{"id":5923,"date":"2026-02-01T11:00:00","date_gmt":"2026-02-01T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5923"},"modified":"2026-01-30T20:03:15","modified_gmt":"2026-01-30T19:03:15","slug":"predigt-sabotage-im-acker-matthaeus-13-24-30-januar-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5923","title":{"rendered":"Predigt: Sabotage im Acker (Matth\u00e4us 13, 24-30) Januar 2026"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-luminous-vivid-amber-background-color has-background\"><figure  class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"376\" data-attachment-id=\"5926\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=5926\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Sabotage-1c-Thumbnail-e1769799579949.jpg?fit=600%2C376&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"600,376\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Sabotage 1c-Thumbnail\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Sabotage-1c-Thumbnail-e1769799579949.jpg?fit=600%2C376&amp;ssl=1\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Sabotage-1c-Thumbnail-e1769799579949.jpg?fit=150%2C94&#038;ssl=1\" class=\"wp-image-5926 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Sabotage-1c-Thumbnail-e1769799579949.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Sabotage-1c-Thumbnail-e1769799579949.jpg?resize=300%2C188&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Sabotage-1c-Thumbnail-e1769799579949.jpg?resize=400%2C251&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Sabotage-1c-Thumbnail-e1769799579949.jpg?resize=150%2C94&amp;ssl=1 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Mt 13, 24-30<br>In einer Nacht- und Nebelaktion s\u00e4t jemand Unkraut in den Acker eines Bauern. Hier wird Leben sabotiert. Aber lasst uns auf das Opfer schauen, statt auf den T\u00e4ter! <br><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-light-green-cyan-background-color has-background\">Diese Predigt geh\u00f6rt zur Predigtreihe &#8222;True Crime &#8211; Strafakte Bibel&#8220;. In ihr haben sich 5 PfarrerInnen unserer Predigtregion zusammengetan, um verschiedene biblische Kriminalf\u00e4lle zu beleuchten.<\/p>\n\n\n\n<p>  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"428\" data-attachment-id=\"5924\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=5924\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?fit=1982%2C964&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1982,964\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Slider Predigtreihe 2026 cropped\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?fit=880%2C428&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?resize=880%2C428&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-5924\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?resize=1024%2C498&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?resize=300%2C146&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?resize=768%2C374&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?resize=1536%2C747&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?resize=400%2C195&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?resize=150%2C73&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?w=1982&amp;ssl=1 1982w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Slider-Predigtreihe-2026-cropped.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>\u201eHohes Gericht, die Staatsanwaltschaft klagt den Beschuldigten wegen vors\u00e4tzlicher Sachbesch\u00e4digung mit erheblichen finanziellen Folgen an, strafbar gem\u00e4\u00df \u00a7 303 Absatz 1 des Strafgesetzbuches (StGB).<\/em> <em>Ihm wird vorgeworfen, durch das Ausbringen von hoch invasivem Samenmaterial auf einer Ackerfl\u00e4che, einen wirtschaftlichen Schaden in betr\u00e4chtlicher H\u00f6he von verursacht zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht hierbei die Voraussetzungen f\u00fcr eine besonders schwere Tat gegeben, die unter \u00a7 304 StGB fallen k\u00f6nnte, da die Zerst\u00f6rung der Ernte als Zerst\u00f6rung von &#8218;Produkten&#8216; der Landwirtschaft gewertet wird.<\/em> <em>Die Tat war ein direkter, hinterh\u00e4ltiger Angriff auf die wirtschaftliche Existenz des Gesch\u00e4digten.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist schon ein starkes St\u00fcck! Da schleicht sich jemand heimlich auf den Acker eines anderen und s\u00e4t da auf dem frisch bestellten Acker alles M\u00f6gliche an Unkraut! \u00a0So eine hinterlistige, gemeine und feige Nacht- und Nebel-Aktion.\u00a0 Aber bevor ich mich weiter aufrege, lese ich Ihnen erst einmal vor, wo sich dieser Kriminalfall in der Bibel findet. Ich lese aus Matth\u00e4us 13, 24-30:<em><br><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Jesus legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker s\u00e4te.