{"id":4736,"date":"2021-06-26T23:55:51","date_gmt":"2021-06-26T21:55:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4736"},"modified":"2021-06-26T23:55:51","modified_gmt":"2021-06-26T21:55:51","slug":"predigt-die-hoffnung-stirbt-nie-lukas-15-8-10-27-juni-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4736","title":{"rendered":"Predigt: Die Hoffnung stirbt nie (Lukas 15, 8-10) 27. Juni 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background:linear-gradient(251deg,rgba(252,185,0,1) 0%,rgba(255,105,0,1) 100%)\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"660\" data-attachment-id=\"4737\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=4737\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?fit=1920%2C1440&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1920,1440\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DC-G95&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;60&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0015625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"finance-6097979_1920\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?fit=880%2C660&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?resize=880%2C660&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4737 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?resize=150%2C113&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/finance-6097979_1920.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Lukas 15, 8-10<\/p>\n\n\n\n<p>Predigt zur Er\u00f6ffnung der &#8222;Hoffnungswochen&#8220;. Dabei wird das bekannte Gleichnis einmal eher ungewohnt aus der Sicht der Frau betrachtet, die die Hoffnung nicht aufgibt, bis sie schlie\u00dflich die verlorene M\u00fcnze wiederfindet<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Lukas 15,8\u201310<\/em><\/strong> (als Erz\u00e4hlung)<\/p>\n\n\n\n<p>Im Lukasevangelium&nbsp; finden wir eine Geschichte, in der Jesus davon spricht, wie es ist, wenn man etwas verzweifelt sucht, dass man verloren hat. Es ist die Erz\u00e4hlung von der verlorenen M\u00fcnze:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Jesus erz\u00e4hlt: Stellt euch vor, da ist eine Frau, die zehn M\u00fcnzen besitzt . Sie verdient nur eine M\u00fcnze an einem Arbeitstag. Sie ist also nicht reich, aber hat sich mit harter Arbeit ein bisschen Geld zusammengespart. Die M\u00fcnzen sind also sehr wertvoll f\u00fcr die Frau, und sie will gut darauf aufpassen.<\/em><br><em>Eines Tages z\u00e4hlt sie ihre M\u00fcnzen, und stellt fest, dass es nur noch neun sind. Sie z\u00e4hlt mehrmals nach, aber sie kommt immer wieder auf neun. Sie fragt eine Freundin: \u201eHast du meine M\u00fcnze gesehen?\u201c \u201eNein\u201c, antwortet die Freundin, \u201eaber du musst doch nicht traurig sein. Du hast noch neun andere!\u201c Doch die Frau ist ungl\u00fccklich. Ihr bedeutet jede einzelne M\u00fcnze sehr viel.<\/em><br><em>Angestrengt denkt sie nach: Wo k\u00f6nnte das fehlende Geldst\u00fcck sein? Sie hat wohl eine der M\u00fcnzen irgendwo in ihrem Zuhause verloren. Sofort macht sie sich auf die Suche. Es ist schon sp\u00e4ter Nachmittag und in ihren Haus ist es recht dunkel geworden. Also z\u00fcndet sie eine \u00d6llampe an, und stellt das ganze Haus auf den Kopf.<\/em><br><em>Alles wird genau durchsucht. Sie holt einen Besen und fegt selbst die hintersten Ecken, sauber, damit sie nichts \u00fcbersieht; bis sie die M\u00fcnze endlich wiederfindet. Die Freude ist gro\u00df! Erleichtert ruft die Frau ihre Nachbarn und Freundinnen:\u201c Freut euch mit mir; denn ich habe meine M\u00fcnze gefunden, die ich verloren hatte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong><em>Die Suche nach dem verlorenen Schl\u00fcssel<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Jesus die Geschichte von der verlorenen M\u00fcnze erz\u00e4hlt hat, besa\u00dfen die allerwenigsten Menschen einen Schl\u00fcssel. Denn sonst h\u00e4tte er vielleicht vom verlorenen Schl\u00fcssel erz\u00e4hlt und sofort h\u00e4tte es in hunderten K\u00f6pfen \u201eklick\u201c gemacht:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAu ja, das kenne ich! Ich wei\u00df noch genau, wie ich damals fast verr\u00fcckt geworden bin, weil der Schl\u00fcssel vom Haus \/ Auto \/ Gartent\u00fcrchen \/ B\u00fcro einfach verschwunden war!