{"id":5714,"date":"2024-08-20T20:08:08","date_gmt":"2024-08-20T18:08:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5714"},"modified":"2024-08-20T20:16:12","modified_gmt":"2024-08-20T18:16:12","slug":"liedpredigt-geh-aus-mein-herz-und-suche-freud-august-2024-eg-503","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5714","title":{"rendered":"Liedpredigt: Geh aus mein Herz und suche Freud (August 2024) EG 503"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-electric-grass-gradient-background has-background\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"461\" height=\"1024\" data-attachment-id=\"5715\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=5715\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?fit=1153%2C2560&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1153,2560\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;1.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;SM-G991B&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1720960625&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;5.4&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;50&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0014880952380952&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"IMG_20240714_123706\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?fit=135%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?fit=461%2C1024&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706.jpg?resize=461%2C1024&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-5715 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?resize=461%2C1024&amp;ssl=1 461w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?resize=135%2C300&amp;ssl=1 135w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?resize=768%2C1705&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?resize=692%2C1536&amp;ssl=1 692w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?resize=922%2C2048&amp;ssl=1 922w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?resize=68%2C150&amp;ssl=1 68w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?w=1153&amp;ssl=1 1153w\" sizes=\"auto, (max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Eine Sommerpredigt zum Lied &#8222;geh aus mein Herz und suche Freud&#8220; von Paul Gerhard<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><em>1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der sch\u00f6nen G\u00e4rten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschm\u00fccket haben, sich ausgeschm\u00fccket haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>2. Die B\u00e4ume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem gr\u00fcnen Kleide; Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel sch\u00f6ner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seid<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansprache A<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGeh aus mein Herz und suche Freud\u201c, es ist ein klassisches Sommerlied. Eines, das einen bei der Hand nimmt und die Sch\u00f6nheiten der Sch\u00f6pfung zeigt. Und dabei l\u00e4sst sich das Lied ungeheuer viel Zeit. Allein sieben Verse lang geht das Lied mit uns durch G\u00e4rten und Wiesen, durch Wald und \u00fcber Felder.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein gro\u00dfer Spaziergang, zu dem Paul Gerhard da mit uns aufbricht. Und wie ein kundiger Freud weist er uns auf die eine oder andere Besonderheit hin, die wir vielleicht \u00fcbersehen haben k\u00f6nnten. Dieser lange Spaziergang hat nat\u00fcrlich auch seine Probleme: Wer singt denn schon alle 15 Verse durch? Wir Pfarrer, wenn wir das Lied verwenden, w\u00e4hlen meistens 3-5 Verse aus. Mehr wollen wir unserer Gemeinde oft nicht zumuten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dabei ist das eigentlich das Sch\u00f6ne: Das Lied ist ein meditativer Spaziergang, der erst die Natur bewundert, dann darauf achtet, was das in einem selber ausl\u00f6st, und dann zu tiefer gehenden Gedanken weiterwandert. Aber alles mit einer sch\u00f6nen Leichtigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft kommen unsere Gesangbuchlieder so bedeutungsschwer daher, richtig gelehrt sind, sie, so dass man eigentlich nach dem Singen nochmal nachlesen