{"id":927,"date":"2011-05-10T22:29:51","date_gmt":"2011-05-10T20:29:51","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=927"},"modified":"2014-05-10T22:31:37","modified_gmt":"2014-05-10T20:31:37","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-mai-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=927","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im Mai 2011"},"content":{"rendered":"<p>Montag: Sterbehilfe bei Piespsi<br \/>\nDienstag: Ein Grab f\u00fcr Piepsi<br \/>\nMittwoch: Von den Bauern lernen<br \/>\nDonnerstag: Mein gelber Engel Uli<br \/>\nFreitag: Wasserwechsel<br \/>\nSamstag: Don Camillos Gespr\u00e4che<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Sterbehilfe bei Pipsie<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen, Piepsie haben sie es genannt &#8211; das winzige Vogelkind, das meine T\u00f6chter bei uns im Garten gefunden haben. Anscheinend ist er aus einem Nest gefallen, ein paar Federn hat er schon, aber zum Fliegen ist er noch viel zu klein. So hockt er piepsend auf dem Handteller der 6j\u00e4hrigen Maria. Mir ist klar: Der hat keine \u00dcberlebenschance &#8211; aber wie bringst du das den Kindern schonend bei?\u00a0 Sie holen eine Schaufel und graben im Garten nach W\u00fcrmern &#8211; Piepsi wird gef\u00fcttert &#8211; er frisst tats\u00e4chlich was. Sie setzen ihn in einen Eimer, den sie mit weichem Moos auspolstern. Irgendwann kommen sie selber drauf: Wir werden ihn wohl nicht die Vogelmama ersetzten k\u00f6nnen &#8211; gell, Papa, das kann sein, dass der Pipsie stirbt? &#8211; Ich nicke still &#8211; ich wei\u00df auch nicht so recht, was ich dazu sagen soll.<br \/>\nPiepsi wird den ganzen Abend lang bemuttert und gestreichelt.\u00a0 Und ich bin ein bisschen verwundert: Sie lassen sich von dem Gedanken, dass Pipsie sterben wird, nicht beeindrucken. Sie lassen ihn nicht allein, lassen sich alles m\u00f6gliche einfallen, dass es ihm gut geht.<br \/>\nSterbehilfe &#8211; das ist das, was sie tun:\u00a0 Nicht abmurksen, dass es schnell vorbei ist, sondern den kleinen Vogel begleiten auf seinem letzten Weg. Da k\u00f6nnten wir Erwachsene wirklich was lernen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche ihnen einen guten Tag &#8211; und morgen fr\u00fch erz\u00e4hle ich Ihnen davon, wie es mit Pipsie weitergegangen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Grab f\u00fcr Piepsie<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen. Gestern fr\u00fch habe ich von Piepsie erz\u00e4hlt, dem winzigen Vogel, der aus seinem Nest gefallen war. Unsere kleinen T\u00f6chter haben ihn gefunden und einen ganzen Tag lang gef\u00fcttert und bemuttert. Am Abend wurde er mit ins Haus genommen, damit ihn keine Katze erwischt. Aber: Am n\u00e4chsten Morgen lag er tot in seinem Bett aus Moos. Wir haben eine Schaufel geholt und im Garten ein kleines Grab ausgehoben. \u201ePipsie, bis bald, im Himmel\u201d sagt Maria, als wir langsam die Erde auf ihm herunterrieseln lassen.<br \/>\nKomisch, mit ihren 6 Jahren war Maria noch nie auf einer Beerdigung, aber genau da, wo der Pfarrer dann von der christlichen Hoffnung aus der Bibel vorliest, sagt Maria diesen Satz vom Himmel, der uns einmal erwartet.\u00a0 Sie hat auch nicht geweint, denn er hats ja jetzt gut: Im Himmel ist einer, der sich viel besser um Piepsi k\u00fcmmert, als wir das hinbekommen haben.\u00a0\u00a0 Es ist schon seltam: Meine ganze Angst vor diesem Vogel-Drama war unbegr\u00fcndet. Unsere kleinen M\u00e4dchen konnten damit umgehen, dass dem kleinen Vogel nicht zu helfen war, und die haben gesp\u00fcrt, dass sein Tod nicht das schwarze Loch sein muss, wenn man Hoffnung hat, dass es danach weitergeht.