{"id":5151,"date":"2022-05-05T20:46:14","date_gmt":"2022-05-05T18:46:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5151"},"modified":"2022-05-07T23:46:24","modified_gmt":"2022-05-07T21:46:24","slug":"predigt-vergissmeinnicht-jesaja-49-14-16-zum-muttertag-8-mai-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5151","title":{"rendered":"Predigt: Vergissmeinnicht! (Jesaja 49, 14-16) Zum Muttertag \/ 8. Mai 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background:linear-gradient(135deg,rgb(6,147,227) 0%,rgb(252,248,248) 100%)\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"495\" data-attachment-id=\"5149\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=5149\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?fit=2560%2C1440&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1440\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;1.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;SM-G991B&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1651782574&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;5.4&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.01&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"wp-1651775565582\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?fit=880%2C495&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582.jpg?resize=880%2C495&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-5149 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?resize=768%2C432&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?resize=1536%2C864&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?resize=2048%2C1152&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?resize=400%2C225&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?resize=150%2C84&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/wp-1651775565582-scaled.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das Vergissmeinnicht<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen nicht vergessen werden und  auch Wichtiges nicht vergessen. Darum feiern wir am 8. Mai 22 Muttertag und das Ende der NS-Diktatur. Auch wenns um unsere Beziehung zu Gott geht, gibts ein Vergessen und ein Gef\u00fchl der Vergessenseins.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die Blume \u201eVergissmeinnicht\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p>momentan sprie\u00dfen sie wieder: Die Vergissmeinnicht! Manchmal entdeckt man sie einzeln in der Wiese, und an manchen Orten bilden sie fast schon einen richtigen blauen Teppich. Ich finde: Das ist eine traumhafte Farbe, dieses besondere samtige Blau mit dem gelben Punkt in der Mitte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was haben die mit dem Wunsch \u201evergiss mich nicht\u201c zu tun? Schon zu Luthers Zeiten war dieser Name bekannt. Sp\u00e4ter hat ein Wissenschaftler vermutet, es k\u00f6nnte daher kommen, dass die blauen Bl\u00fcten an die gl\u00e4nzenden Augen von frisch Verliebten erinnern. Und angeblich war es eine Zeitlang ein Brauch, dass junge M\u00e4nner ihrem Schwarm ein Vergissmeinnicht geschenkt haben, um sie der eigenen Treue zu versichern. Vielleicht hat das damit zu tun, dass es auch das \u201ewilde Vergissmeinnicht\u201c gibt, dass fr\u00fcher den Namen \u201eM\u00e4nnertreu\u201c hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Niemand will vergessen werden<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vergissmeinnicht: Vergessen werden will eigentlich niemand! Wenn alle aus deinem Umfeld auf einen Geburtstag eingeladen sind, aber du nicht! Wenn bei einer Veranstaltung allen Helfern namentlich gedankt wird \u2026 aber irgendwie taucht dein Name nicht auf. Man stelle sich vor: Du hast Geburtstag, und keiner schaut vorbei, oder ruft dich an.