{"id":4432,"date":"2020-10-24T13:42:48","date_gmt":"2020-10-24T11:42:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4432"},"modified":"2021-10-11T12:01:43","modified_gmt":"2021-10-11T10:01:43","slug":"predigt-der-sonntag-liegt-in-deiner-hand-markus-2-23-28-25-oktober-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4432","title":{"rendered":"Predigt: Der Sonntag liegt in deiner Hand (Markus 2, 23-28) 25. Oktober 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background:linear-gradient(135deg,rgb(36,27,19) 0%,rgb(111,69,70) 50%,rgb(226,199,215) 100%)\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"688\" data-attachment-id=\"4433\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=4433\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?fit=2315%2C1808&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2315,1808\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;1.7&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;SM-A600FN&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1552038617&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;3.93&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;320&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.04&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Dekalog_Torarolle\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?fit=300%2C234&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?fit=880%2C688&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?resize=880%2C688&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4433\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?resize=1024%2C800&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?resize=300%2C234&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?resize=768%2C600&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?resize=1536%2C1200&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?resize=2048%2C1599&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?resize=384%2C300&amp;ssl=1 384w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?resize=150%2C117&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Dekalog_Torarolle.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Mk 2, 23-28<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<em>Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen<\/em>&#8222;. Lasst uns den Schatz im Feiertagsgebot entdecken und die Verantwortung auf uns nehmen, unter heutigen Bedingungen den Feiertag zu heiligen. <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cDas war schon immer so\u201d diesen Satz kennt wohl jeder. Vor allem unsere Kinder kennen das: Da m\u00f6chten sie daheim etwas ver\u00e4ndern, aber die Eltern sind da nicht so recht begeistert. Manchmal kann es passieren, dass die Eltern beim Diskutieren mit ihren Argumenen nicht so wirklich \u00fcberzeugen k\u00f6nnen. Dann ist der rettende Satz nicht mehr weit:<br>\u201cDas war schon immer so. Und dabei bleibt es!\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Ja! Ganz oft ist es ja so, dass man dies oder jenes schon immer getan oder gesagt hat. Wir sind umgeben von guten Gewohnheiten, Regeln, Normen oder Gesetzen. Teilweise jahrhundertealt.<br>Auch in der Kirche kennen wir Gebote und Leitlinien, die nicht hinterfragt werden. Die f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich sind; bei denen wir glauben, dass sie von unserem Sch\u00f6pfer selbst uns mitgegeben wurden. Die Zehn Gebote geh\u00f6ren &nbsp;da ja auch dazu<\/p>\n\n\n\n<p>Wie geht man mit solchen \u201cewigen Regeln\u201d um? Gelten die immer? Ganz ohne Ausnahme? Oder muss man da doch mal disktieren? Schauen wir dazu auf das, was Jesus einmal gemacht hat \u2013 als es um das dritte Gebot ging: \u201cDu sollst den Feiertag heiligen\u201d.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Predigttext: Mk 2, 23-28<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>23 Und es begab sich, dass er am Sabbat durch die Kornfelder ging, und seine J\u00fcnger fingen an, w\u00e4hrend sie gingen, \u00c4hren auszuraufen. 24 Und die Pharis\u00e4er sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine J\u00fcnger am Sabbat, was nicht erlaubt ist? 25 Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, da er Mangel hatte und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: 26 wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar und a\u00df die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren? 27 Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. 