{"id":861,"date":"2013-11-06T23:46:28","date_gmt":"2013-11-06T21:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=861"},"modified":"2014-05-06T23:57:06","modified_gmt":"2014-05-06T21:57:06","slug":"radioandachten-auf-charivari-986-im-november-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=861","title":{"rendered":"Radioandachten auf Charivari 98,6 im November 2013"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Die Themen:<br \/>\nMontag: Die besten Beerdigungen der Welt<br \/>\nDienstag: Goldfisch zum Geburtstag<br \/>\nMittwoch: Hocker f\u00fcr den Herrn<br \/>\nDonnerstag: Reformationstag<br \/>\nFreitag: Schwer zu sagen?<br \/>\nSamstag: Meineid &#8211; dein Eid?<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em>Montag: Die besten Beerdigungen der Welt<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\n\u201eDie besten Beerdigungen der Welt\u201d, so hei\u00dft ein Kinderbuch, das es inzwischen auch als Film gibt. Drei Geschwister im Grundschulalter finden eine tote Hummel und entschlie\u00dfen sich, sie ordentlich zu beerdigen. Und \u00fcber ihr Ergebnis sind sie so zufrieden, dann sie dann ein Beerdigungsinstitut gr\u00fcnden, \u00dcberfahrene Tiere, ein toter Hamster und der Hering aus Mamas K\u00fchlschrank werden formvollendet zu Grabe tragen. Das ganze mit viel Gef\u00fchl, liebevoll bemalten Grabsteinen und selbstverfassten Gedichten.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die Kinder in diesem Buch sind einfach wunderbar: Denn sie haben erkannt, wie wichtig es ist, \u201edass\u201d und \u201ewie\u201d wir Abschied nehmen von jemanden, der gestorben ist.<br \/>\nIm Gegensatz zu manchen Erwachsenen sp\u00fcren diese drei:<br \/>\nF\u00fcr diesem einmaligen Abschied braucht man kein gro\u00dfes Spektakel, kein \u201etime to say goodbye\u201d oder wei\u00dfe Tauben. Denn das alles lenkt ab, von dem, was eine Beerdigung ausmacht:<br \/>\nDie Ruhe und Stille, die wir brauchen, um sich an das zu erinnern, was uns verbindet. Und den Blick in den Himmel, weil wir hoffen k\u00f6nnen, dass Gott auch nach unserem Tod noch etwas mit uns vor hat.<\/p>\n<p>Wenn Sie einmal eine Beerdigung planen m\u00fcssen denken sie dran \u201ebesten Beerdigungen der Welt\u201d, brauchen nicht \u201eViel\u201d sondern nur ganz \u201eWenig\u201d.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong><em>Dienstag: Goldfisch zum Geburtstag<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nBasti hat seiner Oma zum 80. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Es ist nicht sch\u00f6n eingepackt, hat keine Schleifchen sondern schwimmt in einer durchsichtigen Plastikt\u00fcte: Drei Goldfische f\u00fcr Omas Aquarium.<br \/>\nEr kanns kaum erwarten, dass die Fischchen in ihr neues Heim in Omas Esszimmer einziehen. Und ich glaube, die Oma insgeheim auch nicht. So l\u00e4sst sie ihre G\u00e4steschar im Wohnzimmer zur\u00fcck, und setzt mit Basti die Goldfische ins Aquarium ein. Oma und Enkel schauen zu, wie die drei ihre ersten Runden drehen, sie reicht ihm die Dose mit dem Fischfutter, und Basti streut einige Flocken ins Becken.<br \/>\nIch glaube: Das war an diesem Tag das gro\u00dfartigste Geschenk f\u00fcr Bastis Oma. Da kann der Fresskorb genauso wenig konkurrieren, wie so manches andere wertvolle Geschenk.