{"id":3557,"date":"2018-10-26T10:50:11","date_gmt":"2018-10-26T08:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3557"},"modified":"2018-11-03T17:02:41","modified_gmt":"2018-11-03T16:02:41","slug":"predigt-die-welt-auf-den-kopf-gestellt-matthaeus-5-1-10-reformationsfest-4-november-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3557","title":{"rendered":"Predigt: Die Welt auf den Kopf gestellt (Matth\u00e4us 5, 1-10) Reformationsfest, 4. November 2018"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=3558\" rel=\"attachment wp-att-3558\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"3558\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=3558\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?fit=2560%2C1707&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1707\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;5.6&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 1000D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1382977176&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;28&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.01&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"koetzting_078\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?fit=880%2C587&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-3558\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078.jpg?resize=300%2C200&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?resize=2048%2C1365&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?resize=150%2C100&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?resize=225%2C150&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/koetzting_078-scaled.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n<span style=\"color: #800080;\">Luthers Reformation hat vieles in der damaligen Kirche und Gesellschaft auf den Kopf gestellt. So, wie schon Jesus in den Seligpreisungen der Bergpredigt von einer Welt gesprochen hat, die Kopf steht. Wie k\u00f6nnten sonst gerade sie Sanftm\u00fctigen die Erde besitzen?<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Reformation statt nur Reformen<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Reformation &#8230; es ist und bleibt ein komisches Wort, das dem 31. Oktober, dem \u201eReformationstag&#8220; den Namen gibt. Vielleicht, weil wir ja so oft von Reformen h\u00f6ren. Die dann auch noch h\u00e4ufig als \u201eRef\u00f6rmchen\u201d enden und letztlich gef\u00fchlt gar nichts \u00e4ndern.<br \/>\nDavon haben ja viele Menschen die Nase gestrichen voll: Dass etwas ver\u00e4ndert werden soll, sich aber dann unterm Strich gar nichts verbessert. Ref\u00f6rmchen als Beruhigungspille der M\u00e4chtigen f\u00fcrs Volk.<\/p>\n<p>Die Reformation, die Luther angesto\u00dfen hat, war aber etwas ganz anderes. Denn die kam von unten, da haben die kleinen Leute angefangen, einmal nachzudenken, wie das denn ist, mit dem Glauben, mit dem gerechten Gott und auch mit der Macht in Kirche und Staat.<!--more--><\/p>\n<p>Das hatte in einigen Phasen auch etwas von einer Revolution. Das hatte Luther sich nicht gew\u00fcnscht, aber das kann schon mal passieren, wenn man Dinge anst\u00f6\u00dft, die dann ihre eigene Dynamik entfalten.<\/p>\n<p>Martin Luther l\u00f6ste mit seinem Thesenanschlag nicht irgendeine Reform aus, sondern einen Prozess der vieles in der damaligen Welt v\u00f6llig ver\u00e4nderte.<\/p>\n<p>Ich denke an den Zugang zum Wort Gottes f\u00fcr jeden Christen, weil Luther die Bibel in die deutsche Sprache \u00fcbersetzte. Man konnte genau nachlesen, ob das, was der Priester predigte, mit dem Wort Gottes \u00fcbereinstimmte.<\/p>\n<p>Oder die Berufung auf das Gewissen des Einzelnen. Sie kennen den ber\u00fchmten Satz Luthers vor dem Reichstag in Worms: \u201eIch stehe hier und kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen&#8220;. Das hei\u00dft: Niemand &#8211; auch keine Obrigkeit &#8211; kann mir meine Entscheidung des Gewissens abnehmen.