{"id":6013,"date":"2026-08-08T12:13:54","date_gmt":"2026-08-08T10:13:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=6013"},"modified":"2026-08-08T14:10:01","modified_gmt":"2026-08-08T12:10:01","slug":"predigt-juden-und-christen-wenn-gott-extrawuerste-braet-roem-11-28-33-israelsonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=6013","title":{"rendered":"Predigt: Juden und Christen \u2013 Wenn Gott Extraw\u00fcrste br\u00e4t (R\u00f6m 11, 28 -33) &#8211; Israelsonntag, 9. August 2026"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background:linear-gradient(135deg,rgb(105,100,75) 0%,rgb(238,238,238) 100%)\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"587\" data-attachment-id=\"6014\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=6014\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?fit=1536%2C1024&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1536,1024\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"Extrawurst\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?fit=880%2C587&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?resize=880%2C587&#038;ssl=1\" alt=\"KI-generiertes Bild\" class=\"wp-image-6014 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?resize=150%2C100&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?w=1536&amp;ssl=1 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00f6m 11, 28-33<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Israelsonntag folge ich an der Seite von Paulus dem Prozess des Entfremdung von Juden, Judenchristen und Heidenchristen. <br>Und wir entdecken die Liebe Gottes, der f\u00fcr uns Menschen immer wieder &#8222;Extraw\u00fcrste&#8220; br\u00e4t.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Gemeinde, am Israelsonntag f\u00e4llt unser Blick traditionell auf das Verh\u00e4ltnis von Juden und Christen. Da geht\u2019s um Religion. Nicht um Politik. Aber auch so ist es kompliziert genug. Wir haben 2000 Jahre Gegeneinander, Miteinander und Nebeneinander von Judentum und Christentum hinter uns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser biblischer Predigttext, der erst am Ende der Predigt kommt, ist so ein wichtiger Markstein dieses Verh\u00e4ltnisses. Der ist nicht ganz unkompliziert geschrieben. Darum m\u00f6chte ich Ihnen heute mehr erz\u00e4hlen, als dass ich Ihnen predigen m\u00f6chte.<br>Gehen wir ein bisschen neben Paulus von Tarsus her &#8211; er hat den R\u00f6merbrief mit unserem Predigttext geschrieben. Und gedanklich springen wir weit zur\u00fcck, nur wenige Monate oder Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Damaskus \u00e4ndert alles<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus ist eigentlich ein ganz frommer und ernsthafter Jude gewesen. Einer der mit gro\u00dfer Leidenschaft seinen Glauben lebte. Er war mit den Heiligen Schriften bestens vertraut und nahm sie ungeheuer ernst. Die Regeln seines Glaubens waren ihm in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen und es gab f\u00fcr ihn \u00fcberhaupt keinen Zweifel, dass das genau der richtige Weg ist, Gott gef\u00e4llig zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So war es f\u00fcr ihn als damals jungen Mann ganz logisch, dass man diese neu aufgekommene Sekte der Christen bek\u00e4mpfen muss. Diese Anh\u00e4nger eines hingerichteten Predigers mit Namen Jesus. Denn der hatte der so vieles, was Paulus wichtig war, in Zweifel gezogen hatte. Genau in dieser Funktion als Gegner und Verfolger der Christen taucht Paulus dann ja auch zum ersten Mal in unserer Bibel auf: Als der Mann, der Christen in Damaskus gefangen nehmen und nach Jerusalem \u00fcberstellen lassen will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber genau auf dieser Reise nach Damaskus geschieht das Ungeheuerliche: Die Bibel erz\u00e4hlt davon, dass Jesus ihm begegnet. Unsichtbar &#8211; Paulus h\u00f6rt nur seine Stimme und wird von einem unerkl\u00e4rlichen Licht geblendet. Diese Begegnung ver\u00e4ndert f\u00fcr ihn alles!