m\u00f6chte, was da alles Wichtiges drin formuliert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier ist es anders, das Lied bleibt leicht, leicht zu singen, leicht zu verstehen. Mit Bildern und Anspielungen, die einen manchmal so \u201eim Verbeigehen\u201c anstupsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eben im Vers zwei: \u201e<em>Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel sch\u00f6ner an als Salomonis Seide<\/em>\u201c \u2026 da springt einen gleich die Bergpredigt an, wo Jesus seinen Zuh\u00f6rern Mut gemacht hat, sich nicht laufend um die Zukunft zu sorgen: \u201e<em>warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.\u2002 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.\u2002Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr f\u00fcr euch tun, ihr Kleingl\u00e4ubigen?\u2002Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Aber der Liederdichter f\u00e4ngt eben an dieser Stelle nicht \u00fcber Gottvertrauen zu predigen an. Er \u00fcberl\u00e4sst die Predigt da einmal lieber der Sch\u00f6pfung. Er vertraut darauf, dass allein das Betrachten dieser wunderbaren Sch\u00f6pfung schon als Impuls ausreicht, um zu erkennen, wie f\u00fcrsorglich unser Gott ist. <strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>503 5-7 Geh aus, mein Herz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>5. Die B\u00e4chlein rauschen in dem Sand und malen sich an ihrem Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten, der Schaf und ihrer Hirten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>6. Die unverdrossne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise; des s\u00fc\u00dfen Weinstocks starker Saft bringt t\u00e4glich neue St\u00e4rk und Kraft in seinem schwachen Reise, in seinem schwachen Reise.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>7. Der Weizen w\u00e4chset mit Gewalt; dar\u00fcber jauchzet Jung und Alt und r\u00fchmt die gro\u00dfe G\u00fcte des, der so \u00fcberflie\u00dfend labt und mit so&nbsp; manchem Gut begabt das menschliche Gem\u00fcte, das menschliche Gem\u00fcte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansprache B<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den drei Versen, die wir jetzt gesungen haben, kommen auch wir Menschen ins Blickfeld. Mehr oder weniger direkt.<br>Die Hirten, die mit den Schafen \u00fcber die Weiden springen. Und der Mensch als Konsument. Als derjenige, der in diesem Gottesgarten seine Lebengrundlage findet. Die Schafe als Nutztiere: Milch, Wolle und Fleisch. Der Honig der Bienen; der Wein, der Weizen. Grundnahrungsmittel und Genussmittel.<br>Wobei es f\u00fcr unsere Zeit etwas ungew\u00f6hnlich erscheint, dass der Wein als Getr\u00e4nk hochgelobt wird, das St\u00e4rke und Kraft bringen soll. Da haben wir heute eine etwas differenzierte Perspektive. Oder Paul Gerhard hat tats\u00e4chlich nur den Traubensaft gemeint \u2026 ich bin mir unsicher. Denn t\u00e4glich Traubensaft trinken war damals im 17. Jahrhundert wohl kaum m\u00f6glich. Da gabs keinen Tetrapack und keine Konservierungsmittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war halt eine andere Zeit, in vielen Hinsichten. Denn ein bisschen schaut da, so finde ich, uns so ein Paradies-Motiv entgegen: Adam und Eva werden in den Garten Eden gesetzt, und alles ist schon da. Die \u00c4pfel am Baum, die Fr\u00fcchte der Erde, die Fische im Wasser. Aus dem allen darf sich der Mensch ern\u00e4hren. Es ist schon da! Gott hat es so eingerichtet. Wir haben eine Welt \u00fcberantwortet bekommen, die darauf eingerichtet ist, dass auch wir als Gesch\u00f6pfe unseren Platz haben. Unser Auskommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das spiegelt sich hier wider. Es ist schon alles da! Du brauchst dich eigentlich nur dessen bedienen. Du bist ein Teil vom Ganzen. Klar, dein Brot musst du im Schwei\u00dfe deines Angesichts essen \u2013 aber es ist da. Ein Geschenk Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute haben wir oft ein ganz anderes Selbstverst\u00e4ndnis. Wir reden nicht umsonst von \u201eLebensmittelproduktion\u201c und haben in vielen Bereichen eine industrielle Landwirtschaft.<br>Wir machen uns unser Essen.<br>Wir sind kreativ und entwickeln immer bessere Methoden in der Landwirtschaft.