{"id":6030,"date":"2026-08-23T13:44:10","date_gmt":"2026-08-23T11:44:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=6030"},"modified":"2026-08-23T13:51:05","modified_gmt":"2026-08-23T11:51:05","slug":"predigt-zur-kirchweih-du-gehoerst-dazu-die-sache-mit-den-eintrittsmuenzen-august-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=6030","title":{"rendered":"Predigt zur Kirchweih: Du geh\u00f6rst dazu! Die Sache mit den \u201eEintrittsm\u00fcnzen\u201c &#8211; August 2026"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-luminous-vivid-amber-background-color has-background\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"646\" height=\"434\" data-attachment-id=\"6033\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=6033\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/WhatsApp-Image-2026-08-22-at-15.56.47-1.jpeg?fit=646%2C434&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"646,434\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"WhatsApp Image 2026-08-22 at 15.56.47\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/WhatsApp-Image-2026-08-22-at-15.56.47-1.jpeg?fit=646%2C434&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/WhatsApp-Image-2026-08-22-at-15.56.47-1.jpeg?resize=646%2C434&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-6033 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/WhatsApp-Image-2026-08-22-at-15.56.47-1.jpeg?w=646&amp;ssl=1 646w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/WhatsApp-Image-2026-08-22-at-15.56.47-1.jpeg?resize=300%2C202&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/WhatsApp-Image-2026-08-22-at-15.56.47-1.jpeg?resize=400%2C269&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/WhatsApp-Image-2026-08-22-at-15.56.47-1.jpeg?resize=150%2C101&amp;ssl=1 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 646px) 100vw, 646px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir schauen uns an, was hinter den &#8222;Abendmahlsm\u00fcnzen&#8220; in der reformierten Tadition steckt. Sie waren Zeichen der Zugeh\u00f6rigkeit zur Gemeinde und spielten in der Hugenotten-Verfolgung eine wichtige Rolle. <br>Sollen wir auch sowas einf\u00fchren? Einen Beweis unseres vobildlichen Glaubenslebens? Oder w\u00fcrde Jesus uns diese M\u00fcnze um die Ohren hauen? <br><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Kirchweih-Projekt:<br>Schon im Vorfeld haben wir informiert, dass es an der Kirchent\u00fcre eine \u00dcberraschung geben wird: Die &#8222;Ortsburschen und Madli&#8220; haben am Eingang die abgebildete M\u00fcnze (als 3D-Druck) an die Gemeindeglieder verteilt. Allerdings mussten sie sich durch eine Antwort auf eine (recht einfache) bibliche Frage als w\u00fcrde M\u00fcnzbesitzer leditimieren).<br>Unsere Kirche ist eine Hugenottenkiche, die von reformierten Glaubensfl\u00fcchtlingen aus Frankreich erbaut wurde. darum ist ein Bezug auf die Hugenotten (die auch unsere Ortsgr\u00fcnder waren) ein wichtiges Element bei der Kirchweih in Wilhelmsdorf,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Predigt<\/em><\/strong>:<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Gemeinde, sch\u00f6n, dass Sie alle da sind. \u2013 Also dass Sie alle auch reingekommen sind, in unsere Hugenottenkirche. Und Sie alle m\u00fcssten jetzt ja auch so eine M\u00fcnze bekommen haben. Ein M\u00e9reau \u2013 so nennt man diese Teile.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir die genau ansehen, entdecken wir auf der einen Seite einen Abendmahlskelch, daneben eher eckige Hostien oder wahrscheinlich so ein Kastenbrot. Also das, was man f\u00fcrs Abendmahl braucht. Auf der R\u00fcckseite lesen wir vier Buchstaben:<br>EDLM. Das ist die Abk\u00fcrzung der Gemeinde, die diese M\u00fcnze gepr\u00e4gt hat: die \u201eEglise de la Mothe\u201c. Das liegt im Westen von Frankreich, hat mit Wilhelmsdorf nichts zu tun, aber deren M\u00fcnze hat sich halt auch gut reproduzieren lassen. Schon da mal ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n unsere Ortsburschen und Madli, dass ihr das m\u00f6glich gemacht habt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das waren tats\u00e4chlich mal so etwas wie \u201eEintrittskarten\u201c f\u00fcr den Gottesdienst \u2013 genauer gesagt zu einem Abendmahlsgottesdienst.