{"id":3254,"date":"2017-12-23T15:53:01","date_gmt":"2017-12-23T14:53:01","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=3254"},"modified":"2021-12-14T09:07:08","modified_gmt":"2021-12-14T08:07:08","slug":"predigt-die-entdeckung-eines-verschwunden-geglaubten-vaters-1-johannes-3-1-2-1-weihnachtstag-25-dezember-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3254","title":{"rendered":"Predigt: Die Entdeckung eines verschwunden geglaubten Vaters (1. Johannes 3, 1-2) 1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2017"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-light-green-cyan-to-vivid-green-cyan-gradient-background has-background\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"660\" data-attachment-id=\"3257\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=3257\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?fit=2560%2C1920&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1920\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;1.7&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;SM-G950F&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1514044149&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.2&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;640&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.1&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"20171223_154909\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?fit=880%2C660&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909.jpg?resize=880%2C660&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3257 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?resize=2048%2C1536&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?resize=150%2C113&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171223_154909-scaled.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">1 Joh 3, 1-2<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte von Julia, die ihrem verschwundenen Vater begegnet, interpretiert die Zeilen aus dem 1. Johannesbrief: Wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><em><strong>Julias Geschichte<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Julia lebt seit ihrer Kindheit mit ihrer Mutter auf einem kleinen Pferdehof. Einen Vater hat sie nie gehabt. Wenn sie nach ihm fragte, blieb ihre Mutter immer recht einsilbig. Irgendwie war ihr da nichts zu entlocken, was da gewesen war.<br>Inzwischen ist Julia Mitte zwanzig, und macht nach dem Studium die ersten erfolgreichen Schritte ins Berufsleben. In der Agentur, bei der sie arbeitet, hat sie sich inzwischen auch mit einem netten jungen Mann angefreundet.<br>So sch\u00f6n das alles klingt: \u00dcber der Zukunft von Julia und ihrer Mutter h\u00e4ngen d\u00fcstere Wolken: Der Pferdehof, an dem Mutter wie Tochter h\u00e4ngen, ist hoch verschuldet. Nur mit M\u00fche k\u00f6nnen sie die Futterkosten bezahlen &#8211; aber mit ihren Kreditraten sind sie im Verzug. Alle Versuche, mit der Bank zu verhandeln, sind gescheitert. Zum Jahresende soll das Gest\u00fct zwangsversteigert werden. Eine Katastrophe.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aber, weil ich mir diese Geschichte letzte Woche selber ausgedacht, und auch so manchen Rosamunde Pilcher-Film gesehen habe, wei\u00df ich, wie ich das weitererz\u00e4hlen muss:<br>Julia lernt in der Firma, in der sie arbeitet einen interessanten Kunden kennen: Ein sehr wohlhabender adliger Herr, der lange im Ausland t\u00e4tig war, und nun in seine Heimatregion zur\u00fcckgekehrt ist. Julias Kollegen f\u00e4llt die \u00c4hnlichkeit zwischen ihr und diesem Herrn zuerst auf: Die Gesichtsz\u00fcge, vor allem das Kinn. Die Art, sich zu bewegen. Ja und da ist so ein eigenartiges Muttermal, das Julia und dieser Adlige an genau der gleichen Stelle ihrer Schl\u00e4fe haben.<br>Sie wissen, worauf es hinausl\u00e4uft: Dieser Mann ist tats\u00e4chlich Julias Vater, und nach einigen hin und her kl\u00e4rt sich vieles &#8211; auch so manches Missverst\u00e4ndnis &#8211; auf, und Julias Vater rettet als Investor den Pferdehof vor dem Untergang.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>1. Joh 3: Die Entdeckung der Vaterschaft<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was gibt es Bewegenderes, als wenn die Entdeckung des eigenen Vaters, von dem man lange Zeit h\u00f6chstens eine dunkle Ahnung hatte, das eigene Leben v\u00f6llig ver\u00e4ndert, neu macht und letztlich eine Zukunft schenkt, die man sich nie vorzustellen gewagt h\u00e4tte?<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,<br>Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu &#8211; und damit auch die Entdeckung, dass wir Gottes Kinder sind. Dass Gott unser himmlischer Vater ist, und wir damit Erben des Reiches Gottes sind! Wir k\u00f6nnen gar nichts daf\u00fcr &#8211; wir sind es einfach. Weil wir durch den Glauben an Jesus Christus entdecken, wie Gottes Beziehung zu uns ist: Wir als Kinder, er der Vater, der \u00fcber alles verf\u00fcgt, was wir zum Leben ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie in der Geschichte von Julia ist das mit dem Wissen um den Vater nicht immer so v\u00f6llig klar. Im Ersten Johannesbrief finde ich das in wenigen S\u00e4tzen formuliert:<\/p>\n\n\n\n<p><em>(Predigttext) 1. Joh 3,1-2<\/em><br><em>1 Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder hei\u00dfen sollen \u2013 und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht.