{"id":925,"date":"2011-06-10T22:26:55","date_gmt":"2011-06-10T20:26:55","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=925"},"modified":"2014-05-10T22:28:58","modified_gmt":"2014-05-10T20:28:58","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-juni-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=925","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im Juni 2011"},"content":{"rendered":"<p>Montag: Wir k\u00f6nnen nicht leise<br \/>\nDienstag: Als w\u00e4rs der einzige Tag<br \/>\nMittwoch: Ruhebank im Brennesselfeld<br \/>\nDonnerstag: Das Kreuz wird entsorgt<br \/>\nFreitag: Der Balken im Auge<br \/>\nSamstag: Trauspr\u00fcche f\u00fc<span id=\"system-readmore\">r die Zukunft<\/span><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Wir k\u00f6nnen nicht leise<\/strong><\/p>\n<p>Sonntagnachmittag &#8211; Unsere drei T\u00f6chter trampeln kreischend durch die Wohnung. Manchmal sind sie schon echt nervig. Meine Frau ermahnt: M\u00e4dels, seid mal bitte ein bisschen leiser! Prompt kommt die Antwort unserer J\u00fcngsten im Brustton tiefter \u00dcberzeugung : \u201eMama, wir k\u00f6nnen aber nicht leise!\u201d<br \/>\nJa, sie k\u00f6nnen halt nicht leise, wenn sie leben, wenn sie spielen, dann wird geredet, gesungen, geschkreischt &#8211; ohne b\u00f6sen Willen &#8211; f\u00fcr Kinder geh\u00f6rt das irgendwie zum leben dazu. Vielleicht ist tats\u00e4chlich der Kinderl\u00e4rm die sch\u00f6nste Musik unserer Gesellschaft, weil sie zeigt, dass wir Kinder und eine Zukunft haben und dass wir diesen Kinder Freiraum lassen, sich zu entfalten.<br \/>\nGlauben sie nicht, das w\u00e4re so eine neumodischer P\u00e4dagogik-Firlefanz! Schon Jesus hat einmal das Geschrei der Kinder verteidigt &#8211; sogar im Tempel waren die damals zu laut. Er sagte: Gott l\u00e4sst sich durch das Geschrei und den Jubel der Kinder und Babys loben. Darum verbietet es ihnen nicht! Ehrlich gesagt: Manchmal, sind sie mir wirklich zu laut mit ihrem \u201eGew\u00e4rch\u201d &#8211; und ich bitte dann dich um etwas leiseren Krawall &#8211; Aber der Trubel unserer T\u00f6chter ist mir viel lieber als die Totenstille eines verlassenen Hauses.<\/p>\n<p>Einen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Als w\u00e4rs der einzige Tag<\/strong><\/p>\n<p>Ich will Sie nicht neidisch machen: Aber ich habe eine echt sch\u00f6ne Urlaubswoche hinter mir, meine Familie und ich, wir sind diesmal rundum zufrieden zur\u00fcckgekommen. Und das ganze hat einen Grund: Schon am Tag vor dem Urlaub hat der Wetterbericht f\u00fcrs Allg\u00e4u Regen angek\u00fcndigt. Wir fahren runter: Die Sonne scheint. Sofort machen wir uns dort auf die Socken, wandern ins Gebirge, genie\u00dfen den Tag. Morgen solls ja regnen. Am Tag drauf: Wetterbericht prophezeit Regen, aber die Sonne lacht.\u00a0 Wir freuen uns, nutzen und genie\u00dfen den Tag in vollen Z\u00fcgen &#8211; morgen solls ja richtig schlecht werden. Und so gings fast die ganze Woche. Das Ende vom Lied: Wir haben uns \u00fcber jeden Sonnenschein gefreut, als w\u00e4rs ein Geschenk f\u00fcr uns &#8211; denn schlie\u00dflich wars ja anders vorhergesagt. Und wir haben jeden Tag wirklich das gemacht, was uns am lohnendsten erschien &#8211; und es genossen als w\u00e4rs der letzte Sonnentag. Ich frage mich: Warum machen wir das eigentlich nicht \u00f6fter so? Sich \u00fcber jeden Tag freuen, der halbwegs vern\u00fcnftig gelaufen ist.<br \/>\nUnd sich zu \u00fcberlegen, was man heute tun k\u00f6nnte, wof\u00fcrs morgen vielleicht zu sp\u00e4t ist.<br \/>\nIch hoffe, ihnen f\u00e4llt da f\u00fcr heute etwas ein.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ruhebank im Brennesselfeld<\/strong><\/p>\n<p>\u201eRuhe- und Aussichtsbank, genie\u00dfen sie das Panorama\u201d &#8211; so stand es auf dem Schild an der alten Holzbank im Gebirge &#8211; da wo ich\u00a0 gewandert bin. Das klingt toll, gell? Vergessen Sie\u0301s das Ding war komplett von Brennnesseln umrahmt &#8211; und zwischen den Ritzen der Bretter wuchsen sie durch. Wer sich da draufsetzt, wirn ab Po, Wade und R\u00fccken lange seine Freude haben.\u00a0 \u201eRuhe- und Aussichtsbank, genie\u00dfen sie das Panorama\u201d der ganze freundlich-einladende Spruch war nichts wert, weil in Wahrheit die Brennesseln einen wieder ausgeladen haben. Wenn freundliches Wortgeklingel, Bussi-Bussi und l\u00e4chelnde Gesichter es nur zum Schein gut mit mir meinen, aber hinter meinen R\u00fccken die Menschen ganz andere Pl\u00e4ne geschmiedet werden. Leider sieht man bei manchen Menschen nicht, was sie im Schilde f\u00fchren, wenn sie so betont freundlich daherkommen. Aber ein bisschen Vorsicht ist da wahrscheinlich kein Fehler.<br \/>\nPassen Sie gut auf sich auf!