<br \/>\nDie kleinen Geschenke, die genau das treffen, was dem Anderen wichtig ist; die sagen: Ich habe an dich gedacht, mir ist wichtig, dass dein Herz sich freut &#8211; und da ist es mir auch gleich, ob es nach etwas aussieht, oder nicht.<br \/>\nDie zu finden ist oft ungeheuer schwer.<br \/>\nAber die Geschichte mit Basti und seiner Oma &#8211; die macht mir Mut, es mal wieder zu versuchen.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><strong><em>\fMittwoch: Hocker f\u00fcr den Herrn<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nsie haben ges\u00e4gt, gebohrt, gehobelt geklebt, sich am Sandpapier die Finger wundgescheuert &#8211; aber jetzt waren sie mit ihrem Werk fertig: Meine ehemaligen Konfirmanden Tim und Chris. Die beiden hatten bei ihrer Konfirmation beschlossen, statt der \u00fcblichen Konfirmandenspende in Geld, lieber einen Satz Meditationshocker f\u00fcr die neuen Konfis zu spenden &#8211; und zwar selbstgemachte!<br \/>\nUnd nun sind sie nach einigen Wochenenden im Bastelkeller damit fertiggeworden. Schweres Eichenholz haben sie genommen, ein Pate hat geholfen. Diese Meditationshocker schauen total edel aus.<br \/>\nDie beiden Jungs waren nicht immer ganz einfach in Konfikurs, liebenswerte Lausbuben halt. Aber mit dieser Aktion haben sich mich total \u00fcberrascht. Denn es ist schon ein Unterschied, ob ich 50 Euro als Spende in einen Umschlag stecke, oder ein paar Tage im Keller daf\u00fcr rackere.<br \/>\nJetzt stehen die Hocker in meinem Arbeitszimmer. Die Oberfl\u00e4che ist frisch ge\u00f6lt und verbreitet einen schweren, w\u00fcrzigen Duft im Raum.<br \/>\nIn der Bibel gibt es viele Stellen, sie davon sprechen, dass Gott sich am Geruch einer Opfergabe im Gotteshaus erfreut. Und dann schaue ich mir diese Hocker an, und denke: Ja, auch das ist eine Gabe, \u00fcber die Gott sich freut, und sogar ich freue mich, wenn sie mir in die Nase steigt.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n<p><strong><em>\fDonnerstag: Reformationstag<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\ndas Bild kennt jeder: Martin Luther, wie er mit wuchtigen Schl\u00e4gen seine 95 Thesen an die T\u00fcr der Wittenberger Schlosskirche nagelt. Tock-Tock Tock. Davon ist zwar die Wittenberger Kirche nicht eingest\u00fcrzt &#8211; aber in der gesamten kirchlichen Welt ist in mancher Hinsicht kein Stein auf dem anderen geblieben.<br \/>\nEine gewaltige Ver\u00e4nderung der Welt &#8211; durch so einen kleinen M\u00f6nch mit 95 Thesen auf lapprigen Papier.<br \/>\nVor ihm haben das andere auch schon versucht und sind gescheitert. Obwohl sie teilweise die gleichen Ideen vertreten haben!<br \/>\nWahrscheinlich ist alles eine Frage der richtigen Zeitpunkts.<br \/>\nDa h\u00e4ngt ein Mann im richtigen Moment, am richtigen Ort die richtigen S\u00e4tze an die Kirchent\u00fcre, und es ver\u00e4ndert sich wirklich alles.<br \/>\nDie richtige Idee zum optimalem Zeitpunkt zu haben &#8211; das ist bis heute eine Kunst.<br \/>\nIn richtigen Moment einem guten Freund mal eine unangenehme Wahrheit zu sagen &#8211; das ist unheimlich schwer.<br \/>\nRechtzeitig einem Kollegen Hilfe anzubieten, bevor er aus Unwissen und Verzweiflung einen Fehler begeht &#8211; wer wei\u00df schon wann es &#8222;zu fr\u00fch&#8220; und wann es &#8222;zu sp\u00e4t&#8220; ist.<br \/>\nOb ich im richtigen Moment am richtigen Ort das Richtige mache? Das wei\u00df ich oft erst nachher.