{"id":5868,"date":"2025-08-20T19:16:05","date_gmt":"2025-08-20T17:16:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5868"},"modified":"2025-08-20T19:24:23","modified_gmt":"2025-08-20T17:24:23","slug":"sommerpredigt-jona-muss-einfach-mal-raus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5868","title":{"rendered":"Sommerpredigt 2025: Jona muss einfach mal raus"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-luminous-vivid-amber-to-luminous-vivid-orange-gradient-background has-background\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"880\" data-attachment-id=\"5870\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=5870\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?fit=2048%2C2048&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2048,2048\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"Jona ai-bild\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?fit=880%2C880&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?resize=880%2C880&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-5870 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?resize=1536%2C1536&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?w=2048&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Jona-ai-bild.png?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigt \u00fcber Jona<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Predigt gehen wir der Geschichte des Jonabuches entlang. An Jonas Seite besteigen wir das Schiff, ducken uns im Bauch des Fisches und sitzen neben ihm auf dem H\u00fcgel \u00fcber der Stadt Ninive.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Mit einem Ticket nach Tarsis<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Langsam treibt der Wind das Schiff Richtung Westen. Es ist Abend. Die Sonne war gerade vor ihm im Meer versunken. Jona steht vorn am Bug und atmet tief ein. Sp\u00fcrt die Seeluft in der Nase. Sein erster Tag auf dem Meer!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Heimat war schon wenige Stunden nach dem Ablegen hinter dem Horizont verschwunden. Egal, in welche Richtung Jona blickt: \u00dcberall der ebene Horizont des Meeres. Diese Weite sp\u00fcrt er auch im Herzen. Die Vorfreude auf das ihm unbekannte Tarsis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz spontan hatte er den Entschluss gefasst, dieses Schiff zu besteigen. Hauptsache raus! Raus aus der Enge seiner Stadt, seines Lebens, der gef\u00fchlten Verpflichtungen gegen\u00fcber jeder und jedem. Das musste einfach mal sein. Abstand gewinnen, Vielleicht auch wieder ein bisschen zu sich selbst kommen. Aussteigen aus dem Hamsterrad des \u201edu sollst\u201c, \u201edu musst\u201c und dem \u201ewarum hast du nicht \u2026?\u201c<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jona blickt sich um, beobachtet die M\u00e4nner, die auf diesem Schiff als Matrosen ihrer Arbeit nachgehen. Ohne Pflichten geht es hier auch nicht. Auch an Bord gibt es einen, dessen Kommandos unbedingt zu befolgen sind \u2013 sonst wird das nichts mit der Seereise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, die Sache mit den Kommandos. Und pl\u00f6tzlich sp\u00fcrt Jona diese seltsame Schwere in seinem Magen. \u201e<em>Jona! Mache dich auf und geh in die gro\u00dfe Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen<\/em>.\u201c Diese Worte! Dieser Auftrag Gottes, der vor wenigen Tagen einfach so in sein Leben geplatzt ist.<br>Was soll ich in Ninive? Was soll ich den Menschen dort sagen? Als Unheilsprophet herumlaufen, mich bel\u00e4cheln, verspotten und verpr\u00fcgeln lassen? Ich wei\u00df doch, wie es den Menschen ergeht, die sich im Auftrag des Herrn gegen den Gleichmut der Menschen stemmen. Selten geht das gut aus. Dankbarkeit d\u00fcrfte er in Ninive nicht erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn es denn \u00fcberhaupt der Auftrag des Allm\u00e4chtigen war. Jona steht weiterhin an Buch des Schiffs und beginnt still vor sich hin zu argumentieren: \u201eVielleicht hat sich da auch nur eine fixe Idee in meinem Kopf manifestiert und irgendwie darin festgefressen. Und dann gehe ich nach Ninive und dann war das alles nichts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das muss der Herr doch einsehen, dass ich als Mensch nie so genau wei\u00df, ob das wirklich seine Stimme war. Gerade, wenn der Auftrag auch so ungew\u00f6hnlich und herausfordernd ist. Gott, du verstehst das schon &#8211; oder? Ich will ja nicht ungehorsam erscheinen, sondern ich bin einfach \u00fcberfordert und unsicher, ob das mit Ninive wirklich \u2026.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Im Sturm<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Da lie\u00df der HERR einen gro\u00dfen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein gro\u00dfes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff w\u00fcrde zerbrechen.