{"id":4149,"date":"2020-02-06T08:33:56","date_gmt":"2020-02-06T07:33:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4149"},"modified":"2022-05-11T18:24:50","modified_gmt":"2022-05-11T16:24:50","slug":"predigt-im-weinberg-gottes-gibts-kein-controlling-matthaeus-20-1-16-9-februar-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4149","title":{"rendered":"Predigt: Im Weinberg Gottes gibts kein Controlling (Matth\u00e4us 20, 1-16) 9. Februar 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-electric-grass-gradient-background has-background\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"1003\" data-attachment-id=\"4151\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=4151\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593.jpg?fit=943%2C1075&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"943,1075\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"wp-15809742627896473896522595653368.jpg\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593.jpg?fit=263%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593.jpg?fit=880%2C1003&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593-898x1024.jpg?resize=880%2C1003&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4151 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593.jpg?resize=898%2C1024&amp;ssl=1 898w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593.jpg?resize=263%2C300&amp;ssl=1 263w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593.jpg?resize=768%2C876&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593.jpg?resize=132%2C150&amp;ssl=1 132w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/wp-15809742627896473896522595653368-e1580974579593.jpg?w=943&amp;ssl=1 943w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Mt 20, 1-16<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ceff8f\">Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Wir messen f\u00fcr unser Leben gern: Gelaufene Schritte, verdientes Geld, besuchte Gottesdienste. Und ganz schnell basteln wir uns daraus ein Ranking: Wer verdient welche Anerkennung? Aber Jesu Gleichnis macht uns da einen fetten Strich durch die Rechnung.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die\nLiebe zum Messen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,<br>haben sie auch so eine Uhr mit Schrittz\u00e4hler, Pulsmesser und sonstwas? Ist schon toll, wenn man wei\u00df, wie viele Meter man im Laufe des Tages gegangen ist, wieviel Kalorien man verbraucht hat und wie hoch der aktuelle Ruhepuls ist. Meiner liegt bei 63 Schl\u00e4gen \u2013 ist Ihrer niedriger? Und schon geht es los: Wir messen, wir vergleichen und wir denken uns dann unseren Teil: \u201cOh, ich habe einen Puls von 60 \u2013 na, da schauste, was?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p> Nicht anders ist es beim Geld: Offen spricht man ja nicht dr\u00fcber, aber dann \u00fcberlegt man schon: \u201cWie kann sich der Nachbar blo\u00df dieses Auto leisten? \u2013 Und bei mir reichts blo\u00df zum gebrauchten Golf.\u201d Oder eher ein Frauenthema: \u201cWas hast denn du beim letzten Buffet vom Singverein mitgebracht? Aha nur eine Bisquitrolle \u2026 naja \u2026jeder wie ers kann\u201d <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ich\nmesse, ich vergleiche \u2026. und \u2026 ja, dann wei\u00df ich wer ich bin: <br>\nIch bin der, der weniger verdient \u2013 und deshalb irgendwie \u00e4rmer.<br>\nIch bin der, der mehr wiegt \u2013bin ich also der Fette und Faule.<br>\nIch bin, der der lauter seine Meinung kund tut, also bin ich der St\u00e4rkere und Wichtigere.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mich mit anderen messe, dann sind das eben nicht nur Zahlen \u2013 sondern diese Zahlen, das bin dann ich.<br> Will ich das wirklich? Mich messen lassen \u2026 mich festlegen lassen durch irgenwelche Zahlen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Donald\nwill nicht messen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ach,\nwie beneide ich da Donald Trump: Der macht sich seine Zahlen selber:<br>\nDer beste Pr\u00e4sident aller Zeiten.<br>\nDas gr\u00f6\u00dfte Wirtschaftswachstum, die niedrigste Arbeitslosigkeit, die gr\u00f6\u00dften\nDeals, die h\u00f6chste Grenzmauer. Noch nie war ein Pr\u00e4sident so erfolgreich, noch\nnie waren die Vorg\u00e4nger im Vergleich solche Versager.