{"id":3939,"date":"2019-10-01T13:29:37","date_gmt":"2019-10-01T11:29:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3939"},"modified":"2021-10-11T12:01:43","modified_gmt":"2021-10-11T10:01:43","slug":"predigt-miteinander-in-gottes-garten-jesaja-58-7-12-erntedank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3939","title":{"rendered":"Predigt: Miteinander in Gottes Garten (Jesaja 58, 7-12) 6. Oktober 2019, Erntedank 2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"660\" data-attachment-id=\"3942\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=3942\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?fit=2560%2C1920&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1920\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;1.7&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;SM-G950F&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1538994069&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.2&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;250&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.058823529411765&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"20181008_102109\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?fit=880%2C660&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109.jpg?resize=880%2C660&#038;ssl=1\" alt=\"Erntedank\" class=\"wp-image-3942\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?resize=2048%2C1536&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?resize=150%2C113&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20181008_102109-scaled.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Jes 58, 7-12<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Brich mit dem Hunrigen dein Brot&#8220; &#8211; Jesaja erinnert uns: Wir Menschen teilen uns den Garten Gottes. Erst wo wir zusammenstehen und einander helfen, wird es in diesem Garten hell werden.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Unser Danke-Ritual<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Robert hat einen blauen Fleck. Links, auf der H\u00f6he der\nunteren Rippenb\u00f6gen. Passiert ist das beim Besuch von Tante Luise. Sie hatte ihm\nund seiner Schwester gro\u00dfe Milka-Schokoladentafeln mitgebracht und oben auch\nnoch einen 10 Euro-Schein mit einem Schleifchen hingebunden. Robert war total happy:\nMilka Noisette \u2013 die liebt er so \u2026 und hat sich im Gedanken schon ein St\u00fcckchen\nabgebrochen \u2026 das st\u00f6\u00dft ihm seine Mutter den Ellenbogen in die Rippen und\nfaucht leise zu ihm r\u00fcber \u201cJetzt sag endlich Danke!\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat ihm weh getan. Nicht nur in den Rippen. Die Tante\nhat doch gesehen, dass er sich freut und dankbar ist! Muss man das denn immer\nauch noch brav und vernehmbar sagen? \u201cDankesch\u00f6n liebe Tante Luise. Diese\nSchokolade habe ich mir schon immer gew\u00fcnscht.\u201d Das ist doch komisch \u2013 wie aufgesagt!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Liebe Erntedank-Gemeinde,<br>\ndas mit dem Danke-Sagen ist schon eine komische Sache. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201cGuten Tag, bitte, danke, auf Wiedersehen.\u201d Das sind Rituale,\ndie viele von uns zuverl\u00e4ssig beherrschen. Sie gehen uns fl\u00fcssig \u00fcber die\nLippen, auch wenn das \u201cdanke\u201d nicht immer aus tiefsten Herzen kommt. So tief sind\nmeine Gef\u00fchle auch nicht wenn ich vom Postboten ein P\u00e4ckchen in Empfang nehme.\nAber ich sage dennoch danke. Es schadet ja nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Umgekehrt k\u00f6nnte der Postbote ja auch mal denken:\nWieso soll ich die 5000 Blatt Kopierpapier zum Pfarrer hochschleppen? Ich werfe\nihm diesen \u201cich habe sie nicht angetroffen\u201d-Zettel in den Briefkasten. Dann\nkann er sich sein Zeug morgen im Paketshop abholen und selber tragen. <br>\nWer \u00f6fter mit bestimmten Paketdiesten zu tun hat, wei\u00df, dass es durchaus auch\nanders laufen kann, mit dem P\u00e4ckchen an der Haust\u00fcre.