{"id":3187,"date":"2017-11-04T11:55:52","date_gmt":"2017-11-04T10:55:52","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=3187"},"modified":"2017-11-04T12:14:09","modified_gmt":"2017-11-04T11:14:09","slug":"predigt-verkuendigt-es-von-den-daechern-matthaeus-10-26-33-5-november-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3187","title":{"rendered":"Predigt: Verk\u00fcndigt es von den D\u00e4chern (Matth\u00e4us 10, 26-33) 5. November 2017"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #000080;\">Am<a href=\"http:\/\/pastors-home.de\/?attachment_id=3188\" rel=\"attachment wp-att-3188\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"3188\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=3188\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20170528_114858-e1509792681419.jpg?fit=1000%2C1209&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1000,1209\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"20170528_114858\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20170528_114858-e1509792681419.jpg?fit=847%2C1024&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-3188\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20170528_114858-e1509792646648-248x300.jpg?resize=248%2C300\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"300\" \/><\/a> Sonntag nach dem Reformationsjubil\u00e4um wird bei uns im Gottesdienst der Reformationstag sozusagen nachgefeiert. Im Predigttext geht es um die Aussendung der J\u00fcnger\u00a0 &#8211; und da passt Luther ja ganz gut dazu.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em>Luther in Worms<br \/>\n<\/em><\/strong><br \/>\nLiebe Gemeinde,<br \/>\nnun ist es vorbei, das gro\u00df gefeierte Reformationsjubil\u00e4um. 500 Jahre Thesenanschlag. Auch im Fernsehen ging es da ja hoch her mit Luther-Filmen, Dokumentationen und Musicals.<br \/>\nDa ist mir etwas aufgefallen: Oft war nicht der Thesenanschlag der zentrale Moment, sondern 4 Jahre sp\u00e4ter der Reichstag in Worms. Da musste Luther vor dem Kaiser, den F\u00fcrsten, und den Vertretern des Papstes antreten und Stellung zu seinen Schriften &#8211; unter ihnen auch die 95 Thesen &#8211; nehmen. Man verlangte, dass er sie widerrufen solle und somit alles, wof\u00fcr er stand, als ein bedauerliches Missverst\u00e4ndnis ansehen solle. Oder er w\u00fcrde seiner Position treu bleiben &#8211; dann w\u00fcrde man ihm zum Ketzer, zum Irrlehrer, erkl\u00e4ren was einem Todesurteil gleich k\u00e4me. Schon 100 Jahre vor ihm hatte man Jan Huss wegen \u00e4hnlicher Thesen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.<\/p>\n<p>Luther stand damals buchst\u00e4blich vor einer Lebens-Entscheidung. Und damit steht er in einer langen Reihe von Christen, die ihre Glaubens\u00fcberzeugung offen gesagt haben, und daf\u00fcr auch das eigene Leben in Gefahr gebracht haben.<br \/>\nSchon die ersten Jahrzehnte des Christentums sind gepr\u00e4gt von Verfolgungen. In der Zeit der Apostel und Evangelisten, wei\u00df man nie im Voraus, wie die Predigt von Jesus Christus aufgenommen wird. Mal geht es gut, so dass Menschen glauben und sich taufen lassen. Aber es kann auch richtig brenzlig und lebensgef\u00e4hrlich werden.<!--more--><\/p>\n<p>Das spiegelt sich auch im Matth\u00e4usevangelium, wo Jesus seine J\u00fcnger aussendet, damit sie predigen, Kranke heilen und b\u00f6se Geister austreiben. &#8222;Ich sende euch wie Schafe mitten unter die W\u00f6lfe&#8220;, sagt er zu denen, die seine Worte weitertragen sollen. Und dann sagt Jesus Folgendes:<\/p>\n<p>(Mt 10,26b-33)<br \/>\nDenn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird.<br \/>\n27 Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das verk\u00fcndigt auf den D\u00e4chern.<br \/>\n28 Und f\u00fcrchtet euch nicht vor denen, die den Leib t\u00f6ten, doch die Seele nicht t\u00f6ten k\u00f6nnen; f\u00fcrchtet viel mehr den, der Leib und Seele verderben kann in der H\u00f6lle.<br \/>\n29 Verkauft man nicht zwei Sperlinge f\u00fcr einen Groschen? Dennoch f\u00e4llt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.<br \/>\n30 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gez\u00e4hlt.<br \/>\n31 Darum f\u00fcrchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.<br \/>\n32 Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.<br \/>\n33 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel<\/p>\n<p><em><strong>Mut zum Bekennen<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde<br \/>\nMut zum Bekennen &#8211; das fordert Jesus in diesen energischen Worten. Und dabei erkennt man zwei Richtungen, in die er argumentiert:<br \/>\nZum Einen best\u00e4rkt seine J\u00fcnger, indem er betont, wie wichtig der Einzelne in den Augen Gottes ist. Wenn Gott schon auf Sperlinge achtet, um wieviel mehr wird er sich um seine Menschenkinder k\u00fcmmern und auf sie aufpassen?<br \/>\nZugleich sagt er aber auch: Das Bekenntnis zu Gott z\u00e4hlt mehr als das eigene Leben. Denn das Dasein hier auf der Erde ist nur ein Aspekt unseres Lebens, nach dem Tod erwartet uns ja noch etwas. Darum ist Treue zu seinem Glauben auch in Todesgefahr so wichtig.