{"id":885,"date":"2013-03-10T21:07:20","date_gmt":"2013-03-10T19:07:20","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=885"},"modified":"2017-12-08T14:12:59","modified_gmt":"2017-12-08T13:12:59","slug":"anachten-auf-charivari-986-im-maerz-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=885","title":{"rendered":"Andachten auf Charivari 98,6 im M\u00e4rz 2013"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"text-decoration: underline;\">Andachten in der Woche vor Ostern:<\/span><br \/>\nMontag: Endlich wieder Ferien<br \/>\nDienstag: Schoko-Nikol\u00e4use<br \/>\nMittwoch: Advent schon Mitte November?<br \/>\nDonnerstag: Fu\u00dfwaschung<br \/>\nFreitag: Karfreitag<br \/>\nSamstag: Osterspaziergang<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Montag. Endlich wieder Ferien<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nheute beginnen die Osterferien! Es ist ja auch dringend Zeit geworden. Sch\u00fcler und zum Teil auch Lehrer sind in den letzten zwei Wochen ja teilweise auf den Zahnfleisch dahergekommen. Erk\u00e4ltet, von der Magen-Darm-Grippe geschlaucht, durchs tr\u00fcbe Wetter deprimiert. Und viele B\u00e4nke und so manches Pult blieb leer, weil irgendwann gar nichts mehr ging und Sch\u00fcler wie Lehrer das Bett h\u00fcten mussten.<br \/>\nWas das immer so, dass unsere Kinder sich mit H\u00e4ngen und W\u00fcrgen \u00fcber die Ziellinie der Ferien geschleppt haben?<br \/>\nOder achten wir zu wenig auf unsere innere Stimme, die uns schon vorher sagt: Mach mal langsam, du kommst an deine Grenzen.<br \/>\nNutze das Wochenende einmal zum entspannten Nichtstun. Zum Regenieren, zum Auftanken.<br \/>\nUnd packe es nicht schon wieder voll mit Programm, mit Aktionen, Events &#8211; so gut es gemeint ist: Wenn du an Sonntag Abend das Gef\u00fchl hast, du br\u00e4uchtest jetzt ein paar freie Tage, um dich vom Wochenende zu erholen &#8211; dann hast du etwas falsch geplant.<br \/>\nNicht umsonst hat sogar Gott am siebten Tag der Woche Pause gemacht und gesagt: Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten sollst du Ruhe haben.<br \/>\nEine gute Woche w\u00fcnsche ich ihnen &#8211; auch wenn Sie keine Ferien haben.<\/p>\n<p><strong>Dienstag: Ein Loblied auf die Schoko-Ostereier<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nendlich ist es geschafft: Wir haben vergangene Woche unseren letzten Schokoladen-Nikolaus gegessen. Gerade noch rechtzeitig vor Ostern.<br \/>\nJa, und jetzt haben wir bis zu den Sommerferien Zeit die ganzen Schoko-Osterhasen und Nougateier zu naschen.<br \/>\nIch muss ihnen sagen: So sehr es mich \u00e4rgert, wenn schon 3 Monate vor dem jeweiligen Fest die Nikolausfiguren, Lebkuchen oder Osterhasen in den Gesch\u00e4ften liegen; so finde ich es sch\u00f6n nachher noch ein paar Wochen lang\u00a0 Ostereier zu naschen.<br \/>\nDenn bei unseren kirchlichen Festen ist nicht die Vor-Freude wichtig, sondern der Nachhall. Dass die Bedeutung dieses Festes nicht mit dem gefundenen Osternest abgehakt ist &#8211; sondern dass ich auch noch Mitte April als Nachtisch ein Nougat-Ei auspacken kann, und dabei daran denke, dass Ostern f\u00fcr den Sieg des Lebens \u00fcber den Tod steht. Dass wir als Christen die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod haben, weil Jesus damals von Gott auferweckt wurde.