<br>Aber unterm Strich k\u00f6nnen wir Wachstum nicht machen. Sind wir abh\u00e4ngig von Sonne, Regen, der Arbeit der Bienen und vielen anderen Faktoren, die wir erst \u00fcber die Jahrhunderte verstanden haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bleiben die letzten in der Nahrungskette. Und das macht uns nicht zu den K\u00f6nigen oder zur Krone der Sch\u00f6pfung. Sondern wir sind die, die von allen abh\u00e4ngig sind. Die Pflanzen brauchen uns nicht, die Bakterien brauchen uns nicht. Die Insekten brauchen uns auch nicht. Aber wir brauchen die!<\/p>\n\n\n\n<p>Paul Gerhard ist aber kein gr\u00fcner Prediger, er ist wieder nur mit seinen Versen da, und lenkt uns auf die Wunder der Natur. Zum Beispiel erinnert er uns daran, dass der Weinstock eigentlich so ein zartes Pfl\u00e4nzchen mit d\u00fcnnen \u00c4stchen ist, und doch so ein gehaltvolles Produkt zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>503 9-11 Geh aus, mein Herz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>9. Ach, denk ich, bist du hier so sch\u00f6n und l\u00e4sst du\u2019s uns so lieblich&nbsp; gehen auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und g\u00fcldnen Schlosse werden, und g\u00fcldnen Schlosse werden!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muss es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdrossnem Mund und Stimm ihr Halleluja singen, ihr Halleluja singen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>11. O w\u00e4r ich da! O st\u00fcnd ich schon, ach s\u00fc\u00dfer Gott, vor deinem Thron und tr\u00fcge meine Palmen: So wollt ich nach der Engel Weis erh\u00f6hen deines Namens Preis mit tausend sch\u00f6nen Psalmen,&nbsp; mit tausend sch\u00f6nen Psalmen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansprache C<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Themenwechsel! Oder doch nicht?<br>Bis zum achten Vers spaziert der Liederdichter durch unsere G\u00e4rten, also unsere Welt. Und jetzt wechselt die Perspektive. So, als w\u00fcrde er nach seinem langen Spaziergang stehen bleiben, tief durchschnaufen und zum Himmel schauen. Wie wird Gottes Garten da oben sein, wenn ich einmal gestorben bin?<br>Paul Gerhard h\u00e4lt sich zur\u00fcck mit abenteuerlichen oder spekulativen Bildern. Es klingt f\u00fcr mich eher so, als w\u00e4re der Himmel vor allem voller Musik: Engel singen, und auch er selbst sieht sich da schon mitsingen, wenn es einmal so weit ist.<br>Er macht keinen Hehl daraus, dass er lieber dort, als hier w\u00e4re. Ist da eine Todessehnsucht verborgen? Das h\u00e4tte mich grunds\u00e4tzlich nicht gewundert. Denn Paul Gerhard hat in seinem Leben so einiges durchgemacht. Seine Kindheit war vom Horror des 30j\u00e4hrigen Kriegs gepr\u00e4gt. Drei seiner vier Kinder musste er beerdigen und seine Frau starb nach nur 13 Jahren Ehe. Und als Pfarrer erlebte er, dass ihm die M\u00e4chtigen \u00fcbelst mitspielten.<br>Aber: als er \u201eGeh aus mein Herz\u201c 1653 verfasst hatte, erlebte er wohl die besten Jahre seines Lebens. Da lief noch alles gut.<br>Und: Auch die sp\u00e4teren Lieder von ihm zeichnen sich dadurch aus, dass er trotz aller Lasten seines Lebens und dieser Welt immer wieder sich und anderen Mut macht: Das Gute zu sehen. Dankbar zu sein. Hoffnung zu haben, weil Gott es gut mit uns meint.<\/p>\n\n\n\n<p>Paul ist ein Mensch, der sein Leben auf Aufgabe ansieht. Ein bisschen so, als w\u00e4re er eine Pflanze in Gottes Garten, die eben auch eine spezielle Bestimmung hat. Davon singen wir in den n\u00e4chsten Versen 12 bis 14.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>503 12-14 Geh aus, mein Herz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes&nbsp; Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen, zu deinem Lobe neigen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel&nbsp; fleu\u00dft, dass ich dir stetig bl\u00fche; gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele fr\u00fch und spat viel Glaubensfr\u00fcchte ziehe, viel Glaubensfr\u00fcchte ziehe.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>14. Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter&nbsp; Baum, und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens sch\u00f6ne Blum und Pflanze m\u00f6ge bleiben, und Pflanze m\u00f6ge bleiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansprache D<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, mich selbst als Pflanze Gottes in seine Sch\u00f6pfung einreihen. Das entfaltet Paul Gerhard in diesen drei Versen. Er ist ein bisschen Palme, ein bisschen Eiche, eine bisschen Sonnenblume und auch ein bisschen Apfelbaum. Bilde ich mir ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Palme entdecke ich, wo er von der Last auf seinen Schultern spricht. Vielleicht Sorgen und Kummer, gesundheitliche Beschwerden, oder vielleicht die schlimmen Erinnerungen an die Kriegszeit. Die bedr\u00fccken ihn. Dem kann er sich nicht entziehen.&nbsp; Darum ein bisschen wie eine lange Palme, die unter der Last der Kokosn\u00fcsse sich biegt, aber nicht bricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wohl auch weil er tiefe Wurzeln geschlagen hat. Wurzeln des Vertrauens. Wurzeln, die mit jeder guten Glaubenserfahrung tiefer in den Boden hinabgewachsen sind. Wurzeln, die mit jeder \u00fcberstandenen Krise dicker und fester wurden. Ein bisschen hat das auch etwas von einer deutschen Eiche. Aber die steht vielleicht f\u00fcr Paul Gerhards Selbstbild etwas zu stolz und zu unersch\u00fctterlich da. Da hat er im Leben zu viel Gegenwind bekommen.<br>Als doch eher Palme? Denn die geneigte Palme passt ja auch zum menschlichen Dasein. Eben weil ich mich vor Gott als Sch\u00f6pfer verneigen m\u00f6chte: Ihm geh\u00f6ren die Ehre und mein Loblied.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Oder vielleicht ein Apfelbaum. Denn ihm ist wichtig, dass das eigene Leben Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Denken wir zur\u00fcck an die Vorstellung: Ich bin ein Teil vom Ganzen. Eine Pflanze in Gottes Garten. Eine Pflanze die fr\u00f6hlich bl\u00fcht. Die man gerne betrachtet, bei der man zustimmend nickt und sagt: Ja, es ist sch\u00f6n, dass diese Pflanze hier bei uns w\u00e4chst.<br>Sch\u00f6n, dass du da bist! Das sollten wir uns \u00f6fter sagen, wir Bewohner von Gottes Garten!!<\/p>\n\n\n\n<p>Auch weil wir uns immer etwas geben k\u00f6nnen.<br>Von Glaubensfr\u00fcchten spricht Paul Gerhard. Ob er die Fr\u00fcchte des Geistes meint, von denen Paulus schreibt? Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, G\u00fcte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung? Das sind ja eher Tugenden \u2013 vielleicht wie so Bl\u00fcten, die die Grundlage daf\u00fcr sind, das Gutes daraus entsteht. Damit mit meinem Dasein in diesem Garten andere beschenkt werden durch mein Leben, durch mein Handeln und Reden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was will man mehr? \u201eVerleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens sch\u00f6ne Blum und Pflanze m\u00f6ge bleiben.\u201c <br>Amen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background\">Hinweis: Zu diesem Lied gibt es auch eine Predigt zum Konfirmationsjubil\u00e4um: h<a href=\"\/\/www.pastors-home.de\/?p=3040\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ttps:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3040<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Sommerpredigt zum Lied &#8222;geh aus mein Herz und suche Freud&#8220; von Paul Gerhard <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5714\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5715,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[365,952],"tags":[956,354,698],"class_list":["post-5714","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-liedpredigten","category-predigten-2024","tag-eg-305","tag-liedpredigt","tag-sommerpredigt"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_20240714_123706-scaled.jpg?fit=1153%2C2560&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-1ua","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5714"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5714\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5719,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5714\/revisions\/5719"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5715"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5714"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}