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus erblindet f\u00fcr einige Tage. Und als er in Damaskus ankommt, schlie\u00dft er sich dort sofort der Gemeinde der Christen an. Unsere Bibel ist nicht besonders auskunftsfreudig hinsichtlich der Tage, Wochen oder Monate, die dann ins Land gegangen sind. Aber es wird deutlich: Paulus setzt sich ungeheuer kritisch und reflektierend mit seiner eigenen j\u00fcdischen Tradition auseinander. Und er deutet diese im Licht der Auferstehung von Jesus neu. F\u00fcr ihn, diesen brillanten Denker, war irgendwann v\u00f6llig klar, dass Jesus Christus der von Gott gesandte Retter sein muss. Mit der Auferstehung wurde sein Reden und Handeln auch von Gott best\u00e4tigt. Damit wurden die ganzen f\u00fcr Paulus bisher herausragend wichtigen Regeln und Gebote und Verbote der Tora zur Nebensache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl sich so viel f\u00fcr Paulus im Kopf ver\u00e4ndert hatte, war es f\u00fcr ihn kein \u201eneuer Glaube\u201c. Sondern er verstand sich weiter als Jude, als Teil des von Gott erw\u00e4hlten Volkes Israel. Nur geh\u00f6rte er zu denen, die erkannt hatten, dass Weg Gottes mit seinem Volk Israel eben nicht darin bestand, alle Gebote haarklein zu erf\u00fcllen, sondern auf Gott zu vertrauen und Jesus Christus nachzufolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Judenchristen und Heidenchristen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus geh\u00f6rte zu den Menschen, die die Botschaft von Jesu Auferstehung sehr konsequent bis zum Ende durchgedacht haben. F\u00fcr ihn war klar, dass jetzt alles anders betrachtet werden muss, weil Gottes Weg mit seinem Volk Israel eben jetzt auf komplett neuen F\u00fc\u00dfen steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andere seiner j\u00fcdischen, an Jesus glaubenden, Geschwister waren da viel zur\u00fcckhaltender. F\u00fcr sie war die Auferstehung Jesu ein wichtiges Signal. Auch f\u00fcr die eigene Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.&nbsp; Aber sie konnten sich \u00fcberhaupt nicht vorstellen, dass die bisherigen Gebote in irgendeiner Weise \u00fcberfl\u00fcssig geworden w\u00e4ren: \u201edas war doch schon immer so!\u201c (Das Argument kennen wir\u2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da hat es logischerweise scharfe Diskussionen innerhalb derer gegeben, die Jesus nachgefolgt sind. Auch mit einigen von den J\u00fcngern von Jesus hat sich Paulus da auseinandersetzen m\u00fcssen. Unterm Strich war es so, dass sich Paulus durchgesetzt hat. Und weil die bisherigen Regeln nun nicht mehr heils-notwendig galten, war auch eine wichtige T\u00fcr aufgesto\u00dfen: Nun konnten eigentlich auch alle Nichtjuden, also R\u00f6mer und Griechen \u2013 letztlich auch wir \u2013 zu dieser Gemeinschaft geh\u00f6ren, ohne vorher zum Judentum \u00fcberzutreten. Also ohne alle Gebote der Tora einzuhalten und sich als Mann beschneiden zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich k\u00f6nnte man denken: \u201eWie sch\u00f6n, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt \u2013 weil Jesus in die Welt gekommen ist. Alles wird besser!\u201c Aber es wurde schwieriger, und gegenseitige Ablehnung kam ins Spiel:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Die traditionellen Juden<\/em><\/strong> \u2013 und das war die gro\u00dfe Mehrheit in Israel \u2013 war der Meinung: Der Christusglaube hat den Boden des Judentums verlassen. Viele unserer altbekannten Glaubensgrundlagen haben diese Christen einfach \u00fcber Bord geworfen: \u201eDas ist auch unserer Sicht kein Judentum mehr! Das ist letztlich eine fremde Religion.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umgekehrt war es f\u00fcr die <strong><em>Christen mit j\u00fcdischer Herkunft<\/em><\/strong> schwierig mit ihren ehemaligen j\u00fcdischen Glaubensgeschwistern: Denn aus christlicher Sicht haben die Anderen mit der Ablehnung von Jesus die gro\u00dfe Chance, mit Gott ins Reine zu kommen, verpasst. Sie haben Gottes Angebot zur Vers\u00f6hnung durch Jesus Christus ausgeschlagen. Und damit w\u00e4ren sie auf dem falschen Weg unterwegs und vor Gott eigentlich verloren. \u00a0<br>Noch eindeutiger war die Ablehnung des Judentums durch die <strong><em>Christen ohne eigene j\u00fcdische Wurzeln<\/em><\/strong>, also der griechischen oder r\u00f6mischen Christen. Da entstand das Bild der uneinsichtigen gesetzesgl\u00e4ubigen und verblendeten Juden, die Gottes Heils-Angebot, das er mit Christus allen Menschen macht, einfach nicht akzeptieren wollen.