\u201c Das kann einen ja in den Wahnsinn treiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst sucht man noch recht entspannt an den \u00fcblichen Stellen, wo man ihn normalerweise hingelegt haben k\u00f6nnte. Nichts!<\/p>\n\n\n\n<p>Dann fragt man sich, wo k\u00f6nnte er denn aus der Hosentasche herausgefallen sein? In welche Ritze hineingerutscht? Sofa, Klo, zwischen den Schuhen \u2026. Wieder nichts!<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam wird man schon unruhig, nerv\u00f6s, gereizt. Aber man gibt die Hoffnung nicht auf:<br>Jetzt schau ich mir nochmal das Wohnzimmer genau an.<br>Achja, im Garten war ich doch auch gewesen. Bei den Erdbeeren habe ich mich geb\u00fcckt \u2026 vielleicht.<\/p>\n\n\n\n<p>So eine Schl\u00fcsselsuche kann eine Achterbahnfahrt sein.<br>Ein auf und ab der Gef\u00fchle.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Pendeln zwischen Verzweifeln und immer wieder Hoffnung haben, dass das vermaledeite Ding sich doch noch zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und solange man sucht, hat man die Hoffnung nicht aufgegeben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Was ist eigentlich \u201eHoffnung\u201c?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnung \u2013 was ist das eigentlich? Ich m\u00f6chte es so beschreiben: Hoffnung ist die F\u00e4higkeit in uns, mehr zu sehen, als die momentan frustrierende Wirklichkeit. Hoffnung das ist unser Gesp\u00fcr daf\u00fcr, dass es noch mehr gibt, als das, was ich gerade sehe.<\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir auf die Frau mit der verlorenen M\u00fcnze: Die M\u00fcnze ist weg! Sie ist nicht mehr im Geldbeutel \u2013 es sind nur noch neun&nbsp; statt zehn M\u00fcnzen drin \u2013 und nirgends ist sie zu entdecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Und eine Freundin mit einem n\u00fcchternen Sinn f\u00fcr die Realit\u00e4ten sagt zu ihr: \u201eFinde dich damit ab! Die M\u00fcnze ist futsch. Wahrscheinlich ist sie unterwegs verloren gegangen. Wer wei\u00df, vielleicht hast sie jemand entdeckt und sich davon etwas Sch\u00f6nes gekauft. Vergiss die eine M\u00fcnze, du hast ja immerhin noch neun \u00fcbrig, damit bist du doch auch gut abgesichert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Freundin wird mit ihrer Einsch\u00e4tzung wohl recht haben. Viele haben auch die Erfahrung gemacht: Es gibt Situationen, da hilft so ein n\u00fcchterner und auch ern\u00fcchternder Blick. Das kann einen ja auch entlasten: Mach dich nicht verr\u00fcckt, es ist ja nur eine von zehn M\u00fcnzen. Gerade in so einer Schl\u00fcssel-Verlust-Panik kann so etwas ja wirklich gut tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber manchmal gibt es S\u00e4tze, die so tun, als w\u00e4ren sie realistisch; aber eigentlich sind es kleine fiese Hoffnungkiller:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Ach, das hat doch noch nie geklappt!<br>&#8211; Asu werd des nix.<br>&#8211; Das schaffst du nicht, das ist eine Nummer zu gro\u00df f\u00fcr dich.<br>&#8211; Kannst du vergessen. Das ist aussichtslos.<br>&#8211; Hat du bei aller Euphorie auch daran gedacht, das\u2026.?<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind Hoffnungsr\u00e4uber! Und zwar ganz b\u00f6se. Sie gaukeln uns vor, dass die pessimistische Sicht realistischer w\u00e4re, als unsere Hoffnungen. Aber ist es nicht so, dass es so oder so ausgehen kann?