{"id":919,"date":"2011-12-10T22:21:05","date_gmt":"2011-12-10T20:21:05","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=919"},"modified":"2014-05-10T22:23:00","modified_gmt":"2014-05-10T20:23:00","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-dezember-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=919","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im Dezember 2011"},"content":{"rendered":"<p>Montag: Adventskalender<br \/>\nDienstag: Nikolaus<br \/>\nMittwoch: Nichts ist ewig<br \/>\nDonnerstag: Die Lebkuchen-Aff\u00e4re<br \/>\nFreitag: Die richtigen Worte<br \/>\nSamstag: Der Sch\u00f6pfer<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Montag: Adventskalender<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nJetzt sprie\u00dfen sie wieder im Internet: Die Online-Adventskalender. Auf Facebook, in Internet-Blogs und bei den Online-Gesch\u00e4ften. Da gibts jetzt jeden Tag ein anderes Schn\u00e4ppchen.\u00a0 10% Nachlass: Heute auf Turnschuhe, morgen auf Batterien &#8211; ich wei\u00df nicht &#8230;<br \/>\nEigentlich sind das ja gar keine Geschenke. Die wollen ja was verkaufen, und kassieren jetzt halt ein bisschen weniger als sonst.<\/p>\n<p>Adventskalender ist f\u00fcr mich etwas anderes. So sehe ich das bei meinen Kindern: Da gibts jeden Tag eine Kleinigkeit. Ein Geschenkchen &#8211; ohne dass sie was daf\u00fcr tun m\u00fcssen. Jeden Tag ist da was drin &#8211; einfach so. Das ist ja eigentlich auch der Kern von Advent und Weihnachten: Ich bekomme, das, was ich am dringendsten brauche geschenkt. Liebe von Gott und den Menschen. Ich werde angenommen, in den Arm genommen &#8211; ganz ohne Gegenleistung &#8211; ja sogar dann, wenn ichs eigentlich nicht verdient h\u00e4tte. Geliebt werden &#8211; einfach so &#8211; darum gehts im Advent.<br \/>\nIch w\u00fcnsche ihnen einen sch\u00f6nen Tag und eine gute Woche.<\/p>\n<p><strong>Dienstag: Nikolaus<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nheute feiern wir St. Nikolaus; dann wird er wieder als Geschenkeonkel durch die L\u00e4den und Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen laufen, Mandarinen und Schokonikol\u00e4use unters Volk bringen. Der echte Nikolaus, damals von 1700 Jahren, hat ja auch etwas verschenkt \u2013 sogar ziemlich viel! Zum Beispiel zwei Klumpen Gold\u00a0 an zwei kleine M\u00e4dchen, die ihr Vater an ein Bordell verkaufen wollte, weil er sie nicht mehr ern\u00e4hren\u00a0 konnte. Daf\u00fcr ist Nikolaus ber\u00fchmt geworden, auch wenn die Sache mit den M\u00e4dchen nur eine seiner vielen guten Taten war.<\/p>\n<p>Seine Kinder in die Prostitution verkaufen \u2013 aus der reinen Not heraus! So war das damals \u2026..und so ist es heute immer noch.\u00a0 Nicht vor unserer Haust\u00fcre; aber in manchen Entwicklungsl\u00e4ndern, auch in manchen exotischen\u00a0 Regionen, in denen wir gerne Urlaub machen. Was da geschieht\u00a0 ist ein Verbrechen und eine menschliche Katastrophe. Aber man kann etwas dagegen tun: Die Eltern unterst\u00fctzen, damit sie von ihrer H\u00e4nde Arbeit leben k\u00f6nnen. Bildungsangebote, damit die Kinder eine Perspektive haben und ihre Rechte kennen.<\/p>\n<p>Aber solche Ma\u00dfnahmen von Hilfsorganisationen kosten richtig Geld \u2013 genauso wie einst bei St. Nikolaus. Ja, St. Nikolaus erinnert mich nicht nur an Schokolade \u2013 sondern auch an die Tatsache dass gute Taten manchmal auch gutes Geld kosten<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p><strong><em>Mittwoch: Nichts ist f\u00fcr immer<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nich habe mir jetzt auch so einen Online-Kalender angelegt. Alle Termine sch\u00f6n \u00fcbersichtlich auf dem Bildschirm. Dabei kann ich auch automatisch Termine eintragen, die immer wieder passieren: Zum Beispiel Geburtstage. Oder der Stammtisch an jedem ersten Montag im Monat. Der Computer tr\u00e4gt die dann automatisch alle ein, bis in alle Ewigkeit. Genau da ist das Problem: Der Stammtisch wird nicht ewig bestehen, und mein Geburtstag \u2026 irgendwann bin ich auch nicht mehr da. Dann steht der Termin im Kalender, auch wenn ich l\u00e4ngst nicht mehr lebe. Ein komisches Gef\u00fchl. Der Computer ist halt doch ein recht dummer Kasten, der hat kein Gesp\u00fcr daf\u00fcr, das alles auf der Erde irgendwann einmal vorbei ist.<br \/>\nDa bin ich schon gescheiter. Zumindest theoretisch. Ich k\u00f6nnte \u00fcberlegen, was wirklich wichtig ist f\u00fcr mein Leben. Und ich k\u00f6nnte mir Gedanken dr\u00fcber machen, wie das wohl mal weitergeht, nach dem Tod \u2013 denn als Christ erwarte ich ja, dass es bei Gott weitergeht.<br \/>\nNicht so ganz einfach, diese Fragen. Das l\u00e4sst sich nicht so schnell mal bei der Fahrt in die Arbeit abhaken.<br \/>\nAber irgendwie komm ich um diese Fragen nicht herum. Denn ich will ja nicht so doof sein, wie mein Online-Kalender, der meint, in hundert Jahren w\u00fcrde ich immer noch zum Stammtisch gehen.