<br>Die Tischdecke zwischen Juden und Christen wurde von beiden Seiten flei\u00dfig zerschnitten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Missverst\u00e4ndnisse bis heute<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alles passierte innerhalb von etwa 20 Jahren nach Jesu Auferstehung. So schnell wurden die Mauern zwischen Christen und Juden hochgezogen. Sicherlich wurde der Prozess auch dadurch beschleunigt, dass die Mehrheit der sich schnell ausbreitenden Christenheit keinen Bezug zum Judentum hatte. Die Christen in den Metropolen wie Rom, Athen oder Korinth lebten in einer ganz anderen Welt. Das Ph\u00e4nomen kennt man: Was man nicht kennt, lehnt man auch schnell mal ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so ist es durch die Jahrhunderte geblieben. Mal mehr, mal weniger ausgepr\u00e4gt. Aber die christliche Sicht machte es sich schon ziemlich einfach: \u201eDie Juden haben Gottes Angebot in Jesus Christus abgelehnt; also sind sie f\u00fcr ihn verworfen und verloren. Denn ohne Glauben an Jesus Christus gibt\u2019s kein Heil.\u201c \u2013 Einfache Logik. Und wir wissen, dass dieser Gedanke dann auch zu allen Zeiten ein willkommener D\u00fcnger f\u00fcr den immer wieder aufkeimenden Antisemitismus war. In der Antike, im Mittelalter und in der Neuzeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Der Blick auf die Wurzeln<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gehen wir nochmal zur\u00fcck zu den Anf\u00e4ngen \u2013 zu Paulus. Dieser kluge Mann war sich ja bewusst: Ich, Paulus , bin ja eigentlich das Ur-Modell eines Christen:<br><em>Ich bin in meinen Wurzeln erstmal Jude:<br>Meine ganze Existenz,<br>mein Weltbild,<br>meine Vorstellung von Gott,<br>mein Umgang mit Gl\u00fcck und Schicksalsschl\u00e4gen,<br>meine Wertsch\u00e4tzung von Gebet,<br>und so vieles anderes<br>das alles ist j\u00fcdisch. Das habe ich aus den Schriften des Judentums gelernt, und das ist auch f\u00fcr mein Leben als Christ absolut grundlegend.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr ihn kann es eigentlich kein Christentum geben, das diese j\u00fcdischen Wurzeln ablehnt oder verleugnet. Es ist kein anderer Glaube, und schon gar kein anderer Gott.<br>Und so verwendet er in seinen Brief an die Gemeinde in Rom das Bild eines alten Baumes, bei dem bei einem Ast ein fremder Trieb aufgepfropft wurde. Der alte Baum mit seinen tiefen Wurzeln ist das Judentum. Und wir Christen \u2013 die wir keine Juden sind \u2013 sind der eingesetzte Trieb!<br>Wir wachsen schneller und bl\u00fchen kr\u00e4ftiger als der Rest dieses Baums. Aber wir k\u00f6nnen es nur, weil wir aus den Wurzeln des alten Baumes unsere Kraft beziehen. Und wenn wir meinen, uns vom Judentum zu l\u00f6sen, w\u00e4ren wir ein abgeschnittener Ast ohne geistliche \u00dcberlebenschance.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit seine klare Ansage: \u201eIhr Christen werdet nicht \u00fcberheblich gegen\u00fcber den Juden: Nicht ihr tragt die Wurzel! Die Wurzel tr\u00e4gt euch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Die Sache mit dem Heil<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber an einer Stelle wird Paulus dann doch das Herz schwer. Denn wenn der Glaube an Jesus Christus der Weg zu Gott ist, und er sieht, dass der Gro\u00dfteil seines eigenen Volkes Jesus ablehnt. Das ist ganz schwierig f\u00fcr ihn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um ihn herum h\u00f6rt er: \u201eWenn die Juden, nicht an Christus glauben, den Gott f\u00fcr sie geschickt hat, dann sind sie halt verloren \u2013 so einfach ist das. Weshalb sollte er f\u00fcr das Volk Israel eine Extrawurst braten?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und an der Stelle kommen wir zu unserem Predigttext von heute!<br>Denn in seinem Brief an die R\u00f6mer, wo er auch das Beispiel mit dem Baum verwendet, schreibt Paulus, wie er sich das denkt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Betrachtet man es aber von daher, dass Gott das Volk Israel erw\u00e4hlt hat, dann bleiben sie von Gott geliebt. Es waren ja ihre Vorfahren, die er einst erw\u00e4hlt hat. Denn was Gott aus Gnade geschenkt hat, das nimmt er nicht zur\u00fcck. Und wen er einmal berufen hat, der bleibt es.