<br \/>\nJesus hat einmal gesagt: Wir sollen glauben wie die Kinder &#8211; und an diesem Tag habe ich das mal so richtig verstanden.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gelassen trotz aller Verluste<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen, zur Zeit spielt das Wetter unseren Landwirten ganz sch\u00f6n \u00fcbel mit. Viel zu trocken ist es, dass die Saat auf den Feldern nur m\u00e4\u00dfig gut aufgeht. Und dann auch noch dieser Nachtfrost Mitte des Monats, der hat ja bei den Winzern und Obstbauern eingeschlagen. An manchen Orten ist zu bef\u00fcrchten dass die Rotweinernte komplett ausf\u00e4llt.<br \/>\nJe nach Situation des jeweiligen Hofes bedeutet das f\u00fcr die Bauern echte Einschnitte. Da wird am Jahresende einiges an Ertrag fehlen &#8211; schon jetzt m\u00fcssen sie sich darauf einstellen, dass das Geld am Jahresende fehlen wird. Das ist nicht einfach, das wird stellenwiese finanziell wirklich dramatisch.<br \/>\nWas mich fasziniert: Trotz allem sehen diese M\u00e4nner und Frauen die Welt nicht untergehen. Sie wissen, dass sie vom Wetter abh\u00e4ngig sind.\u00a0 Es geht nicht immer nur aufw\u00e4rts. Es gibt eben fette und magere Jahre. Das geh\u00f6rt zum Leben dazu. Nicht nur in den Landwirtschaft. Viele von uns machen diese Erfahrung nicht mehr, tun sich schwer mit dem Auf und\u00a0\u00a0 vor allem dem Ab des Lebens umzugehen.\u00a0 Da k\u00f6nnten wir war von unseren Bauern lernen<br \/>\n&#8211; von ihrer Lebenerfahrung<br \/>\n&#8211; von ihrer Lebenskunst, sie auch mit Tiefschl\u00e4gen fertig zu werden.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mein gelber Engel Uli<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen! Unser Postbote Uli ist ein Ph\u00e4nomen. Seit 10 Jahren hat der Mann immer gute Laune. Wenn er klingelt, weil er ein Paket oder sonstwas abgeben muss, ist immer ein kurzer Plausch, ein lockerer Spruch, ein freundliches Gesicht mit dabei. So ein richtig sonniger Kerl, da passt es ja, dass er so ein leuchtend-gelbes Postauto f\u00e4hrt.<br \/>\nIch freu mich direkt auf ihn &#8211; unseren gelben Post-Engel.<br \/>\nDa denk ich mir: Bei mir im Dorf gibts auch viele einsame Leute, bei denen kommt manchmal den ganzen Tag \u00fcber keine Menschenseele vorbei. Da ist unser Postbote vielleicht der einzige Kontakt mit einem anderen Menschen. Da muss Uli tats\u00e4chlich so was wie ein Engel sein, wenn er mit seiner fr\u00f6hlichen Art f\u00fcr zwei Minuten bei einer alten einsamen Rentnerin vorbeischaut. Da freut die sich vielleicht schon den ganzen Morgen drauf. Menschen wie Uli sind Gold wert.<br \/>\nManchmal denke ich: Solche Menschen sind ein Geschenk Gottes &#8211; ein Zeichen daf\u00fcr, dass Gott sich immer wieder etwas einfallen l\u00e4sst, um uns etwas Gutes zu tun. Ich freu mich dran, und bin dankbar, dass es solche Leute gibt. Einen sch\u00f6nen Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wasserwechsel<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen, es ist Freitag, und heute abend wartet auf unsere Familie ein typisches Freitagabend-Ritual: Wasserwechsel! Nein, ich meine nicht die Kinder in der Badewanne, es geht um unsere Fische im Aquarium. Da muss man ja regelm\u00e4\u00dfig ein Teil des Aquarienwassers austauschen. So schleppe ich 60 Liter Wasser durch die Wohnung, damit sie sich die Neons, Guppies uns Antennenwelse wieder wohlf\u00fchlen. Wenn man das nicht macht, wird das Wasser sonst immer gr\u00fcner, die Schadstoffwerte steigen und irgendwann merkt man auch, dass es den Fischen nicht mehr gut geht, in ihrer eigenen Br\u00fche. Bevors brenzlig wird, muss altes Wasser raus und neues rein.