ist er da.\u00a0 Und dann kommt\u00a0 er irgendwann wieder an die Oberfl\u00e4che. Ein ganz interessantes auf und ab.<br \/>\nAuch wenn er nicht an allen Stellen sichtbar ist: Der Glaube geh\u00f6rt untrennbar zu meinem Lebensseil dazu. Wenn ich den heraustrennnen wollte, ich glaube, ich w\u00e4re dann nicht mehr \u201eich\u201d.<br \/>\nVielleicht geht ihnen \u00e4hnlich, oder bei ihnen sind es andere F\u00e4den, die sich untrennbar durchs Leben durchziehen.\u00a0 Aber wie beim Seil der Britischen Marine sagt mir mein roter Faden, wo ich dazugeh\u00f6re &#8211; da bin ich froh dr\u00fcber. Einen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong>Wer hat meinen M\u00fcll kaputt gemacht?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin sauer! Jemand hat meinen M\u00fcll kaputt gemacht! Ja, meinen Sperrm\u00fcll! OK, ich fang von vorne an: Ich hab einen Staubsauger f\u00fcr den Sperrm\u00fcll rausgelegt. Das alte Teil\u00a0 ging eigentlich noch, aber das Saugrohr war gerissen. Ich hab gedacht: Den holt sich bestimmt so ein M\u00fcllgogerer und macht noch was draus &#8230; irgendwo wird er dann in Polen noch viele Kilo Staub aufsaugen. Und ein paar Stunden sp\u00e4ter sehe ich, dass jemand das Stromkabel durchgezwickt hat. Und auch ein paar weitere Gegenst\u00e4nde hat der Unbekannte genauso ganz zielgerichtet unbrauchbar gemacht. Offenbar hat es einem nicht gepasst, dass ein anderer mit diesen Dingen noch etwas anfangen, etwas von dem, was wir wegwerfen, f\u00fcr sich nutzen kann.<br \/>\nIst das eine neue Form von Neid und Missgunst? Ich kenne ja selbst die Frage, ob das in Ordnung ist, dass manche Manager \u00fcber ne Million pro Jahr verdienen. Aber dass ich dem armen Kerl, der auf dem Sperrm\u00fcll nach Brauchbarem sucht, diesen alten klapprigen Staubsauger missg\u00f6nne &#8230;<br \/>\nnein, das verstehe ich nicht &#8230;<br \/>\n&#8230; und hoffe, dass ich f\u00fcr so viel Missgunst niemals ein Verst\u00e4ndnis haben werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag: Ehrliche Freunde Dienstag: Baustelle in der Schule Mittwoch: Computer und Leben entm\u00fcllen Donnerstag: Frustrationsfreie Verpackungen Freitag: Der Rote Faden Samstag: Wer hat meinen M\u00fcll kaputtgemacht <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=931\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Andachten auf Charivari 98,6 im M\u00e4rz 2011","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[239],"tags":[],"class_list":["post-931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-radioandachten-2011"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-f1","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=931"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/931\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":932,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/931\/revisions\/932"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}