\u2002Und die Schiffsleute f\u00fcrchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Ladung, die im Schiff war, ins Meer, dass es leichter w\u00fcrde. Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen, lag und schlief.\u2002Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schl\u00e4fst du? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, dass wir nicht verderben.\u2002(Jona 1, 4-6)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber Nacht wird aus Jonas Seereise ein Drama. Panik an Bord. Im Jonabuch wird beschrieben, wie die Matrosen verzweifelt versuchen, das Boot zu retten. Aber es kristallisiert sich heraus: Jona, der vor seinem Gott flieht, ist der Grund, weshalb sie alle in Seenot geraten sind. Die Macht dieses Gottes bringt sie alle an die Grenze des Todes. Letztlich sehen die Seeleute nur eine Option, dem Untergang zu entkommen: Jona geht \u00fcber Bord.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und lie\u00df ab von seinem W\u00fcten.\u2002Und die Leute f\u00fcrchteten den HERRN sehr und brachten dem HERRN Opfer dar und taten Gel\u00fcbde.\u2002Aber der HERR lie\u00df einen gro\u00dfen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei N\u00e4chte.<br>(Jona 1, 15; 2, 1)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Unter Wasser \u00e4ndert sich alles<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor wenigen Stunden hatte Jona noch das Gef\u00fchl der Freiheit genossen. Seine Wege selbst gew\u00e4hlt, war nach Tarsis aufgebrochen, hatte die frische Seeluft geatmet. Eben die ganz normale Leichtigkeit des Seins. So machen es die Menschen um ihn herum doch auch<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geh\u00f6rte es auch zu dieser Leichtigkeit, Gottes Auftrag zu h\u00f6ren, und ihn dann doch irgendwie zur Disposition zu stellen? Eigentlich glaubt Jona zu denen zu geh\u00f6ren, die sich die Worte ihres Gottes eher zu Herzen nehmen als viele Andere um ihn herum. Er nimmt in Kauf, sich damit das Leben nicht gerade leichter zu machen. Darum hat er auch den Ninive-Auftrag eben nicht einfach an sich abperlen lassen. Aber unterm Strich war er froh gewesen, sich Freiheit und Leichtigkeit irgendwie doch zu erhalten. Auch die Freiheit, beherzt die Fahrkarte nach Tarsis zu l\u00f6sen.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber jetzt, hier in der Tiefe, im Bauch des Fisches, ist alles anders. Kein Weite. Ohne Horizont. Eine Sackgasse ohne Handlungsoptionen. Jonas Flucht ist hier unten zu Ende. Es ist der Moment der Kapitulation.<br>Und Jonas Mund formt einen Psalm.<br>Er beklagt seinen buchst\u00e4blichen Untergang. Poetisch wendet er sich an seinem Sch\u00f6pfer. Besingt seine Gef\u00fchle und Eindr\u00fccke. Er dr\u00fcckt aus, wie es ist, wenn alle Sicherheiten und Alternativoptionen abhandenkommen. Besingt die Ern\u00fcchterung, wenn man merkt: Es ist gerade nicht der Moment, um mit einem Augenzwinkern mit dem Allm\u00e4chtigen zu verhandeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Aber gerade da, wo Jona sich bewusst wird, wie wehrlos er seinem Gott ausgeliefert er ist, keimt neues Vertrauen. Diese H\u00f6hle im Bauch des Fisches wandelt sich vom Gef\u00e4ngnis zum bergenden Schutzraum. Von hier aus streckt Jona leise seine Worte dem Sch\u00f6pfer entgegen. Die vorsichtige Frage, ob es denn doch ein Erbarmen f\u00fcr ihn gibt. Eine zweite Chance.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, er sp\u00fcrt Gottes Faust, die sich unentrinnbar um ihn geschlossen hat. Er f\u00fchlt sich hart angepackt. Aber es ist Gottes Faust. Diesem Gott hat er bisher vertraut; warum sollte es jetzt anders sein? W\u00fcrde er jetzt noch leben, wenn Gott endg\u00fcltig den Stab \u00fcber ihn gebrochen h\u00e4tte? Allein der Klang seines aufgeregt pochenden Herzens hier in der Stille des Fischbauchs l\u00e4sst ihn hoffen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so findet Jona neue Worte. Worte des Vertrauens und der Gewissheit, dass Gottes Geschichte mit ihm noch nicht fertigerz\u00e4hlt ist:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben. Alle deine Wogen und Wellen gingen \u00fcber mich,\u2002dass ich dachte, ich w\u00e4re von deinen Augen versto\u00dfen, ich w\u00fcrde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen.\u2002 Wasser umgaben mich bis an die Kehle, die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt.\u2002Ich sank hinunter zu der Berge Gr\u00fcnden, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben gef\u00fchrt, HERR, mein Gott!\u20028 Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.