\u200225 Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und s\u00e4te Unkraut zwischen den Weizen und ging davon.\u200226 Als nun die Halme wuchsen und Frucht brachten, da fand sich auch das Unkraut.\u200227 Da traten die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker ges\u00e4t? Woher hat er denn das Unkraut?\u200228 Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die hinterlistige Tat im Dunklen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>OK, was wir da h\u00f6ren, das ist kein Schwerverbrechen, da flie\u00dft kein Blut, da liegt keiner tot am Boden, aber: Das ist so fies! Da macht jemand alles richtig, richtet seinen Acker ordentlich her, ist bereit etwas mehr Geld auszugeben, um wirklich gutes Saatgut zu bekommen. Nicht irgendein Gelump. Und alles sieht erstmal gut aus. Er bekommt es ja nicht mit, dass irgendjemand da nachts unterwegs war, und seine Arbeit sabotiert. Erst mit der Zeit wird schleichend das Ausma\u00df der Sabotage sichtbar. Da, wo eigentlich alles wunderbar aufgehen und wachsen sollte, sieht es zunehmend aus, wie Kraut und R\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und er kann nichts dagegen tun!<br>Vielleicht hat unser Bauer erst gedacht, er hat selbst etwas falsch gemacht. Bis der Punkt kommt, wo deutlich wird: Da hat mir einer ganz ganz b\u00f6se mitgespielt. \u00b4\u201cEiner\u201c &#8211; Keine Ahnung, wer das gewesen sein kann. Einfach nachts sich anschleichen \u2026 das ist so feige, so ehrlos!<\/p>\n\n\n\n<p>Und warum \u00fcberhaupt? Derjenige hat ja nichts davon. Au\u00dfer dass er sich vielleicht am \u00c4rger des Bauern, seinem Schaden, seiner Verzweiflung weiden kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Der ungesch\u00fctzte Acker meines Lebens<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und unser Bauer sp\u00fcrt, wie verletzlich er an dieser Stelle ist. Man kann keinen Acker rund um die Uhr bewachen. Da ist immer eine offene Flanke f\u00fcr jemanden, der ihm B\u00f6ses will.<br>Immer kann es passieren, dass sich jemand da zu schaffen macht. Unkraut s\u00e4t, M\u00fcll abl\u00e4dt, seinen Hund zum H\u00e4ufchen machen in die Wiese schickt. Der Bauer in diesem Gleichnis muss damit leben, dass er verletzlich ist, dass er nie die volle Kontrolle \u00fcber seine wirtschaftliche Lebensgrundlage haben kann. Er ist dazu verdonnert, einfach zu hoffen und zu vertrauen, dass es gut geht. Dass eben keiner kommt und einfach so seinen Acker, seine Arbeit, sein Leben, seine Pl\u00e4ne sabotiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde, ich rede da grade vom Bauernstand. Aber ich vermute, dass eigentlich jedes Leben so ein offener Acker ist. Wir sind alle verletzlich. Und wir wissen es eigentlich auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Von einem Tag zum andern k\u00f6nnen ein Unfall, eine schwere Krankheit, Fehler anderer Menschen das eigene bisherige Leben v\u00f6llig in Frage stellen. Auf ganz unterschiedlichen Feldern: Da ahnt man in der eigenen Partnerschaft, dass sich das Miteinander seit kurzem irgendwie anders anf\u00fchlt; und wenig sp\u00e4ter steht man vor einem famili\u00e4ren Tr\u00fcmmerhaufen. Da geht man seiner Arbeit nach, und dann hei\u00dft es: Am Freitag gibt\u2019s ne Versammlung \u2026 und man ahnt, dem Betrieb steht das Wasser bis zum Hals &#8230; oder vielleicht ist es noch schlimmer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Leben hat so viele Felder, auf denen wir verletzlich sind, wo einfach etwas passieren kann. Da muss man ja nicht mal was daf\u00fcrk\u00f6nnen. Es passiert einfach, weil es keine absolute Sicherheit gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die Frage nach dem T\u00e4ter<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Jesu Gleichnis fragen die Knechte den Bauern ja auch spontan: \u201eChef, hattest du nicht eigentlich guten Samen ausges\u00e4t?\u201c. Solche Fragen kennen viele, die eine Sabotage ihres Lebens erfahren haben: Was habe ich falsch gemacht? Wie h\u00e4tte ich das verhindern k\u00f6nnen? Ist das die gerechte Strafe f\u00fcr irgendwas? \u2013 Solche Fragen k\u00f6nnen einem schwer zu schaffen machen, wenn man sie sich selber stellt, oder auch noch andere Schlauberger damit kommen. Und im Handumdrehen wird aus dem Opfer noch zus\u00e4tzlich der Angeklagte. Nein! Es war ein Feind! \u2013 so ist die Antwort in Jesu Erz\u00e4hlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war EIN Feind. Unser Bauer forscht nicht nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Krimifan in mir w\u00fcrde erst mal die Spurensicherung auffahren. Zeugen suchen, DNA-Proben nehmen, das volle Programm der Kriminalistik. Wir m\u00fcssen den T\u00e4ter finden \u2026 gerade, weil das alles so fies und hinterh\u00e4ltig ist, muss man da doch was tun!