{"id":905,"date":"2012-07-10T21:39:07","date_gmt":"2012-07-10T19:39:07","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=905"},"modified":"2014-05-10T22:06:44","modified_gmt":"2014-05-10T20:06:44","slug":"andachten-auf-charivari-986-im-juli-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=905","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im Juli 2012"},"content":{"rendered":"<div class=\"postcontent\">\n<div class=\"article\">\n<p>&#8211; Montag: Ohne Steckdose \u00fcberleben<br \/>\n&#8211; Dienstag: Luthers Klostereintritt 1505<br \/>\n&#8211; Mittwoch: Wenn Sch\u00fcler zu Menschen werden<br \/>\n&#8211; Donnerstag: Gott sieht alles !<br \/>\n&#8211; Freitag: Bananen-DNA<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Montag: Ohne Steckdose \u00fcberleben<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nich komme grade von einem Zeltlager mit unseren Konfirmanden. Er war toll, es machte Spa\u00df, wir hatten alles was man so braucht &#8230; bis auf eine Steckdose. Die hat wirklich gefehlt &#8211; zumindest f\u00fcr einen aus der Gruppe: Der arme Junge wollte unbedingt seine elektronische Spielekonsole aufladen und suchte immer vergeblich nach einer Steckdose. Aber da war halt keine, und der Nintendo machte keinen Mucks mehr. Ein echtes Drama. Eigentlich m\u00fcsste man herzlich dr\u00fcber lachen &#8211; aber irgendwie merke ich, dass es mir auch nicht ganz so leicht f\u00e4llt: Einfach mal ein paar Tage ganz anders zu leben: Drau\u00dfen in der Natur. Ohne Strom, ohne Zeitung, kein Telefon, keine Abendnachrichten, nicht mal eine Email.<\/p>\n<p>Zwischendurch hats mich auch gereizt, das Smartphone anzuschmei\u00dfen und mich auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen &#8211; mails zu beantworten&#8230; es k\u00f6nnte ja auch was Wichtiges dabei sein. Aber dann hab ich wieder an den Jungen mit seiner Steckdosen-Suche gedacht:<\/p>\n<p>Nein &#8211; hab ich mir gesagt: Das geht auch ohne Smartphone. Die meisten Informationen, die es dir liefert, brauchst du ja sowieso nicht! Und es ist gegangen &#8211; und ich habe es genossen.\u00a0 N\u00e4chstes Wochenende gehe ich zwar nicht Zelten, aber vielleicht lege ich mal wieder einen Smartphone-Freien Tag ein! Sie k\u00f6nnen es ja auch mal ausprobieren.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong>Dienstag: Luthers Klostereintritt am 17. Juli 1505<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen<br \/>\nWie es Martin Luther heute vor 507 Jahren wohl ergangen ist? An diesem Tag stand er vor der Klostert\u00fcr in Erfurt und klopfte vorsichtig an. Schlie\u00dflich hatte er es ja bei einem Blitzeinschlag\u00a0 in Todesangst geschworen: \u201eHeilige St. Anna, ich will M\u00f6nch werden!\u201d. Im Kloster wurde er nicht gl\u00fccklich. Immer wieder war er dort mit seinen eigenen Fehlern konfrontiert und dann sah er dort auch noch die vielen Missst\u00e4nde seiner Kirche. Es machte ihn fix und fertig &#8211; Es trieb ihn um, und er suchte verzweifelt nach Antworten auf seine pers\u00f6nlichsten Fragen. Wer wei\u00df, wie oft er seine Entscheidung zum Klostereintritt verflucht hat.<\/p>\n<p>Aber im Nachhinein wird klar:\u00a0 Dieser Schritt, der ihn in allergr\u00f6\u00dfte Schwierigkeiten gebracht hatte, war genau der richtige. Ohne diese zerm\u00fcrbende Erfahrung im Kloster h\u00e4tte Luther wohl nie so intensiv \u00fcber grundlegende Fragen des Lebens nachgedacht. Ohne das alles h\u00e4tte er wahrscheinlich nie die Entdeckungen gemacht, die das Christentum und unsere Welt ver\u00e4ndert haben.<br \/>\nIch denke: Manchmal braucht man so eine gepflegte Fehlentscheidung, die einen gepflegt mitten ins gr\u00f6\u00dfte Schlamassel f\u00fchrt. Und dann ist zu hoffen, dass einem Gott irgendwann ein Licht aufgehen l\u00e4sst &#8211; damit man merkt: Der Weg war zwar bitter &#8211; aber letztlich wars anscheinend n\u00f6tig, um Dinge zu entdecken, die man sonst nie gesucht h\u00e4tte.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p><strong>Mittwoch: Wenn Sch\u00fcler zu Menschen werden<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen<br \/>\nDas Schuljahr geht jetzt ganz sch\u00f6n schnell zu Ende. Die Noten sind gemacht, der Stoff ist durch &#8211; man kanns hie und da ein bisschen ruhiger angehen lassen.In diesen letzten Schulwochen erlebe ich manchmal ganz eigent\u00fcmliche Momente: Da machst du mal ein bisschen eher Schluss, redest \u00fcber den Urlaub oder die Familien daheim, und pl\u00f6tzlich verwandelt sich der kr\u00e4tzigste, provozierendste und nervigste Sch\u00fcler der Klasse zum netten Gespr\u00e4chspartner. Will wissen, wie es mir so geht, und obs mir mit ihnen als Klasse gefallen hat. Es wird ganz pers\u00f6nlich &#8211; und ich erkenne ihn nicht mehr wieder. Am Ende gehe ich aus der Klasse, und frage mich: Warum ist er nicht immer so? Weshalb muss er sonst immer so ein anstrengendes Sch\u00fcler-Ego mit sich herumtragen, mit dem er sich und den Anderen keinen gefallen tut? Ich wei\u00df es nicht!