<\/p>\n\n\n\n<p>Aber irgendwie ticken viele von uns Menschen so, dass wir den &nbsp;negativen Prognosen, und den negativen Nachrichten mehr glauben, als den hoffnungsvollen. Und da sind wir in Franken besonders gut drin ge\u00fcbt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die Strategie der \u00d6llampe<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anders macht es die Frau aus der Erz\u00e4hlung von Jesus:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sofort macht sie sich auf die Suche nach ihrer M\u00fcnze. Es ist schon sp\u00e4ter Nachmittag und in ihren Haus ist es recht dunkel geworden. Also z\u00fcndet sie eine \u00d6llampe an, und stellt das ganze Haus auf den Kopf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Alles wird genau durchsucht. Sie holt einen Besen und fegt selbst die hintersten Ecken sauber, damit sie nichts \u00fcbersieht; bis sie die M\u00fcnze endlich wiederfindet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Frau gibt nicht auf. Obwohl ihr die Freundinnen geraten haben, die M\u00fcnze abzuschreiben. Sie h\u00e4ngt ihre Hoffnung nicht an den Nagel. Sie h\u00e4lt die Augen offen, sie gibt die Suche nicht auf. Trotz der geringen Wahrscheinlichkeit, dass es klappt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie z\u00fcndet ein Licht an. Wahrscheinlich wollte sie besser sehen. Vielleicht hat sie auch gep\u00fcrt, dass das Herumsuchen im d\u00fcsteren Haus, das Tappen im Dunkel, f\u00fcr ihre Seele gar nicht so gut war. Sie z\u00fcndet sich ein Licht an \u2013 ein Zeichen der Hoffnung \u2013 ein Licht, dass einen manches auch besser erkennen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnung ver\u00e4ndert die Perspektive.<br>Hoffnung z\u00fcndet ein Licht in mir an.<br>Ich gehe davon aus, dass es klappt.<br>Ich erwarte, dass das alles gut ausgeht.<br>Ich weigere mich, von vorneherein mit dem Scheitern zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die Hoffnung stirbt nie!<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Hoffnung stirbt nie!\u201c das ist das Motto dieser zwei Wochen. Normalerweise sagt man ja \u201eDie Hoffnung stirbt zuletzt\u201c. Wahrscheinlich deshalb, weil man davon ausgeht, dass es schon einen Punkt geben kann, wo sich zeigt, das alles Hoffen umsonst war. Weil eben irgendwann alles aus ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut, f\u00fcr eine Fu\u00dfball-Nationalmannschaft kann es sowas geben. N\u00e4mlich wenn man in der KO-Runde verliert und definitiv rausf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das Leben ist kein Fu\u00dfballspiel. Und als Christ denke ich daran, dass Gott das letzte Wort hat. Ein Gott, der uns Menschen liebt, der es gut mit uns meint. Auch wenn es im Leben nicht immer so l\u00e4uft, wie ich es mir erhoffe. Noch dazu, wenn ich darauf vertraue, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Das steckt pl\u00f6tzlich noch eine ganz andere Dimension von Hoffnung drin.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hoffnung nicht aufgeben \u2013 wie diese Frau.<br>Ein Licht anz\u00fcnden \u2013 als Zeichen, dass ich nicht aufgebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Dietrich Bonhoeffer hat einmal geschrieben:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich glaube,dass Gott aus allem, auch aus dem B\u00f6sesten, Gutes entstehen lassen kann und will.<br>Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.<br>Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Hoffnungs-Zeichen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder selbst und gegenseitig Mut und Hoffnung machen. So, wie die Frau aus der Erz\u00e4hlung! \u201eFreut euch mit mir; denn ich habe meine M\u00fcnze gefunden, die ich verloren hatte. Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, und es hat sich gelohnt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geh\u00f6rt dazu, dass wir als Christen von unserer Hoffnung weitererz\u00e4hlen.<br>Dass wir gegen den Frust ansingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Hoffnungwichteln uns gegenseitig ein Licht anz\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder uns in den umgestalteten Kirchen dieser Hoffnungswochen ein bisschen inspirieren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zur Er\u00f6ffnung der &#8222;Hoffnungswochen&#8220;. 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