<\/p>\n<p>Und vor allem hat Martin Luther den wichtigen biblischen Gedanken, den wir vorhin in der biblischen Lesung (R\u00f6m 3, 21-28) geh\u00f6rt haben, wieder stark gemacht: Dass es nicht auf die Leistung eines Menschen ankommt, wenn es um das Heil vor Gott geht. Der Glaube an Jesus Christus ist es, der mich vor Gott gut dastehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong><em>Luthers Lebensweg<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwir haben gerade das Lied \u201eNun freut euch, liebe Christen g&#8217;mein\u201d gesungen. Das ist von Martin Luther, und in ihm kann man auch entdecken, dass Martin Luther sich nicht als der gro\u00dfe Reformator verstand, sondern als Mensch, der aus der Verzweiflung kam, und dann die Liebe Gottes entdeckte &#8211; und das dann weitergeben wollte.<\/p>\n<p>Das erkennen wir ja auch in seinem Lebenslauf:<br \/>\nVon einem schlimmen Gewitter mitten auf seinem Weg nach Hause \u00fcberrascht und zu Tode erschreckt, schw\u00f6rt er, ins Kloster zu gehen, falls er \u00fcberleben w\u00fcrde.<br \/>\nDann, im Kloster, sucht er diesen Gott, de ihn annimmt und liebt. Aber er sieht \u00fcberall einen himmlischen Richter, der ihm Angst macht, weil man vor ihm immer wieder auf die Nase f\u00e4llt und schuldig wird.<br \/>\nDie Frage nach dem liebenden Gott qu\u00e4lt ihn und ist schlie\u00dflich der Antrieb sich noch viel mehr in die biblischen Schriften zu vertiefen, zu forschen, eine Antwort auf seine Fragen zu finden.<\/p>\n<p>Und erst als er dann die Botschaft von der Vergebung liest, dass wir vor Gott gerecht sind, allein, weil wir auf Jesus Christus vertrauen &#8211; erst da entsteht in ihm der Mut und die Kraft, dies dann auch weiterzutragen. Gegen alle Widerst\u00e4nde.<\/p>\n<p>Es kommt zum Anschlag der 95 Thesen an die Kirchent\u00fcr zu Wittenberg \u2013 damals so etwas wie ein schwarzes Brett f\u00fcr den Ort. Luther geht es darum, die Missst\u00e4nde abzustellen, die sich eingeschlichen haben. Er argumentiert, er will \u00fcberzeugen.<br \/>\nEr will Ver\u00e4nderungen, vielleicht tats\u00e4chlich nur ein bisschen eine Reform. Aber dann wurde doch etwas daraus, was die damalige Welt m\u00e4chtig auf den Kopf gestellt hat.<\/p>\n<p>Das war Luther.<br \/>\nGehen wir aber noch ein Schritt weiter zur\u00fcck &#8211; zu Jesus, der nicht weniger die Welt auf den Kopf gestellt hat.<br \/>\nZum Beispiel in seiner Bergpredigt &#8211; dazu lese ich aus den ersten Zeilen &#8211; die wir als \u201eSeligpreisungen\u201d kennen:<\/p>\n<p><strong><em>(Matth\u00e4us 5, 1-10)<\/em><\/strong><br \/>\n<em>Als Jesus aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine J\u00fcnger traten zu ihm.<\/em><br \/>\n<em>2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:<\/em><br \/>\n<em>3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.<\/em><br \/>\n<em>4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getr\u00f6stet werden.<\/em><br \/>\n<em>5 Selig sind die Sanftm\u00fctigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.<\/em><br \/>\n<em>6 Selig sind, die da hungert und d\u00fcrstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.<\/em><br \/>\n<em>7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.<\/em><br \/>\n<em>8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.<\/em><br \/>\n<em>9 Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder hei\u00dfen.<\/em><br \/>\n<em>10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.<\/em><\/p>\n<p>Soweit die Worte Jesu.<br \/>\nDiese Seligpreisungen wurden zu Luthers Zeit gerne als Anweisung f\u00fcr ein wahrhaft christliches Leben, f\u00fcr ein M\u00f6nchsleben gesehen. Wer all die Forderungen erf\u00fcllen w\u00fcrde, die da gestellt werden, der hat sich den Himmel ganz sicher verdient \u2013 so dachte man damals.