{"id":4000,"date":"2019-11-02T15:06:23","date_gmt":"2019-11-02T14:06:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4000"},"modified":"2019-11-02T15:43:38","modified_gmt":"2019-11-02T14:43:38","slug":"predigt-vergiss-es-nie-es-geht-um-die-liebe-5-mose-6-4-9-31-10-2019-reformationsfest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=4000","title":{"rendered":"Predigt: Vergiss es nie: Es geht um die Liebe. (5. Mose 6, 4-9) 31.10.2019, Reformationsfest"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"660\" data-attachment-id=\"4001\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=4001\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?fit=2560%2C1920&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1920\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;1.7&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;SM-G950F&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1551468995&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.2&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;250&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.058823529411765&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"20190301_193636\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Mesusa an einer Hotelt\u00fcre in Tel Aviv&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?fit=880%2C660&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636.jpg?resize=880%2C660&#038;ssl=1\" alt=\"Mesusa an einer Hotelt\u00fcre in Tel Aviv\" class=\"wp-image-4001\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?resize=2048%2C1536&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?resize=150%2C113&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20190301_193636-scaled.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Dtn 6, 4-9<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem &#8222;Schma Israel&#8220; haben wir einen zentralen j\u00fcdischen Text zum Reformationstag am Start. Wie sch\u00f6n, wenn man entdeckt, wie reformatorische Erkenntnis sich hier anschmiegt.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Predigttext:<\/strong> 5. Mose 6, 4-9 \/ Deuteronomium 6, 4-9<\/p>\n\n\n\n<p><em>4 H\u00f6re, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. 5 Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. 6 Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen 7 und sollst sie deinen Kindern einsch\u00e4rfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. 8 Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, 9 und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Dtn 6 \u2013 das Urbekenntnis des Volkes Israel<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde, <br>unser heutiger Predigttext ist einer der zentralen Stellen unseres Alten Testaments. <em>\u201cDer HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.<\/em>\u201d \u2013 das ist ein Grundbekentnis des Volkes Israel. Und vielleicht erinnern Sie sich an die Geschichte um den barmherzigen Samariter: Da hat auch Jesus genau diesen Satz als entscheidendes Gebot zitiert.<br>Diese Zeilen sagen auch, wie wichtig man dieses Bekenntnis nehmen soll: Das steht \u2026<br>\u2026 du sollst sie deinen Kindern einsch\u00e4rfen<br>\u2026 du sollst sie als Merkzeichen auf deine Hand und zwischen deine Augen binden<br>\u2026 und an deinem T\u00fcrpfosten sollst du sie befestigen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Als wir im M\u00e4rz mit unserer Gemeindereise in Israel unterwegs waren, haben wir genau das erlebt: Am T\u00fcrpfosten unserer Hotelzimmer war immer ein kleines K\u00e4stchen, eine Mesusa, geschraubt \u2013 innendrin: Ein Zettel mit genau diesen Worten.<br>An der Klagemauer, am Sabbat in der Synagoge und manchmal auf der Stra\u00dfe sind uns Menschen begegnet, die die Teffillin, die Gebetsriemen, getragen haben. Mit ihnen befestigt man kleine W\u00fcrfel mit diesem Text auf der Stirn und auf dem Handr\u00fccken.  <em>\u201cH\u00f6re! Es gibt nur einen einzigen Gott! Und dich hat\ner sich zu seinem Volk erw\u00e4hlt; er liebt dich; er will dein Gott sein!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr uns da so fremd erscheint, hat einen ganz einfachen Hintergrund: Man soll es immer vor Augen haben: Gott liebt dich. Er will dein Herr und Gott sein. IMMER! Nicht blo\u00df am Sonntag im Gotteshaus. An jeder T\u00fcre \u2013\nauf jedem Schritt meines Altags werde ich daran erinnert. Keinen Bereich in meinem\nLeben soll es geben, der davon ausgenommen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Merkzeichen an der Hand? Mit meinen H\u00e4nden gestalte\nich mein Leben. Ich tue meine Arbeit, kann aufbauen oder zerst\u00f6ren. Meine Hand\nist ein m\u00e4chtiges Werkzeug \u2013 aber alles, was ich tue soll im Einklang mit der\nLiebe Gottes zu mir&nbsp; und meiner Liebe zu\nihm stehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und das Merkzeichen an der Stirn? Meine Gedanken, meine\nPl\u00e4ne. Auch mein Weltbild, wie ich \u00fcber Menschen und Sachverhalte denke, soll\ndiese Liebe als Basis haben. Das K\u00e4stchen mit diesen Versen fragt mich immer\nwieder: So, wie du \u00fcber Menschen denkst und redest, passt das zusammen mit der\nLiebe Gottes, die jedem Menschen gilt?