<\/p>\n\n\n\n<p> Man kann diese ma\u00dflose Selbstbeweihr\u00e4ucherung nat\u00fcrlich widerlich finden. Aber Trump schafft damit etwas, was wir oft nicht hinbekommen: Dass er sich einfach unserem Messen und Nachpr\u00fcfen entzieht. Er f\u00fchlt sich nie klein. Er stellt sich nicht in Frage. Er neidet niemanden seinen Erfolg. Er ist sich seiner eigenen Person so sicher. <\/p>\n\n\n\n<p>Und\ndas fuchst mich! Weil ich das so ma\u00dflos und ungerecht empfinde! Eigentlich\nh\u00e4tte ich dieses Selbstbewusstein auch gerne. Aber dem Trump g\u00f6nne ich es\nnicht, weil er es nicht verdient hat. &#8211; Und schon bin ich wieder beim alten\nSpiel: Schon wieder fange ich an zu messen, ob es denn einer verdient hat, dass\ner sich so aufplustert. Nur, wenn er es auch verdient hat, ist es auch gerecht,\ndas er so herumstolziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nich ahne: Dieses Messen, \u00dcberpr\u00fcfen, und Vergleichen, das steckt so tief verwurzelt\nin meiner menschlichen Natur drin. Und genau da packt uns Jesus mit einer Geschichte,\ndie regelm\u00e4\u00dfig mein Gerechtigkeitsempfinden auf die Palme bringt:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Predigttext:\nMatth\u00e4us 20, 1-15<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich lese aus dem Markusevangelium aus dem 20. Kapitel:<\/p>\n\n\n\n<p><em>1\nDenn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der fr\u00fch am Morgen ausging, um\nArbeiter anzuwerben f\u00fcr seinen Weinberg. 2 Und als er mit den Arbeitern einig\nwurde \u00fcber einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg.\n3 Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere auf dem Markt m\u00fc\u00dfig\nstehen 4 und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch\ngeben, was recht ist. 5 Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste\nund um die neunte Stunde und tat dasselbe. 6 Um die elfte Stunde aber ging er\naus und fand andere stehen und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag\nm\u00fc\u00dfig da? 7 Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand angeworben. Er sprach zu\nihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. 8 Als es nun Abend wurde, sprach der\nHerr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn\nund fang an bei den letzten bis zu den ersten. 9 Da kamen, die um die elfte\nStunde angeworben waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. 10 Als aber\ndie Ersten kamen, meinten sie, sie w\u00fcrden mehr empfangen; und sie empfingen\nauch ein jeder seinen Silbergroschen. 11 Und als sie den empfingen, murrten sie\ngegen den Hausherrn 12 und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde\ngearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und die\nHitze getragen haben. 13 Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein\nFreund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden \u00fcber\neinen Silbergroschen? 14 Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem\nLetzten dasselbe geben wie dir. 15 Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich\nwill, mit dem, was mein ist? <a>Siehst du darum scheel,\nweil ich so g\u00fctig bin?<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Tarif-Gerechtigkeit?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,<br>was ist denn das f\u00fcr ein Arbeitgeber? Ein Pauschallohn \u2013 jeder kriegt das Gleiche, egal ob er zw\u00f6lf Stunden geschuftet hat, oder nur ein St\u00fcnden beim Sonnenuntergang die letzten Trauben gezupft hat. Ich kann jeden verstehen, der bei dieser Ungerechtigkeit an die Decke geht. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber Moment mal: Das ist ja ein Gleichnis! Es geht um Gott und uns Menschen \u2013 und Gott ist nunmal kein normaler Firmenchef \u2013 und ich nicht sein Angestellter, der nach seiner geleisteten Arbeit bezahlt wird. Das wei\u00df ich ja eigentlich. Und doch ertappe ich mich dabei, wie ich bei denen stehe, die zu rechnen anfangen: Wie sieht es denn mit der Leistung in Sachen Glaube aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nich sehe die Vollzeit-Rackerer, die gibt es ganz unterschiedlich \u2026<br>\n\u2026 solche, bei denen es auff\u00e4llt, wenn sie mal nicht in der Kirche sind<br>\n\u2026 Menschen, die viel Zeit und Kraft, in Gruppen und Kreisen investieren<br>\n\u2026 Leute, die ganz unauff\u00e4llig mal eine beachtliche Summe als Spende loswerden<br>\n\u2026 Christen, denen man absp\u00fcrt, dass sie f\u00fcr ihren Glauben mit Leidenschaft\nbrennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja,\nund da gibt auch das andere Ende der Skala \u2026<br>\n\u2026 f\u00fcr sie m\u00fcssten wir die Kirche nur an Weihnachten heizen<br>\n\u2026 sie w\u00fcrden sich vielleicht ganz gerne auch mal engagieren, aber die\nFamiliensituation l\u00e4sst es grade nicht zu<br>\n\u2026 und viele erleben sich auch selber als nur kleines Glaubenslicht, weil da\nauch so viele offene Fragen und Zweifel im Herzen wohnen<\/p>\n\n\n\n<p>Merken\nSie etwas? Schon wieder sind wir am Messen und Vergleichen! Und vielleicht\nhaben Sie genau jetzt grade auch sich selber \u00fcberpr\u00fcft: \u201cWo w\u00fcrde ich mich denn\nda wiederfinden, in dieser Skala der Kirchenmitglieder?\u201d. <\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich\nist es ja egal! Denn im Gleichnis z\u00e4hlt das nicht. Was z\u00e4hlt: Du bist dabei als\nArbeiter im Weinberg Gottes! Du geh\u00f6rst dazu, du bist ein geliebtes Gotteskind,\ndas wei\u00df, wohin es geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Liebe\nwill nicht z\u00e4hlen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geliebtes Gotteskind \u2013 das ist wohl der Schl\u00fcssel: Liebe z\u00e4hlt nicht. Und Liebe kann man eigentlich nicht messen. Und sie selbst kalkuliert auch nicht \u2013 sie liebt und hofft, dass sie erwidert wird. Danach fragt Gott. Allein diese Liebesbeziehung zu Gott \u2013 wir k\u00f6nnen es auch Glaube nennen \u2013 ist das, worauf er bei uns Menschen achtet. Liebe deinen Gott von ganzem Herzen \u2013 dann hast du alles, was n\u00f6tig ist. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde<br>Ehrlich gesagt: Wenn ich das so formuliere, ist das ja f\u00fcr uns schon fast gesch\u00e4ftssch\u00e4digend: Eigentlich w\u00fcnsche ich mir doch, dass wir hier nicht nur zu drei\u00dfigst sitzen, und erkl\u00e4re gleichzeitig, dass Gott da gar nicht nachz\u00e4hlt.&nbsp; <br> Das ist schon ein bisschen verr\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nkann da ja auch nicht aus meiner Haut. Ich bin schon so wie derjenige, der im Gleichnis,\nder sich beschweren m\u00f6chte: Gott, das kannst du doch nicht machen. Du kannst\ndie doch nicht alle gleich behandeln! So ganz unabh\u00e4ngig, wie viel sie f\u00fcr dich\ngeleistet haben. Was sollen die, die immer im Gottesdienst da sind und sich\nenagieren sagen, wenn die Anderen von dir genauso \u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nich wei\u00df ja schon die Antwort: &nbsp;<em>Siehst\ndu darum scheel, weil ich so g\u00fctig bin?<\/em><br>\nAchja, die G\u00fcte Gottes \u2013 an der will ich nun wirklich nicht r\u00fctteln \u2013 denn ich\nwei\u00df: So wie ich mich selber kenne, bin bin ich auch dringend auf genau so einen\ng\u00fctigen Gott angewiesen. <\/p>\n\n\n\n<p>Also\nwerde ich versuchen, es zu lernen: Mit der \u00fcbergro\u00dfen G\u00fcte und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit\nGottes zu leben. Froh zu sein, dass er mir gibt, was ich eigentlich auch nicht\nwirklich verdient habe. Und mich dann umzusehen und zu erleben: Ja, wir sind\nvor Gott wirklich gleich, obwohl wir eigentlich so unterschiedlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n\n\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-luminous-vivid-amber-background-color has-background\">Hinweis: Zum Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg gibt es eine weitere Predigt aus dem Jahr 2011: &#8222;Wer gewinnt hier eigentlich?&#8220;<br><a href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1237\">https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1237<\/a><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Wir messen f\u00fcr unser Leben gern: Gelaufene Schritte, verdientes Geld, besuchte Gottesdienste. Und ganz schnell basteln wir uns daraus ein Ranking: Wer verdient welche Anerkennung? 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