<\/em><br><em>2 Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schon beim ersten Hinh\u00f6ren merkt man: Gottes Kind zu sein, das ist nicht so ganz einfach.<br>Das steht mit anderen Worten:<br>Du darfst Gottes Kind hei\u00dfen.<br>Und du bist auch Gottes Kind.<br>Nur ist es halt nicht immer so ganz offensichtlich.<br>Aber es wird der Moment kommen, dass es jeder sieht. Du, und auch die Anderen.<br>Und dann wirst du auch erst wirklich erkennen, wie dieser himmlische Vater ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige dieser Gedanken will ich mit Ihnen ein bisschen genauer besehen<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Du bist sein Kind! &#8211; Echt?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder hei\u00dfen sollen \u2013 und wir sind es auc<\/em>h!<br>Eine etwas seltsame Formulierung: Du hei\u00dft nicht nur Kind Gottes, du bist es auch! So, als w\u00fcrde mich der Verfasser dieser Zeilen mit beiden H\u00e4nden an der Schulter nehmen und ein bisschen sch\u00fctteln, damit ich es endlich verstehe: \u201eDu bist nicht nur pro forma ein Gotteskind, auch nicht adoptiert oder ausgeliehen, sondern komplett &#8211; ohne wenn und aber &#8211; ein Kind Gottes. Mit allen Rechten und Pflichten. Hast du es endlich kapiert?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal beschleichen mich da schon einige Zweifel. Weil mein Leben oft genug nicht zu dieser edlen Herkunft zu passen scheint. Und das in mehrfacher Hinsicht.<br>Zum einen ist das meine eigene Lebensf\u00fchrung. Wo ich mich manchmal selber \u00fcber mich \u00e4rgere und denke: Mit dem, was du da manchmal anstellst, machst du diesem himmlischen Vater gerade keine Freude. Und es ist ja nicht so, dass mir das egal w\u00e4re. Aber ich komme als Mensch da oft genug an meine Grenzen, erlebe, wie mein Anspruch an mich selbst und meine eigenen Schw\u00e4chen nicht so gut zusammenpassen.<br>Da w\u00fcrde es mich nicht verwundern, wenn Gott fragen w\u00fcrde: Und du willst mein Kind sein? Und dieses Fragezeichen l\u00e4sst sich oft genug nicht so einfach wegwischen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das andere Fragezeichen betrifft die Umst\u00e4nde unseres Daseins. Als Kind der allm\u00e4chtigen Gottes, als Erbe der Reiches Gottes, w\u00e4re da nicht ein etwas besseres Leben angemessen? Wobei ich mich pers\u00f6nlich gar nicht beklagen will, aber es gibt so viele Kinder Gottes in unserem Land und auf diesem Planeten, die unter schlimmen Krankheiten leiden, in Armut aufwachsen, denen Freiheit genommen ist, denen kaum Lebensperspektiven verg\u00f6nnt sind. Das bekommt man ja auch im Kopf nicht zusammen. Da landet der himmlische Vater schnell auf der Anklagebank, weil er einige seiner Kinder scheinbar im Stich l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Das Happy End steht noch aus.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde<br>Wir m\u00fcssen oft genug noch um Erkennen und Verstehen ringen.<br>Ein hin und her zwischen: \u201eja ich bin Gottes Kind\u201d und \u201eich wei\u00df nicht, ob Gott etwas mit mir S\u00fcnder zu tun haben will\u201d<br>Ein hin und her zwischen \u201eWas bin ich froh, dass Gott f\u00fcr mich da ist\u201d und \u201eGott, warum l\u00e4sst du das alles zu?\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte zwischen Gott und seinen Kindern ist einfach noch nicht fertig erz\u00e4hlt. Das Happy End steht noch aus.<br>Der Moment, wo alles klar ist. Wo es keine offenen Fragen gibt und jeder erkennt, welchen Plan Gott mit dieser Welt verfolgt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Da denke ich an meine erfundene Julia. Nat\u00fcrlich war sie von Anfang an die Tochter ihres Vaters. Mit allen damit verbundenen Anspr\u00fcchen und Rechten. Und dieser Vater war ja schon immer da gewesen. Aber er war halt nicht zu sehen. Erst viel sp\u00e4ter kam Bewegung in die Angelegenheit und es fiel ihnen wie Schuppen von den Augen: Das Muttermal an der Schl\u00e4fe, der Gang, das markante Kinn. &#8211; Jetzt ist alles klar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Weihnachten: Klarheit von Anfang an<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Apropos Klarheit: Trotz allem hin-und-her, dem wir zeitlebens ausgesetzt sind: An einer Stelle ist es ganz anders, als bei meiner Geschichte von Julia:<br>Sie hat erst am Ende erkannt, wer ihr Vater ist.<br>Uns wurde es bereits am Anfang unseres Lebens gesagt. Bei unserer Taufe wurden wir schon zu Gottes Kindern erkl\u00e4rt. Weil dieser Jesus Christus, weil dieses Kind in der Krippe, mit seinem Leben und seinem Tod die Br\u00fccke geschlagen hat, zwischen Gott und Mensch. Darauf k\u00f6nnen wir unser Leben gr\u00fcnden.<br>Darum feiern wir heute am Weihnachtstag nicht nur die Geburt dieses Kindes. Wir k\u00f6nnen feiern, dass wir einen himmlischen Vater haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie k\u00f6nnen feiern, wie eine bankrotte Pferdewirtin Julia, die wei\u00df: Ich muss keine Angst mehr haben: Ich habe meinen Vater gefunden. Auch wenn ich mich manchmal vergeblich nach seiner N\u00e4he gesehnt habe: Er ist da, und wird mich nicht im Stich lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte von Julia, die ihrem verschwundenen Vater begegnet, interpretiert die Zeilen aus dem 1. 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