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Gef\u00fchl, vergessen worden zu sein ist schlimm. Es nagt am eigenen Selbstwert, tut manchmal richtig weh. Auch wenn die, die einen da wohl vergessen haben, es gar nicht mit b\u00f6ser Absicht getan haben. Kirchengemeinden k\u00f6nnen ein Lied davon singen: Wie es Menschen entt\u00e4uschen kann, wenn es mit Geburtstagsbesuchen mal nicht klappt, oder der Name eines Verstorbenen in den Abk\u00fcndigungen fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen nicht vergessen oder \u00fcbersehen werden. Auch der, der eigentlich nie in Mittelpunkt stehen will, dem es sogar unangenehm ist, den beschleicht ein komisches Gef\u00fchl, wenn ihn einmal gar niemand mehr wahr nimmt. Wenn er den Eindruck gewinnt: Eigentlich ist es egal, ob ich da bin, oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unsere Kultur des nicht Vergessens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Haben wir deshalb eine so vielf\u00e4ltige Kultur des Erinnerns und Nich-Vergessen-Wollens?<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist Muttertag. Eigentlich m\u00fcsste man sich keine Gedanken darum machen, dass die M\u00fctter vergessen werden. Eine Mutter vergisst man nicht. Da sind so viele pr\u00e4gende Erinnerungen, so viele innere Bilder in uns \u2013 wie soll man das jemals vergessen? M\u00fctter, die Heldinen unserer Kindheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber \u2026 wir wissen: \u201eVergissmeinnicht\u201c \u2013 es geht nicht darum, dass man tats\u00e4chlich vergessen wird. Sondern es geht darum, dass diejenige, um die es da geht, auch pers\u00f6nlich ein Eindruck gewinnt:<br>Ich werde gesehen.<br>Man nimmt mich wahr.<br>In bin wertgesch\u00e4tzt und geliebt.<br>Man vergisst mich nicht \u2013 auch wenn die Kinder schon l\u00e4ngst aus dem Haus sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Blick in den Kalender erinnert auch: Heute ist der 8. Mai \u2013 an diesem Tag endete 1945 der Zweite Weltkrieg. In vielen L\u00e4ndern Europas wird dieser Tag als Feiertag, als Tag der Freiheit oder Befreiung begangen. Und so sichergestellt, dass man ihn nicht vergisst.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei uns ist das kein Feiertag geworden. Aber auch diesem Datum geh\u00f6rt ein Vergissmeinnicht. Denn mit diesem Tag endete f\u00fcr unsere Vorfahren auch ein Regiment, das das eigene Volk terrorisierte, Freiheit &#8211; auch Glaubensfreiheit \u2013 gewaltsam unterdr\u00fcckte. Das mit mit verlogener Propagada die Menschen dazu brachte Minderheiten zu hassen und einen verbrecherischen Krieg zu bejubeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich Schade, dass wir nur den Volkstrauertag haben, um der Opfer jener Zeit zu gedenken \u2013 und die Freude und Dankbarkeit \u00fcber die wiedergewonnene Freiheit hat keinen Feiertag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Passah &#8211; Gedenke der geschenkten Freiheit<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich da in meine Bibel schaue: Da l\u00e4uft das anders! Jedes Kind bei uns kennt die Geschichte von Moses Auszug aus \u00c4gypten. Das ist die Erz\u00e4hlung der Befreiung der Israeliten unter der F\u00fchrung des Mose aus der Unterdr\u00fcckung in \u00c4gypten. Eine politische Angelegenheit \u2013 ein Volk erringt die Freiheit und gr\u00fcndet an neuer Stelle eine neue Gesellschaft. Naja, vielleicht doch nicht nur politisch: Denn die Geschichte wird erz\u00e4hlt als ein Weg, den Gott ihnen gezeigt hat, ein Weg auf dem viele kleine und gro\u00dfe Wunder es erm\u00f6glicht haben, dass Freiheit Wirklichkeit wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Passah-Fest, das ja auch Jesus mit seinen J\u00fcngern gefeiert hat, ist ein Vergissmeinnicht-Fest. Wir wollen nicht vergessen, dass Gott uns einst die Freiheit als Volk geschenkt hat.<br><br><strong><em>Gottes \u201cVergissmeinnicht\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist unsere Bibel nicht nur angef\u00fcllt mit wunderbaren Geschichten, die es wert sind, dass man sich an sie erinnert. Es kann auch genau andersrum laufen:<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4mlich dass wir Menschen vergesslich sind. Seitenweise finden wir im Alten Testament die Klage, dass das Volk, das einst Gottes Befreiung aus \u00c4gypten bejubelt hat, Generationen sp\u00e4ter das alles scheinbar vergessen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prophet Jeremia beklagt es: Meine Landsleute sind gegen\u00fcber Gott wie eine treulose Ehefrau. Er hat ihnen alles geschenkt, war immer f\u00fcr sie da, aber sie nehmen das alles als selbstverst\u00e4ndlich und werfen sich n\u00e4chstbesten an den Hals.