{"id":3517,"date":"2018-10-06T14:18:02","date_gmt":"2018-10-06T12:18:02","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=3517"},"modified":"2021-02-05T10:32:41","modified_gmt":"2021-02-05T09:32:41","slug":"predigt-mit-gott-ueber-die-leberkaessemmel-und-das-dritte-bier-diskutieren-1-tim-4-4-5-erntedank-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3517","title":{"rendered":"Predigt: Mit Gott \u00fcber die Leberk\u00e4ssemmel und das dritte Bier diskutieren (1. Tim 4, 4-5) Erntedank 2018"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Die Zeilen aus 1. Tim 4, 4-5 stellen unsere \u00dcberlegungen \u00fcber &#8222;gute&#8220; und &#8222;schlechte&#8220; Lebensmittel in Frage: Alles ist gut, wenn es mit Danksagung empfangen wird. Es nur die Frage, ob sich die Dankbarkeit auch im Umgang mit den Gaben wiederspiegelt. So entsteht am Ende der Predigt eine Diskussion \u00fcber meine Leberk\u00e4ssemmel und ein drittes Bier.<a href=\"http:\/\/pastors-home.de\/?attachment_id=1146\" rel=\"attachment wp-att-1146\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1146\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1146\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012.jpg?fit=400%2C346&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"400,346\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Erntedank2012\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012.jpg?fit=300%2C260&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012.jpg?fit=400%2C346&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1146\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012-300x259.jpg?resize=300%2C259\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"259\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet. <\/em><br \/>\n<em>1. Tim 4,4-5<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>ich habe hier mal einige Erntedankgaben in meinem Korb auf die Kanzel heraufgeholt. Mal sehen, ob das denn auch was Gescheites ist:<br \/>\nEin Apfel. Ein Klassiker &#8211; gerade f\u00fcr Erntedank &#8211; der ist gesund, fruchtig, w\u00e4chst direkt am Baum. Und trotz aller Trockenheit in diesem Jahr wachsen die \u00c4pfel ohne Ende.<br \/>\nEine Kartoffel. Klar, da bin ich im Gedanken auch gleich bei den Landwirten, bei deren Sorgen und Herausforderungen. Im Gegensatz zu den \u00c4pfeln waren die Kartoffeln ja eine kritschere Pflanze.<br \/>\nAch&#8230; hier, der Lauch. Sch\u00f6n Gr\u00fcn, Vitamine, da freut sich die Ern\u00e4hrungsberaterin &#8211; und die Menschen, die diesen Lauch n\u00e4chste Woche in eine sch\u00f6ne Suppe schnippeln.<br \/>\nUi: Nutella! Nunja, ok, das ist ja auch irgendwie ein Teil der Sch\u00f6pfung: Die Haseln\u00fcsse und der Kakao, aus dem diese s\u00fc\u00dfe, leckere Creme gemacht ist. Aber: Es ist halt vielleicht nicht ganz so gesund, wie der Apfel &#8211; ich denke, so manche Eltern kennen die Diskussion.<br \/>\nWow: Ein guter Tropfen Wein &#8230; 10% Alkohol &#8230; ich wei\u00df nicht so recht &#8230; passt das in die Kirche?<br \/>\n\u00dcberhaupt: Wie w\u00e4re es mit h\u00e4rteren Sachen? Schnaps, eine Hanfpflanze oder fettriefende Pommes?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ja, liebe Gemeinde, was geh\u00f6rt zu Erntedank? Was ist gut, das ist schlecht? Wir Menschen lieben es ja manchmal, zu sortieren:<br \/>\nGute Lebensmittel sind die, die gesund sind und idealerweise unter verantwortbaren Bedingungen hergestellt wurden.<br \/>\nSchlecht sind Sachen, die zu viel Fett, zuviel Zucker oder sonstige problematische Stoffe enthalten.