{"id":3343,"date":"2018-03-03T11:41:57","date_gmt":"2018-03-03T10:41:57","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=3343"},"modified":"2018-03-03T15:58:00","modified_gmt":"2018-03-03T14:58:00","slug":"predigt-weisst-du-was-das-gekostet-hat-1-petrus-1-18-21-4-maerz-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3343","title":{"rendered":"Predigt: Wei\u00dft du, was das gekostet hat? (1. Petrus 1, 18-21) 4. M\u00e4rz 2018"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><a href=\"http:\/\/pastors-home.de\/?attachment_id=3344\" rel=\"attachment wp-att-3344\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"3344\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=3344\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?fit=1970%2C1300&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1970,1300\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"20180303_1136231190234426.jpg\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?fit=880%2C581&amp;ssl=1\" class=\"alignright wp-image-3344 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436-300x198.jpg?resize=300%2C198\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?resize=300%2C198&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?resize=1024%2C676&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?resize=768%2C507&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?resize=1536%2C1014&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?resize=400%2C264&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?resize=150%2C99&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?resize=227%2C150&amp;ssl=1 227w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?w=1970&amp;ssl=1 1970w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180303_1136231190234426-e1520074710436.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #993366;\">Wenn wir den Preis f\u00fcr Errungenschaften und Dinge nicht selbst gezahlt haben, fehlt uns oft ein Blick f\u00fcr ihren Wert. Die Mahnung des Petrus erinnert an Jesu Sterben f\u00fcr uns. Die Predigt l\u00e4sst den Blick schweifen &#8211; dorthin, wo wir oft nicht fragen, was es wem gekostet hat.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Hast du eine Ahnung, was mir das gekostet hat?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Mutter steht neben dem K\u00fcchentisch, die eine Hand hat sie zur Faust geballt in die H\u00fcfte gestemmt, mit der anderen gestikuliert sie w\u00fctend:<br \/>\n\u201eH\u00e4ttest du nicht besser aufpassen k\u00f6nnen? Gerade mal 2 Wochen hast du das neue Handy, und schon hast du\u00b4s ruiniert. Aus der Hosentasche gerutscht &#8230; na toll! Ja, mit den Schultern zucken, das kannst du. Hallo, junger Mann, wei\u00dft du, was das gekostet hat? Hast du eine Ahnung wie viele Stunden ich im Laden hinter der Theke stehen muss, bis das Geld verdient ist, das du hier schnell mal verschrottest?<br \/>\nBlo\u00df, weil es so cool ist das Ding aus der Hosentasche herausschauen zu lassen? Ich arbeite mich hier krumm und buckelig, und der gn\u00e4dige Herr schmei\u00dft mit Smartphones um sich. So schnell kriegst du kein neues Handy mehr &#8211; das kannste vergessen.\u201d<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nda liegt schon Sprengstoff drin, wenn so etwas passiert. Es ist ja nicht allein das kaputte Handy. Im Grunde ist die Mutter so sauer, weil ja jemand den Wert der Dinge nicht sch\u00e4tzt, weil er sie ja nicht selber bezahlt hat. Dem Sohn ist dass s\u00fcndhaft teure Ger\u00e4t ja sozusagen an Weihnachten ohne M\u00fche in den Scho\u00df gefallen. Da hat er gar kein Gesp\u00fcr daf\u00fcr, welcher Wert dahinter steckt; welche Arbeit und welche Entbehrungen seine Mutter auf sich genommen hat, um ihn dieses Handy schenken zu k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p><em><strong>1. Petrus 1, 18-21<\/strong><\/em><br \/>\nIm heutigen Predigttext kommt mir Petrus ein bisschen so vor, wie diese Mutter. Denn er erinnert uns daran, was Jesus einst f\u00fcr uns getan hat.