<\/p>\n<p>Bei uns Menschen gibts das ja auch: Dass wir nur in den eigenen Gedanken herumschwimmen, nur in den eigene Sorgen baden,\u00a0 nur um uns selber kreisen &#8211; und dann wundern wir uns, dass es uns nicht gut geht dabei. Da w\u00e4re auch ein Wasserwechsel sinnvoll. Manche fahren dazu mal ein Wochenende weg um mal was anderes zu sehen. Ein Meditationsseminar in einem kirchlichen Einkehrhaus hat schon vielen gutgetan.<\/p>\n<p>Ja und manchmal hats schon gereicht, mal mit einem Pfarrer eine Stunde lang \u00fcber seine Gedanken und Sorgen zu reden.\u00a0 Wie man wechselt ist egal, aber wir brauchen ihn &#8211; unseren Wasserwechsel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Camillos Gespr\u00e4che<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen, Don Camillo und Peppone, viele von uns kennen diese alten italienischen Filme mit dem engagierten und schlitzohrigen katholischen Pfarrer, der mit dem kommunistischen B\u00fcrgermeister Peppone im Dauerstreit liegt. Als Kind habe ich die oft gesehen. Besonders beeindruckt hat da eine Szene: Da st\u00fcrmt der Pfarrer Don Camillo aufgew\u00fchlt, w\u00fctend durch seine Kirche, \u00fcberlegt sich, wie er dem B\u00fcrgermeister wieder eins auswischen kann. Und da redet ihn pl\u00f6tzlich Jesus an: Vom gro\u00dfen Kreuz am Altar herunter scallt seine weiche Stimme \u201eHalt,\u00a0 Don Camillo, bist du dir sicher, dass das der richtige Weg ist? Hat du schon mal an dies und jenes gedacht\u201d. Und dann fangen die beiden zu diskutieren an. Ich sage ihnen:<\/p>\n<p>Das gibts, das kann man selber ausprobieren.\u00a0 Sich in die leere Kirche zu setzen, mit all den Gedanken und Gef\u00fchlen, die man mit sich herumtr\u00e4gt. Und mit diesem Jesus am Kreuz als Gegen\u00fcber zu reden. Zu schauen welche Gedanken da kommen.\u00a0 Vielleicht tut sich da wirklich was, und sie entdecken eine neue Idee, eine bisher unbekannte Perspektive. Eigentlich braucht man dazu keine Kirche. Aber der Raum, die Stille, dieser Jesus am Kreuz als sichtbares Gegen\u00fcber &#8211; ich hab das Gef\u00fchl, das ist einfach nochmal was anderes. Vielleicht\u00a0 haben sie ja mal Gelegenheit das zu versuchen.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag: Sterbehilfe bei Piespsi Dienstag: Ein Grab f\u00fcr Piepsi Mittwoch: Von den Bauern lernen Donnerstag: Mein gelber Engel Uli Freitag: Wasserwechsel Samstag: Don Camillos Gespr\u00e4che <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=927\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Andachten auf Charivari 98,6 im Mai 2011","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[239],"tags":[],"class_list":["post-927","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-radioandachten-2011"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-eX","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/927","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=927"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/927\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":928,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/927\/revisions\/928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=927"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=927"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=927"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}