<br>Und das Opfer w\u00fcrde an den Rand der Aufmerksamkeit rutschen. Eine Nebenrolle \u2013 am Rand stehend, erlebt, mit wieviel Energie wir der Verfolgung der T\u00e4ter widmen, und wie wenig man f\u00fcr das Opfer \u00fcbrighat.<strong><em><br><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Gott auf der Verd\u00e4chtigenliste<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde, ich h\u00e4tte immer so gerne eine gerechte Welt. Mit T\u00e4tern, die man erwischt und bestrafen kann. Mit Antworten auf die Fragen nach dem \u201ewarum?\u201c Aber die gibt es manchmal einfach nicht. Weil da etwas im Dunkeln bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da ger\u00e4t Gott auch ganz schnell auf die Liste der Verd\u00e4chtigen f\u00fcr mein Schicksal. Schlie\u00dflich ist er doch derjenige, der daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist, dass unser Leben glatt l\u00e4uft. Oder?<br>&nbsp;Ja \u2026 aber wir haben keinen Sch\u00f6pfer mit Vollkaskoversicherung \u2026 Wir haben eine Welt mit Licht und Schatten \u2013 mit Tag und Nacht. Und was in der Nacht geschieht, bleibt im Dunkel unsichtbar \u2026 es bleibt ein R\u00e4tsel.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs war EIN Feind\u201c sagt der Bauer. Was soll er da noch lange herumspekulieren? Er wusste wohl schon immer: Es kann etwas passieren \u2013 ohne, dass ich etwas daf\u00fcr oder dagegen kann. Und ich muss jetzt damit umgehen und entscheiden, wie es <em>weitergehen<\/em> kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Das Leben geht weiter \u2013 nur anders<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, unsere Geschichte, die Jesus seinen J\u00fcngern erz\u00e4hlt, geht tats\u00e4chlich weiter:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Da sprachen die Knechte: Willst du also, dass wir hingehen und es ausj\u00e4ten?\u200229 Er sprach: Nein, auf dass ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausj\u00e4tet.\u200230 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in B\u00fcndel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt in meine Scheune.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde am Tatort. F\u00e4llt ihnen was auf? Auf unserem Acker steht weder Polizei noch Spurensicherung. Keiner forscht nach dem T\u00e4ter. Das Opfer steht im Mittelpunkt \u2013 und unser Opfer ist es, das die Rolle des Aktiven \u00fcbernimmt und schaut, wie es mit den Folgen der Tat weitergehen kann. Der Bauer aus dem Gleichnis \u00fcberlegt, wie das sabotierte Leben unter ver\u00e4nderten Perspektiven aussehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonnen \u00fcberlegt er, wann er Weizen und Unkraut trennen kann. Und er merkt: Die Folgen der Sabotage kann man nicht einfach so rausrupfen und eliminieren. Dieser Einschlag in mein Leben wird erstmal bleiben. So schlimm es auch ist: Was da geschehen ist, das ist ein Teil meines Lebens geworden. Damit muss ich umgehen. Vielleicht mein Leben lang.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Am Ende kl\u00e4rt sich vieles<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erst ganz am Ende, wenn meine Lebensernte sein wird, dann ist der Moment gekommen, wo man Unkraut vom Weizen getrennt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Bibel ist die \u201eErnte\u201c oft ein Bild f\u00fcr das Ende des Lebens, oder auch das Ende der Welt. Das hei\u00dft f\u00fcr unseren Kriminalfall: Erst am Ende wird wirklich geschaut, was da los war.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist denn nun wirklich Weizen, und was ist das Unkraut? Es kann ja sein, dass sich bis dahin so manches scheinbare Unkraut auch als sinnvolles Gew\u00fcrz offenbart hat? Das w\u00e4re ja nicht das erste Mal, dass Menschen aus schweren Schicksalsschl\u00e4gen gest\u00e4rkt herausgekommen sind und ihr Leben einen guten Weg genommen hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer wars? Vielleicht geh\u00f6rt das auch zur \u201eErnte\u201c am Ende? Dass man irgendwann die Frage nach dem \u201eWarum?\u201c beantwortet bekommt. K\u00f6nnte sein! K\u00f6nnte aber auch sein, dass am Ende diese Frage gar keine Rolle mehr spielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde, unser heutiger True-Crime Fall endet ohne Festnahme eines T\u00e4ters. Ohne Urteil. Aber ich denke unser Fall endet nicht ohne einen vers\u00f6hnlichen Blick auf das Opfer, von dem wir heute am meisten lernen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Nacht- und Nebelaktion s\u00e4t jemand Unkraut in den Acker eines Bauern. Hier wird Leben sabotiert. 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