<br \/>\nIch muss ihnen sagen:\u00a0 Ich bin immer wieder froh \u00fcber solche Momente. Denn dann merke ich, dass unsere Sch\u00fcler viel besser sind, als wir oft vermuten. Es macht mich aber auch nachdenklich: Hoffentlich mache ich nicht den gleichen Fehler wie dieser Sch\u00fcler: Im Unterricht, oder sonst im Beruf nicht anders zu sein, keinen anderen zu spielen als ich wirklich bin.<br \/>\nIch will ich selber sein &#8211; dann wissen die Leute auch, woran sie bei mir sind &#8211; und zwar nicht erst am Schuljahresende. Einen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p><strong>Donnerstag: Gott sieht alles<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen!<br \/>\n\u201eGott sieht alles\u201d &#8211; Ich wei\u00df nicht wie viele Menschen diesen Satz in ihrer Kindheit schon als Drohung geh\u00f6rt haben.\u00a0 \u201eGott sieht alles\u201d &#8211; der gro\u00dfe \u00dcberwacher im Himmel, der strafende Richter, der verl\u00e4ngerte Arm der Eltern. \u201eGott sieht alles\u201d &#8211; ein Satz, der Angst machen kann. Heutzutage ist er aus der Mode gekommen, schlie\u00dflich geh\u00f6rt bei ihm auch dazu, dass er Menschen vergibt, wo sie etwas falsch machen.<\/p>\n<p>Aber trotzdem will ich diesen alten Satz nicht v\u00f6llig vergessen: \u201eGott sieht alles\u201d- er sieht auch das, was wir so gerne \u00fcbersehen!<br \/>\n\u201eGott sieht alles\u201d, auch die Bem\u00fchungen des Sch\u00fclers, das immer wieder flei\u00dfig lernt, aber dann doch in der Pr\u00fcfung versagt. Er sieht die Alleinerziehende, die sich mit zwei Jobs \u00fcber Wasser h\u00e4lt, sich mit Beh\u00f6rden herumstreiten muss und abends verzweifelt ins Kissen heult. Er sieht das Unrecht, das im Brasilianischen Regenwald den Ureinwohnern angetan wird, wenn europ\u00e4ische Gro\u00dfkonzerne ihnen ihr Land wegnehmen. Er sieht das Engagement des Klassenelternsprechers, der auf dem Schulfest W\u00fcrstchen grillt, und w\u00f6chentlich m\u00fchsam zwischen den Forderungen der Eltern und den Klagen der Lehrer vermitteln muss, und dem keiner je danke sagt. \u201eGott sieht alles\u201d- da klingt der Satz schon ganz anders.Und ich hoffe, dass Gott das nicht nur sieht, sondern die Menschen auch sp\u00fcren: Du k\u00e4mpfst nicht allein f\u00fcr eine gute Sache. Du hast einen Gott, der auf deiner Seite ist.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p><strong>Freitag: Bananen- DNA<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nletzte Woche kam die Meldung: Wissenschaftler haben das Erbgut der Banane entschl\u00fcsselt. Und dabei haben sie entdeckt, dass sie Banane fast ein drittel mehr Gene hat als wir Menschen. Vom genetischen Potential her \u00fcberragt die Banane uns bei weitem! Aber was hat sie draus gemacht? Sie h\u00e4ngt an der Staude, wird krumm, und schlie\u00dflich aufgegessen. Na, das ist wirklich keine Traumkarriere. Da best\u00e4tigt sich die alte Weisheit: Es helfen die ganzen M\u00f6glichkeiten und Begabungen nichts, wenn man nicht Gescheites daraus macht.<br \/>\n\u201eWem viel gegeben ist, von dem wird man viel fordern\u201d hat Jesus gesagt: Und hat einmal davon erz\u00e4hlt, wie unterschiedlich Menschen mit den Talenten umgehen, die sie von Gott verliehen bekommen haben. Manche machen aus ihren kleinen M\u00f6glichkeiten das beste &#8211; und die werden in Jesu Geschichte gelobt.\u00a0 Wenns aber einer macht, wie die Banane: hat viel Talent, aber l\u00e4sst das ungenutzt verk\u00fcmmern: Da fragt sich Gott schon, wozu er einen die ganzen F\u00e4higkeiten geschenkt hat.<br \/>\nEhrlich: Ich will nicht, dass in meinem Leben alles \u201eBanane\u201d ist. Drum versuche ich was zu machen aus meinen zugegebenerma\u00dfen bescheidenen Talenten.\u00a0\u00a0 Bestimmt haben Sie mehr drauf als ich &#8211; also machen Sie was draus.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Montag: Ohne Steckdose \u00fcberleben &#8211; Dienstag: Luthers Klostereintritt 1505 &#8211; Mittwoch: Wenn Sch\u00fcler zu Menschen werden &#8211; Donnerstag: Gott sieht alles ! &#8211; Freitag: Bananen-DNA <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=905\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Andachten auf Charivari 98,6 im Juli 2012","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[238],"tags":[329,327,328],"class_list":["post-905","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-radioandachten-2012","tag-kloster","tag-luther","tag-talente"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-eB","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=905"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":906,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/905\/revisions\/906"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}