28 So ist der Menschensohn Herr auch \u00fcber den Sabbat<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Zwei mal gebrochene Regeln<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein heftiger verbaler Schlagabtausch in sechs S\u00e4tzen. Was war da passiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Offenbar hatten Jesu J\u00fcnger m\u00e4chtigen Hunger und rupften am Wegesrand einige Getreide\u00e4hren aus. Wer das mal selber gemacht hat, wei\u00df: Da muss der Hunger schon recht gro\u00df sein, sonst isst das keiner freiwillig.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls haben die Pharis\u00e4er diese Aktion der J\u00fcnger als \u201cGetreideernte\u201d verstanden \u2013 und die war am heilgen Sabbat verboten. Ganz klar! Da gab es keinen Deutungsspielraum. So etwas machte man als Jude damals nicht. Das war schon immer so!<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie antwortet Jesus auf diesen R\u00fcffel? Er erinnert seine Gegner an eine alte biblische Geschichte. Auch da waren einige M\u00e4nner fast am Verhungern, und da hat ihnen ein Priester die Brote zu essen gegeben, die nach den alten Regeln kein normaler Mensch essen h\u00e4tte d\u00fcrfen. Denn die lagen symbolisch als Gabe f\u00fcr Gott auf dem Altar.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hohepriester Abjatar hatte also damals gegen eine religi\u00f6se Regel versto\u00dfen, um Davids Leuten zu helfen \u2013 und niemand hat sich dar\u00fcber beschwert.<\/p>\n\n\n\n<p>So schlie\u00dft Jesus mit dem ber\u00fchmten Satz: &nbsp;<a><em>Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Regeln wirken nur, wenn wir sie befolgen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p>Das klingt so einfach, so logisch, und ist zugleich so schwierig. Denn wenn ich Jesus falsch verstehe, k\u00f6nnte ich mich auf ihn berufen und versuchen, so ziemlich alle Regeln beiseite zu schieben, die mir gerade mein Leben schwer machen:<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses bl\u00f6de Tempo-30-Schild vor der Schule st\u00f6rt mich total, ich habs ja schlie\u00dflich eilig.<br>Und das Gebot \u201cdu sollst nicht stehlen\u201d ist echt ein Problem, wenn ich beim Elektro-Hartmann einen sch\u00f6nen neuen Laptop sehe, f\u00fcr den mir grade das Geld nicht reicht. K\u00f6nnte man f\u00fcr 10 Minuten das Gebot nicht mal au\u00dfer Kraft setzen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist klar: Regeln und Gebote k\u00f6nnen ihre gute Wirkung nur entfalten, wenn wir uns daran halten. Wenn wir bereit sind, Grenzen und Einschr\u00e4nkungen hinzunehmen \u2013 oder auch Dinge zu tun, die uns etwas abverlangen: Beispielsweise Bed\u00fcrftigen zu helfen.<br>Wenn sich keiner dran h\u00e4lt, ist die beste Regel nichts wert. Und erinnern wir uns daran: Die Regeln sind ja eigentlich f\u00fcr die Menschen gemacht. Sie sind dazu da, ein gutes Miteinander zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Sabbat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und wie ist das mit dem Sabbat? \u201cDu sollst den Feiertag heiligen\u201d \u2013 wo ist denn da der Vorteil, wenn ich nicht einkaufen gehen kann? Wenn kein Postbote kommt, &nbsp;aber daf\u00fcr schon um 8 Uhr die Kirchenglocken bimmeln? Wo ist denn das f\u00fcr die Menschen gemacht?<\/p>\n\n\n\n<p>Noch dazu: Es gab Zeiten, da hat man die Kinder am Sonntag in unbequeme &nbsp;Sonntagkleider gesteckt. Wer zum Dorf dazugeh\u00f6ren wollte, musste sich fr\u00fch in der Kirche blicken lassen. Und wehe, du hast am Sonntag das Auto repariert oder W\u00e4sche zum Trocknen rausgeh\u00e4ngt!<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, wie das so ist: Wo Regeln sind, da kann man auch Unfreiheit sp\u00fcren. Da ist es manchmal nur ein kleiner Schritt, und schon sprie\u00dfen neue Regeln und Erwartungen, die am Eigentlichen vorbei gehen. Aus einem wunderbaren guten Gebot wird ein belastendes Dickicht von erhobenen Zeigefingern, die unser Leben belasten statt bereichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau da tritt Jesus auf den Plan! <em>Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schaut auf das, was euch dieser Tag geben kann!