\u2002Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gel\u00fcbde will ich erf\u00fcllen. Hilfe ist bei dem HERRN. Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.<br>Und es geschah das Wort des HERRN zum zweiten Mal zu Jona:\u2002Mach dich auf, geh in die gro\u00dfe Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage!\u2002Da machte sich Jona auf und ging hin nach Ninive, wie der HERR gesagt hatte.<\/em> (Jona 2, 4-11; 3, 1-3a)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Auf dem H\u00fcgel \u00fcber Ninive<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sechs Wochen sp\u00e4ter: Es ist Abend. Jona sitzt vor seiner kleinen H\u00fctte auf einem H\u00fcgel am Ostrand der gro\u00dfen Stadt Ninive. Die untergehende Sonne taucht die Stadt in ein bezauberndes orangefarbenes Licht. Neben ihm lodert ein Feuerchen. Das kleingehackte Holz einer vertrockneten Rizinusstaude brennt knisternd vor sich hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jona trinkt einen Schluck Tee und l\u00e4sst seine Gedanken kreisen. Wie so oft in den letzten Wochen. Immer noch ist ihm diese Stadt Ninive fremd. Wie das halt so ist \u2013 so weit in der Ferne. Eine andere Kultur und Mentalit\u00e4t. Menschen, die so ganz anders tickten als er. Wie deplatziert und fremd er sich f\u00fchlte, als er dort auf den Stra\u00dfen das Strafgericht Gottes ank\u00fcndigte: \u201eEs sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen.\u201c Er, der Prophet mit der zweiten Chance.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reaktion der Menschen in Ninive hatte ihn vollends irritiert: Eine gewaltige Welle der Betroffenheit und der Umkehr rauschte durch diese fremde Stadt. Menschen, die ihr Leben neu sortierten und das mit Beten und Fasten zum Ausdruck brachten. Klein und gro\u00df f\u00fchlte sich von Jonas Worten getroffen. Sogar das K\u00f6nigshaus machte die t\u00e4tige Reue zur Chefsache. Hier, in dem fremden Land, wirkte das so unwirklich wie im Traum. In seiner Heimat h\u00e4tte Jona das nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten. Wohl auch, weil er ja selbst noch die Bilder seiner eigenen st\u00f6rrischen Flucht aufs Schiff nach Tarsis im Kopf hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Erinnerung hat ihn sp\u00e4ter \u00fcber seine gro\u00dfe Krise hier in Ninive hinweggeholfen. \u00dcber die Entt\u00e4uschung, dass Gottes Strafgericht \u00fcber diese Stadt ausgeblieben ist. Hatte Gott sich doch glatt \u00fcber diese einst ruchlos s\u00fcndige Stadt erbarmt. Hatte ein Nachsehen, weil sie so innig um eine zweite Chance gefleht hatten.<br>Genau diese g\u00f6ttliche Barmherzigkeit war f\u00fcr Jona eine Last, der sich gerade in der Rolle des wirkm\u00e4chtigen Gottesmanns ganz wohl gef\u00fchlt hatte. Anerkannt, mit g\u00f6ttlichem Nimbus. Mit Gottes Erbarmen war diese Rolle f\u00fcr Jona erledigt. Er war wieder auf Normalgr\u00f6\u00dfe geschrumpft. Sein Sch\u00f6pfer hatte seine M\u00fche gehabt, ihn erkennen zu lassen, dass Jona nicht weniger als Ninive auf Gottes Vergebung angewiesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jona trinkt einen Schluck seines Tees. Inzwischen war die Sonne untergegangen. Ja, der Weg in die unbekannte Ferne hierher hat sich gelohnt.&nbsp; Ob Ninive seine neue Heimat werden k\u00f6nnte? Dieser Ort, an dem er so viel Pr\u00e4gendes erlebt, gelernt und erlitten hat? Bei diesen fremdartigen Menschen, die ihm doch so \u00e4hnlich sind. Er ahnt: Den Zauber dieser Reise wird er nicht konservieren k\u00f6nnen. Egal, ob er in die Heimat zur\u00fcckkehren oder hierbleiben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber keinesfalls wird er in sein altes Leben zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Zu viel hat er in diesen Monaten gelernt. \u00dcber seine eigene Angst vor dem Unbekannten, das Gott ihm abverlangt. Fast l\u00e4cherlich kommt er sich vor, wenn er daran zur\u00fcckdenkt, wie er in Jafo die Fahrkarte nach Tarsis dem Kapit\u00e4n hektisch in die Hand gedr\u00fcckt hatte. Beim Gedanken an die drei Tage unter Wasser muss er tief durchatmen, damit die Augen nicht zu feucht werden.<br>Und Ninive? Diese Stadt, die ihre Rettung seiner Predigt verdankt? Jona stellt die leere Tasse neben das Rizinusfeuer. \u201eNein, diese Menschen verdanken ihr Leben h\u00f6chstens ihrer eigenen Bereitschaft, ihr Leben zu \u00e4ndern.\u201c Jona spricht diese Worte laut aus, als m\u00fcsse er sie sich immer wieder selbst sagen: \u201eEine zweite Chance ist immer ein Geschenk Gottes.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Predigt gehen wir der Geschichte des Jonabuches entlang. 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