<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr uns vielleicht wie j\u00fcdische Folklore erscheint, ist eine Lebensentscheidung: Mein ganzes Leben, meine Gedanken und Pl\u00e4ne, was ich mit meinen H\u00e4nden schaffe, wo ich auch gehe und stehe \u2013 immer soll ich von dem Glauben und Vertrauen durchdrungen sein: Der Herr ist mein Gott und ich bin sein geliebtes Kind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erinnern statt vergessen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, und was hat das jetzt mit dem Reformationstag zu tun? Ganz einfach. Luthers Reformation war auch eine Bewegung,\ndie genau dieses Grundbekenntnis aus der Vergessenheit hervorgeholt hat. Es\ngeht zuallererst mal darum, Gott lieb zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Was war da los, vor \u00fcber 500 Jahren? Papst Leo X. rief\neinen Ablass f\u00fcr den Bau des Petersdoms in Rom aus. Tetzel zog durch St\u00e4dte und\nD\u00f6rfer und verkaufte Ablassbriefe: \u201eSobald das Geld im Kasten klingt, die Seele\naus dem Fegefeuer in den Himmel springt\u201c! &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Angst vor H\u00f6llenstrafen verdiente die Kirche Geld. Das war schon schlimm genug. Aber genauso dramatisch \u2013 so sah es Luther \u2013 war etwas viel tiefer gehendes: Die Beziehung zwischen Gott und uns Menschen wurde dadurch zu einer Gesch\u00e4ftsbeziehung:<br>Wenn du Gutes tust, wird Gott es dir mit Liebe und Zuwendung lohnen. <br>Durch gute Taten wirst du vor Gott zu einem guten Christen und in den Himmel kommen. <br>Wenn du aber vers\u00e4umst, Gutes zu tun, musst du damit rechnen, von Gott bestraft und ausgesto\u00dfen zu werden. <br>Mit anderen Worten: \u201cBringe gescheite Leistung, dann ist alles gut!!!\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Hier, in unserem Predigttext steht aber etwas anderes:\n\u201cHabe Gott von ganzen Herzen lieb! Dann ist alles gut!\u201d Luther hat daf\u00fcr\ngek\u00e4mpft, dass wir uns an die Grundlagen erinnern. Gottes Liebe zu uns und die\nLiebe zu ihm ist die Basis.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich war f\u00fcr Luther auch klar, dass die Liebe zu\nGott Folgen hat. Wenn ich Gott liebe, kann ich nicht tun, was ihm missf\u00e4llt. Denken\nwir noch mal an die Sache mit dem Barmherzigen Samariter. Jesus bringt die\nGeschichte ja genau als Beispiel daf\u00fcr, was es hei\u00dft, die Liebe Gottes im\nAlltag zu leben. Am Ende sagt er zu seinem Gespr\u00e4chspartner: So geh hin und tu\ndesgleichen! <\/p>\n\n\n\n<p>Wir Christen schrauben keine Bibelverse an jeden T\u00fcrstock und wir brauchen uns auch den Bibeltext von heute nicht auf die Hand binden. \u2013 Aber wir sollten uns daran erinnern!  Die Liebesgeschichte zwischen Gott und mir soll sich in meinem Leben, in meinem Handeln und in meinem Denken wiederspiegeln.<br>Manchmal wird es wunderbar klappen, und dann geht es auch mal schief, und ich \u00e4rgere mich \u00fcber mich selber. Naja, wenn ich es merke, ist es ja auch schon gut! Dann habe ich es ja nicht vergessen \u2013 und ich kann mich wieder an dem orientieren, was wirklich z\u00e4hlt: Die Liebe zu Gott, mein Glaube, nicht meine fromme Leistung. <\/p>\n\n\n\n<p>Ach \u00fcbrigens: So eine schicke Mesusa \u2013 daheim am\nT\u00fcrstock zum Arbeitszimmer, das f\u00e4nde ich schon echt ziemlich cool. \u2013 Aber Moment:\nGenau \u00fcber genau dieser T\u00fcre h\u00e4ngt ja das Kreuz, das ich einst zur Konfirmation\ngeschenkt bekommen habe. Das ist doch eigentlich nichts anderes: Ein Erinnerungszeichen:\nSo sehr hat Gott die Welt \u2013 und auch mich \u2013 geliebt, dass er seinen Sohn f\u00fcr\nmich hat sterben lassen und wieder vom Tod auferweckt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Erinnerungsst\u00fccke \u2013 Merkzeichen \u2013 die haben wir auch\nals Christen. Jedes Kreuz, die Taufkerze im Schrank, eigentlich jeder Regenbogen\n\u2026 sie erinnern uns an diese Liebe Gottes \u2013 genauso, wie Brot und Wein, mit\ndenen wir anschlie\u00dfend die Gegenwart Jesu feiern wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem &#8222;Schema Israel&#8220; (5. Mose 6, 4-9)  haben wir einen zentralen j\u00fcdischen Text zum Reformationstag am Start. 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