{"id":4040,"date":"2019-12-21T16:07:18","date_gmt":"2019-12-21T15:07:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4040"},"modified":"2021-10-11T12:01:43","modified_gmt":"2021-10-11T10:01:43","slug":"predigt-herbergssuche-mit-jesus-auf-der-eckbank-in-der-kueche-heilig-abend-2019-predigt-zum-motiv-der-herbergssuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4040","title":{"rendered":"Predigt: Herbergssuche. Mit Jesus auf der Eckbank in der K\u00fcche (Heilig Abend 2019) Predigt zum Motiv der Herbergssuche"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"584\" data-attachment-id=\"4042\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=4042\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?fit=2560%2C1697&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1697\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;GT-I9515&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1419421704&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.2&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;640&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.03030303030303&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"20141224_114825\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?fit=880%2C584&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825.jpg?resize=880%2C584&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4042\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?resize=1024%2C679&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?resize=768%2C509&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?resize=1536%2C1018&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?resize=2048%2C1358&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?resize=400%2C265&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?resize=150%2C99&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20141224_114825-scaled.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Es wird angeklopft<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-luminous-vivid-amber-background-color\">Die b\u00f6sen Wirte, die Josef und Maria weiterschickten, finden wir nicht in der Bibel. Umso mehr kennen wir die Erfahrung, dass Jesus  an unsere T\u00fcren klopft. Was wohl passiert wenn er kommt, und auf der K\u00fcchen-Eckbank und auf dem Sofa neben dem Weihnachtsbaum Platz nimmt? <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><br>Liebe Gemeinde,<br>wir kennen sie alle: Diese Wirte von Bethlehem. Kaum ein Krippenspiel kommt ohne sie aus. Oft genug l\u00e4sst man das Heilige Paar durch den Altarraum wandern, Josef, mit seiner Maria. Unter ihrem Herzen tr\u00e4gt sie ein dickes Kissen, schlie\u00dflich ist sie ja schwanger. Sie gehen von T\u00fcr zu T\u00fcr und \u00fcberall werden sie abgewiesen von einem Wirt, der selbstzufrieden die beiden Armen weiterschickt. Bis sich irgendwann einer erbarmt und sie notd\u00fcrftig im Stall unterbringt, zwischen Ochs und Esel. Das neugeborene Kind liegt am Ende in einer Futterkrippe.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong><em>Wirte,\ndie es nicht gibt<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und wir sch\u00fctteln den Kopf \u00fcber solche herzlose Gastronomen. Und dann k\u00f6nnten wir uns dr\u00fcber auslassen, wie wir das \u00f6fter so gerne tun \u2026 mit Menschen, \u00fcber die wir uns \u00e4rgern, und die grade nicht da sind und sich nicht wehren k\u00f6nnen. Aber das ist ja egal, ich bin ja nicht bl\u00f6d, ich kann mir ja genau vorstellen, wie das damals so gelaufen ist mit diesen gemeinen Wirten \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und pl\u00f6tzlich steht einer hier in der Kirche auf und sagt: <br>\u201cEntschuldigung, dass ich grade st\u00f6re, aber das damals, das war ich! Maria und Josef waren bei mir und die Krippe, wo der kleine Jesus lag, die hatte ich schon von meinem Vater geerbt. <br>Aber wei\u00dft du, ich bin gar kein Gastwirt. Ich habe die drei nur bei mir beherbergt, weil Josef ein Verwandter war. Und das mit dem Stall \u2013 ja logisch! Wo sonst? Unser kleines Haus hat ja nur zwei R\u00e4ume: Da war der Wohnraum, in dem wir am Boden lagen und geschlafen haben. Der war mit meiner Frau, mir und den 6 Kindern proppenvoll. Der zweite Raum war der kleinen Stall, wo wir drei Ziegen gehalten hatten. Die Ziegen haben wir bei einem Nachbarn untergebracht. Und so war gerade gen\u00fcgend Platz f\u00fcr Josef und seine Maria. So schlecht war diese Unterkunft nicht. \u00dcbrigens wei\u00df ich gar nicht, ob die beiden vorher \u00fcberhaupt wo anders gefragt haben und weggeschickt wurden.