<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Kreuz wird entsorgt<\/strong><\/p>\n<p>Es war auf dem Weiherkopf, in den Allg\u00e4uer Alpen &#8211; ich wollte mich nach einer Brotzeit mal kurz ins Geb\u00fcsch verdr\u00fccken, da lag es im Dickicht: Das alte Gipfelkreuz. Morsch, geknickt, die metallenen Beschl\u00e4ge v\u00f6llig verrostet. Offenbar hatte man vor einigen Jahren ein neues Gipfelkreuz aufgestellt und das alte hier schnell mal entsorgt. So gammelt es auf 1600 Metern zwischen den Latschenkiefern vor sich hin.<br \/>\nEin Bild des Elends, aber da kann man wohl nichts machen. Wissen Sie, das gibts auch im \u00fcbertragenen Sinn. Ich kenne viele Menschen, die haben auch das Kreuz, den Glauben irgendwann in ihrem Leben entsorgt, dann liegt das Thema \u201eGlaube\u201d irgendwo in einer Ecke und gammelt vor sich hin. Wird morsch, rostig und bedeutungslos. Schade eigentlich.\u00a0 Die Leute vom Alpenverein haben das alte Kreuz weg, weil sie ein neues, stabiles am Gipfel aufgerichtet haben. Dann ist es auch nicht schlimm, wenn das alte auf die Seite gelegt wird &#8211; weil des Neue genauso gut und stabil ist.<br \/>\nAuch das kanns im Leben geben: Ein Neuanfang mit dem alten Thema. Der Kinderglaube ver\u00e4ndert sich, man f\u00e4ngt an, als Erwachsener \u00fcber Gott nachzudenken und mit neuen Worten und Bildern seinen Glauben zu f\u00fcllen.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p><strong>Der Balken im eigenen Auge<\/strong><\/p>\n<p>Sie kennen bestimmt diesen Satz von Jesus mit dem Balken im Auge. Er meinte: Gerne schauen wir auf die Anderen und stellen fest, was bei denen nicht passt, und dann sagen wir \u201emein lieber Freund, ich sehe bei dir einen kleinen Holzsplitter im Auge, da muss man was ver\u00e4ndern!\u201d Was wir aber gerne \u00fcbersehen: Selber haben wir einen ganzen Balken im Auge, viel gr\u00f6\u00dfere Schw\u00e4chen und Fehler, aber die sind uns komischerweise nicht so wichtig, da soll keiner dran herumkritisieren.<br \/>\nVor 2000 Jahren hat Jesus das mit dem Balken im Auge erkl\u00e4rt und gefordert: Zieh erst deinen eignen Balken aus dem Auge, bevor du bei den anderen an ihren Fehlern herumm\u00e4kelst! Ich denke: Mittlerweile kennt jeder das Problem. Ich muss zugeben: Er hat recht, und sein Tipp, zuerst die eigenen Fehler zu beseitigen, ich irgendwie sinnvoll. Ich muss auch feststellen: Eigentlich ist es auch nicht unm\u00f6glich, diesen Ratschlag zu befolgen. Aber k\u00f6nnen sie mir sagen, warum sich doch kein Mensch dran h\u00e4lt? Ich wei\u00df es nicht.\u00a0 Vielleicht schaffen wir es ja heute mal, nicht \u00fcber andere herzuziehen, obwohl wir selber auch unsere Schw\u00e4chen haben. Einen Versuch w\u00e4rs ja wert. Einen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Trauspr\u00fcche f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,\u00a0 wir haben Samstag, heute werden wieder in vielen Kirchen Brautpaare ihr \u201eja\u201d zueinander sagen. Ganz romantisch, verliebt, und bei hoffentlich gutem Wetter. In den letzten Jahren ist mir als Pfarrer eine Tendenz aufgefallen: Immer \u00f6fter w\u00fcnschen sich die Paare Trauspr\u00fcche, die nicht nur von Liebe und Gl\u00fcck reden. Ganz spannende Spr\u00fcche und Themen tauchen da auf:<br \/>\nSich beistehen in schweren Zeiten. Den Anderen in seiner Verschiedenheit akzeptieren. Sich lieben, auch wenn der andere eine Phase hat, in der er ungenie\u00dfbar ist, weil er die Krise hat.<br \/>\nIch finde das eine sch\u00f6ne Entwicklung. Da kommen Menschen zur Trauung in die Kirche, nicht nur um ein h\u00fcbsches Fest zu haben, sondern die wollen auch ein paar gute und hilfreiche Worte, weil, sie wissen: Nach dem rauschenden Hochzeitsfest beginnt der Ehealltag, der nicht immer nur golden ist. Mit denen macht mir so ein Traugottesdienst wirklich Spa\u00df: Denn ich wei\u00df: Die sind Realisten, und w\u00fcnschen sich f\u00fcr die kommende Zeit wirklich Gottes N\u00e4he und Hilfe &#8211; in guten und in schlechten Zeiten.<br \/>\nAllen Brautpaaren, die heute feiern, und Ihnen, liebe H\u00f6rer w\u00fcnsche ich einen sch\u00f6nen Tag<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag: Wir k\u00f6nnen nicht leise Dienstag: Als w\u00e4rs der einzige Tag Mittwoch: Ruhebank im Brennesselfeld Donnerstag: Das Kreuz wird entsorgt Freitag: Der Balken im Auge Samstag: Trauspr\u00fcche f\u00fcr die Zukunft <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=925\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Andachten auf Charivari 98,6 im Juni 2011","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[239],"tags":[],"class_list":["post-925","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-radioandachten-2011"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-eV","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=925"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/925\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":926,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/925\/revisions\/926"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}