<br \/>\nAber eines wei\u00df ich schon vorher: Nichts zu tun, wo handeln n\u00f6tig ist &#8211; das ist auf jenen Fall verkehrt.<\/p>\n<p>Eine guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Freitag: Schwer zu sagen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nist Ihnen auch schon mal aufgefallen, dass es mit Gott oft so &#8230;<br \/>\nnaja, wie soll ichs ausdr\u00fccken &#8230; also dass man denkt, er w\u00e4re &#8230;<br \/>\n\u00e4hm ja &#8230;. das ist aber auch schwer in Worte zu fassen.<br \/>\nDas hab\u0301 ich mich ja jetzt auf was eingelassen &#8230; und das in aller Fr\u00fche &#8230;<\/p>\n<p>Ich versuch es noch mal so: Bei der Frage nach Gott liegt es ja auf der Hand, dass er &#8230;. zumindest f\u00fcr viele Menschen &#8230; aber f\u00fcr andere ist es ja doch nicht &#8230; hach, so gehts auch nicht.<\/p>\n<p>Komm, das lass ich jetzt! Ich denke, dass es gar nicht geht, allgemein und f\u00fcr jeden einsichtig von Gott zu reden. Ein Philosoph hat gesagt: Wovon man nicht reden kann, dar\u00fcber muss man schweigen.<br \/>\n(Stille)<br \/>\nNee! Das geht jetzt aber auch nicht. Weil ich oft genug erlebe, wie es ist, mit einem Gott zu leben. Wie viel Hoffnung und Orientierung das gibt. Und da sind manchmal Momente &#8230; die lassen sich wirklich nur schwer in Worte fassen &#8211; aber da erlebe ich, dass es diesen Gott gibt und er in meinem kleinen Leben Dinge ver\u00e4ndert. Da steht mir dem Mund offen, und ich sage: Boa, Gott, du bist der Hammer.<br \/>\nUnd weil ich das in meinem Leben erfahre, muss ich \u00fcber diesen Gott reden, auch wenn mir manchmal die richtigen Worte fehlen.<br \/>\nEinen guten Tag w\u00fcnsche ich Ihnen.<\/p>\n<p><em><strong>Samstag: Meineid &#8211; dein Eid?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Guten Morgen,<br \/>\nwenn sie am morgigen Sonntag in eine evanelische Kirche gehen, werde sie wahrscheinlich eine Predigt dar\u00fcber h\u00f6ren, dass Jesus seinen J\u00fcngern verboten hat zu schw\u00f6ren.<br \/>\nUnd er begr\u00fcndet es auch: Egal ob du bei Gott oder bei deinem Kopf schw\u00f6rst, wird das, was du sagst nicht automatisch wahrer. Denn wenn es nicht stimmt, wenn du einem Meineind schw\u00f6rst, wird kein Blitz vom Himmel fahren, und deine Haare werden auch nicht pl\u00f6tzlich wei\u00df.<br \/>\nDeshalb ist ein Schwur sinnlos und Augenwischerei.<\/p>\n<p>Jesus sagt auch, was er f\u00fcr richtig h\u00e4lt: Sage eindeutig \u201eja\u201d oder eindeutig \u201enein\u201d. Alles andere ist Rumlaviererei und hilft nicht weiter.<br \/>\nWenn man sich auf dein Wort 100%ig verlassen kann.<br \/>\nWenn man wei\u00df, dass du auch bei der Wahrheit bleibst, wenn du damit in Schwierigkeiten kommst.<br \/>\nUnd wenn du dich genauso auf das verlassen kannst, was Andere dir sagen.<br \/>\nDann ist dir und den Anderen mehr geholfen als mit allen Eiden auf dieser Welt.. Dann gewinnen alle &#8211; denn angelogen werden will ja eigentlich niemand.<br \/>\nMan muss halt selber damit anfangen &#8211; mit der Wahrheit.<\/p>\n<p>Einen guten Tag w\u00fcnsche ich ihnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Themen: Montag: Die besten Beerdigungen der Welt Dienstag: Goldfisch zum Geburtstag Mittwoch: Hocker f\u00fcr den Herrn Donnerstag: Reformationstag Freitag: Schwer zu sagen? Samstag: Meineid &#8211; dein Eid? 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