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Fr\u00fcher habt ihr V\u00f6lker Gott nicht gehorcht. Aber weil die Juden ungehorsam waren, hat Gott jetzt euch sein Erbarmen geschenkt. Genauso gehorchen sie jetzt Gott nicht, weil er euch sein Erbarmen geschenkt hat. So werden k\u00fcnftig auch sie sein Erbarmen finden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(R\u00f6m 11, 28-33 Basisbibel)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Gemeinde, ich habe ihnen bis jetzt Paulus ein paar Mal als einen sehr klugen und logisch denkenden Menschen gelobt. Aber an dieser Stelle l\u00e4sst er seine ultrascharfe Logik bewusst mal beiseite und bringt eine historische Perspektive herein:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn von Anfang an war das Volk Israel das Volk, an dem Gott einfach einen Narren gefressen hat. Abraham, Mose, die W\u00fcstenwanderung, das Sesshaftwerden in Kanaan, die Zeit unter den K\u00f6nig Saul und seinen Nachfolgern, Krieg und Verschleppung nach Babylon. Gott hat dieses Volk begleitet. Und ihnen immer geholfen. Er hat es ertragen, dass sie oft nicht nach ihm gefragt haben. Er hat ihnen \u00f6fter schmerzhaft ihre Grenzen aufgezeigt, manchmal hats geholfen, manchmal nicht wirklich. Aber Gott hat sie nie aufgegeben. Hat ihnen nie die Liebe gek\u00fcndigt. Warum sollte er das jetzt tun?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott war bereit, f\u00fcr dieses Volk eine Extrawurst zu braten \u2013 immer und immer wieder. Da w\u00e4re es ganz sch\u00f6n eingebildet von uns nicht-j\u00fcdischen Menschen, wenn wir ihm vorschreiben wollten, wann es genug mit Extraw\u00fcrsten f\u00fcr das Volk der Juden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn eines d\u00fcrfen wir nie vergessen, so verstehe ich seine Anspielung im Predigttext: Die allergr\u00f6\u00dfte Extrawurst sind n\u00e4mlich wir selbst! Dass Gottes Liebe auch uns als Nichtjuden gilt. Das hatte ja niemand so richtig auf dem Plan. Das war die gro\u00dfe Entdeckung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich haben uns als Christen in 2000 Jahren sehr komfortabel daran gew\u00f6hnt. So sehr, dass wir das Gef\u00fchl haben, wir w\u00e4ren das erw\u00e4hlte Volk. Nein! Wir sind die Extrawurst und daf\u00fcr k\u00f6nnen wir unserem Sch\u00f6pfer dankbar sein.<br>Und ich \u00fcberlege, wie oft Gott damit umgehen musste, dass ich in meinem Leben auch nicht nach ihm gefragt habe, und er dann doch noch was Gutes daraus gemacht hat \u2013 da ist er ja auch immer am Extrawurst braten \u2013 f\u00fcr mich. Und da werde ich nicht der Einzige sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ist es ja nur sinnvoll, dass wir Gott nicht reinreden wollen, wem er auf welchem Wege tausendmal vergibt, ihm nachgeht und ne Extrawurst br\u00e4t. Denn dieser manchmal unlogischen Liebe Gottes verdanken wir, dass es uns noch gibt. Und da ist es eigentlich selbstverst\u00e4ndlich, dass wir Gott nicht vorschreiben k\u00f6nnen, wie viel Geduld er mit anderen Menschen hat \u2013 seien es Juden oder Christen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Israelsonntag folge ich an der Seite von Paulus dem Prozess des Entfremdung von Juden, Judenchristen und Heidenchristen.<br \/>\nUnd wir entdecken die Liebe Gottes, der f\u00fcr uns Menschen immer wieder &#8222;Extraw\u00fcrste&#8220; br\u00e4t. <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=6013\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6014,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[982],"tags":[732,702,461,462],"class_list":["post-6013","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-predigten-2026","tag-10-sonntag-nach-trinitatis","tag-israelsonntag","tag-roem","tag-roemer"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Extrawurst.png?fit=1536%2C1024&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-1yZ","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6013"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6013\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6016,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6013\/revisions\/6016"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}