<\/p>\n<p>Zur Zeit der ersten Christen &#8211; als unser Predigttext aufgeschrieben wurde &#8211; da hat man auch sortiert! Aber nach anderen Kriterien. Da schaute man auf Regeln, die in den Moseb\u00fcchern standen: Da waren Feldfr\u00fcchte grunds\u00e4tzlich gut. Aber bei den Tieren, da war klar: Schwein geht gar nicht, Ziege ist prima. Forelle ja, Muscheln nein. Aber dann musste auch gekl\u00e4rt sein, dass sie vorschriftsm\u00e4\u00dfig geschlachtet wurden.<\/p>\n<p>Ja, irgendwie scheinen wir immer wieder nach Regeln zu suchen, die wir dann alle paar Jahre wieder \u00e4ndern. Ich wei\u00df noch, dass meine Gro\u00dfeltern in der Nachkriegszeit darauf geachtet haben, dass ganz ganz dick Butter aufs Brot kam. Heute w\u00fcrde man warnen: Vorsicht! Ges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren, Kalorien und Cholesterin!<\/p>\n<p>Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.<\/p>\n<p>Paulus bremst uns da ganz gepflegt aus: Bleibt mal entspannt! Lasst die ganze Aufregung und das gut-b\u00f6se\u201d-Spiel. Gott, der Sch\u00f6pfer hat sich schon was dabei gedacht, als er diese Welt geschaffen hat.<\/p>\n<p>Das ist schon komisch, wie ihr Menschen immer wieder Dinge f\u00fcr gut und dann wieder f\u00fcr schlecht erkl\u00e4rt &#8211; damit werdet ihr unserer Sch\u00f6pfung nicht gerecht. Gebt doch zu: Diese Welt, auch der menschliche Organismus ist so komplex, dass ihr auch nach Jahrtausenden immer noch an vielem herumr\u00e4tselt.<br \/>\nIhr macht es euch zu einfach.<\/p>\n<p>Ja, die Sache mit der Komplexit\u00e4t. Das merke ich ja schon im Allt\u00e4glichen: Wespen, Brennesseln und Blumenkohl &#8211; das sind f\u00fcr mich Dinge, die diese Welt echt nicht brauchen w\u00fcrde.<br \/>\nAber ich wei\u00df, dass das nur meine Meinung ist, und alles seinen Platz in unserem \u00d6kosystem hat. Die Wespe, die Brennessel und der Blumenkohl.<br \/>\nAlle werden gebraucht, alles hat seine Aufgabe und Rolle &#8211; und wir haben auf unserem Globus ja schon gemerkt, dass es oft weitreichende Folgen hat, wenn man in diese Kreisl\u00e4ufe und \u00d6kosysteme eingreift, weil man meint, dass das eine oder andere \u00fcberfl\u00fcssig w\u00e4re.<\/p>\n<p>Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.<\/p>\n<p>Alles ist eigentlich, ganz grunds\u00e4tzlich, ein gutes Geschenk Gottes &#8211; sagt Paulus &#8211; aber dann macht er in gewisser Weise eine Einschr\u00e4nkung. Vielleicht, weil er auch wei\u00df, dass man alles Gute auch f\u00fcr etwas Schlechtes verwenden kann. So sagt Paulus, dass es gut verwendet wird, wenn man Gott daf\u00fcr danken kann &#8211; wenn es mit dem Wort Gottes, wenn es mit dem Willen Gottes zusammenpasst.<\/p>\n<p>In meinem Gedanken taucht ein Bild aus meiner Kindheit auf, in der Familie eines Freundes hat dessen Mutter beim Mittagessen immer gebetet &#8211; und da kam ein Satz drin vor, wo sie betet, dass dies unser Gesundheit diene und nichts im Essen schaden m\u00f6ge. Ihr war bewusst: Ich habe das mit \u201egut\u201d und \u201eschlecht\u201d nicht immer in der Hand.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\n\u201enichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird\u201d &#8211; das hat ja auch etwas mit Beziehung zu tun! Dass ich Gott danke, f\u00fcr das, was ich ernte, einlagere und genie\u00dfe. Danken &#8211; da rede ich ja mit Gott, das ist Gespr\u00e4ch. Da passiert etwas zwischen Gott und mir. Und da denke ich mir, dass es da schon auch eine Art R\u00fcckkopplung geben kann: N\u00e4mlich dass der Geber der Gaben mich dann auch mal sp\u00fcren l\u00e4sst: \u201eIch habe es dir zwar geschenkt, aber ich habe mir vorgestellt, dass zu anders damit umgehst. Ich beschenke dich gro\u00dfz\u00fcgig, und was machst du damit?\u201d<\/p>\n<p>Sie merken: Das ist schwierig. Viel schwieriger als so alte Regeln \u201eZiege und Rind darfst du essen, aber Schwein ist tabu\u201d &#8211; denn da w\u00fcsste man ja genau wie es geht.