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck ist es f\u00fcr uns, die wir heute in diesem Land leben, nicht gef\u00e4hrlich, unseren Glauben auszusprechen. Aber in viel zu vielen Teilen der Welt ist es noch oder wieder so, dass Menschen f\u00fcr ihr Bekenntnis zu Christus verfolgt und ermordet werden.<br \/>\nIch frage mich, wie standhaft ich selbst in so einer Situation w\u00e4re, in der es um Leib und Leben ginge.<\/p>\n<p>Wenn einer in Todesangst seinen Glauben verr\u00e4t &#8211; seinen Gott verleugnet &#8211; kann man ihn verurteilen? Petrus zum Beispiel. Petrus hat Jesus verleugnet, dreimal, im Hof des Hohepriesters in Jerusalem. Der Hahn auf unseren Kircht\u00fcrmen erinnert an diese Begebenheit.<br \/>\nAber was tut Jesus nach seiner Auferstehung mit diesem Versager? Dreimal fragt er Petrus: &#8222;Hast du mich lieb?&#8220; &#8211; dann vergibt der Auferstandene seinem J\u00fcnger, statt ihn &#8222;bei seinem Vater zu verleugnen&#8220;. So erz\u00e4hlt es jedenfalls das Johannesevangelium.<\/p>\n<p><em><strong>Gesetz und Evangelium<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Interessant: Unser Predigttext mit der Forderung nach Treue und der Warnung: \u201cWer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel\u201d steht im Matth\u00e4usevangelium.<br \/>\nIm Johannesevangelium finden wir die Szene, in der Jesus diesem Petrus vergibt und ihn wieder annimmt.<\/p>\n<p>Da merken wir: Da spiegeln sich diese zwei Seiten Gottes, die Luther \u201cGesetz und Evangelium\u201d genannt hat.<br \/>\nGesetz: Wir haben einen heiligen Gott &#8211; es geht in Glaubensfragen um alles! Seine Liebe zu uns will eine klare Antwort. Gott ist nicht unser Kuscheltier, das wir nach Bedarf rausziehen k\u00f6nnen, wenn wir ihn brauchen, und dann wieder wegpacken, wenn alles wieder gut ist, oder er uns mit seinen Anspr\u00fcchen einfach zu sperrig oder zu l\u00e4stig ist.<\/p>\n<p>Die andere Seite &#8211; Luther nennt es \u201cEvangelium\u201d &#8211; ist dass wir damit immer wieder \u00fcberfordert sind. Wir als Gesch\u00f6pfe dieser Erde sind da anscheinend zum Scheitern verdammt, wir packen das oft genug nicht, und darum kommt Gott uns in Jesus Christus entgegen. Mit seiner Bereitschaft zur Vergebung und seiner Liebe, die uns auch als Unvollkommene annimmt..<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nbeides geh\u00f6rt zusammen! Der knallharte Anspruch Gottes und seine warme Barmherzigkeit.<\/p>\n<p><em><strong>Ich sende euch wie Schafe<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Und den Anspruch sollten wir ernst nehmen.<br \/>\nWer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.<br \/>\nDas Evangelium von Jesus Christus will weitergesagt werden. Andere sollen von der Liebe Gottes erfahren; erleben, wie ihr Leben dadurch eine neue Qualit\u00e4t bekommt. Mit all den Herausforderungen und himmlischen Geschenken, die damit verbunden sind.<br \/>\nDarum geht es ja.<\/p>\n<p>&#8222;Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht, und was euch gesagt wird in das Ohr, das verk\u00fcndigt auf den D\u00e4chern!&#8220;, sagt Jesus seinen J\u00fcngern. Das ist leichter gesagt als getan. Auch ohne Lebensgefahr kostet Menschen das Bekenntnis zu Gott immer wieder Mut und \u00dcberwindung.<\/p>\n<p>Es ist nicht die Angst vor dem Tod, sondern hierzulande vor allem die Angst davor, dass man nicht erst genommen wird, als fromm und weltfremd angesehen wird. Glaube als Zeichen von Schw\u00e4che.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt es manchmal auch daran, dass man meint, da nichts sagen zu k\u00f6nnen, weil man da ja nicht soooo viel wei\u00df und auch seine Zweifel und Fragen hat. Aber ist es nicht so, das Zweifel und offene Fragen naturgem\u00e4\u00df zu unserem Glauben dazugeh\u00f6ren? Und dass gerade der offene Austausch \u00fcber unsere offenen Fragen wichtig ist? Denn genau dann reden wir echt, authentisch und damit auch glaub-w\u00fcrdig \u00fcber unseren Glauben als Christ.<\/p>\n<p>Auch die biblischen Helden des Bekennens und der Verk\u00fcndigens waren keine brillianten Redner und Menschen ohne innere Zerrissenheit.<br \/>\nVon Mose wissen wir, dass er in der \u00f6ffentlichen Rede nicht besonders talentiert war. Die J\u00fcnger waren Fischer und Handwerker, ohne abgeschlossenes Rhetorik-Studium. Und Paulus war anscheinend auch jemand, hinter dessen R\u00fccken man \u00f6fter gel\u00e4stert hat, dass andere das besser hinbekommen.<\/p>\n<p>Warum dann nicht jeder von uns?<br \/>\nDie Botschaft weitertragen.<br \/>\nDas Gebot der N\u00e4chstenliebe mit Leben f\u00fcllen und andere daran erinnern, was Jesus uns da vorgelebt hat.<br \/>\nDie Nachricht, dass Gott uns annimmt, wie wir sind &#8211; und wir uns deshalb auch vor anderen Menschen nicht laufend f\u00fcr unser Dasein rechtfertigen m\u00fcssen.<br \/>\nDas Wissen darum, dass Gott uns gute Regeln f\u00fcr unser Leben gegeben hat.<\/p>\n<p>Seien wir froh, dass wir das in unserem Land ohne Lebensgefahr tun k\u00f6nnen. Und darum sollten wir es erst recht tun.<br \/>\nAmen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag nach dem Reformationsjubil\u00e4um wird bei uns im Gottesdienst der Reformationstag sozusagen nachgefeiert. 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