<br \/>\nIch lese aus dem 1. Kapitel im 1. Petrusbrief:<\/p>\n<p><em>Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit verg\u00e4nglichem Silber oder Gold erl\u00f6st seid von eurem nichtigen Wandel nach der V\u00e4ter Weise, 19 sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.<\/em><br \/>\n<em>20 Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt war, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, 21 die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Die Worte vom teuren Blut<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Nun sitze ich in der Rolle des Sohnes auf der K\u00fcchenbank. Petrus steht da, redet vom teuren Blut, das Jesus Christus f\u00fcr mich vergossen hat. Von seinem Leiden, von dem Opfer, das er gebracht hat. Aber so genau will ich das gar nicht h\u00f6ren. Ich wei\u00df doch, was damals passiert ist &#8211; mit Kreuz und Auferstehung. Da muss man sich doch nicht extra reinlegen in diese alten Geschichten. Es ist ja schon passiert, es ist ja schon bezahlt.<br \/>\nIch wei\u00df schon, warum ich mir diesen Passionsfilm von Mel Gibson damals im Kino nicht angeschaut habe. Da ist einfach zu viel Blut, zu viel Folter, zu viel Dornenkrone, zu viel offene Wunden und Schmerzensschreie. Das geht unter die Haut. Das ist zu brutal &#8211; das ist zu realistisch &#8211; das ist zu echt!<br \/>\nViel zu Echt!<\/p>\n<p>Ja, manchmal habe ich nicht den Mut, das so ganz nahe am mich heranzulassen. Wie ein kleiner Junge, der einfach nicht in der Lage ist, zu verstehen, was da jemand f\u00fcr ihn auf sich genommen hat.<\/p>\n<p>Aber ich bin kein kleiner Junge mehr. Ich kann mich eigentlich nicht herausreden. Auch jenseits von Glaubensfragen m\u00f6chte ich oft lieber gar nicht so genau wissen m\u00f6chte, was hinter dem steckt, was mir mit allzu unkomplizierter Leichtigkeit in den Scho\u00df f\u00e4llt.<br \/>\nIch frage lieber nicht nach, wie die Pute gelebt hat, die jetzt als Schnitzel in der Pfanne schmurgelt. Wie alt die Kinder in Bangladesh waren, die mein Hemd zusammengen\u00e4ht haben. Und wie viel Blut von verungl\u00fcckten Minenarbeitern an den Rohstoffen klebt, die in meinem Smartphone stecken.<br \/>\nAlles hat seine Herkunft und seine Geschichte. Oft eine Geschichte die man nicht so leicht \u00e4ndern kann. Aber die Augen zu schlie\u00dfen ist auch nicht der richtige Weg.<\/p>\n<p>Auch was Jesus f\u00fcr uns errungen hat, hat seine Geschichte. Diese lange Geschichte der Liebe Gottes zu uns Menschen, die allzuoft nichts von ihm wissen wollten. Die zieht sich durch die Jahrtausende &#8211; bis sie mit Jesus eine neue Richtung nimmt. Er ist der Dreh- und Angelpunkt von dem, was uns als Liebe Gottes geschenkweise in den Scho\u00df f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Wir sagen: \u201eGott liebt uns, egal, wie wir sind.\u201d Ja, sch\u00f6n! Aber wir sollten nicht vergessen warum! Weil dieser Jesus Christus f\u00fcr uns diesen Weg gegangen ist. Den Weg eines Gottes, der es auf sich nimmt, das Leben von uns Menschen zu teilen. Mit allen Freuden, und allen Widerst\u00e4nden. Mit Wein und mit Weinen. Mit Lachen und mit verlacht werden. Missverstanden, verraten, verkauft, verleugnet, verurteilt. Bis zum \u00e4u\u00dfersten &#8211; dem Kreuz.<br \/>\nDas m\u00f6chte ich nicht vergessen, wenn wir davon reden, dass \u201eGott mir sowieso vergibt\u201d<\/p>\n<p><em><strong>Schluss mit dem alten Wandel<\/strong><\/em><\/p>\n<p>\u201eDenn ihr wisst, dass ihr nicht mit verg\u00e4nglichem Silber oder Gold erl\u00f6st seid von eurem nichtigen Wandel nach der V\u00e4ter Weise\u201d.