<br> Schau doch nach! In der ganzen Bibel findest du nichts davon, dass die beiden von Gasthaus zu Gasthaus gewandert w\u00e4ren. Da steht in Lukasevangelium nur: <em>Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.<\/em> Genauso ist es bei uns gewesen. Ich wei\u00df ehrlich gesagt nicht, was die Menschen dazu gebracht hat, diese dramatische Geschichte mit der vergeblichen Herbergssuche in ihre Krippenspiele einzubauen. Hast du eigentlich schon mal daran gedacht, wie schlecht wir Leute von Bethlehem darin wegkommen?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe\nGemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p>was\nsoll ich dazu sagen? Wahrscheinlich hat er recht. In der Bibel steht davon ja\nwirklich nichts. Aber es muss doch einen Grund daf\u00fcr geben, dass schon seit Jahrhunderten\ndiese Herbergssuche gespielt wird. Vielleicht geht es gar nicht so sehr um die Leute\nvon Bethlehem, sondern \u00fcberhaupt um uns Menschen. Und darum, wie weit wir unsere\nT\u00fcren f\u00fcr diesen Jesus aufmachen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Der\nerwachsene Jesus auf der Herbergssuche<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da\nf\u00e4llt mir ein, was der Evangelist Johannes schreibt. Der verliert ja kein Wort\n\u00fcber Jesu Geburt, das war ihm nicht wichtig. Stattdessen setzt er ein Gedicht,\neinen alten christlichen Hymnus, an den Anfang: <\/p>\n\n\n\n<p><em>Im\nAnfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und\ndas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit,\neine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und\nWahrheit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Und\nmittendrin finde ich:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Er\nkam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das\nscheint ein wichtiges Thema zu sein. Nicht f\u00fcr das kleine Baby in Marias Bauch,\nsondern f\u00fcr den Jesus, der auf eigenen Beinen und mit eigener Botschaft zu den Menschen\nkommt. <\/p>\n\n\n\n<p>Anklopfen,\nwarten, dass die Menschen ihm die T\u00fcre \u00f6ffnen \u2013 das ist sein Lebensthema. In\nden Evangelien finden wir viele Geschichten, wo Jesus bei Menschen zu Gast war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jesus\nklopft bei Zach\u00e4us<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da\nhockt der Z\u00f6llner Zach\u00e4us auf dem Maulbeerbaum. Er wollte dieses Jesus sehen. Vielleicht\nwar er auch ein bisschen hin-und-hergerissen. Denn er ahnte, dass sein eigener Lebensstil\nnicht zu dem passte, wof\u00fcr dieser Jesus stand. Aber er sp\u00fcrte wohl auch, dass er\nbei ihn genau das finden k\u00f6nnte, wonach er sich eigentlich im Leben sehnte. Denn\nschon l\u00e4ngt hatte er gemerkt: Das ganze Geld, das er den Leuten aus den Taschen\ngezogen hatte, hat ihn zwar reich gemacht, aber hat ihm keine Zufriegenheit geben\nk\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und\nals Jesus genau unter seinem Baum vorbei kam sagt er: <em>\u201cZach\u00e4us, steig eilend\nherunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren<\/em>.\u201d Jesus klopft an. Die\nT\u00fcre aufmachen, sich auf diesen Jesus einlassen \u2026 das musste Zach\u00e4us dann schon\nselber. Er hat ihm seine Haus- und Herzenst\u00fcre ge\u00f6ffnet und die Geschichte\nendet mit den Worten Jesu: <em>Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwurde etwas heil \u2013 weil Jesus hereingebeten wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der\nHeiland vor der T\u00fcre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An\nWeihnachten taucht dieses Wort besonders oft in Liedern und Texten auf: Jesus\nals der Heiland. Also derjenige, der wieder \u201cheil macht\u201d. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Heil\nmachen, was krank, kaputt, zerrissen ist. So einen Heiland k\u00f6nnen wir gut\ngebrauchen! Wir leben auf einem Planeten, der momentan Fieber hat. Erh\u00f6hte Temperatur,\nund keiner hat eine Idee, wir das in den Griff bekommen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zerrissen\nsind immer mehr Gesellschaften. Nicht nur in arm und reich \u2013 das war gestern. Zerrissen\nin Teile, bei denen man gar nicht so genau wei\u00df, wof\u00fcr wer eigentlich steht, aber\nist sich einig: Die Anderen sind die B\u00f6sen, die Idioten, die das Land ruinieren,\nund mit denen kann man nicht mehr reden. Darum muss man sie hassen, bek\u00e4mpfen auf\nfacebook diffamieren! Oft genug ist eine vern\u00fcftige Diskussion nicht mehr\nm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt\nz\u00e4hlt vor allem das ich. Und warum soll ich Platz machen f\u00fcr den Rettungswagen,\nich bin ja nicht der, der gerade Hilfe braucht\u2026 <br>\nWer hat uns das nur beigebracht?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nWelt, die in Unordnung ist, wie schon lange lange nicht mehr. <br>\n<br>\n<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Der\nHeiland nimmt auf der Eckbank Platz<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und\ndann singen wir im Advent:<br>\n<em>Macht hoch die T\u00fcr, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit,<br>\nein K\u00f6nig aller K\u00f6nigreich, ein Heiland aller Welt zugleich,<br>\nder Heil und Leben mit sich bringt\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Macht\nhoch die T\u00fcr, die Tor macht weit: Da muss jeder bei sich selber aufmachen!<\/p>\n\n\n\n<p>Herberge\ndem geben, der uns Menschen ver\u00e4ndern will. Der so viel mitbringt an dem, was\nwir so dingend br\u00e4uchen: N\u00e4chstenliebe, Feindesliebe, Vergebungsbereitschaft,\nVertrauen und Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nbraucht keine Krippe \u2013 ein Platz auf der Eckbank in der K\u00fcche w\u00e4re doch schon\nein Anfang. Mit Jesus auf der Eckbank \u2026 wenn ich mir das so vorstelle \u2026 er\nw\u00fcrde da einfach so sitzen \u2026 den ganzen Tag \u2026 einfach da sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nk\u00f6nnte so nebenher ihm sagen, was mich bewegt, was mir nachgeht, was ich hoffe\nund was mich \u00e4rgert \u2026 grade so, wie es mir einf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter,\nwenn wir als Familie miteinander essen. \u201cKomm Herr Jeus sei du unser&nbsp; Gast \u2026 ach, du bist ja schon da\u201d. Den Tag\nplanen, Probleme besprechen, manchmal auch \u00fcber andere Menschen reden. Und er\nsitzt dabei \u2013 er muss gar nichts sagen \u2013 vielleicht deshalb, weil wir ja\nwissen, was er sagen w\u00fcrde \u2026. und so ver\u00e4ndert sich unser Umgang miteinander. Behutsamer\nwir achten auf unsere Worte und Taten. Da ver\u00e4ndert sich was \u2013 weil er da ist \u2013\nweil wir ihm die T\u00fcre ge\u00f6ffnet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nheute w\u00fcrde er mit r\u00fcber aufs Sofa rutschen, neben dem Christbaum. Und er w\u00e4re\ndabei, wenn wir Geschenke auspacken und Gl\u00fchwein einschenken. Irgendwann wird\nes ruhiger \u2026 wir schauen auf die kleine Weihnachtskrippe unter dem Baum. Da\nliegt der kleine Jesus in dem Stall. Und der gro\u00dfe Jesus sitzt daneben auf der\nCouch. \u201cJa,\u201d sagst du da: \u201cEs hat sich schon einiges ge\u00e4ndert \u2013 seit damals \u2026.\u201d\nund du \u00fcberlegst, wie du diesen Satz irgendwie sinnvoll zu Ende bekommst \u2013 da antwortet\ner:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cN\u00f6\n\u2013 eigentlich ist es noch immer das Gleiche: Ich klopfe an, und hoffe dass\njemand seine Herzenst\u00fcre \u00f6ffnet \u2013 erst dann wird sich wirklich etwas ver\u00e4ndern.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\"><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die b\u00f6sen Wirte, die Josef und Maria weiterschickten, finden wir nicht in der Bibel. Umso mehr kennen wir die Erfahrung, dass Jesus  an unsere T\u00fcren klopft. 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