<\/p>\n\n\n\n<p>Vergissmeinnicht \u2026 das klappt nicht immer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bisschen hat man den Eindruck, dass die Beziehung des Volkes Israel das ist, was man heutzutage eine On-Off-Beziehung nennt. Mal sind die ein Herz und eine Seele \u2013 und dann gibt\u2019s Phasen, da ist Funkstille: Man hat sich nichts zu sagen \u2013 und will sich vom anderen, also von Gott, auch nichts sagen lassen. Bis irgendwann die n\u00e4chste Krisensituation doch mal wieder zum Umdenken f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer hinrichend selbstkritisch ist, kommt wohl nicht drum herum, sich einzugestehen, dass es im eigenen Leben durchaus Momente gab, wo Gott mal nicht das ganze Denken und Handeln bestimmt hat. Wo man sein eigenes Ding gemacht hat und Gott spielte bei dem Ganzen keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Und wenn Gott mich vergisst?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aber gibts das nicht auch andersherum? Gibt\u2019s nicht auch Momente, in denen man sich vom Allm\u00e4chtigen vergessen f\u00fchlt?<\/p>\n\n\n\n<p>Wo man schreien m\u00f6chte: Gott, hast du deine Menschenkinder vergessen? Wie geht das alles zusammen? Deine Liebe zu uns, deine Macht und die Katastrophen, die wir erleben?<br>Wie kannst du das alles zulassen?<br>Im Kleinen und im Gro\u00dfen.<br>Da reichen ja manchmal ein paar Minuten Nachrichten im Fernsehen, um seinen Wohnzimmertisch vollzupflastern mit Zetteln, auf denen Fragen stehen, die einen guten und gerechten Gott h\u00f6chst unangenehm sein m\u00fcssten. Und dann stehts du als Christ da, und zuckst mit den Schultern. Hast keine Antwort.<\/p>\n\n\n\n<p>Vergissmeinnicht \u2013 das ist eine zarte Pflanze.<br>Feine, empfindliche Bl\u00e4tter.<br>Kleine Bl\u00e4ttchen, aber sehr viele.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es mit der Antwort auf meine Fragen auch so?<br>Ich h\u00e4tte gerne den gro\u00dfen schlagenden Beweis, dass Gott alles im Griff hat.<br>Und es w\u00e4re so wundervoll, wenn es die eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr all diese Gef\u00fchle der Gottverlassenheit g\u00e4be.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das Vergissmeinnicht ist anders.<br>Es sind eher so kleine Hinweise, so kleine Momente, die mich da immer wieder hoffen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich vergesse dich nicht, sagt Gott.<br><em>Du sagst: Gott hat mich im Stich gelassen, er hat mich l\u00e4ngst vergessen!<\/em> <em>Aber ich sage dir: Kann eine Mutter ihren S\u00e4ugling vergessen? Bringt sie es \u00fcbers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu \u00fcberlassen? Und selbst wenn sie es vergessen w\u00fcrde \u2013 ich vergesse dich niemals!<\/em>  <em>Wei\u00dft du? Unausl\u00f6schlich habe ich deinen Namen auf meine Handfl\u00e4chen geschrieben, das, was dir wichtig ist, habe ich st\u00e4ndig vor Augen!<\/em> (nach Jesaja 49, 14-16)<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Zeilen habe ich aus dem Propheten Jesaja zitiert. Das war seine Antwort auf die Klagen des Volkes, das sich mal wieder als von Gott im Stich gelassen empfand.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Vorstellung: Dass Gott mich genauso wenig vergessen wird, wie ein Mutter ihr kleines Kind.<br>Und das Bild: Dass Gott sich meinen Namen auf die Hand geschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind meine kleinen Vergissmeinnicht-Bilder, die mir gut tun.<br>Bilder, die viele Menschen durch schwere Zeiten getragen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir wollen nicht vergessen werden und  auch Wichtiges nicht vergessen. Darum feiern wir am 8. 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