<br>Hebt den Schatz, der in einem regelm\u00e4\u00dfigen Tag der Ruhe liegt.<br>Aber vergesst nicht: Das funktioniert nur, wenn man auch bereit ist, sich an diese Regel zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jerusalem<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bis heute pr\u00e4gt der biblische Ruhetag das \u00f6ffentliche Leben in Jerusalem. Das muss man mal erlebt haben: Schon am Freitagnachmittag, sp\u00fcrt man, dass es in den Stra\u00dfen ruhiger wird. Manche gehen schick angezogen in die Synagoge, um den Beginn des Sabbat zu feiern, andere starten ihn in der Familie. Manche traditionell, andere abgespeckt modern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Buslinien und Stra\u00dfenbahnen stellen ihren Betrieb ein. Deutlich weniger Autos sind unterwegs. Die Hektik der Woche hat sich beruhigt. Ein Tag, der ein anderes Lebensgef\u00fchl hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht auch, weil man wei\u00df: Den Feiertag so zu begehen, geh\u00f6rt zu unserer Identit\u00e4t als Juden. Seit zweieinhalbtausend Jahren haben wir das durchgezogen: Den Sabbat besonders begehen. Egal, was die Welt um uns herum macht, und was die anderen davon halten. Der Sabbat ist ein Teil unserer religi\u00f6sen Identit\u00e4t Wier halten die vielen Regeln nicht, weil man uns dazu zwingt, sondern weil wir es sch\u00e4tzen, diese alten Traditionen zu leben. Sie machen uns zu den menschen, die wir sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittelfranken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns als Christen in Franken ist der Sonntag als Feiertag nicht so identit\u00e4tsstiftend. Jesus Christus steht in der Mitte unseres Glaubens. Bei uns steht und f\u00e4llt nicht alles mit der Frage nach dem Sonntag.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber: Der Tag ist f\u00fcr uns da! Ein Geschenk! Es ist ist nur die Frage, ob wir etwas daraus machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie von Frank, zum Beispiel. Denen ist der Sonntag buchst\u00e4blich heilig. Bei ihnen gilt die Regel: Am Sonntag bleibt der Bulldog in der Maschinenhalle. Gut, er hat keine Tiere, die er f\u00fcttern muss. Aber er kennt wie alle anderen auch das Dilemma, wenn man auf den Wetterbericht schaut: Soll ich dann doch lieber heute am Sonntag noch mal raus\u2026.?<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Jesus k\u00f6nnte er sogar sagen: Der Mensch steht \u00fcber der Feiertagsregel, also k\u00f6nnte er mit guten Gewissen auch mal am Sonntag etwas erledigen. Aber er wei\u00df auch: Wenn ich damit anfange, finde ich immer einen Grund f\u00fcr eine Ausnahme; und am Ende sitze ich dann jeden Sonntag auf dem Bulldog. Denn schlie\u00dflich bleibt jede Woche irgendetwas liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ist es vorbei mit dem Sonntag als gro\u00dfe Chance zum Nichts-Tun-M\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Tag f\u00fcr die Familie, die Gott mir geschenkt und anvertraut hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Tag, wo ich mal nichts muss, sondern Freiheit sp\u00fcre.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Tag, wo ich in der Stille des Spazierengehens auf andere Gedanken komme.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Tag, wo ich mit anderen Menschen eine dreiviertel Stunde mal in der Kirche eine besondere Form von Gemeinschaft erlebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere christlich Tradition, nimmt es uns nicht die Aufgabe ab, zu \u00fcberlegen, wie wir es mit dem Sonntag halten. Und auch sonst, gibt es keine Patentrezepte, wie wir mit Regeln umgehen sollen.<br>An Jesus und seinen J\u00fcngern haben wir gesehen: Regeln auf biegen und brechen durchzusetzen, ohne R\u00fccksicht auf Verluste, das ist der falsche Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Der andere Weg, bei dem man selbst entscheiden muss, wie man eine gute Regel mit Leben f\u00fcllt, der ist meistens deutlich anspruchsvoller, weil wir dann sp\u00fcren, dass uns damit auch Verantwortung in die H\u00e4nde gelegt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen&#8220;. 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