<\/p>\n<p><em><strong>Auf den Kopf gestellt<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Aber wenn man genau hinsieht dr\u00fccken sie ja auch aus, dass Jesus gerade unsere Welt auf den Kopf stellt.<\/p>\n<p>Selig sind, die da geistlich arm sind.<br \/>\nWie bitte? Jetzt sollen gerade diejenigen, die sich schwer tun, Glaubensthemen zu verstehen, Gott besonders nahe sein? Denjenigen, die mehr Fragen und Zweifel als Antworten haben, soll das Himmelreich geh\u00f6ren?<\/p>\n<p>Selig sind, die da Leid tragen.<br \/>\nWer will denn das schon wirklich?<\/p>\n<p>Den Sanftm\u00fctigen soll das Erdreich geh\u00f6ren? Erleben wir nicht genau das Gegenteil? Nur mit Macht, Gewalt und Strategie kommst du an die einflussreichen Posten auf der Welt.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklich die sich nach Gerechtigkeit sehnen? Hier in der Welt jedenfalls scheint sich dieser Hunger und Durst, diese Sehnsucht nicht stillen zu lassen.<\/p>\n<p>Selig sind die Barmherzigen?! Heute w\u00fcrde man wohl eher sagen: Die Barmherzigen, die immer wieder Gnade vor Recht walten lassen, die sind am Ende doch immer die Dummen.<\/p>\n<p>Die Seligpreisungen, mit anderen Worten: die Gl\u00fccklichpreisungen &#8211; Sie stellen unsere Welt und ihre Werte auf den Kopf.<\/p>\n<p>Nicht der Starke, der M\u00e4chtige, der Reiche, der Gescheite, der Satte, der Gnadenlose, der Schnelle, Sch\u00f6ne, Gewiefte, nicht der, der alles im Griff hat, nicht die, die sich am besten durchsetzen kann, nicht der, der die besseren Noten in der Schule schreibt, nicht die, die es geschafft hat, durch harte Arbeit und Leistungen \u2013 all diese werden hier nicht erw\u00e4hnt!<\/p>\n<p>Wirklich gl\u00fccklich nennt Jesus die, die sich ohne R\u00fccksicht auf ihr pers\u00f6nliches Gl\u00fcck und Fortkommen auf Jesu Wegen gehen.<\/p>\n<p>Die Welt auf den Kopf gestellt!<br \/>\nEs geht nicht darum, was du erreichst und besitzt, sondern was du bist.<br \/>\nDie Menschen, die hier gl\u00fccklich gepriesen werden, haben keine Leistungen vorzuweisen, sondern Wesenseigenschaften, Herzensbewegungen, innere Gesinnungen.<br \/>\nDa geht es um eine Lebenshaltung, die man ein bischen ein\u00fcben kann &#8230; aber irgendwie muss sie einem auch geschenkt werden. Man wird nicht so einfach von heute auf morgen vom Hei\u00dfsporn zum Sanftm\u00fctigen.<\/p>\n<p>Diese Worte von Jesus wollen ja auch nicht einfach eine neuen To-Do-Liste f\u00fcrs Leben sein.<br \/>\nSie sind ja eine Zusage:<br \/>\n\u201eIhr denkt vielleicht, dass ihr zu kurz gekommen seid, weil ihr im Wettlauf in der Welt ganz hinten steht, aber das ist keineswegs der Fall. Gottes Zukunft gilt gerade und genau Euch, ihr habt Gott auf Eurer Seite und seine Zukunft im R\u00fccken. Ihr sollt getr\u00f6stet, satt und mit Leben in F\u00fclle belohnt werden.&#8220;<br \/>\nUnd darum braucht ihr gar nicht die Tollen, die M\u00e4chtigen und die Sch\u00f6nsten sein. Schau dir doch die Machtbesessenen dieser Welt an: Ein Leben lang gieren sie nach mehr Einfluss, gejagt von der Angst, dass ein anderer an ihrem Stuhl s\u00e4gt. Sie laufen ein Rennen bei dem sich da Ziel immer weiter nach vorne von ihnen weg entfernt.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nda sehen wir, wie Luther die Worte von Jesus 1500 Jahre sp\u00e4ter wieder neu belebt:<br \/>\nDas, was wir wirklich brauchen, bekommen wir von Gott geschenkt.<\/p>\n<p>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.<br \/>\nAmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luthers Reformation hat vieles in der damaligen Kirche und Gesellschaft auf den Kopf gestellt. So, wie schon Jesus in den Seligpreisungen der Bergpredigt von einer Welt gesprochen hat, die Kopf steht. 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