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind unsere vielen Danke-Rituale vielleicht ein Spiegel\ndessen, dass wir vieles als selbstverst\u00e4ndlich erleben, und zugleich wissen: Eigentlich\nist es nicht selbstverst\u00e4ndlich? Die gut gef\u00fcllten Auslagen im Gesch\u00e4ft mit\nfreundlicher Bedienung. Die T\u00fcren die wir uns gegenseitig aufhalten. Das\nTempotaschentuch, das ich jemanden gebe, der grade verschnupft ist. <br>\nLauter Selbstverst\u00e4ndlichkeiten \u2013 aber es k\u00f6nnte auch anders sein \u2013 Grund genug,\nDanke zu sagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist noch selbstverst\u00e4ndlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun feiern wir heute Erntedank. Sagen danke f\u00fcr \u00c4pfel, Birnen, Kartoffeln, Zucchini \u2013 f\u00fcr alles, was da drau\u00dfen w\u00e4chst. Jedes Jahr neu.<br>Immer am ersten Sonntag im Oktober<br>So selbstverst\u00e4ndlich.<br>So automatisch, routiniert.<br>Aber ist es denn noch so selbstverst\u00e4ndlich? Dass alles w\u00e4chst, dass tats\u00e4chlich genug f\u00fcr alle da ist? Nach einem Sommer, wo mancher jammert, wie viel Wasser er f\u00fcr seinen Garten zum Gie\u00dfen gebraucht hat. Wo klar ist, dass es f\u00fcr unsere Landwirte keinen Gartenschlauch f\u00fcr die Felder gibt.<br>Erntedank ein selbstverst\u00e4ndliches Fest, das uns daran erinnern will, dass nichts selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00fcren sie schon den Ellbogen des Pfarrers in den Rippen? \u201cHopp Gemeinde\u2013, sag jetzt endlich danke!\u201d<br>Nein \u2013 Dankbarkeit kann man nicht anordnen. <br>Sie muss entstehen.<br>Ganz einfach beim Blick auf das, was man hat.<br>Bei der Freude \u00fcber das, womit man beschenkt ist.<br>Beim Bewusstwerden, wie gut alles doch geworden ist.<br>Das ist die Dankbarkeit \u2013 die einfach die Freude als Schwester hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Naja, manchmal tut sich die Dankbarkeit aber auch mit\ndem Respekt zusammen:<br>\nDa, wo ich \u00fcber meinen Tellerrand hinausschaue, und erkenne: Wir haben es im\nVergleich zu anderen Regionen dieser Erde unglaublich gut. Was bei uns alles\nw\u00e4chst. Wie gn\u00e4dig das Klima bei uns doch noch ist. Wie gut die Rahmenbedingungen\nf\u00fcr unser Arbeiten sind.<br>\nIch wurde da einfach in dieses reiche privilegierte Land hineingeboren. Mir\nfallen nur wenige L\u00e4nder ein, in denen ich es als Durchschnittsb\u00fcrger \u00e4hnlich\ngut h\u00e4tte. Aber in hunderten von L\u00e4ndern h\u00e4tte ich ganz andere Sorgen als hier.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin hier gelandet \u2013 ohne mein Zutun \u2013 darum brauche\nich kein schlechtes Gewissen haben, dass es mir gut geht \u2013 aber froh und\ndankbar will ich sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jesajas Worte an die, denen es ganz gut geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind Leute, die l\u00e4ngst nicht alles haben, was sie\ngerne h\u00e4tten. Aber eigentlich \u2013 gerade im Vergleich zu Anderen \u2013 sind wir durchaus\nreich beschenkt. An solche Menschen wie uns scheint der Prophet Jesaja zu denken,\nals er im 58. Kapitel Folgendes sagt: <\/p>\n\n\n\n<p><em>Predigttext:<\/em><br><em>Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, f\u00fchre ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! <br>8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenr\u00f6te, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschlie\u00dfen. <br>9 Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht \u00fcbel redest, 10 sondern den Hungrigen dein Herz finden l\u00e4sst und den Elenden s\u00e4ttigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. <br>11 Und der Herr wird dich immerdar f\u00fchren und dich s\u00e4ttigen in der D\u00fcrre und dein Gebein st\u00e4rken. Und du wirst sein wie ein bew\u00e4sserter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt. <br>12 Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange w\u00fcst gelegen hat, und du wirst wieder aufrichten, was vorzeiten gegr\u00fcndet ward; und du sollst hei\u00dfen: &#8222;Der die L\u00fccken zumauert und die Wege ausbessert, dass man da wohnen k\u00f6nne.