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p><strong><em>Donnerstag: Die Lebkuchen-Aff\u00e4re<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, jetzt hat der Fregger seine Klassenlehrerein auch noch mit Lekbuchen bestochen! Sie Mutter an der Bushaltstelle ist kaum zu bremsen. Schon seit der ersten Schulwoche ist der Kerl rotzfrech, macht seine Hausaufgaben nicht und schreibt blo\u00df Vierer, F\u00fcnfer und Sechser! Und jetzt schenkt er der Lehrerin eine mordsm\u00e4\u00dfig gro\u00dfe T\u00fcte mit Lebkuchen. \u201eHab ich selber gebacken\u201d hat er auch noch gesagt. Wer wei\u00df obs stimmt &#8211; Jetzt hofft er wohl, dass sie ein Auge zudr\u00fcckt! &#8211; Also ich h\u00e4tte ihm die T\u00fcte auf dem Kopf gehaun.<\/p>\n<p>Ich sags ihnen: Sowas ist mir als Schulpfarrer wirklich mal passiert. Und ich habe die Lebkuchen ohne mit der Wimper zu zucken genommen: Denn ich habe gemerkt, zum ersten mal ist der kleine Kerl richtig stolz auf das, was er geleistet hat: Selber mit der Mama Lebkuchen gebacken und jetzt in der Schule verteilt! Auch wenn er in der Schule Probleme hatte und machte: An diesem Adventsmontag konnte er zeigen: Ich gebe mir M\u00fche, ich will ja einer von den \u201eguten\u201d sein &#8211; auch wenns manchmal anders aussieht. Den Problemkindern eine Chance geben: Das ist nicht nur eine Aufgabe der Lehrer und Lehrerinnen &#8211; auch wir, die anderen Eltern sollten uns freuen, wenn sich bei den schwierigen Kandidaten mal etwas zum guten wendet.<br \/>\nEinen fr\u00f6hlichen Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p><strong><em>Freitag: Die richtigen Worte<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\ngestern hats mich wieder erwischt: Passwort vergessen. \u201eSie haben noch zwei Versuche\u201d meldet der Bildschirm, \u201edann wird ihr Zugang gesperrt\u201d. Puh, da wird man vorsichtig, dass man ja nicht noch mal ein falsches Wort erwischt.<br \/>\nComputer sind da gnadenlos &#8211; Menschen manchmal auch:<br \/>\nEin falsches Wort zur falschen Zeit, und der Ofen ist aus, dann ist einer eingeschnappt, und da gibts oft nicht mal einen zweiten Versuch. Den richtigen Zugang zu Menschen zu finden ist auch oft eine Frage der richtigen Worte &#8211; die man manchmal mit genauso viel Sorgfalt aussuchen muss, wie ein Passwort. Worte, die ehrlich sind &#8211; und doch freundlich; Worte, die N\u00e4he ausdr\u00fccken und doch nicht bevormunden. Das ist nicht ganz einfach &#8211; aber oft w\u00e4re schon viel gewonnen, wenn wir unsere Worte mit ein bisschen mehr Sorgfalt w\u00e4hlen w\u00fcrden.<br \/>\nIch w\u00fcnsche ihnen, dass Ihnen das heute gelingt.<\/p>\n<p><strong><em>Samstag: \u201eDer Sch\u00f6pfer\u201d<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nMacht hoch die T\u00fcr, die Tor macht weit &#8211; das ist und das bleibt wohl auch der Schlager der Adventszeit. Schon als Kind wusste ich. Wann das Lied gesungen wird, dann dauert es nicht mehr lang bis Weihnachten.<br \/>\nNur das Ende des ersten Verses hat mich als kleinen Jungem immer etwas irritiert. Das singt man \u201eGelobet sei mein Gott, mein Sch\u00f6pfer reich von Rat&#8220;.<br \/>\nUnd ich habe damals mit 5 oder 6 Jahren immer an einen Suppensch\u00f6pfer gedacht &#8211; an so seine Suppenkelle.<br \/>\nIst Gott ein Suppensch\u00f6pfer? &#8211; das war f\u00fcr mich schon eine komische Vorstellung. Klar, da ist was anderes gemeint. Eigentlich ist das gar nicht so verkehrt: Der Suppensch\u00f6pfer, mit hei\u00dfer Br\u00fche, randvoll. Ein paar Nudeln h\u00e4ngen \u00fcber den Rand. Das tut gut &#8211; etwas Warmes braucht der Mensch. Nicht nur im eisigen Advent. Gott zu vertrauen &#8211; das hat auch was von einem Sch\u00f6pfer voll Nudelsuppe. Es w\u00e4rmt mich innerlich auf: Das Gef\u00fchl, dass da einer ist, der es gut mit mir meint, der mich besch\u00fctzt, der zu mir h\u00e4lt &#8211; auch wenn drau\u00dfen ein ganz anderer kalter Wind bl\u00e4st.\u00a0 Gott als mein Sch\u00f6pfer \u2013 so oder so: Eine Vorstellung die mir irgendwie gef\u00e4llt.<br \/>\nEinen sch\u00f6nen Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag: Adventskalender Dienstag: Nikolaus Mittwoch: Nichts ist ewig Donnerstag: Die Lebkuchen-Aff\u00e4re Freitag: Die richtigen Worte Samstag: Der Sch\u00f6pfer <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=919\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Andachten auf Charivari 98,6 im Dezember 2011","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[239],"tags":[],"class_list":["post-919","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-radioandachten-2011"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-eP","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/919","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=919"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/919\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":920,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/919\/revisions\/920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=919"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=919"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=919"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}