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen guten Appetit und noch einen sch\u00f6nen Tag.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch: Advent schon Mitte November<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nso kurz vor Ostern, ist es einmal Zeit, \u00fcber Weihnachten zu reden.<br \/>\nWarum? In der Stadt Hof in Oberfranken gibt es gerade richtigen \u00c4rger um den dortigen Adventsmarkt. Denn der soll nach Wunsch des Stadtrats schon am 22. November beginnen. Kurz nach dem Bu\u00df-und Bettag dudelt da dann schon Stille Nacht. Der gewerbliche Veranstalter des Marktes sagt, das muss so sein, denn sonst verdient er zu wenig.<br \/>\nWas mit beeindruckt hat: Die dortigen Christen haben beschlossen, da nicht mitzuspielen. Der Posaunenchor wird am Er\u00f6ffnungstag nicht auftreten, und auch die \u00f6kumenische Andacht werden die beiden Pfarrer nicht halten.<br \/>\nDas wird sicher noch einiges an Staub aufwirbeln &#8211; denn es gibt sicher gen\u00fcgend Leute geben, die das Verhalten der Kirche nicht verstehen k\u00f6nnen oder wollen &#8211;\u00a0 und auch keine Probleme h\u00e4tten, schon im September einen Weihnachtsmarkt zu besuchen.<br \/>\nUmso mehr gef\u00e4llt mir, dass die Kirche dort Farbe bekennt &#8211; und nicht kuscht.<br \/>\n\u00dcberhaupt sollten wir als Christen eigentlich \u00f6fter den Mut haben, auch unbequeme Wahrheiten zu sagen, und zu unseren \u00dcberzeugungen zu stehen.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag:\u00a0 Fu\u00dfwaschung<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen, es ist Gr\u00fcndonnerstag.<br \/>\nda erinnert man sich in unseren Kirchen an das letzte Abendmahl Jesu; und in vielen katholischen Gemeinden gibt es dort das Ritual der Fu\u00dfwaschung: Der Priester w\u00e4scht 12 Gemeindegliedern die F\u00fc\u00dfe &#8211; so wie es Jesus einst an diesem Abendmahls-Abend bei seinen J\u00fcngern getan hat.<br \/>\nDie Botschaft dieses Symbols ist klar: Der, der eigentlich der Oberste zu sein scheint, ist in Wirklichkeit der Diener der Anderen.<br \/>\nUnd so mancher Katholik wird gespannt darauf schauen, wie der neue Papst Franziskus dieses Ritual heute umsetzen wird &#8211; bei ihm ist ja mit so mancher \u00dcberraschung zu rechnen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig, ob oder wie man dieses Ritual praktiziert, ist die innere Haltung wichtig. Nicht nur bei einem Papst, sondern auch bei ihren katholischen oder evangelischen Pfarrer daheim:<br \/>\nDass sich der Priester oder der Pfarrer wirklich als Diener seiner Gemeinde versteht, nicht \u00fcber ihnen schwebt, sondern auf seine Leute h\u00f6rt, und sich auch kritischen Fragen stellt.<br \/>\nIch hoffe, sie haben so einen Pfarrer. Und von denen gibt es n\u00e4mlich viel mehr, als man denkt.<br \/>\nDann passt das auch mit dem Symbol des F\u00fc\u00dfewaschens. Dann freue ich mich mit ihnen, weil sie dann ganz nah dran sind, an dem was Jesus und seine J\u00fcnger vorgelebt haben.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen<\/p>\n<p><strong>Freitag: \fKarfreitag als Pause<\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nan Karfreitag steht die Welt endlich einmal still.<br \/>\nKeiner muss zur Arbeit,<br \/>\nniemand geht einkaufen,<br \/>\nKein Mensch stresst herum.