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,<br>was macht Jesaja da grrade mit uns? Ist es doch wieder der Ellenbogen in den Rippen? Hopp, sei dankbar, und helfe denen, die es n\u00f6tig haben? Oder haben Sie gesp\u00fcrt, wie er hier gerade das Licht heller dreht? <em>Dein Licht wird aufgehen, Gott wird auf dich h\u00f6ren, du wirst sein wie ein Garten, dem es nie an Wasser fehlt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Jesaja ist doch eigentlich am Schw\u00e4rmen!<br>Er macht Werbung: <br>Werde du richtig gl\u00fccklich, indem du dich ums andere k\u00fcmmerst. <br> Mache dein Leben heller, indem du mit anderen gerecht und menschw\u00fcrdig umgehst.<br> Werde wieder stark und gesund, weil du auch anderen auf die Beine hilfst.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist das nicht verr\u00fcckt? Denken wir nicht oft genau\nanders herum? \u201cErst mal muss ich mein eigenes Zeug regeln, bevor ich mich um\nandere k\u00fcmmern kann. Wenn ich meine Sch\u00e4fchen im Trockenen habe, dann kann ich\nja mal \u2026\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Solche Gedanken erscheinen logisch. Zumindest dem\nkleinen Egoisten in mir mit seinem sehr begrenzten Horizont.<br>\nAber so hat diese Welt noch nie funktioniert.<br>\nMit \u201cich zuerst\u201d, mit \u201csollen die anderen erst mal\u201d vergrabe ich mich in ein dunkles\nLoch, das mich einsam und tr\u00fcbsinnig macht. Das hat keine Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht\nmit Fingern zeigst und nicht \u00fcbel redest, sondern den Hungrigen dein Herz\nfinden l\u00e4sst und den Elenden s\u00e4ttigst, dann wird dein Licht in der Finsternis\naufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.<br>\n<br>\n<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Dein Licht wird aufgehen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen \u2026 <\/em>das erleben ja viele Menschen.<br>Wo sie Angeh\u00f6rige pflegen, kaum Zeit f\u00fcr sich selber haben \u2013 und doch erleben, wie wichtig und gut es ist, was sie tun. Eltern, die sich um ihre Sorgenkinder k\u00fcmmern \u2013 und sich trotz aller aufreibender M\u00fche als Menschen erleben, deren Leben erf\u00fcllt ist.<br>Die vielen, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie sind f\u00fcr andere da, unterst\u00fctzen etwas, was f\u00fcr die Menschen im Dorf wichtig ist. Als Dank bekommen sie oft genug eher Gegenwind als Unterst\u00fctzung, aber sie geben nicht auf. Nicht nur, weil es ihnen um die Sache geht, sondern weil sie vielleicht auch erleben: Da ist auch Licht in meiner Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder ich denke an unsere Landwirte. Wenn sie nur an\nsich selbst denken w\u00fcrden, m\u00fcssten sie ihr Zeug verkaufen und sich ein sch\u00f6nes\nLeben machen. Dann m\u00fcssten sie nicht mehr von den Menschen schr\u00e4g ansehen\nlassen, die gerne K\u00fche auf der gr\u00fcnen Weide haben m\u00f6chten, aber nicht mehr als ein\npaar Cent f\u00fcr die Milch zahlen wollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur die Bauern wissen: Blo\u00df an sich selber\ndenken, das macht unsere Welt nicht heller. Gott hat uns in diesen gro\u00dfen Garten\ngestellt, damit wir ihn bebauen und bewahren. &nbsp;Wir sind da nicht allein. Gott hat andere Menschen\nneben uns in diesen gro\u00dfen Garten gestellt. Gro\u00dfe und kleine, arme und reiche,\nkranke und gesunde, mit ganz verschiedenen Farben der Haut. &nbsp;Nebeneinander stehen wir da und f\u00fcreinander\nstehen wir ein. Mit Liebe und Verantwortung. Und mit Dankbarkeit f\u00fcr all das\nGute was Gott uns in diesem Garten immer wieder schenkt.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Amen <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Brich mit dem Hunrigen dein Brot&#8220; &#8211; Jesaja erinnert uns: Wir Menschen teilen uns den Garten Gottes. 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