<\/p>\n<p>Jetzt ist es anders: Unser Glaube verbietet mir nicht, Schweinefleisch zu essen. Aber wenn ich mit Gott ins Gespr\u00e4ch \u00fcber meine Leberk\u00e4ssemmel komme, dann kommen da vielleicht schon ein paar Fragen:<\/p>\n<p><em>Du, sagt Gott, du wei\u00dft schon, dass da ein Mit-Gesch\u00f6pf zwischen den H\u00e4lften deiner Semmel klemmt?<\/em><br \/>\nJa, sage ich, aber du hast es ja nicht verboten!<br \/>\n<em>Klar, kein Problem, h\u00f6re ich ihn, soll ich dir ein bisschen \u00fcber das Leben des Schweinchens erz\u00e4hlen, bevor es geschlachtet wurde? Oder willst du damit lieber warten, bis du fertig gegessen hast?<\/em><br \/>\nOk, du hast mich erwischt, antworte ich, aber du wei\u00dft ja, dass ich nur ganz selten so Billigfleisch vom Discounter kaufe &#8230; das war so eher f\u00fcr zwischendurch &#8230; eine Ausnahme&#8230; musst du mir denn unbedingt so ein schlechtes Gewissen machen?<br \/>\n<em>Mache ich doch gar nicht &#8211; antwortet mein Gott &#8211; ich habe doch nur nachgefragt &#8230; die Antwort hast du dir selber gegeben. Ich bin doch nicht euer Oberaufseher. Ich beschenke euch mit vielen guten Gaben, und freue mich, wenn ihr gut und dankbar mit meinen Geschenken umgeht. Was hast du da eigentlich f\u00fcr ein Bier?<\/em><br \/>\nEin fr\u00e4nkisches, dunkel, total lecker. Danke, lieber Gott, dass es Menschen gibt, die so gutes Bier brauen k\u00f6nnen!<em><br \/>\nGerne, h\u00f6re ich ihn sagen, ja, diesem Brauer habe ich tats\u00e4chlich ein besonderes Talent zur Brauen in die Wiege gelegt. Wie schade, dass manche Leute Bier brauen, denen ich eigentlich andere Talente gegeben habe.<\/em><br \/>\nSag mal, Gott, ist es ok, wenn ich da ein zweites trinke? &#8230;. und ein drittes? Des ist halt gar so s\u00fcffig.<br \/>\n<em>Warum soll ich das jetzt entscheiden? Ich hab dir selber genug Verstand und Selbsterkenntnis gegeben. \u00dcberleg einfach, ob du mir nachher f\u00fcr ein zweites und drittes Bier auch noch danken kannst.<\/em><br \/>\nTja, f\u00fcrs zweite, Gott, da kann ich dir bestimmt noch danken &#8230; aber ob ich nachher sagen kann \u201eGott, danke dass ich heute drei Bier nacheinander &#8230;\u201d, da muss ich glatt noch ein bisschen nachdenken.<br \/>\n<em>So ist recht, h\u00f6re ich seine Stimme, wenn du nachdenkst und dabei an mich denkst &#8211; der dir das alles geschenkt hat, dann bist du auf einem guten Weg<\/em>.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeilen aus 1. Tim 4, 4-5 stellen unsere \u00dcberlegungen \u00fcber &#8222;gute&#8220; und &#8222;schlechte&#8220; Lebensmittel in Frage: Alles ist gut, wenn es mit Danksagung empfangen wird. Es nur die Frage, ob sich die Dankbarkeit auch im Umgang mit den Gaben wiederspiegelt. So entsteht am Ende der Predigt eine Diskussion \u00fcber meine Lebenk\u00e4ssemmel un ein drittes Bier. <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3517\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1146,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[802],"tags":[777,753,152,726],"class_list":["post-3517","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-predigten-2018","tag-1-tim","tag-1-timotheus","tag-erntedank","tag-erntedankfest"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012.jpg?fit=400%2C346&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-UJ","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3517"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3517\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3519,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3517\/revisions\/3519"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1146"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}