&nbsp; Denn dem Reformator Johannes Calvin war es wichtig, dass die reformierten Christen auch mit dem notwendigen Ernst und auch \u201ew\u00fcrdig\u201c zum Abendmahl gehen, das meist auch nur vier mal im Jahr stattgefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darum hat man sich schon Tage vorher zum Abendmahl angemeldet und dann gabs Besuch von einem Kirchen\u00e4ltesten \u2013 wir nennen das heute Kirchenvorstandsmitglied. Der schaut dann, ob man auch in der letzten Zeit bei der Glaubensunterweisung (so Reli f\u00fcr Erwachsene) war, ob man seine Kirchenbeitr\u00e4ge gezahlt hat, und ob der Lebenswandel stimmt. Da waren die Reformierten ziemlich streng! Wenn alles passt, bekommt man die M\u00fcnze. Und mit der kann ich dann zu Abendmahl kommen, da wird die dann abgegeben \u2013 und die Pfarrers wissen dann, wie viele Leute da waren. Beim n\u00e4chsten Abendmahl beginnt das Spiel von Neuem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 1561 gab es das. Nicht jede reformierte Gemeinde hat das so gemacht, aber es gab doch eine gewisse Verbreitung. Keiner wei\u00df, wie das in Wilhelmsdorf war. Immerhin: In Erlangen hat es diese M\u00fcnzen gegeben, aber seit \u00fcber 100 Jahren sind sie auch dort aus der Mode.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr unsere Wilhelmsdorfer Dorfgr\u00fcnder waren diese M\u00fcnzen m\u00f6glicherweise noch von viel gr\u00f6\u00dferer Bedeutung. Und zwar bevor sie hierher nach Franken kamen: Denn als die Hugenotten in Frankreich nach 1685 zunehmend verfolgt und die reformierten Gottesdienste verboten wurden, haben viele Gemeinden ihre Gottesdienste heimlich weiter gefeiert. Sie trafen sich dort, wo sie nicht leicht entdeckt werden konnten: in W\u00e4ldern, Schluchten, Grotten. Meist geschah es nachts. Die Menschen gingen nicht einfach zu einem angek\u00fcndigten Gottesdienst, sondern mussten sich vorsichtig verst\u00e4ndigen: Wann und wo treffen wir uns. Und sie mussten aufpassen, nicht von Soldaten oder Spitzeln des K\u00f6nigs entdeckt zu werden. Genau daf\u00fcr waren diese M\u00fcnzen perfekt! Wer zu einer Gemeinde geh\u00f6rte und am Abendmahl teilnehmen durfte, erhielt eine solche Marke. Bei einem geheimen Gottesdienst konnte sie helfen, Gemeindeglieder von Fremden oder m\u00f6glichen Spitzeln zu unterscheiden. Das war \u00fcberlebenswichtig: Wer beim Gottesdienst erwischt wurde, wurde als Mann oft f\u00fcr Jahrzehnte als Rudersklave auf Galeeren, Frauen kamen ins Gef\u00e4ngnis, die Pfarrer wurden teilweise zum Tod verurteilt. Die M\u00fcnze war also ein wichtiges Zeichen, das sagte: Dieser Mensch geh\u00f6rt zu uns, von ihm geht keine Gefahr aus.   <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, was machen wir jetzt mit der M\u00fcnze? Also, jetzt wo wir sie wieder haben, k\u00f6nnten wir sie ja auch offiziell wieder einf\u00fchren. Also ein bisschen mehr Ordnung und Disziplin bei unseren Sch\u00e4fchen.<br>Da w\u00fcrden sich unsere Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher freuen: Bei den Hausbesuchen abzuschecken: Bist du fromm genug? Genug Glaube \u2013 nicht zuviel Zweifel \u2013 wie gehst du mit deinen Mitmenschen um \u2013 und wie ist das mit den Tricks, um der Kirchensteuer zu entgehen?<br>Klingt spannend \u2013 oder gruselig?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich frage mich, ob Jesus da mitgemacht h\u00e4tte. Er hat es sich mit vielen Frommen ja \u00fcbel verscherzt, weil er sich um unsere menschlichen Fr\u00f6mmigkeits-Tests nicht geschert hat. Er l\u00e4dt sich beim Z\u00f6llner zum Essen ein, von dem jeder wusste, dass der Dreck am Stecken hat. Bei der Ehebrecherin, die manche gerne gesteinigt h\u00e4tten, stellt er den M\u00e4nnern eine einzige unangenehme Frage, und pl\u00f6tzlich waren sie alle weg. Er trifft die Menschen und redet auch mit denen, die andere nicht mal mit der Kneifzange angefasst h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Also ist Jesus eigentlich der, der als erstes so eine M\u00fcnze aus dem Fenster gepfeffert h\u00e4tte: Ich h\u00f6re ihn schon <em>\u201eGlaubt ihr, ihr w\u00e4rt bei Gott besser angesehen, blo\u00df weil ihr mehr Psalmen und Liedversle auswendig k\u00f6nnt? Ihr werdet euch umschauen: Die ersten werden die Letzten sein, und die Letzten werden die ersten sein!