<br \/>\nDas R\u00e4derwerk der Welt kommt zur Ruhe.<br \/>\n&#8230;. naja zumindest theoretisch!<br \/>\n&#8230; oder nicht einmal das?<\/p>\n<p>Die Karpfen-Wirtschaften sind heute fr\u00fch schon mit Schlachten und Panieren besch\u00e4ftigt.<br \/>\nMein Nachbar w\u00e4scht nachher sein Auto.<br \/>\nMeine Tochter wird von ihrer Freundin ins Schwimmbad abgeholt.<br \/>\nAuf Facebook werden Belanglosigkeiten hin-und hergeschrieben.<br \/>\nNaja, Sie sind ja vielleicht auch gerade unterwegs.<\/p>\n<p>Eigentlich schade.<br \/>\nVielleicht bekomme ich es ja wenigstens f\u00fcr mich hin:<br \/>\nEinen Tag zu erleben, der anders ist als die anderen &#8211; stiller &#8211; nachdenklicher &#8211; nicht von fr\u00fch bis sp\u00e4t verplant.<br \/>\nEiner, wo mir Zeit bleibt zum Bewusstwerden:<br \/>\nDamals &#8211; an diesem Freitag &#8211; ist mit Jesus einer f\u00fcr mich gestorben &#8211; und hat doch dabei den Tod besiegt.<br \/>\nEs gibt Dinge, die sind unfassbar &#8211; kaum zu begreifen &#8211; da darf meine Welt schon mal f\u00fcr ein paar Stunden Pause haben.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen einen ruhigen Karfreitag.<\/p>\n<p><strong>Samstag: Osterspaziergang<\/strong><\/p>\n<p><em>Vom Eise befreit sind Strom und B\u00e4che <\/em><br \/>\n<em>Durch des Fr\u00fchlings holden, belebenden Blick,<\/em><br \/>\n<em>Im Tale gr\u00fcnet Hoffnungsgl\u00fcck;<\/em><\/p>\n<p>Kennen sie es? So beginnt ist der Osterspaziergang in Goethes \u201eFaust\u201d.<br \/>\nIch wei\u00df ja nicht, was Sie morgen am Ostersonntag so alles geplant haben.<\/p>\n<p>Also f\u00fcr mich geh\u00f6rt tats\u00e4chlich so ein Osterspaziergang dazu. In der Natur herumzulaufen und zu entdecken, wie alles langsam wieder zum Leben erwacht.<br \/>\nSeinen religi\u00f6sen Ursprung hat der Osterspaziergang ja in der Bibel. Da wird von zwei J\u00fcngern erz\u00e4hlt, die drei tage nach Jesu Tod w\u00e4hrend eines Spaziergangs dem Auferstandenen Jesus beggegnen.<br \/>\nDie, deren Gedanken nur um den Tod kreisten, erleben pl\u00f6tzlich, dass es weitergeht &#8211; dass Gott ihnen neue Hoffnung schenkt.<\/p>\n<p>Darum mein Tipp morgen f\u00fcr den Sonntag:<br \/>\nFeiern Sie in einem der vielen festlichen Ostergottesdienste, oder sogar in einer Osternacht die Auferstehung Jesu &#8211; und genie\u00dfen Sie am Nachmittag einen Osterspaziergang\u00a0 &#8211; so wie bei Goethe<\/p>\n<p><em>Aus dem hohlen finstern Tor<\/em><br \/>\n<em>Dringt ein buntes Gewimmel hervor.<\/em><br \/>\n<em>Jeder sonnt sich heute so gern.<\/em><br \/>\n<em>Sie feiern die Auferstehung des Herrn,<\/em><br \/>\n<em>Denn sie sind selber auferstanden:<\/em><br \/>\n<em>Aus niedriger H\u00e4user dumpfen Gem\u00e4chern,<\/em><br \/>\n<em>Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,<\/em><br \/>\n<em>Aus dem Druck von Giebeln und D\u00e4chern,<\/em><br \/>\n<em>Aus der Stra\u00dfen quetschender Enge,<\/em><br \/>\n<em>Aus der Kirchen ehrw\u00fcrdiger Nacht<\/em><br \/>\n<em>Sind sie alle ans Licht gebracht.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andachten in der Woche vor Ostern: Montag: Endlich wieder Ferien Dienstag: Schoko-Nikol\u00e4use Mittwoch: Advent schon Mitte November? 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