<br \/>\nWir sind erl\u00f6st &#8211; sagt Petrus. Erl\u00f6st von alter Schuld &#8230; und vom \u201enichtigen Wandel\u201d unserer Vorfahren. Das hei\u00dft: Befreit, es anders zu machen! Neue Wege zu gehen.<br \/>\nErl\u00f6sung ist mehr, als dass Gott mein Schuldenkonto auf Null stellt.<br \/>\nGott macht den Weg frei, es besser zu machen, als zuvor.<br \/>\nEs muss nicht alles laufen wir bisher.<br \/>\nIch muss nicht immer die alten Fehler wiederholen.<br \/>\nIch darf auch mal neue Werte entdecken, die lange versch\u00fcttet waren.<br \/>\nDas, was ist, kritisch sehen &#8211; pr\u00fcfen, ob das dem entspricht, was wir als den Willen Gottes ansehen: Mein Reden, mein Handeln, mein Leben und mein Lieben.<\/p>\n<p>Und da w\u00fcrde mich manchmal ganz gerne hinstellen, und andere auf die K\u00fcchenbank platzieren und ihnen die Meinung geigen. All denen die den Frieden auf diesem Planeten zum Spielball ihrer Interessen machen. All den Herrschern, die ihre nationalen Interessen herauskramen, die ihr Land autokratisch beherrschen und das Ausland oder die Kritiker zu Feinden erkl\u00e4ren. Die, die Hass auf Minderheiten sch\u00fcren, oft nur, um von ihren eigenen Mauscheleien und Interessen abzulenken.<br \/>\nSagt mal, w\u00fcrde ich da schreien wollen: Habt ihr vergessen, welchen Preis eure Gro\u00dfv\u00e4ter und Urgro\u00dfv\u00e4ter auf den Schlachtfeldern gezahlt haben? Was eure Omas und Oromas durchgemacht haben &#8211; weil dumpfer Nationalismus und Militarismus so viele L\u00e4nder im Griff hatte? Meiner Generation ist der Frieden Europas in den Scho\u00df gefallen, ohne dass wir einen Handschlag daf\u00fcr getan h\u00e4tten. Und wie ein verw\u00f6hnter Teenager gehen wir damit um, als w\u00e4re dieser Zustand ein unver\u00e4nderliches Naturgesetz.<\/p>\n<p><strong><em>Spielen und Hausaufgaben machen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ach &#8230; da k\u00f6nnte ich mich ganz in Rage reden. Klar: Es ist ja sch\u00f6n, andere zu belehren und ihnen zu zeigen, wo ihr \u201ealter, nichtiger, verg\u00e4nglicher Wandel\u201d ist. Da kann man sich selber wunderbar ausklammern &#8211; und \u00fcbersehen, dass ja man selber der Adressat unseres Predigttextes ist.<\/p>\n<p>Mir gilt das ja!<br \/>\n\u201eF\u00fcr mich\u201d &#8211; so klingt es ja auch in dem Worten beim Abendmahl an: \u201eChristi Leib f\u00fcr dich gegeben, Christi Blut f\u00fcr dich vergossen\u201d. Daran werde ich regelm\u00e4\u00dfig erinnert. Es ist f\u00fcr mich geschehen. Auch, weil ich es selber nicht h\u00e4tte leisten k\u00f6nnen.<br \/>\nUnd da bin ich dann doch der kleine Junge auf der K\u00fcchenbank. Der gar nicht anders kann, als sich das schenken zu lassen, was er braucht.<br \/>\nUnd als kleiner Junge darf er sich freuen, dass er so reich beschenkt wurde. Dass da einer alles gegeben hat f\u00fcr ihn.<\/p>\n<p>Da steckt auch viel Leichtigkeit drin. Spiel mit dem Leben. Geh raus, versuche dein Leben zu gestalten &#8211; mit allem, was dir geschenkt wurde. Du ziehst drau\u00dfen deine Kreise, spielst, und verspielst vielleicht auch manches. Und wo etwas misslingt, da wei\u00dft du ja auch, dass Gottes Vergebung \u00fcber allem steht.<\/p>\n<p>Du spielst, du darfst spielen. Aber mittendrin wird dich auch mal dieser Vers des Petrusbriefes treffen. Die Worte vom Ernst des Lebens. Die Stimme der Mutter, die dich wieder ins Haus ruft &#8211; damit du deine Hausaufgaben machst.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir den Preis f\u00fcr Errungenschaften und Dinge nicht selbst gezahlt haben, fehlt uns oft ein Blick f\u00fcr ihren Wert. Die Mahnung des Petrus erinnert an Jesu Sterben f\u00fcr uns. Die Predigt l\u00e4sst den Blick schweifen &#8211; dorthin, wo wir oft nicht fragen, was es wem gekostet hat. 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