\u201c<\/em><br>Das klingt schon sehr danach, dass das mit der M\u00fcnze keine gute Idee ist. Weil wir als Christen eben kein exklusiver Kreis sein sollen, der sich nach au\u00dfen abschottet und f\u00fcr den bestimmte Menschen irgendwie nicht gut genug sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Achtung! Wir sollten uns nicht zu fr\u00fch freuen. Die Sache mit der M\u00fcnze und dem Wunsch der Reformierten nach einer disziplinierten Christengemeinde kam ja nicht von ungef\u00e4hr. Denn Jesus hat oft genug seine J\u00fcnger rund gemacht. Etliche Male finden wir Szenen, wo Jesus am Ende seine J\u00fcnger zusammenstaucht \u201e<em>Hab ihr denn keinen Glauben? immer mehr Zweifel als Vertrauen. Nur Bedenken \u2026 keine Hoffnung! Wie soll das mit euch noch was werden \u2013 nach Karfreitag und Ostern?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder wenn er den Menschen sagt: Es ist kein Kunstst\u00fcck, seine Freunde und Gleichgesinnte zu lieben. Da kann jeder. Ihr aber sollt auch eure Feinde lieben. Daran wird man erkennen, dass ihr Kinder Gottes seid.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ist Jesus ziemlich unnachgiebig. Da gibt er keine Ruhe. Immer wieder legt er bei seinen Leuten die Finger in die Wunde: \u201e<em>Na, klappt es immer noch nicht, wie lange soll ich das noch mit euch aushalten!\u201c<\/em> \u2013 aber er gibt seien J\u00fcnger nicht auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da merke ich, dass man das mit der M\u00fcnze eigentlich ganz anders machen m\u00fcsste. Die gibt es nicht, wenn wir gezeigt haben, dass wir t\u00fcchtige Christen sind \u2013 sondern wir haben sie eigentlich von Anfang an. Seit unserer Taufe.<br>Schauen wir uns die M\u00fcnze nochmal an. Die Seite mit dem Kelch: Da sind drei Kreise zu sehen. Sind das drei Tropfen Wasser von der Taufe? Oder stehen diese Ringe f\u00fcr die drei zentralen Begriffe unseres Christseins: \u201eGlaube, Liebe Hoffnung\u201c? Ich wei\u00df es nicht. Aber der Gedanke gef\u00e4llt mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit meiner Taufe habe ich diese M\u00fcnze.<br>Sie sagt mir: Du geh\u00f6rst dazu! Du bist ein Kind Gottes \u2013 keiner darf dich ausschlie\u00dfen. Aber du sollst auch keinen ausschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dir geh\u00f6rt Gottes Liebe \u2013 und diese Liebe sollt du auch weitergeben. An alle Menschen.<br>Und du wurdest damals gesegnet. Und unter diesem Segen sollst du dein Leben zuversichtlich gehen. Mit Hoffnung und Gottvertrauen, auch wenn die Wolken an deinem Himmel manchmal so d\u00fcster sind, dass du dich fragst, ob f\u00fcr dich, deine Lieben, dieses Land oder diese Erde wirklich nochmal die Sonne aufgeht. Er sagt: Ich bin bei euch alle Tage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glaube \u2013 Liebe \u2013 Hoffnung. Sie sind ein Schatz und eine Aufgabe. Manchmal klappt es gut, und sie geben mir Kraft. Und manchmal f\u00fchle ich mich \u00fcberfordert und merke, dass das Projekt \u201eJesus nachfolgen\u201c so gar nicht gelingen will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Gott kassiert die M\u00fcnze nicht ein. Sie geh\u00f6rt mir mein Leben lang. Als Geschenk, als Motivation, und als Aufgabe. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir schauen uns an, was hinter den &#8222;Abendmahlsm\u00fcnzen&#8220; in der reformierten Tadition steckt. Sie waren Zeichen der Zugeh\u00f6rigkeit zur Gemeinde und spielten in der Hugenotten-Verfolgung eine wichtige Rolle.<br \/>\nSollen wir auch sowas einf\u00fchren? Einen Beweis unseres vobildlichen Glaubenslebens? 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